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Touristensteuer in Spanien: wo sie anfällt und wie sie berechnet wird

Der Zimmerpreis ist in Spanien nicht immer der Endpreis. In einigen Regionen kommt beim Einchecken eine Übernachtungssteuer dazu, die pro Person und Nacht gerechnet wird und die in keinem Vergleichsportal mitgezählt wurde. Wer davon nichts weiß, steht an der Rezeption vor einer Rechnung, mit der er nicht gerechnet hat.

Eine landesweite Touristensteuer gibt es dabei nicht. Ob du zahlst, hängt davon ab, in welcher autonomen Gemeinschaft du übernachtest, und zunehmend auch davon, in welcher Gemeinde. Hier bekommst du die Mechanik: wer sie erhebt, wie sie berechnet wird, wann sie fällig wird und wie du sie realistisch einplanst.

Auf einen Blick

  • ZuständigDie autonomen Gemeinschaften, teils die Gemeinden
  • BerechnungPro Person und Nacht, nicht pro Zimmer
  • Höhe hängt ab vonArt und Kategorie der Unterkunft
  • Sicher betroffenKatalonien und die Balearen
  • ZahlungMeist vor Ort in der Unterkunft
  • Im BuchungspreisIn der Regel nicht enthalten

Was die Übernachtungssteuer eigentlich ist

Sie ist keine Gebühr des Hotels, sondern eine Steuer der Region. Deine Unterkunft kassiert sie nur ein und führt sie ab. Deshalb kann dir an der Rezeption niemand einen Rabatt darauf geben, und deshalb taucht sie auch nicht in der Preislogik der Buchungsportale auf.

Berechnet wird fast überall nach demselben Muster: pro Person und pro Nacht. Nicht pro Zimmer. Eine Familie zu viert zahlt also viermal, und über eine Woche summiert sich das. Der Satz selbst hängt an Art und Kategorie der Unterkunft. Ein gehobenes Stadthotel liegt oben, Campingplätze, Herbergen und Landhäuser liegen unten. Ferienwohnungen werden inzwischen in mehreren Regionen wie die oberen Kategorien behandelt.

Konkrete Beträge nennen wir bewusst nicht: Sie werden regelmäßig neu verhandelt, die Mechanik bleibt stabil.

Warum es keine spanische Regel gibt, sondern siebzehn

Tourismus und eigene Steuern liegen in Spanien bei den autonomen Gemeinschaften. Jede entscheidet selbst, ob sie eine Übernachtungssteuer einführt, wie hoch sie ausfällt und wofür das Geld verwendet wird. Eine landesweite Regel existiert nicht.

Neu ist eine zweite Ebene: Mehrere Regionen erlauben inzwischen den Gemeinden, selbst zu entscheiden. Damit kann die Steuer in einer Stadt anfallen und in der Nachbarstadt derselben Region nicht. Die entscheidende Frage ist also nicht mehr die Region, sondern der Ort, in dem du schläfst.

Katalonien: die längste Praxis

Katalonien erhebt seine Übernachtungssteuer seit 2012 und hat damit die längste durchgehende Praxis. Der allererste spanische Versuch lief zwar schon 2002 auf den Balearen, wurde dort aber nach gut einem Jahr wieder abgeschafft. Die katalanische Steuer gilt in der ganzen Region, also nicht nur in Barcelona, sondern auch in Girona, Tarragona und an der Costa Brava. Kreuzfahrtgäste werden ebenfalls erfasst.

Drei Punkte solltest du kennen. Erstens: Besteuert werden höchstens sieben Nächte pro Aufenthalt, wer länger bleibt, zahlt für den Rest nichts mehr. Zweitens: Jugendliche unter siebzehn Jahren sind befreit. Drittens dürfen Gemeinden einen eigenen Zuschlag oben drauf setzen. Barcelona macht davon Gebrauch, weshalb du dort mehr zahlst als im übrigen Katalonien.

Die Balearen: die Ecotasa

Auf den Balearen gibt es seit 2016 eine eigene Steuer auf touristische Aufenthalte, im Alltag meist Ecotasa genannt. Sie gilt auf allen Inseln, also auf Mallorca mit Palma genauso wie auf Ibiza, Menorca und Formentera, und sie erfasst auch Kreuzfahrtschiffe.

Die balearische Variante hat zwei Besonderheiten, die dir sogar helfen können. Von November bis April gilt ein deutlich ermäßigter Satz, im Hochsommer dagegen inzwischen ein Aufschlag. Und ab dem neunten Tag eines zusammenhängenden Aufenthalts wird der Satz halbiert. Kinder unter sechzehn Jahren sind ganz befreit. Wer im Winter länger auf die Balearen fährt, spürt den Posten kaum, wer im August eine Woche im guten Hotel bucht, dagegen schon.

