Auf einen Blick
- Inseln8 bewohnte Inseln im Atlantik
- Provinzen2, Hauptstädte Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife
- Höchster BergTeide auf Teneriffa, 3.715 Meter, höchster Berg Spaniens
- Zeitzoneeine Stunde hinter dem spanischen Festland
- Klimaganzjährig mild, meist 18 bis 26 Grad
- Flugzeitab Mitteleuropa gut vier Stunden
Der Charakter der Inselgruppe
Die Kanaren liegen rund 100 Kilometer vor Marokko und gut 1.000 Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs, die östlichen sind die ältesten und flachsten, die westlichen die jüngsten und höchsten. Das erklärt, warum Fuerteventura wie eine Wüste aussieht und La Palma wie ein Regenwald.
Für das Klima sorgen zwei Dinge: der kühle Kanarenstrom im Wasser und der Passatwind aus Nordosten. Er drückt Feuchtigkeit gegen die Nordhänge, wo Wolken und grüne Wälder entstehen, während der Süden trocken und sonnig bleibt. Deshalb liegen fast alle Badeorte im Süden und fast alle Wanderwege im Norden.
Die acht Inseln im Porträt
1 Teneriffa
Die größte Insel und die abwechslungsreichste. In der Mitte steht der Teide, der höchste Berg Spaniens, umgeben von einem Nationalpark aus erstarrter Lava, der zum Welterbe gehört. Der Süden hat Strände und Hotelburgen, der Norden mit Puerto de la Cruz ist grüner und traditioneller. La Laguna, die alte Hauptstadt, ist ebenfalls Welterbe, und die Verwaltungshauptstadt Santa Cruz de Tenerife hat einen der größten Karnevale der Welt.
2 Gran Canaria
Wird oft Kontinent im Kleinen genannt, und das stimmt: Dünen im Süden, Kiefernwälder in der Mitte, Steilküsten im Norden. In der Mitte ragt der Roque Nublo als Felsnadel auf, ringsum liegen weiße Bergdörfer wie Tejeda. Die Hauptstadt Las Palmas hat eine koloniale Altstadt und mit Las Canteras einen der besten Stadtstrände Europas. Die Dünen von Maspalomas sind das Postkartenmotiv.
3 Lanzarote
Die eigenwilligste Insel. Schwarze Lavafelder, weiß gekalkte Häuser, keine Hochhäuser, weil der Künstler César Manrique das durchgesetzt hat. Von ihm stammen auch die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten, etwa die Höhlenanlage Jameos del Agua. Im Nationalpark Timanfaya fährst du durch eine Landschaft, die aussieht wie ein anderer Planet, und im Weinbaugebiet La Geria wachsen Reben in Lavatrichtern. Mehr dazu unter Lanzarote.
4 Fuerteventura
Die Insel der Strände. Über 150 Kilometer Küste, viel heller Sand, dazu die Dünen von Corralejo im Norden und die einsame Playa de Cofete im Süden. Die Landschaft ist karg, fast wüstenhaft, und der Wind weht fast immer, weshalb Surfer und Kitesurfer hier zu Hause sind. Hauptstadt ist Puerto del Rosario. Wer Kultur sucht, ist falsch, wer Strand und Weite will, richtig.
5 La Palma
Die grünste Insel, La Isla Bonita genannt. Im Zentrum liegt die Caldera de Taburiente, ein riesiger Erosionskessel mit Kiefernwäldern und Wasserfällen. Auf dem Roque de los Muchachos steht eines der bedeutendsten Observatorien der Welt, denn der Himmel hier gehört zu den dunkelsten Europas. Die Ruta de los Volcanes im Süden führt über eine Kette von Kratern. Hauptstadt ist Santa Cruz de La Palma mit Holzbalkonen an der Uferstraße.
6 La Gomera
Klein, steil und ein Paradies für Wanderer. Der Nationalpark Garajonay schützt einen Lorbeerwald, der aus der Zeit vor der Eiszeit stammt und Welterbe ist. Oft hängt Nebel in den Bäumen, es tropft, und die Stimmung erinnert eher an einen Märchenwald als an eine Sonneninsel. Die Täler wie Valle Gran Rey fallen dramatisch zum Meer ab. Hauptstadt ist San Sebastián de La Gomera, wo Kolumbus 1492 seinen letzten Halt vor der Atlantiküberquerung machte.
