Auf einen Blick
- Inseln4 bewohnte Inseln, dazu der Nationalpark Cabrera
- HauptstadtPalma de Mallorca
- SprachenSpanisch und Katalanisch (mallorquí, menorquí, eivissenc)
- WelterbeSerra de Tramuntana seit 2011, Ibiza mit Dalt Vila seit 1999
- Höchster BergPuig Major auf Mallorca, 1.445 Meter
- Beste ReisezeitMai, Juni und September, zum Wandern auch Februar bis April
Der Charakter der Inselgruppe
Die Balearen liegen vor der spanischen Ostküste, von Barcelona sind es rund 200 Kilometer bis Palma, von Valencia gut 160 bis Ibiza. Gesprochen wird Spanisch und Katalanisch, jede Insel in ihrer eigenen Variante. Auf Straßenschildern steht meist die katalanische Form, also Eivissa statt Ibiza und Maó statt Mahón. Das verwirrt beim ersten Mietwagen, ist aber schnell gelernt.
Der Ruf der Inseln hinkt der Wirklichkeit hinterher. Mallorca ist bei Wanderern inzwischen so beliebt wie bei Badegästen, Ibiza hat außerhalb der Clubsaison eine sehr ruhige Seite, und Menorca hat sich mit dem Status als Biosphärenreservat bewusst gegen Hochhäuser entschieden. Wer hier nur Partytourismus erwartet, sucht an den falschen Orten.
Die vier Inseln im Porträt
1 Mallorca
Die größte Insel und die einzige mit einem echten Gebirge. Die Serra de Tramuntana zieht sich über die ganze Nordwestküste, mit Trockenmauerterrassen, Olivenhainen und Dörfern wie Valldemossa, Deià und Sóller. Der Puig Major misst 1.445 Meter, sein Gipfel ist allerdings militärisches Sperrgebiet. Nach Sóller fährst du am schönsten mit der historischen Schmalspurbahn ab Palma, die seit 1912 in Betrieb ist, und weiter mit der Straßenbahn zum Hafen.
Die Hauptstadt ist mehr als ein Ankunftsort: Die Kathedrale La Seu steht direkt über dem Wasser, an ihrem Inneren arbeitete Antoni Gaudí über Jahre. Dazu kommen der arabische Baderest, die Markthallen und ein Altstadtviertel mit Innenhöfen, die du im Vorbeigehen kaum bemerkst. Alles Weitere findest du auf unserer Seite zu Palma de Mallorca.
Im Osten liegen die Tropfsteinhöhlen von Porto Cristo und eine Kette kleiner Buchten, im Norden das Kap Formentor mit der Serpentinenstraße und der Römerstadt Pollentia bei Alcúdia. Mallorca ist die einzige Insel, auf der du drei Wochen bleiben kannst, ohne dich zu wiederholen.
2 Ibiza
Ibiza-Stadt hat eine Oberstadt, die viele Clubgäste nie sehen: Dalt Vila, umschlossen von Renaissance-Bastionen aus dem 16. Jahrhundert, mit Kathedrale, steilen Gassen und Blick über den Hafen. Die Altstadt steht seit 1999 auf der Welterbeliste, gemeinsam mit der phönizischen Siedlung Sa Caleta, der Nekropole Puig des Molins und den Posidonia-Seegraswiesen vor der Küste. Details stehen unter Ibiza-Stadt.
Die Clubsaison läuft grob von Mai bis Anfang Oktober und konzentriert sich auf den Süden und Westen. Der Norden um Sant Joan ist eine andere Insel: Pinienwälder, Steilküsten, kleine Buchten wie Cala d’Hort mit Blick auf den Felsen Es Vedrà. Wer im April oder Oktober kommt, bekommt eine ruhige Mittelmeerinsel mit sehr guter Küche.
3 Menorca
Die zweitgrößte Insel ist die stillste. Seit 1993 ist sie Biosphärenreservat der UNESCO, hohe Hotelklötze fehlen deshalb fast völlig. Die beiden Städte sind sehr unterschiedlich: Ciutadella im Westen mit engem Naturhafen und katalanischer Gotik, Maó im Osten an einer der längsten Naturhäfen des Mittelmeers. Im 18. Jahrhundert war Menorca über Jahrzehnte britisch, davon geblieben sind der Gin aus Maó und ein paar Schiebefenster an alten Häusern.
Rund um die Insel führt der Camí de Cavalls, ein alter Küstenwachweg von etwa 185 Kilometern, aufgeteilt in Etappen von zwei bis fünf Stunden. Im Süden liegen die berühmten hellen Buchten wie Macarella und Turqueta, im Norden dunklerer, rötlicher Sand und mehr Wind. Dazu kommen die prähistorischen Talayot-Bauten, die 2023 zum Welterbe erklärt wurden.