Gut zu wissen: Beide Regionen zweckbinden das Geld, offiziell für nachhaltigen Tourismus, Umweltprojekte, Denkmalpflege und Infrastruktur. Ob das im Einzelfall überzeugt, ändert an der Zahlpflicht nichts.

Galicien: freiwillig, Gemeinde für Gemeinde

Galicien hat den rechtlichen Rahmen geschaffen, überlässt die Entscheidung aber den Städten. Nur wer die Steuer selbst beschließt, erhebt sie auch, und die Verwaltung liegt dann bei der Gemeinde. Entschieden haben sich bisher Santiago de Compostela, A Coruña und Vigo, während viele andere Orte in Galicien darauf verzichten. Besteuert wird nur der Anfang des Aufenthalts, spätestens ab der sechsten Nacht fällt nichts mehr an.

Für Pilger auf dem Jakobsweg ist das relevant, weil die letzte Etappe fast immer in Santiago endet. In den öffentlichen Pilgerherbergen der Stadt fällt die Abgabe allerdings gar nicht an, und auch sonst liegen einfache Unterkünfte am unteren Ende der Skala.

Baskenland und Asturien: was gerade dazukommt

Im Baskenland haben die drei Foralgebiete Bizkaia, Gipuzkoa und Álava 2026 die rechtliche Grundlage für eine Übernachtungssteuer beschlossen. Erhoben wird sie von den Gemeinden, die sie einführen wollen, und der Start ist auf 2027 gelegt, damit alle Orte gleichzeitig beginnen. San Sebastián hat sich früh entschieden, in Bilbao und Vitoria-Gasteiz läuft das Verfahren ebenfalls.

Auch Asturien hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das den Gemeinden eine Übernachtungssteuer erlaubt, ohne sie dazu zu verpflichten. Ob und wann einzelne Städte davon Gebrauch machen, ist offen, mehrere haben bereits abgewinkt.

Wo bisher nichts anfällt

In den meisten Regionen zahlst du schlicht den Zimmerpreis. Andalusien mit Sevilla, Granada und Málaga gehört dazu, ebenso die Region Madrid, die beiden Kastilien, Aragonien und Extremadura. Die Region Valencia hatte eine Steuer bereits beschlossen, sie wurde jedoch wieder gestrichen, bevor sie überhaupt in Kraft trat.

Auf den Kanarischen Inseln gibt es keine regionale Übernachtungssteuer. Eine einzelne Gemeinde auf Gran Canaria hat eine kommunale Abgabe eingeführt, die ein Gericht 2026 für nichtig erklärt hat. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht, die Gemeinde ist in Revision gegangen und kassiert bis zur Entscheidung weiter. Für die Planung einer Kanarenreise ist der Posten trotzdem praktisch bedeutungslos.

Region Stand Was du beachtest
Katalonien Erhebt, seit 2012 Regionsweit, in Barcelona zusätzlich ein kommunaler Zuschlag, höchstens sieben Nächte
Balearen Erhebt, seit 2016 Alle Inseln, ermäßigt von November bis April und ab der neunten Nacht
Galicien Erhebt, je nach Gemeinde Bisher Santiago de Compostela, A Coruña und Vigo
Baskenland Beschlossen, Start ab 2027 Entscheidung liegt bei den Gemeinden
Asturien Rahmen beschlossen Freiwillig für die Gemeinden, längst nicht überall gewollt
Kanaren Keine regionale Steuer Ein kommunaler Einzelfall, gerichtlich gekippt, noch nicht rechtskräftig
Übrige Regionen Erheben nicht Zimmerpreis ist Endpreis, Valencia hat seine Steuer wieder gestrichen

Warum die Steuer nicht im Buchungspreis steht

Buchungsportale zeigen den Preis der Unterkunft. Die Übernachtungssteuer schuldest du aber nicht dem Hotel, sondern der Region, und sie wird erst fällig, wenn feststeht, wie viele Personen tatsächlich wie viele Nächte bleiben. Deshalb steht sie im Kleingedruckten als Abgabe, die vor Ort zu zahlen ist, und nicht in der großen Zahl, die du vergleichst.

Das hat einen Nebeneffekt: Beim Preisvergleich zwischen Barcelona und einer Stadt ohne Steuer vergleichst du zwei Zahlen, die nicht dasselbe bedeuten. Bei Pauschal- und Kreuzfahrtangeboten ist der Posten manchmal eingerechnet, lies dazu die Leistungsbeschreibung.

Achtung: Ferienwohnungen sind nicht befreit. In mehreren Regionen liegt der Satz für touristisch vermietete Wohnungen sogar auf dem Niveau der oberen Hotelkategorien, weil genau dort gesteuert werden soll. Wer eine Wohnung bucht, weil sie günstiger wirkt, sollte den Posten mitrechnen.

