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Spanien-Basics: Handy, Strom, Versicherung und was du vorher regelst

Spanien ist eines der einfachsten Reiseziele Europas: Dein Handy funktioniert wie zu Hause, dein Ladegerät passt in jede Steckdose, und der Notruf ist derselbe wie in Deutschland. Genau deshalb unterschätzen viele die wenigen Punkte, die man wirklich vorher regeln muss.

Hier stehen die Basics, die dir im Ernstfall den Urlaub retten: was die EU-Roaming-Regel abdeckt und wo sie aufhört, warum du keinen Adapter brauchst, was die EHIC leistet und was eben nicht, welche Versicherung sich lohnt, wie du eine spanische Apotheke erkennst und welche Nummer du wählst, wenn es schnell gehen muss.

Auf einen Blick

  • Netzspannung230 Volt, 50 Hertz
  • SteckdosenTyp F (Schuko) und Typ C, deutsche Stecker passen
  • MobilfunkEU-Roaming zum Heimattarif, geregelt bis 30. Juni 2032
  • Notruf112, kostenlos und mehrsprachig
  • KrankenversicherungEHIC, gilt nur bei öffentlichen Anbietern
  • Apothekefarmacia, erkennbar am grünen Kreuz

Handy: In Spanien surfst du zum Heimattarif

Spanien gehört zur EU, und damit gilt dort dein deutscher, österreichischer oder anderer EWR-Mobilfunktarif ganz normal weiter. Die Roaming-Verordnung wurde 2022 um zehn Jahre verlängert und läuft bis zum 30. Juni 2032. Telefonieren, SMS und mobiles Internet kosten dich im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum, also in den 27 EU-Staaten plus Island, Liechtenstein und Norwegen, so viel wie zu Hause. Freischalten musst du nichts.

Das gilt auch auf den Inseln. Die Balearen sind ganz normales EU-Gebiet, und die Kanarischen Inseln gehören als Region in äußerster Randlage ebenfalls dazu. Wer auf Mallorca oder Teneriffa landet, telefoniert also zum selben Preis wie in Madrid. Prüfe vor der Reise trotzdem zwei Dinge in deinem Tarif: ob EU-Roaming überhaupt enthalten ist, und ob für das Datenvolumen im Ausland eine Fair-Use-Grenze gilt. Discounttarife deckeln das gern.

Achtung: Teuer wird es genau dort, wo dein Handy ein Netz außerhalb der EU erwischt. Auf Fähren und im Flugzeug bucht es sich in Bord- oder Satellitennetze ein, die nicht unter die EU-Regeln fallen. An der Straße von Gibraltar kann es sich ein marokkanisches Netz greifen, und Gibraltar selbst ist seit dem Brexit kein EU-Gebiet mehr. Stell die Netzwahl in diesen Ecken auf manuell und wähl bewusst ein spanisches Netz.

Eine eSIM brauchst du in Spanien nur in zwei Fällen: wenn dein Tarif kein EU-Roaming enthält, oder wenn du sehr viel Datenvolumen verbrauchst und die Fair-Use-Grenze reißt. Voraussetzung ist ein eSIM-fähiges und nicht gesperrtes Handy. Denk daran, dass reine Daten-eSIMs keine spanische Rufnummer mitbringen. Bestätigungs-SMS von Bahn, Hotel oder Bank kommen weiter auf deiner Heimatnummer an, die sollte also aktiv bleiben.

Strom: Dein Ladegerät passt ohne Adapter

Spanien fährt mit 230 Volt und 50 Hertz, exakt wie Deutschland und Österreich. Verwendet werden die Steckertypen F, also Schuko, und C, der flache Eurostecker. Beides passt zusammen. Wer aus Deutschland kommt, steckt Ladegerät, Rasierer und Laptop einfach ein und braucht weder Adapter noch Spannungswandler. Aus der Schweiz oder aus Großbritannien sieht es anders aus, dort weichen die Stecker ab und ein Reiseadapter muss mit.

Tipp: Nimm eine kleine Mehrfachsteckdose mit. In spanischen Altstadthotels stecken die Steckdosen oft hinter dem Bett oder unter dem Schreibtisch, und für Handy, Uhr, Kamera und Powerbank reicht das selten. Ein Dreifachstecker aus dem eigenen Land löst das Problem, ganz ohne Adapterei.

EHIC: Was die Karte leistet und was nicht

Auf der Rückseite deiner deutschen Gesundheitskarte sitzt die Europäische Krankenversicherungskarte, kurz EHIC, auf Spanisch Tarjeta Sanitaria Europea. Sie ist kein Versicherungsschutz im eigentlichen Sinn, sondern ein Nachweis: Du bist in einem EU-Land gesetzlich versichert und bekommst deshalb im spanischen öffentlichen Gesundheitssystem die Behandlungen, die während deines Aufenthalts nötig werden, zu denselben Bedingungen wie Einheimische.

