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Almudena-Kathedrale

Die Almudena-Kathedrale ist die Hauptkirche Madrids und steht direkt gegenüber dem Königspalast. Von außen wirkt sie klassisch, innen erwartet dich eine der modernsten Kathedralen Europas: Erst 1993 weihte Papst Johannes Paul II. den Bau ein, nach über hundert Jahren Bauzeit.

Der Zugang zum Kirchenschiff läuft über eine erbetene Spende, Museum und Kuppelgalerie kosten extra. Für die Kombination mit dem Palastbesuch ist sie ideal, denn eine Reservierung brauchst du nicht.

Almudena-Kathedrale
Foto: Diego Delso, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionMadrid, Centro, direkt am Königspalast
  • Bauzeit1883 bis 1993, geweiht von Papst Johannes Paul II.
  • StilNeoklassizistische Fassade, neugotisches Inneres, moderne Ausmalung
  • Dauer des Besuchs30 bis 90 Minuten
  • AnreiseMetro Ópera, 5 Minuten zu Fuß

Lohnt sich die Almudena-Kathedrale wirklich?

Ja, aber vor allem als Ergänzung. Du stehst nach dem Palastbesuch ohnehin direkt davor, die Kirche verlangt keine Reservierung, und drinnen erwartet dich etwas, das kaum jemand erwartet: eine Kathedrale, die aussieht wie aus dem 20. Jahrhundert, weil sie es ist.

Wenn du dagegen aus Sevilla, Toledo oder Burgos kommst und dort in jahrhundertealten Kirchenräumen gestanden hast, kann die Almudena flach wirken. Sie hat keine Patina, keine gewachsenen Schichten. Wer nur eine Kirche in Spanien besucht, sollte eine andere wählen.

Was du hier siehst

Madrid war jahrhundertelang Bischofssitz ohne eigene Kathedrale. Der Bau begann erst 1883 und zog sich mit Unterbrechungen, auch durch den Bürgerkrieg, über hundert Jahre hin. Die Fassade wurde bewusst neoklassizistisch gehalten, damit sie mit dem Königspalast gegenüber harmoniert, das Innere dagegen ist neugotisch gegliedert.

Der Effekt entsteht durch die Decke. Statt Steingrau leuchten die Felder in kräftigen Farben, geometrisch gemustert, fast wie ein modernes Farbfeldgemälde über einem gotischen Skelett. Dazu kommen zeitgenössische Malereien in der Apsis und moderne Glasfenster. Genau dieses Nebeneinander macht den Reiz aus.

Weltweit bekannt wurde die Kirche im Mai 2004, als der heutige König Felipe VI. hier Letizia Ortiz heiratete, die erste Königshochzeit in Madrid seit fast einem Jahrhundert. Seitdem gehört die Almudena fest zum Protokoll der Monarchie.

Interessant ist auch die Ausrichtung. Anders als üblich steht die Kathedrale nicht in Ost-West-Richtung, sondern quer dazu, weil sie sich der Achse des Palastes unterordnen musste. Wer im Kirchenschiff steht und sich fragt, warum der Raum sich seltsam anfühlt: Das ist der Grund.

Was viele Besucher verpassen

Die Krypta an der Calle Mayor. Sie hat einen eigenen Eingang unterhalb der Kirche, ist ein kompletter neoromanischer Kirchenraum mit über 400 Säulen und wird von fast allen Besuchern verpasst.

Die Kuppelgalerie über das Kathedralmuseum. Von dort blickst du in den Innenhof des Königspalasts, über den Campo del Moro und bei klarem Wetter bis zur Sierra de Guadarrama. Einer der unterschätzten Aussichtspunkte der Stadt.

Die Figur der Virgen de la Almudena in einer Seitenkapelle, der Stadtpatronin. Ihr Name geht auf das arabische Wort für Zitadelle zurück: Der Legende nach fand man ein Marienbild in der alten Stadtmauer.

Die Reste dieser Mauer an der Cuesta de la Vega, wenige Schritte unterhalb der Kathedrale. Maurische Befestigung des 9. Jahrhunderts, frei zugänglich und fast immer menschenleer.

Diese Fehler kannst du dir sparen

Während einer Messe kommen. Dann ist die Besichtigung unterbrochen und du stehst umsonst vor der Tür.

Die Kuppel für kostenlos halten. Das Kirchenschiff läuft über eine Spende, für Museum und Aufstieg brauchst du ein Ticket vor Ort.

