Auf einen Blick
- HauptstadtOviedo
- Offizieller NameFürstentum Asturien (Principado de Asturias)
- UNESCO-WelterbePräromanische Bauten in und um Oviedo
- NationalparkPicos de Europa, der erste Nationalpark Spaniens
- Beste ReisezeitJuni bis September
- AnreiseFlughafen Asturias bei Avilés, Zug oder Bus ab Madrid
Was Asturien ausmacht
Asturien ist klein und dabei extrem abwechslungsreich. Von der Küste bis auf 2.500 Meter Höhe sind es kaum 30 Kilometer Luftlinie, entsprechend schnell wechselt die Landschaft von Stränden über Wälder zu Kalksteinwänden. Dazwischen liegen Bergdörfer, alte Bergwerke und Kirchen, die älter sind als fast alles andere in Spanien.
Die Region trägt den Titel Fürstentum und ist stolz darauf, nie ganz maurisch beherrscht worden zu sein. Von hier ging die Reconquista aus, und dieses Selbstbewusstsein hörst du in jedem Gespräch. Gesprochen wird Spanisch, dazu regional Asturisch, das anders als Baskisch oder Galicisch keine Amtssprache ist. Und es regnet, verlässlich und viel, dafür bleibt alles saftig grün.
Oviedo
Oviedo ist die Hauptstadt und die eleganteste Stadt des Nordens: eine kompakte Altstadt aus hellem Stein, saubere Plätze, eine gotische Kathedrale mit der Cámara Santa und überall Bronzestatuen, darunter eine von Woody Allen. Alles liegt zu Fuß beieinander, für einen ersten Rundgang reicht ein halber Tag.
Am Abend gehst du in die Calle Gascona, die Cidergasse der Stadt. Sidrerías reihen sich aneinander, die Kellner gießen den Cider mit ausgestrecktem Arm ins Glas, und dazu gibt es Käseplatten aus den Bergen. Oviedo ist außerdem der beste Ausgangspunkt für die präromanischen Kirchen am Stadtrand.
Gijón
Gijón ist die größte Stadt Asturiens und das Gegenteil von Oviedo: Hafen, Industrie, Surfbretter und eine Strandpromenade, an der die halbe Stadt spazieren geht. Die Playa de San Lorenzo zieht sich mitten durch den Ort, bei Ebbe wird sie riesig.
Auf der Halbinsel liegt das alte Fischerviertel Cimadevilla mit engen Gassen und Bars, oben auf dem Hügel steht die Skulptur „Elogio del Horizonte“ von Eduardo Chillida, in der du bei Wind das Meer rauschen hörst. Gijón ist die richtige Basis, wenn du Stadt und Strand verbinden willst.
Avilés
Avilés hat den Ruf einer Industriestadt und überrascht deshalb doppelt. Die Altstadt mit ihren Arkadengassen und bunten Palästen ist eine der hübschesten der Region und wurde aufwendig herausgeputzt. Auf der anderen Seite der Ría steht das Centro Niemeyer, ein weißes Kulturzentrum des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer.
Für eine Übernachtung reicht Avilés selten, als Halbtagesstopp zwischen Flughafen und Küste ist es aber ideal. Der Flughafen Asturias liegt nur wenige Kilometer entfernt.
Präromanik: Spaniens älteste Kirchen
Im 8. und 9. Jahrhundert war Oviedo Hauptstadt des kleinen Königreichs Asturien, und aus dieser Zeit stammen Bauten, die es sonst nirgends gibt. Santa María del Naranco am Hang über der Stadt war ursprünglich ein Palastsaal, gleich daneben steht San Miguel de Lillo. Beide sind schlicht, klar proportioniert und rund 1.200 Jahre alt.
Dazu kommen San Julián de los Prados am Stadtrand mit Wandmalereien und Santa Cristina de Lena im Süden der Region. Das Ensemble gehört zum UNESCO-Welterbe. Wenn du dich für Architektur interessierst, ist das der stille Höhepunkt der Reise, ein Vormittag genügt für alle Bauten in Oviedo.
Gut zu wissen: Die Kirchen am Naranco öffnen nur zu bestimmten Zeiten und schließen montags oft ganz. Prüfe die Zeiten am Vortag, sonst stehst du vor verschlossener Tür und siehst die Bauten nur von außen.
Picos de Europa
Die Picos de Europa sind ein Kalksteinmassiv direkt hinter der Küste und der Grund, warum viele überhaupt nach Asturien fahren. Der Nationalpark war 1918 der erste Spaniens und teilt sich mit Kantabrien und León. Auf asturischer Seite liegt der berühmteste Zugang: Covadonga mit seiner Basilika und der Höhlenkapelle, darüber die Bergseen Lagos de Covadonga.
Die schönste Wanderung ist die Ruta del Cares, ein in den Fels geschlagener Weg hoch über einer Schlucht, etwa zwölf Kilometer pro Richtung ohne nennenswerten Anstieg. Wer weniger laufen will, nimmt die Standseilbahn nach Bulnes, ein Dorf ohne Straßenanbindung. Basisorte sind Cangas de Onís und Arenas de Cabrales, wo auch der kräftige Blauschimmelkäse Cabrales herkommt.
Achtung: Im Sommer und an Feiertagen ist die Straße zu den Lagos de Covadonga für Privatautos gesperrt. Du parkst unten und fährst mit dem Shuttlebus hoch. Fahr früh los, die Parkplätze sind vormittags voll.
