Region in Spanien

Aragón: Städte & Highlights

Aragón zieht sich vom Ebro-Tal bis auf über 3.000 Meter in die Pyrenäen und ist damit eine der abwechslungsreichsten Regionen Spaniens. Im Zentrum liegt Zaragoza mit der riesigen Basílica del Pilar, im Süden das kleine Teruel mit seinen Mudéjar-Türmen und das Bergdorf Albarracín, im Norden der Nationalpark Ordesa y Monte Perdido mit Schluchten und Wasserfällen.

Hier erfährst du, welche Städte sich lohnen, was den Mudéjar-Stil so besonders macht, wo du in den Pyrenäen am besten wanderst und wie du das alles zu einer Rundreise verbindest. Dazu die praktischen Fragen: Anreise, Mietwagen und die beste Reisezeit für Berge und Ebene, die hier deutlich auseinanderliegen.

Aragón: Städte & Highlights
Foto: Willtron, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Provinzen3: Zaragoza, Huesca, Teruel
  • HauptstadtZaragoza
  • WelterbeMudéjar-Architektur in Zaragoza und Teruel
  • Höchster BergAneto, 3.404 Meter, höchster Gipfel der Pyrenäen
  • Ältester NationalparkOrdesa y Monte Perdido, seit 1918
  • Beste ReisezeitMai, Juni und September, Berge bis Oktober

Der Charakter der Region

Aragón ist ein Land der Extreme. Im Norden stehen die höchsten Gipfel der Pyrenäen mit Schnee bis in den Frühsommer. In der Mitte fließt der Ebro durch eine trockene, teils halbwüstenartige Ebene. Und im Süden liegt die Provinz Teruel, eines der am dünnsten besiedelten Gebiete Westeuropas.

Historisch war Aragón ein eigenes Königreich, das im Mittelalter über weite Teile des Mittelmeers herrschte, von Valencia bis Sizilien. Diese Vergangenheit siehst du in den Palästen und Kirchen. Vor allem aber im Mudéjar, einem Baustil, den muslimische Handwerker unter christlicher Herrschaft entwickelten: Ziegel, glasierte Keramik und geometrische Muster statt teurem Stein.

Die wichtigsten Städte und Orte

1 Zaragoza

Die fünftgrößte Stadt Spaniens wird von Reisenden konstant unterschätzt. Die Basílica del Pilar mit ihren vier Türmen und den bunten Kuppeln steht direkt am Ebro und ist eines der wichtigsten Wallfahrtsziele des Landes. Dazu kommen die Kathedrale La Seo, der maurische Palast Aljafería und Fresken von Goya, der ganz in der Nähe geboren wurde. Alles Weitere unter Zaragoza Sehenswürdigkeiten.

Zaragoza liegt genau zwischen Madrid und Barcelona, mit dem Schnellzug in gut anderthalb Stunden von beiden Städten. Als Zwischenstopp auf einer Spanienreise ist die Stadt kaum zu schlagen: eine Nacht, ein Abend mit Tapas in der Calle Libertad und du kennst eine Stadt, über die kaum jemand spricht.

2 Teruel

Klein, hoch gelegen und berühmt für zwei Dinge. Erstens die Mudéjar-Türme aus Ziegel und glasierter Keramik, die zum Welterbe gehören und abends warm leuchten. Zweitens die Legende der Liebenden von Teruel, deren Grabmal in einer eigenen Kapelle liegt. Für Familien gibt es den Dinosaurierpark Dinópolis. Mehr dazu auf unserer Seite zu Teruel.

3 Albarracín

Für viele das schönste Dorf Spaniens. Die Häuser sind mit rosarotem Gips verputzt, kleben an einem Felshang und werden von einer Mauer umschlossen, die über den Bergrücken läuft. Die Gassen sind so eng, dass sich in manchen kaum zwei Menschen begegnen. Albarracín liegt eine gute halbe Stunde von Teruel entfernt und verdient eine Übernachtung, denn morgens vor den Tagesbesuchern ist der Ort magisch.

