Auf einen Blick
- HauptstadtVitoria-Gasteiz
- Provinzen3 (Bizkaia, Gipuzkoa, Álava)
- SprachenBaskisch (Euskara) und Spanisch
- LandschaftAtlantikküste, grüne Hügel, Ausläufer der Pyrenäen
- Beste ReisezeitMai bis September
- AnreiseFlug nach Bilbao, Zug oder Bus ab Madrid
Was das Baskenland ausmacht
Euskara, das Baskische, ist die älteste noch gesprochene Sprache Westeuropas und mit keiner anderen verwandt. Du siehst sie überall zuerst auf den Schildern, oft mit spanischer Übersetzung darunter. Verständigen kannst du dich problemlos auf Spanisch, aber „kaixo“ für hallo und „eskerrik asko“ für danke bringen dir garantiert ein Lächeln.
Landschaftlich gehört die Region zum grünen Spanien: Hügel, Wälder, Weiden und darüber ein Himmel, der auch im Sommer gern grau ist. Das Klima ist mild, dafür fällt reichlich Regen, oft als feiner Nieselregen, den die Basken sirimiri nennen. Dieses Wetter ist der Grund, warum hier alles so grün ist, und der Grund, warum du immer eine Regenjacke dabeihaben solltest.
Bilbao
Bilbao war noch vor wenigen Jahrzehnten eine graue Hafen- und Stahlstadt. Das Guggenheim-Museum von Frank Gehry hat 1997 alles verändert und den Umbau der ganzen Stadt ausgelöst. Heute läufst du am Fluss entlang an Titanhülle, neuen Brücken und Uferpromenaden vorbei, wo früher Werften standen.
Der schönste Teil bleibt trotzdem der Casco Viejo mit seinen sieben Gassen, der Markthalle am Wasser und den Pintxo-Bars rund um die Plaza Nueva. Für den Überblick nimmst du den Funicular de Artxanda auf den Hausberg. Ein Stück flussabwärts steht die Puente Colgante, eine Schwebefähre von 1893 und UNESCO-Welterbe.
San Sebastián
San Sebastián ist der elegantere Gegenpol: eine Bäderstadt aus der Belle Époque, gebaut um eine fast perfekte Muschelbucht. Die Playa de la Concha gilt als einer der schönsten Stadtstrände Europas, links und rechts eingerahmt von den Hausbergen Monte Urgull und Monte Igueldo.
In der Parte Vieja drängen sich die Pintxo-Bars auf engstem Raum, dazu kommt eine der höchsten Sternedichten der Welt in den Bergen rundherum. Am Ende der Bucht von Ondarreta steht das Peine del Viento von Eduardo Chillida, drei Stahlskulpturen im Fels, die bei Sturm am besten wirken. Die Stadt ist teuer, aber jeden Euro wert.
Vitoria-Gasteiz
Vitoria-Gasteiz ist die Hauptstadt der Region und wird von Reisenden fast immer übersehen. Zu Unrecht: Die mittelalterliche Altstadt liegt mandelförmig auf einem Hügel, die alte Kathedrale wird seit Jahren restauriert und kann als Baustelle mit Helm besichtigt werden. Rundherum zieht sich ein Grüngürtel aus Parks, der die Stadt zu einer der grünsten Spaniens macht.
Vitoria ist ruhig, günstig und wenig touristisch. Als Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden oder als Tagesausflug ab Bilbao passt es perfekt, für einen längeren Aufenthalt fehlt es dann doch an Höhepunkten.
Pintxos: so funktioniert es
Pintxos sind das baskische Gegenstück zu Tapas, aber sie werden nicht dazugereicht, sondern liegen auf der Theke oder werden frisch aus der Küche gerufen. Du bestellst ein Getränk, nimmst dir einen Teller und zeigst auf das, was du willst. Abgerechnet wird am Ende ehrlich nach Stückzahl.
Die Regel lautet: ein oder zwei Pintxos pro Bar, dann weiterziehen. Jede Bar hat eine Spezialität, und genau darum geht es beim Poteo, der abendlichen Runde. Wo du in Bilbao und in San Sebastián anfängst, steht auf den jeweiligen Seiten. Trink dazu einen Txakoli, den leicht spritzigen Weißwein der Region, der aus der Höhe ins Glas gegossen wird.
Tipp: Geh früh los, gegen 20 Uhr. Ab 21 Uhr stehen die guten Bars so voll, dass du kaum an die Theke kommst, und die besten Pintxos sind dann weg.
Küste, Berge und Gaztelugatxe
Der bekannteste Ort der Region liegt nicht in einer Stadt: San Juan de Gaztelugatxe ist eine Felsinsel mit Einsiedelei, verbunden durch eine steinerne Bogenbrücke und über 200 Stufen. Der Weg ist steil, der Blick oben grandios, und seit die Insel als Drehort in einer Fantasyserie auftauchte, ist es voll. Der Zugang wird in der Hauptsaison über kostenlose Zeitfenster geregelt, informiere dich vor der Fahrt.
Weiter östlich liegen das Biosphärenreservat Urdaibai, der Surfort Mundaka und Gernika, das 1937 bombardiert wurde und das Bild von Picasso trägt. An der Küste Richtung San Sebastián kommen Zarautz mit dem längsten Strand des Baskenlands, das Fischerdorf Getaria und die Flysch-Klippen bei Zumaia, an denen die Erdgeschichte in Gesteinsschichten abzulesen ist.