Die Küste: Gulpiyuri, Silencio und Fischerdörfer
Asturiens Küste ist wild und weniger bebaut als fast jede andere in Spanien. Zwischen Klippen liegen Buchten, die du oft nur zu Fuß erreichst. Der Sonderfall ist die Playa de Gulpiyuri bei Llanes: ein winziger Strand mitten auf einer Wiese, mehrere hundert Meter vom offenen Meer entfernt, gespeist durch einen Tunnel im Fels. Bei Flut liegt er unter Wasser, prüfe also die Gezeiten.
Im Westen liegt die Playa del Silencio, eine Kieselbucht unter Steilhängen, und das terrassenförmig gebaute Fischerdorf Cudillero. Im Osten locken Llanes mit den bunt bemalten Hafenwürfeln und Ribadesella, wo im Sommer die große Kanuregatta stattfindet. Zum Baden ist der Atlantik hier frisch, zum Wandern und Fotografieren ideal.
Cider: die Kultur der Sidra
Asturien trinkt Cider, und zwar ernsthaft. Sidra natural ist trüb, herb und ohne Kohlensäure, deshalb wird sie escanciado ausgeschenkt: Die Flasche über dem Kopf, das Glas tief unten, damit der Strahl beim Aufprall Spritzigkeit bekommt. Eingeschenkt wird nur ein Fingerbreit, den du in einem Zug austrinkst, den Rest schüttest du weg.
Bestellt wird flaschenweise für den Tisch, und der Kellner kommt immer wieder zum Nachschenken. Dazu passen Cabrales-Käse, Chorizo in Cider und die Fabada, ein deftiger Bohneneintopf. Wer es lieber ordentlich mag, findet in vielen Sidrerías auch Geräte, die das Eingießen übernehmen.
Routenvorschlag für sechs Tage
Landen am Flughafen Asturias, kurzer Stopp in Avilés, dann zwei Nächte in Gijón mit Strand und Altstadt. Weiter nach Oviedo für zwei Nächte, mit einem Vormittag für die präromanischen Kirchen und einem Abend in der Calle Gascona. Danach in den Osten: zwei Nächte in Cangas de Onís oder Arenas de Cabrales, mit einem Tag für Covadonga und einem für die Ruta del Cares.
Hast du mehr Zeit, hängst du die Küste um Llanes und Ribadesella an oder fährst weiter nach Kantabrien, das direkt anschließt. Auch Galicien im Westen und das Baskenland im Osten lassen sich gut kombinieren, für eine Nordspanien-Rundreise ist Asturien das ideale Mittelstück.
Beste Reisezeit und Anreise
Juni bis September ist die klare Empfehlung, weil dann die Bergwege frei und die Tage lang sind. Juli und August sind die trockensten Monate, gleichzeitig aber voll mit spanischen Urlaubern, die der Hitze im Süden entfliehen. Mai und Oktober sind ruhig und grün, dafür regnet es mehr. Im Winter liegt in den Picos Schnee, an der Küste bleibt es mild.
Der Flughafen Asturias zwischen Avilés und Gijón wird vor allem aus Madrid und Barcelona angeflogen, Direktverbindungen ab Deutschland sind selten. Der Zug ab Madrid nach Oviedo braucht mehrere Stunden, Fernbusse sind eine günstige Alternative. Innerhalb der Region kommst du zwischen den drei Städten gut mit Zug und Bus zurecht, für Küste und Picos brauchst du ein Auto.
Tipp: Buche Unterkünfte in den Bergorten früh, das Angebot ist klein und im August schnell ausgebucht. Casas rurales sind dort oft die bessere Wahl als Hotels, und du wohnst mitten in der Landschaft statt an der Durchgangsstraße.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Asturien?
Fünf bis sechs Tage reichen für die drei Städte und zwei Tage in den Picos de Europa. Mit einer Woche kannst du die Küste im Osten und Westen entspannt dazunehmen. Wer nur die Berge sehen will, kommt mit einem langen Wochenende ab Oviedo aus. Die Wege sind kurvig, plane pro Etappe mehr Zeit ein, als die Karte vermuten lässt.
Oviedo oder Gijón als Basis?
Oviedo, wenn dir Altstadt, Kultur und die präromanischen Kirchen wichtiger sind, und wenn du von dort in die Berge willst. Gijón, wenn du Strand und Meer direkt vor der Tür haben möchtest. Die beiden Städte liegen nur rund 30 Kilometer auseinander und sind per Zug in einer halben Stunde verbunden, du kannst also problemlos in einer wohnen und die andere besuchen.
Wann sollte man in die Picos de Europa fahren?
Von Juni bis Anfang Oktober sind die Wanderwege am zuverlässigsten frei und die Seilbahnen in Betrieb. Im Frühjahr liegt in den Höhenlagen oft noch Schnee, im Winter sind viele Strecken gesperrt. Die Ruta del Cares ist auch in der Nebensaison begehbar, dann sogar angenehm leer. Prüfe vor jeder Tour den Wetterbericht, Nebel zieht in den Bergen schnell auf.
Kann man in Asturien baden?
Ja, aber der Atlantik bleibt kühl, im Hochsommer erreicht das Wasser selten mehr als 20 Grad. Die Strände sind dafür breit, sauber und selten überfüllt, viele liegen unter Klippen und sind nur zu Fuß erreichbar. Achte auf die Gezeiten, manche Buchten verschwinden bei Flut komplett. Zum Surfen ist die Region das ganze Jahr über gut geeignet.
Wie trinkt man asturischen Cider richtig?
Du bestellst eine Flasche für den Tisch, der Kellner schenkt sie über den Kopf gehoben aus großer Höhe ein. Im Glas landet nur ein kleiner Schluck, den du sofort trinkst, solange er noch spritzig ist. Der letzte Rest im Glas wird traditionell auf den Boden geschüttet, das gehört dazu. Nachbestellt wird, bis alle satt und zufrieden sind.