Und genau da liegt der Haken. Die EHIC funktioniert nur bei öffentlichen Anbietern, also im Centro de Salud, dem Gesundheitszentrum deines Viertels, und in der Notaufnahme eines öffentlichen Krankenhauses, der Urgencias. Private Ärzte und Privatkliniken rechnen nicht mit ihr ab. In Urlaubsorten mit vielen Touristen ist die nächstgelegene Praxis aber sehr oft eine private. Frag deshalb vor der Behandlung, ob die Einrichtung zum öffentlichen System gehört. Wenn nicht, zahlst du selbst und reichst die Rechnung später ein, und deine Kasse erstattet höchstens einen Teil.

Zwei weitere Lücken solltest du kennen. Der Rücktransport nach Hause ist nicht abgedeckt, in keiner Variante. Und Zahnbehandlungen deckt das spanische öffentliche System für Erwachsene nur sehr eingeschränkt ab. Wer privat krankenversichert ist, hat gar keine EHIC und geht ohnehin in Vorleistung.

Gut zu wissen: Nimm die Karte mit, auch wenn du sie hoffentlich nicht brauchst, und dazu deinen Ausweis. Ohne beides wird es im Centro de Salud umständlich. Ein Foto der Karte auf dem Handy hilft, wenn die Brieftasche wegkommt.

Die Reiseversicherung, die wirklich zählt

Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist der eine Vertrag, den du für Spanien tatsächlich abschließen solltest. Sie schließt genau die Lücken der EHIC: Behandlung bei privaten Anbietern, Zuzahlungen und vor allem der medizinisch begleitete Rücktransport. Der ist der teuerste denkbare Posten einer Reise, und er ist der Grund, warum diese Police existiert. Achte beim Abschluss darauf, dass der Rücktransport nicht nur bei „medizinischer Notwendigkeit“ übernommen wird, sondern schon dann, wenn er medizinisch sinnvoll und vertretbar ist. Diese Formulierung ist der Unterschied zwischen einer Police, die zahlt, und einer, die diskutiert.

Alles Weitere ist Abwägungssache. Eine Reiserücktrittsversicherung lohnt sich bei teuren, früh gebuchten Reisen. Beim Mietwagen ist die Selbstbeteiligung der wichtigere Punkt, dazu steht mehr im Beitrag Mit dem Mietwagen durch Spanien. Und wenn du deine Ausgaben insgesamt planst, hilft dir Was kostet eine Städtereise nach Spanien wirklich weiter.

Die Apotheke erkennst du am grünen Kreuz

Spanische Apotheken heißen farmacia und tragen als Erkennungszeichen ein grünes Kreuz, meist als leuchtendes Schild über dem Eingang. Vorgeschrieben ist vor allem der Aushang: Öffnungszeiten und die nächstgelegenen Notdienstapotheken müssen gut sichtbar und nachts beleuchtet an der Apotheke stehen. Wenn du also nachts vor einer geschlossenen farmacia stehst, lies den Zettel an der Tür, dort steht, wohin du gehen musst.

Diese Notdienstapotheken heißen farmacia de guardia. Die Turnusse werden pro Apothekenbezirk festgelegt, sodass in deiner Gegend rund um die Uhr eine Apotheke erreichbar ist, auf dem Land manchmal erst im Nachbarort. In größeren Städten gibt es zusätzlich Apotheken mit durchgehendem 24-Stunden-Betrieb. Wichtig für Reisende: In Spanien bekommst du Medikamente ausschließlich in der Apotheke, auch rezeptfreie Schmerz- oder Erkältungsmittel. Im Supermarkt und in der Drogerie suchst du vergeblich. Wer regelmäßig etwas nimmt, packt genug davon ein, statt sich auf Nachschub vor Ort zu verlassen.

Die Sätze für den Tresen findest du in Spanisch für die Reise. Apothekerinnen und Apotheker in Spanien beraten viel und ausführlich, bei Sonnenbrand, Magenverstimmung oder Insektenstichen ist die farmacia die schnellste Adresse, lange bevor ein Arzt nötig wird. Reist du mit Kindern, ist die farmacia bei kleinen Beschwerden fast immer die erste und schnellste Anlaufstelle.