Direkt weitergehen. Die Krypta liegt keine drei Minuten entfernt und ist der stimmungsvollste Raum der ganzen Anlage.

Nach der Kirche direkt zur Metro laufen. Der Weg hinunter zum Fluss beginnt gleich hinter der Kathedrale und liefert den besten Blick zurück auf Kuppel und Palast.

Tickets: Das Kirchenschiff besichtigst du gegen eine erbetene Spende, für Museum und Kuppelaufgang gibt es ein eigenes Ticket vor Ort. Eine Reservierung ist nicht nötig, aktuelle Infos stehen auf der offiziellen Website der Kathedrale.

Wann du hingehen solltest

Am besten direkt nach dem Königspalast: erst der Palast mit gebuchtem Zeitfenster, danach die Kirche ohne Reservierung. So verlierst du keine Zeit mit Warten.

Für die Kuppel lohnt der späte Nachmittag, dann liegt die Palastfassade im warmen Licht. Schultern und Knie bedeckt zu halten ist erwünscht, bei Messen ist die Besichtigung unterbrochen.

Gut zu wissen: Die Kathedrale ist Sitz des Erzbistums und wird für Staatsakte und Trauerfeiern genutzt. An solchen Tagen kann sie kurzfristig für Besucher geschlossen sein.

Danach: was in der Nähe liegt

Der Königspalast steht direkt gegenüber, du überquerst nur den Platz. Zur Plaza Mayor und zum Mercado de San Miguel läufst du sieben bis zehn Minuten.

Nach Westen führt der Weg hinunter zum Madrid Río Park am Fluss, rund 15 Minuten, mit dem besten Blick zurück auf Kathedrale und Palast. Zum Sonnenuntergang lohnt der Spaziergang zum Tempel von Debod. Mehr Ideen bei den Sehenswürdigkeiten in Madrid.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istSelten ein Problem. Voll wird es nur direkt nach dem Wachwechsel am Palast, dann warte zehn Minuten oder starte in der Krypta.
  • Wenn es regnetPerfekt: Kirche, Museum und Krypta liegen komplett drinnen, und der Weg vom Palast ist nur ein Platzübergang.
  • Mit KindernDie Krypta mit ihrem Säulenwald funktioniert bei Kindern besser als das Hauptschiff. Der Kuppelaufstieg ist für kleine Beine anstrengend.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Kirchenschiff ist ebenerdig zugänglich. Zur Kuppelgalerie führen Treppen, und die Krypta hat einen eigenen Eingang an der Calle Mayor, tiefer gelegen.

Häufige Fragen

Ist der Eintritt in die Almudena-Kathedrale kostenlos?

Für das Kirchenschiff wird beim Eingang eine kleine Spende erbeten, eine feste Eintrittskarte brauchst du nicht. Museum und Kuppelaufgang kosten dagegen Eintritt, das Ticket bekommst du vor Ort. Während der Gottesdienste ist die Besichtigung unterbrochen.

Lohnt sich die Kuppel der Almudena?

Ja, gerade weil sie kaum jemand auf dem Zettel hat. Du blickst direkt auf den Königspalast, über die Gärten des Campo del Moro und bis zu den Bergen am Horizont. Der Aufstieg läuft über das Kathedralmuseum, das nebenbei die Geschichte des langen Kirchenbaus erzählt.

Wie lange dauert ein Besuch der Almudena-Kathedrale?

Für das Kirchenschiff reichen 30 Minuten. Mit Museum, Kuppelgalerie und der Krypta an der Calle Mayor wird eine Stunde bis anderthalb daraus. Da die Kathedrale direkt am Königspalast liegt, lässt sie sich ohne Umweg in jede Route durch das Zentrum einbauen.

Warum ist die Almudena-Kathedrale so modern?

Madrid war lange Bischofssitz ohne eigene Kathedrale, der Bau begann erst 1883 und zog sich mit Unterbrechungen, auch durch den Bürgerkrieg, über ein Jahrhundert hin. Fertiggestellt wurde sie 1993 und von Papst Johannes Paul II. geweiht. Innenraum und Deckenmalerei stammen deshalb aus dem 20. Jahrhundert.

Was ist die Krypta der Almudena?

Unter der Kathedrale liegt eine eigene neoromanische Kirche mit über 400 Säulen und vielen Kapellen. Der Eingang befindet sich separat an der Calle Mayor, Richtung Fluss. Sie ist ruhiger als die Kathedrale selbst und für Fans von Kirchenarchitektur ein lohnender Abstecher.