Rioja Alavesa: Wein im Landesinneren
Der Süden der Provinz Álava gehört zum Weinbaugebiet Rioja, hier heißt er Rioja Alavesa. Zwischen Rebzeilen und einer Bergkette liegt das Städtchen Laguardia, ein befestigter Ort auf einem Hügel, unter dem sich ein Netz aus alten Weinkellern zieht. Autos bleiben draußen, das macht den Bummel durch die Gassen angenehm.
In der Umgebung stehen Weingüter, die Architektur ernst nehmen, darunter eines mit einem Dach aus welligem Titan von Frank Gehry, dem Baumeister des Guggenheim. Besichtigungen mit Verkostung musst du vorher anmelden, spontan kommst du nirgends hinein. Von Vitoria-Gasteiz oder Bilbao aus ist das ein guter Tagesausflug mit dem Auto.
Routenvorschlag für fünf Tage
Flieg nach Bilbao und bleib zwei Nächte für Guggenheim, Altstadt und Pintxos. Am dritten Tag mit dem Mietwagen an die Küste: Gaztelugatxe am Vormittag, dann über Gernika, Mundaka und Getaria nach San Sebastián. Dort zwei Nächte, mit einem Tag für Strand, Altstadt und Monte Igueldo.
Hast du einen Tag mehr, schiebst du Vitoria-Gasteiz auf dem Rückweg ein oder fährst über die Grenze nach Biarritz. Ohne Auto funktioniert die Route auch: Zwischen Bilbao und San Sebastián fahren Busse in gut anderthalb Stunden, für Gaztelugatxe gibt es geführte Halbtagestouren ab Bilbao.
Beste Reisezeit und Anreise
Der Sommer von Juni bis September ist die verlässlichste Zeit, mit Temperaturen um 25 Grad und der besten Chance auf trockene Tage. Mai und Oktober sind ruhiger und ebenfalls schön, aber wechselhaft. Im Winter bleibt es mild, es regnet dafür viel. Rechne in jeder Jahreszeit mit Schauern, das gehört hier dazu.
Der Flughafen Bilbao liegt zwölf Kilometer außerhalb und ist mit dem Bus in etwa 20 Minuten zu erreichen. Ab Madrid brauchen Fernbusse rund fünf Stunden nach Bilbao, der Zug ist auf dieser Strecke langsamer als anderswo in Spanien. Innerhalb der Region fahren Euskotren und Busse zuverlässig zwischen den Städten, für Küste und Bergdörfer ist ein Mietwagen klar im Vorteil.
Gut zu wissen: San Sebastián liegt nur 20 Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Der Regionalzug, den alle nur „El Topo“ nennen, bringt dich in gut 35 Minuten nach Hendaye, von dort geht es weiter nach Biarritz.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für das Baskenland?
Vier bis fünf Tage reichen für Bilbao, San Sebastián und einen Küstentag mit Gaztelugatxe. Für jede der beiden großen Städte solltest du mindestens zwei Nächte einplanen, sonst kommst du an den Abenden nicht in Ruhe zum Essen. Mit einer Woche kannst du zusätzlich Vitoria-Gasteiz, die Rioja Alavesa und einen Abstecher nach Frankreich unterbringen.
Bilbao oder San Sebastián: Was ist besser?
Bilbao ist die größere Stadt mit dem stärkeren Kulturangebot, San Sebastián die schönere Kulisse mit Strand und der dichteren Essensszene. Wenn du nur eine Basis wählst, nimm Bilbao, denn Flughafen und Verbindungen sind besser und die Preise niedriger. Für Urlaub am Meer und lange Abende in Pintxo-Bars ist San Sebastián die erste Wahl. Am besten machst du beides, sie liegen nur gut eine Stunde auseinander.
Wie teuer ist das Baskenland?
Deutlich teurer als Andalusien, besonders in San Sebastián in der Hochsaison. Hotels sind knapp und die Preise ziehen im Sommer stark an. Essen bleibt bezahlbar, wenn du Pintxos statt Menüs nimmst: Ein Pintxo mit Getränk kostet meist ein paar Euro, und du wirst schneller satt, als du denkst. Bilbao und Vitoria sind spürbar günstiger als die Küste.
Regnet es im Baskenland wirklich so viel?
Ja, das grüne Spanien heißt nicht ohne Grund so. Regen fällt über das ganze Jahr verteilt, oft als feiner Nieselregen, der schnell wieder aufhört. Der Sommer ist am trockensten, aber auch dann sind Schauer normal. Plane wetterunabhängige Programmpunkte ein und pack eine Regenjacke, dann stört es kaum.
Braucht man Baskisch-Kenntnisse?
Nein. Spanisch ist überall Amtssprache und wird von allen gesprochen, in Hotels und Restaurants kommst du auch mit Englisch weiter. Baskisch ist mit keiner anderen europäischen Sprache verwandt und lässt sich nicht erraten, deshalb sind Schilder fast immer zweisprachig. Ein paar Höflichkeitsfloskeln auf Euskara werden trotzdem gern gehört.