112: Eine Nummer reicht

Der Notruf in Spanien ist 112, wie im gesamten EU-Raum. Er gilt für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Seenotrettung gleichermaßen, ist kostenlos und wird mehrsprachig beantwortet. Für Reisende ist das die einzige Nummer, die du wirklich brauchst. Daneben existieren Spezialnummern: 061 für den medizinischen Rettungsdienst, 091 für die Policía Nacional, 092 für die örtliche Policía Local und 062 für die Guardia Civil, die vor allem außerhalb der Städte und an den Landstraßen zuständig ist. Im Zweifel wählst du 112 und wirst weitergeleitet.

Für Diebstahlanzeigen, die Frage nach der denuncia und das Verhalten in vollen Metros und an Touristenhotspots haben wir eine eigene Seite: Sicher in Barcelona und Madrid. Wer mit Einschränkungen unterwegs ist, findet in Barrierefrei reisen in Spanien die ehrlichere Vorbereitung.

Die Liste für den Abend vor dem Abflug

Was Warum
Ausweis oder Reisepass prüfen Für EU-Bürger reicht der Personalausweis, er muss aber gültig sein. Kinder brauchen ein eigenes Dokument.
EHIC einpacken Sitzt auf der Rückseite der Gesundheitskarte. Ohne sie zahlst du auch im öffentlichen System erst einmal selbst.
Auslandsreisekrankenversicherung abschließen Wegen des Rücktransports. Notrufnummer der Versicherung ins Handy speichern.
Tarif checken EU-Roaming enthalten? Datenvolumen ausreichend? Nur dann brauchst du keine eSIM.
Medikamente mitnehmen Alles, was du regelmäßig nimmst, plus Reserve. In Spanien gibt es Arzneimittel nur in der Apotheke.
Offline-Karten laden Spart Datenvolumen und funktioniert auch in Kellergeschossen von Bahnhöfen und in Bergdörfern.

Mehr Vorbereitung braucht Spanien nicht. Alles andere, von der Reisezeit bis zur Route, findest du gebündelt unter Reisetipps.

Häufige Fragen

Brauche ich in Spanien einen Steckdosenadapter?

Aus Deutschland und Österreich nicht. Spanien nutzt 230 Volt bei 50 Hertz und die Steckertypen F und C, also dieselbe Kombination wie zu Hause. Schuko- und Eurostecker passen direkt. Einen Adapter brauchst du nur, wenn du aus der Schweiz oder aus Großbritannien anreist oder Geräte mit abweichendem Stecker dabeihast.

Gilt EU-Roaming auch auf Mallorca und den Kanaren?

Ja. Die Balearen sind reguläres EU-Gebiet, die Kanarischen Inseln gehören als Region in äußerster Randlage ebenfalls zur EU. Solange sich dein Handy in ein spanisches Netz an Land einbucht, gilt der Heimattarif. Vorsicht nur auf Fähren und im Flugzeug: Bord- und Satellitennetze fallen nicht unter die EU-Regeln und können richtig teuer werden.

Reicht die EHIC als Versicherung für Spanien?

Nein. Die EHIC verschafft dir Zugang zum öffentlichen spanischen Gesundheitssystem zu denselben Bedingungen wie Einheimischen, mehr nicht. Private Ärzte und Privatkliniken rechnen nicht mit ihr ab, und der Rücktransport nach Hause ist nicht abgedeckt. Genau dafür brauchst du zusätzlich eine Auslandsreisekrankenversicherung.

Wie finde ich nachts eine geöffnete Apotheke?

Am Eingang jeder spanischen Apotheke müssen die Öffnungszeiten und die nächstgelegenen Notdienstapotheken aushängen. Diese farmacias de guardia wechseln sich pro Apothekenbezirk nach einem festen Turnus ab, damit rund um die Uhr eine erreichbar ist. Bei der diensthabenden Apotheke leuchtet das grüne Kreuz dann auch nachts. In größeren Städten gibt es zusätzlich Apotheken mit durchgehendem Betrieb.

Welche Notrufnummer gilt in Spanien?

112, kostenlos, mehrsprachig und zuständig für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Seenotrettung. Daneben gibt es Spezialnummern wie 061 für den Rettungsdienst, 091 für die Policía Nacional, 092 für die Policía Local und 062 für die Guardia Civil. Als Reisender kommst du mit der 112 immer aus, die Leitstelle verbindet weiter.

Lohnt sich eine eSIM für Spanien?

Meistens nicht. Wenn dein Tarif EU-Roaming mit ausreichendem Datenvolumen enthält, bringt eine eSIM keinen Vorteil. Sinnvoll wird sie, wenn dein Tarif kein Roaming abdeckt oder du die Fair-Use-Grenze sprengst. Bedenke: Reine Daten-eSIMs haben keine spanische Rufnummer, deine Heimatnummer sollte für Bestätigungs-SMS also aktiv bleiben.