4 Huesca und Jaca

Huesca ist die ruhige Provinzhauptstadt am Fuß der Berge und das Tor zu den Pyrenäen. Jaca weiter nördlich hat eine der ältesten romanischen Kathedralen Spaniens, eine sternförmige Zitadelle und ist Etappenort des aragonesischen Jakobswegs. Beide sind keine Ziele für eine ganze Woche, aber perfekte Basen vor der Bergetappe.

5 Alquézar und Aínsa

Zwei Bergdörfer, die den Umweg wert sind. Alquézar liegt über der Schlucht des Vero, hat eine Stiftskirche auf dem Felsen und ist das Zentrum für Canyoning in der Sierra de Guara. Aínsa besitzt eine der schönsten mittelalterlichen Plazas der Pyrenäen, mit Blick auf die Gipfel der Sierra de Peña Montañesa.

Tipp: Die schönste Anfahrt in die Pyrenäen führt nicht über die Autobahn, sondern über die Mallos de Riglos. Das sind rostrote Felstürme, die senkrecht über einem Dorf aufragen, dazu ein Aussichtspunkt direkt an der Straße. Zehn Minuten Umweg, ein Bild, das du behältst.

Mudéjar: der Baustil der Region

Wenn du in Aragón nur eine Sache verstehen willst, dann diese. Nach der christlichen Rückeroberung blieben muslimische Handwerker im Land und bauten weiter, nur eben Kirchtürme statt Minarette. Sie arbeiteten mit dem Material, das da war: Ziegel. Die Türme sind mit glasierter Keramik in Grün und Weiß besetzt, die Muster sind streng geometrisch, und in der Sonne funkelt das Ganze.

Die schönsten Beispiele stehen in Teruel, wo gleich mehrere Türme in Gehweite liegen, und in Zaragoza mit der Aljafería und dem Turm von La Seo. Der Mudéjar von Aragón steht seit 1986 auf der Welterbeliste und wurde später um weitere Bauten erweitert.

Die Pyrenäen: Ordesa und mehr

Der Nationalpark Ordesa y Monte Perdido wurde bereits 1918 gegründet und ist einer der ältesten Spaniens. Das Ordesa-Tal ist eine gewaltige Talschlucht mit senkrechten Wänden, durch die ein einfacher, breiter Weg zum Wasserfall Cola de Caballo führt. Die Strecke ist lang, aber flach genug für alle, die einen ganzen Wandertag mitbringen.

Rundherum gibt es mehr: das Tal von Benasque unterhalb des Aneto, mit 3.404 Metern höchster Gipfel der Pyrenäen. Die Sierra de Guara für Canyoning. Und den Monasterio de Piedra weiter südlich, wo sich Wasserfälle durch einen Klostergarten stürzen, ein ungewöhnlich grüner Ort in einer sonst trockenen Gegend.

Gut zu wissen: Im Sommer ist die Zufahrt ins Ordesa-Tal für Privatautos gesperrt. Du parkst dann in Torla und fährst mit einem Shuttlebus zum Eingang. Das klingt lästig, spart aber viel Suchen und du bekommst den ersten Blick ins Tal ohne Parkplatzstress.

Essen und Trinken

Aragón kocht deftig. Ternasco de Aragón ist junges Lamm aus dem Ofen und das Nationalgericht der Region. Dazu kommen migas mit Weintrauben, Schinken aus Teruel, der eine eigene geschützte Herkunft hat, und im Herbst Pilze aus den Bergen. Als Nachtisch gibt es frutas de Aragón, kandierte Früchte im Schokoladenmantel.

Beim Wein sind die Gebiete Somontano am Fuß der Pyrenäen und Cariñena im Ebro-Tal die bekanntesten. Somontano ist moderner und leichter, Cariñena kräftig und traditionell. In Zaragoza probierst du beides in den Tapas-Bars der Altstadt.