Wann und wie du zahlst

In Hotels läuft es über die Rechnung: Du zahlst beim Ein- oder Auschecken und bekommst einen Beleg, auf dem die Steuer separat steht. Bei privat vermieteten Wohnungen bittet dich die Gastgeberin manchmal schon vorab darum.

Rechne selbst kurz nach: Personen mal Nächte, gedeckelt auf die Zahl der besteuerten Nächte deiner Region. Für ein Wochenende zu zweit bleibt das klein, für zwei Wochen zu viert im Sommerhotel wird es eine Größe, die man einplant.

Tipp: Frag bei der Buchungsanfrage nach, ob eine Übernachtungssteuer anfällt und ob sie im Preis enthalten ist. Jede seriöse Unterkunft beantwortet das sofort und nennt dir den aktuell gültigen Satz. Das ist zuverlässiger als jede Tabelle im Netz, unsere eingeschlossen.

Was das für deine Planung heißt

Die Übernachtungssteuer ist kein Grund, ein Reiseziel zu wechseln. Neben Flug, Zimmer und Essen bleibt sie ein kleiner Posten. Ärgerlich wird sie nur, wenn sie überrascht.

Zwei Dinge helfen trotzdem. Weniger Ortswechsel bedeuten weniger Nächte, die neu gezählt werden, und wo gedeckelt oder ab einer bestimmten Dauer ermäßigt wird, zahlst du für die zweite Wochenhälfte weniger. Und die Nebensaison ist doppelt günstig, weil auf den Balearen auch der Steuersatz sinkt. Wie sich der Posten ins Gesamtbudget einfügt, zeigt unsere Übersicht zu den Kosten einer Städtereise nach Spanien.

Häufige Fragen

Gibt es in ganz Spanien eine Touristensteuer?

Nein. Spanien hat keine landesweite Übernachtungssteuer, weil Tourismus und eigene Steuern bei den autonomen Gemeinschaften liegen. Fest etabliert ist sie in Katalonien und auf den Balearen. Galicien überlässt die Entscheidung den Gemeinden, das Baskenland und Asturien haben Regelungen beschlossen, die schrittweise greifen. In vielen Regionen, darunter Andalusien und Madrid, zahlst du nichts zusätzlich.

Wie wird die Übernachtungssteuer berechnet?

Pro Person und pro Nacht, nicht pro Zimmer. Eine Familie zu viert zahlt also viermal. Wie hoch der Satz ausfällt, hängt an Art und Kategorie der Unterkunft, ein gehobenes Hotel liegt oben, Campingplätze und Herbergen unten. Mehrere Regionen besteuern nur die ersten Nächte eines Aufenthalts oder ermäßigen den Satz ab einer bestimmten Aufenthaltsdauer.

Warum steht die Steuer nicht im Preis des Buchungsportals?

Weil du sie nicht der Unterkunft schuldest, sondern der Region. Das Portal zeigt den Übernachtungspreis, die Steuer wird erst fällig, wenn feststeht, wie viele Personen wie viele Nächte tatsächlich bleiben. Sie erscheint deshalb als Abgabe, die vor Ort zu zahlen ist. Bei Pauschalreisen ist sie manchmal eingerechnet, das solltest du in der Leistungsbeschreibung nachlesen.

Zahlen Kinder die Touristensteuer in Spanien?

Das regelt jede Region selbst. In Katalonien sind Jugendliche unter siebzehn Jahren befreit, auf den Balearen Kinder unter sechzehn Jahren. Andere Regelungen setzen die Grenze anders. Nenn bei der Buchung einfach das Alter deiner Kinder, dann rechnet die Unterkunft korrekt ab und du vermeidest eine Diskussion an der Rezeption.

Fällt die Steuer auch in einer Ferienwohnung an?

Ja. Touristisch vermietete Wohnungen sind in den betroffenen Regionen erfasst, in mehreren von ihnen liegt der Satz sogar auf dem Niveau der oberen Hotelkategorien. Bei privaten Gastgebern wird der Betrag manchmal vorab überwiesen oder bei der Schlüsselübergabe kassiert. Frag vor der Buchung nach, ob die Steuer im genannten Preis enthalten ist.

Muss ich auf einer Kreuzfahrt eine Übernachtungssteuer zahlen?

In Katalonien und auf den Balearen werden auch Kreuzfahrtgäste erfasst, die dort an Land gehen oder im Hafen liegen. In der Praxis rechnet die Reederei das ab, entweder direkt im Reisepreis oder über die Bordrechnung. Auf deiner eigenen Rechnung an der Rezeption taucht es dann nicht mehr auf.