4 Formentera
Die kleinste der vier Inseln erreichst du nur per Fähre ab Ibiza, die Überfahrt dauert etwa eine halbe Stunde. Es gibt keinen Flughafen, keine großen Hotelanlagen und kaum Berge. Dafür Sandstrände wie Ses Illetes im Norden und den langen Migjorn im Süden, dazu ein Leuchtturmkap im Osten. Die Insel ist flach genug, um sie mit dem Rad abzufahren, im Sommer ist die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge begrenzt.
Welche Insel passt zu dir?
| Insel | Passt, wenn du | Weniger geeignet für |
|---|---|---|
| Mallorca | Stadt, Berge und Strand in einem Urlaub willst | absolute Ruhe im Hochsommer |
| Ibiza | Nachtleben oder eine ruhige Nebensaison suchst | lange Wanderungen |
| Menorca | Buchten, Wandern und wenig Trubel willst | Städtetrips und Museen |
| Formentera | Strand, Rad und Entschleunigung willst | Regentage und Sightseeing |
Tipp: Wenn du zum ersten Mal auf die Balearen fliegst und wandern willst, nimm Mallorca im Frühjahr. Zwischen Februar und April blühen die Mandelbäume, die Tramuntana ist grün, und in den Bergdörfern zahlst du für ein Zimmer einen Bruchteil dessen, was im August fällig wird.
Natur: Tramuntana, Calas und Seegras
Die Serra de Tramuntana ist Welterbe als Kulturlandschaft, nicht nur als Bergkette: Die Terrassen aus Trockenmauern, die Wassergräben und die Ölmühlen gehören zum Schutzgebiet. Der bekannteste Weitwanderweg ist die Ruta de Pedra en Sec von Port d’Andratx bis Pollença, mit Refugios auf dem Weg. Für einen Tag reicht der Abstieg vom Torrent de Pareis oder die Serpentinen nach Sa Calobra.
Vor den Küsten wächst Posidonia oceanica, eine Seegrasart, die das Wasser der Balearen so klar hält. Die Wiesen vor Formentera gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde und stehen unter Schutz, deshalb gibt es an vielen Buchten Ankerverbote. Der Archipel Cabrera südlich von Mallorca ist Nationalpark und nur mit genehmigten Booten erreichbar.
Essen, Wein und Kultur
Die balearische Küche ist einfacher als das Image der Inseln. Auf Mallorca isst du Pa amb oli, geröstetes Brot mit Tomate, Öl und Käse oder Schinken, dazu Sobrassada, eine streichbare Paprikawurst. Als Gebäck gibt es die spiralförmige Ensaimada, die viele im Kartonkoffer mit nach Hause nehmen. Menorca liefert Käse aus Maó und die Hummersuppe Caldereta aus Fornells, Ibiza den Fischeintopf Bullit de peix.
Wein wird auf Mallorca seit der Antike angebaut, die Herkunftsbezeichnungen Binissalem und Pla i Llevant sind klein, aber ernst zu nehmen. Bei den Trauben lohnt es sich, nach den einheimischen Sorten Manto Negro und Callet zu fragen. Und die Legende, die Mayonnaise stamme aus Maó, hörst du auf Menorca in jedem zweiten Restaurant.
Inselhopping: Fähren zwischen den Inseln
Zwischen Ibiza und Formentera fahren tagsüber sehr häufig schnelle Fähren, das ist die einfachste Verbindung des Archipels. Palma und Ibiza-Stadt trennen rund 126 Kilometer Seeweg, hier gibt es Schnellfähren und langsamere Schiffe. Zwischen Mallorca und Menorca fährst du meist ab Alcúdia nach Ciutadella. Vom Festland legen Schiffe in Barcelona, Valencia und Dénia ab.
Achtung: Direkte Fähren zwischen Menorca und Ibiza sind selten und fahren nicht das ganze Jahr. Wenn du beide Inseln in einer Reise sehen willst, plane den Umweg über Palma ein oder nimm einen Inlandsflug. Prüfe die Fahrpläne, bevor du die Hotels buchst, nicht danach.
Routenvorschlag für zwei Wochen
Woche eins auf Mallorca: zwei Nächte in Palma, drei in der Tramuntana mit Sóller oder Deià als Basis, zwei im Osten für die Buchten und die Höhlen. Danach mit der Fähre ab Alcúdia nach Menorca: vier Nächte reichen für Ciutadella, Maó, zwei Etappen des Camí de Cavalls und ein paar Buchten im Süden. Die restlichen Tage entweder auf Menorca verlängern oder über Palma nach Ibiza und Formentera weiterziehen.