Routenvorschlag für eine Woche

Diese Runde verbindet Stadt und Berge. Tag 1 und 2: Zaragoza mit Basílica del Pilar und Aljafería. Tag 3: Fahrt über die Mallos de Riglos nach Alquézar oder Aínsa. Tag 4 und 5: Ordesa, ein voller Wandertag plus ein ruhigerer Tag in den Bergdörfern. Tag 6: lange Fahrt nach Süden bis Teruel. Tag 7: Albarracín und Rückfahrt.

Mit weniger Zeit machst du zwei getrennte Kurztrips daraus: Zaragoza und Teruel mit Albarracín im Süden, oder Huesca und die Pyrenäen im Norden. Beides funktioniert gut ab Katalonien oder ab der Region Valencia.

Praktisch: Anreise und Reisezeit

Zaragoza liegt an der Schnellzugstrecke Madrid nach Barcelona und ist von beiden Städten in rund anderthalb Stunden erreichbar. Für alles andere brauchst du ein Auto. Teruel ist berüchtigt schlecht angebunden, in der Provinz gibt es sogar eine Bürgerbewegung, die genau darauf aufmerksam macht. Die Bergstraßen sind gut ausgebaut, aber kurvig, rechne mehr Fahrzeit ein als die Karte zeigt.

Achtung: Die beste Reisezeit unterscheidet sich stark nach Höhe. Zaragoza und Teruel sind im Juli und August sehr heiß, im Winter kann Teruel dagegen zu den kältesten Orten Spaniens gehören. In den Pyrenäen liegt bis in den Juni Schnee auf den höheren Wegen, und ab November sind viele Pässe und Hütten dicht.

Eine Übersicht über alle Landesteile findest du unter Regionen Spaniens, alle Ziele alphabetisch unter Städte von A bis Z.

Häufige Fragen

Was muss man in Aragón gesehen haben?

Die Basílica del Pilar und die Aljafería in Zaragoza, die Mudéjar-Türme von Teruel, das Bergdorf Albarracín und das Ordesa-Tal in den Pyrenäen. Wer mehr Zeit hat, ergänzt Aínsa oder Alquézar sowie die Felstürme der Mallos de Riglos. Diese fünf Ziele zusammen zeigen die ganze Bandbreite der Region vom trockenen Ebro-Tal bis ins Hochgebirge.

Wie viele Tage braucht man für Aragón?

Für Zaragoza reicht eine Nacht, für Teruel und Albarracín zusammen zwei Tage. Willst du auch in die Pyrenäen, plane eine ganze Woche ein, denn die Fahrt von Nord nach Süd dauert allein rund vier Stunden. Viele teilen die Region deshalb in zwei getrennte Reisen auf, eine für die Städte und eine für die Berge.

Lohnt sich Zaragoza für einen Städtetrip?

Ja, vor allem als Zwischenstopp. Die Stadt liegt an der Schnellzugstrecke zwischen Madrid und Barcelona und ist von beiden in etwa anderthalb Stunden erreichbar. Du bekommst eine gewaltige Wallfahrtsbasilika, einen maurischen Palast, Goya-Fresken und eine sehr lebendige Tapas-Szene, dazu deutlich niedrigere Preise als in den großen Touristenstädten.

Wann ist die beste Reisezeit für die aragonesischen Pyrenäen?

Von Ende Juni bis Anfang Oktober. Dann sind die Wanderwege schneefrei, die Hütten geöffnet und die Shuttlebusse ins Ordesa-Tal unterwegs. Der September ist besonders angenehm, weil die Sommerferien vorbei sind. Im Winter ist die Region ein Skigebiet, viele Wanderwege sind dann nicht begehbar und einzelne Straßen gesperrt.

Ist Albarracín einen Umweg wert?

Absolut. Das Dorf mit den rosarot verputzten Häusern über einer Schlucht gilt vielen als schönster Ort Spaniens. Es liegt gut eine halbe Stunde von Teruel entfernt und lässt sich in zwei Stunden ablaufen. Übernachte wenn möglich vor Ort, denn früh morgens und abends hast du die Gassen fast für dich allein.