7 El Hierro
Die kleinste und westlichste der Hauptinseln, kaum touristisch erschlossen und genau deshalb besonders. Es gibt keine großen Sandstrände, dafür Naturschwimmbecken in der Lava, uralte vom Wind gekrümmte Wacholderbäume und einige der besten Tauchgründe Europas rund um La Restinga. Die Insel setzt konsequent auf erneuerbare Energie. Hauptstadt ist Valverde, der einzige Inselhauptort Spaniens ohne eigenen Meerzugang.
8 La Graciosa
Erst seit 2018 offiziell die achte Kanareninsel. Sie liegt nördlich von Lanzarote, hat gut 700 Einwohner, keine asphaltierten Straßen und nur einen Ort, Caleta de Sebo. Du kommst mit der Fähre ab Órzola in gut 20 Minuten hin, dann geht es zu Fuß, mit dem Rad oder im Geländetaxi weiter. Die Playa de las Conchas gehört zu den schönsten Stränden der Kanaren.
Welche Insel passt zu dir?
Die Frage entscheidet über den ganzen Urlaub. Diese Tabelle bringt es auf den Punkt.
| Insel | Hauptstadt | Passt für |
|---|---|---|
| Teneriffa | Santa Cruz de Tenerife | Abwechslung, Familien, Berg und Strand kombiniert |
| Gran Canaria | Las Palmas | Städtefeeling, Dünen, alles auf einer Insel |
| Lanzarote | Arrecife | Design, Vulkanlandschaft, ruhige Eleganz |
| Fuerteventura | Puerto del Rosario | Strand, Wind, Surfen, Weite |
| La Palma | Santa Cruz de La Palma | Wandern, Sterne, grüne Natur |
| La Gomera | San Sebastián de La Gomera | Wandern, Lorbeerwald, Entschleunigung |
| El Hierro | Valverde | Tauchen, Ruhe, echtes Abseits |
| La Graciosa | Caleta de Sebo | Tagesausflug, einsame Strände, kein Trubel |
Tipp: Für den ersten Kanarenurlaub nimm Teneriffa oder Gran Canaria, dort bekommst du alles und die Anreise ist am einfachsten. Beim zweiten Mal wird es interessanter: Lanzarote für Landschaft und Design, La Palma oder La Gomera für Wanderungen.
Vulkane, Wälder und Nationalparks
Vier der 15 spanischen Nationalparks liegen auf den Kanaren, das ist mehr als in jeder anderen Region. Der Teide-Nationalpark auf Teneriffa umfasst eine riesige Caldera mit Lavaströmen in Ocker und Schwarz, hinauf zum Gipfel führt eine Seilbahn. Timanfaya auf Lanzarote entstand bei Ausbrüchen im 18. Jahrhundert und ist bis heute so heiß, dass in wenigen Metern Tiefe Wasser verdampft.
Garajonay auf La Gomera schützt den Lorbeerwald, ein lebendes Fossil aus der Zeit, als solche Wälder ganz Südeuropa bedeckten. Die Caldera de Taburiente auf La Palma ist ein Kessel von mehreren Kilometern Durchmesser mit Wanderwegen von leicht bis anspruchsvoll. Auf La Palma gab es 2021 einen längeren Vulkanausbruch, dessen Lavafelder heute selbst zum Ausflugsziel geworden sind.
Wetter: der ewige Frühling und seine Ausnahmen
Die Werbung verspricht ewigen Frühling, und das stimmt weitgehend. In Küstennähe liegen die Temperaturen das ganze Jahr über meist zwischen 18 und 26 Grad, das Meer kühlt selten unter 18 Grad ab. Große Unterschiede gibt es aber innerhalb einer Insel: Der Norden ist wolkiger und grüner, der Süden trockener und sonniger, und ab 1.500 Metern wird es empfindlich kalt.
Zwei Wetterlagen solltest du kennen. Die calima bringt Saharastaub, dann wird die Luft diesig, heiß und trocken, das dauert meist wenige Tage. Und das sogenannte panza de burro ist eine hartnäckige Wolkendecke, die im Sommer über den Nordküsten hängt. Auf der Südseite scheint dann trotzdem die Sonne.
Gut zu wissen: Auf den Kanaren gilt eine andere Zeitzone als auf dem Festland, es ist hier eine Stunde früher. Außerdem gilt statt der spanischen Mehrwertsteuer eine niedrigere lokale Steuer, weshalb Alkohol, Tabak und Elektronik günstiger sind als in Madrid oder Barcelona.
Inselhopping: Fähre oder Flug?