Hast du nur eine Woche, bleib auf einer Insel. Die Fährzeiten und Mietwagenwechsel fressen sonst zwei komplette Tage. Eine gute Kombination für Kurzreisen ist Ibiza plus Formentera, weil beide Inseln nah beieinander liegen.
Praktisch: Anreise und beste Reisezeit
Ab Deutschland und Österreich fliegst du in gut zwei Stunden nach Palma, Ibiza und Menorca, im Sommer von fast jedem größeren Flughafen. Auf Mallorca und Menorca fährst du am besten mit dem Mietwagen, in Palma und Ibiza-Stadt brauchst du keinen. Auf Formentera reichen Rad oder Roller.
Das Klima ist mediterran und im Winter mild: In Palma liegen die Höchstwerte im Januar im Mittel bei 14,7 Grad, im Juli bei 32,4 Grad. Auf Ibiza ist der Sommer mit 30,9 Grad im Juli etwas milder, die Nächte dafür wärmer. Der Regen fällt vor allem im Herbst, der September ist in Palma mit rund 68 Millimetern der nasseste Monat. Insgesamt regnet es in Palma an etwa 78 Tagen im Jahr.
Gut zu wissen: Das Meer ist im September und Anfang Oktober am wärmsten, deutlich wärmer als im Juni. Wer baden will und Hitze scheut, reist deshalb besser im Frühherbst als im Frühsommer. Zum Wandern gilt das Gegenteil: Zwischen Juni und August ist es in der Tramuntana zu heiß für lange Touren.
Wie die Balearen im Vergleich zu den Kanarischen Inseln abschneiden, hängt vor allem an der Jahreszeit: Im Winter sind die Kanaren klar wärmer. Einen Überblick über alle Landesteile findest du unter Regionen Spaniens und in unserer Erklärung zu den autonomen Gemeinschaften. Wer von den Inseln aufs Festland weiterreist, landet meist in Katalonien oder in der Region Valencia.
Häufige Fragen
Welche Baleareninsel ist die schönste?
Das hängt davon ab, was du suchst. Mallorca hat die größte Bandbreite mit Gebirge, Stadt und Stränden. Menorca hat die schönsten Buchten und die wenigsten Menschen. Ibiza punktet mit der Altstadt Dalt Vila und dem Nachtleben, Formentera mit hellen Stränden und kurzen Wegen. Für eine erste Reise ist Mallorca die sicherste Wahl.
Wann ist die beste Reisezeit für die Balearen?
Mai, Juni und September sind der beste Kompromiss aus Wärme, Wasser und Andrang. Zum Baden ist der September ideal, weil das Meer dann am wärmsten ist. Zum Wandern eignen sich Februar bis April, wenn die Mandelblüte läuft und die Berge grün sind. Juli und August sind heiß und teuer, in Palma werden im Juli im Mittel 32,4 Grad erreicht.
Kann man mehrere Balearen-Inseln in einem Urlaub kombinieren?
Ja, aber nicht alle vier in einer Woche. Ibiza und Formentera lassen sich gut verbinden, die Fähre braucht rund eine halbe Stunde. Mallorca und Menorca funktionieren über die Fährverbindung Alcúdia nach Ciutadella. Zwischen Menorca und Ibiza gibt es kaum Direktverbindungen, dort fährst du meist über Palma oder fliegst.
Lohnt sich Mallorca auch im Winter?
Zum Wandern und für Städtetage ja. Die Höchstwerte in Palma liegen im Januar im Mittel bei 14,7 Grad, es ist also mild, aber kein Badewetter. Viele Hotels an den Stränden schließen, in Palma bleibt dagegen fast alles offen. Wer Ruhe, klare Luft und leere Wege in der Tramuntana sucht, reist genau dann.
Braucht man auf den Balearen ein Auto?
Auf Mallorca und Menorca ja, wenn du über die Hauptstadt hinauskommen willst. Die Busse verbinden zwar die größeren Orte, aber viele Buchten und Bergdörfer erreichst du damit nicht. In Palma und Ibiza-Stadt ist ein Auto eher Ballast, weil Parken schwierig ist. Auf Formentera reichen Fahrrad oder Roller völlig.
Ist Ibiza nur etwas für Partyurlaub?
Nein. Die Clubsaison läuft etwa von Mai bis Anfang Oktober und spielt sich im Süden und Westen ab. Der Norden um Sant Joan ist ruhig, die Altstadt Dalt Vila gehört seit 1999 zum Welterbe, und im April oder Oktober ist die Insel eine ganz normale, sehr entspannte Mittelmeerinsel mit ausgezeichneter Küche.