Zwei Reedereien und eine regionale Fluggesellschaft verbinden die Inseln. Kurze Strecken lohnen sich mit der Fähre, weil du dein Mietauto mitnehmen kannst und die Häfen zentral liegen. Für längere Strecken ist der Flug schneller, dauert selten mehr als 40 Minuten.
Die besten Kombinationen liegen nah beieinander: Teneriffa mit La Gomera, die Fähre braucht rund eine Stunde. Lanzarote mit La Graciosa als Tagesausflug und Fuerteventura als zweite Etappe. La Palma und El Hierro fährst du besser einzeln an, sie liegen weiter draußen. Plane pro Insel mindestens vier bis fünf Nächte ein, sonst verbringst du den Urlaub in Häfen und Flughäfen.
Achtung: Prüfe bei Mietwagen genau, ob du die Insel wechseln darfst. Viele Verträge verbieten die Mitnahme auf die Fähre oder verlangen eine schriftliche Genehmigung. Buchst du pro Insel ein eigenes Auto, sparst du dir den Ärger und meist auch Geld.
Praktisch: Anreise und Reisezeit
Von Mitteleuropa fliegst du gut vier Stunden, Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura haben viele Direktverbindungen. La Palma wird seltener direkt angeflogen, La Gomera und El Hierro erreichst du über Teneriffa. Ein Mietwagen lohnt sich auf allen größeren Inseln, weil die schönsten Ecken im Landesinneren liegen und Busse nur die Küstenorte gut bedienen.
Eine schlechte Reisezeit gibt es nicht. Die Wintermonate sind die Hauptsaison für Sonnenhungrige, Frühjahr und Herbst sind ideal zum Wandern, der Sommer ist warm, aber selten drückend. Weitere Reiseziele findest du unter Spanien-Highlights und im Überblick aller Regionen Spaniens.
Häufige Fragen
Wie viele Kanarische Inseln gibt es?
Acht bewohnte Inseln: Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera, El Hierro und La Graciosa. Lange sprach man von sieben Hauptinseln, seit 2018 gilt auch La Graciosa nördlich von Lanzarote offiziell als eigene Insel. Dazu kommen mehrere unbewohnte Eilande, die als Naturschutzgebiete geschützt sind.
Welche Kanareninsel ist die schönste?
Das hängt vom Urlaubstyp ab. Für Abwechslung aus Bergen, Stränden und Städten gewinnt Teneriffa, für ungewöhnliche Landschaft Lanzarote, für Wandern La Palma und La Gomera, für lange Sandstrände Fuerteventura. Gran Canaria ist der beste Kompromiss, wenn ihr unterschiedliche Vorstellungen habt, weil die Insel von Dünen bis Bergdorf fast alles bietet.
Wann ist die beste Reisezeit für die Kanaren?
Das ganze Jahr über, deshalb der Ruf als Insel des ewigen Frühlings. Für Strandurlaub in der europäischen Nebensaison sind November bis März ideal, dann liegen die Temperaturen noch bei rund 20 bis 23 Grad. Zum Wandern eignen sich Frühjahr und Herbst am besten, weil es dann in den Bergen nicht zu heiß und nicht zu kalt ist.
Kann man mehrere Kanareninseln in einem Urlaub kombinieren?
Ja, aber nicht zu viele. Fähren und Kurzflüge verbinden die Inseln gut, jeder Wechsel kostet dich aber leicht einen halben Tag. Zwei Inseln in zwei Wochen funktionieren entspannt, drei werden hektisch. Am einfachsten sind Kombinationen von Nachbarinseln, etwa Teneriffa mit La Gomera oder Lanzarote mit Fuerteventura und La Graciosa.
Braucht man auf den Kanaren einen Mietwagen?
Auf den größeren Inseln lohnt er sich sehr. Die Busse verbinden vor allem die Küstenorte, während die spektakulärsten Landschaften im Landesinneren liegen, etwa der Teide, der Roque Nublo oder Garajonay. Auf La Graciosa gibt es dagegen keine asphaltierten Straßen, dort kommst du zu Fuß, mit dem Rad oder im Geländetaxi durch.
Gehören die Kanaren zu Spanien und zur EU?
Ja, die Inseln sind eine der 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens und Teil der EU. Es gilt der Euro, du brauchst als EU-Bürger keinen zusätzlichen Reisepass. Steuerlich gibt es aber eine Sonderregelung mit einer niedrigeren lokalen Abgabe statt der spanischen Mehrwertsteuer, und die Zeitzone liegt eine Stunde hinter dem Festland.






