Auf einen Blick
- Provinzen3: Castellón, Valencia, Alicante
- HauptstadtValencia, drittgrößte Stadt Spaniens
- SprachenSpanisch und Valencianisch
- Küsterund 500 km, Costa Blanca und Costa del Azahar
- Beste ReisezeitMai, Juni, September und Oktober
- AnreiseSchnellzug Madrid nach Valencia in unter zwei Stunden
Der Charakter der Region
Die Region Valencia, auf Spanisch Comunidad Valenciana, besteht aus drei Provinzen und drei sehr unterschiedlichen Welten. Im Norden liegt die Costa del Azahar, die Orangenblütenküste, mit Castellón und der Burgstadt Peñíscola. In der Mitte die Stadt Valencia mit Reisfeldern und Huerta ringsum. Im Süden die Costa Blanca mit Alicante, Benidorm und langen Sandstränden.
Neben Spanisch wird Valencianisch gesprochen, eine Variante des Katalanischen. Du siehst es auf Schildern und Speisekarten, kommst aber überall problemlos auf Spanisch durch. Das Klima ist mild: In Alicante liegen die Wintertemperaturen tagsüber oft noch bei 17 bis 19 Grad, deshalb ist die Küste auch außerhalb der Saison beliebt.
Die wichtigsten Städte
1 Valencia
Die drittgrößte Stadt Spaniens ist der beste Einstieg. Sie hat eine kompakte gotische Altstadt mit der Seidenbörse als Welterbe, den größten Jugendstilmarkt des Landes und mit der Ciudad de las Artes y las Ciencias ein futuristisches Ensemble von Santiago Calatrava. Dazwischen liegt der Turia-Park, ein neun Kilometer langer Grünzug im alten Flussbett. Alles dazu findest du im Valencia Stadt-Guide.
Valencia ist außerdem die entspannteste der großen spanischen Städte: weniger überlaufen als Barcelona, mit Stadtstrand, guter Radinfrastruktur und moderaten Preisen. Zwei bis drei Tage sind ein gutes Maß.
2 Alicante
Über der Stadt thront die Burg Santa Bárbara auf einem Felsen, hinunter zum Hafen führt die palmengesäumte Explanada mit ihrem Wellenmuster aus Marmor. Alicante hat einen Stadtstrand direkt am Zentrum, eine lebendige Altstadt am Hang und einen Flughafen mit vielen Direktverbindungen. Als Basis für die Costa Blanca ist die Stadt kaum zu schlagen.
3 Elche
Hier steht der größte Palmenhain Europas mit über 200.000 Bäumen, angelegt von den Mauren und heute Welterbe. Dazu kommt das Mysterienspiel von Elche, ein mittelalterliches Musikdrama, das jedes Jahr im August in der Basilika aufgeführt wird und ebenfalls zum Kulturerbe der Unesco zählt. Mehr dazu unter Elche.
4 Benidorm
Die Skyline aus Hochhäusern polarisiert, aber Benidorm macht vieles richtig: zwei sehr gute Sandstrände, eine gepflegte Promenade, günstige Preise und ein Angebot, das ganzjährig läuft. Wer Ruhe sucht, ist hier falsch. Wer Strandurlaub mit viel Betrieb, Ausflügen und Abendprogramm will, findet an der Costa Blanca kaum eine effizientere Basis.
5 Torrevieja
Der Ort im Süden ist bekannt für seine Salzlagunen, von denen eine rosa schimmert, und für lange, flach abfallende Strände. Torrevieja ist stark auf Langzeiturlauber und Überwinterer ausgerichtet, entsprechend groß ist das Angebot an Ferienwohnungen. Kulturell passiert wenig, dafür ist der Preis unschlagbar.
6 Die schönen Kleinen
Abseits der Bekannten lohnen sich mehrere Orte. Peñíscola im Norden hat eine Burg auf einer Halbinsel, die schon als Filmkulisse diente. Altea besitzt eine weiße Altstadt am Hang mit blau gekachelter Kirchenkuppel. Calpe liegt am Felsen Peñón de Ifach, den du in gut zwei Stunden hoch und wieder runter wanderst. Und Morella im Landesinneren ist ein komplett ummauertes Bergstädtchen.
Tipp: Wenn du Strand willst, aber keine Bettenburg, fahr nach Dénia, Altea oder Xàbia. Alle drei haben Altstädte, Häfen und Buchten und sind mit dem Auto von Alicante wie von Valencia aus in gut einer Stunde erreichbar.
Paella: wo sie herkommt und wie du sie richtig isst
Die Paella stammt aus den Reisfeldern rund um die Albufera südlich von Valencia. Die Urversion enthält Huhn, Kaninchen, grüne Bohnen, weiße Bohnen, Tomate, Safran und Rosmarin. Kein Chorizo, keine Muscheln, keine Erbsen. Meeresfrüchte gehören in andere Reisgerichte, etwa in arroz a banda oder arroz del senyoret.
Drei Regeln helfen dir weiter. Erstens: Paella isst man mittags, nicht abends. Zweitens: Sie wird für mindestens zwei Personen frisch zubereitet, das dauert eine gute halbe Stunde. Drittens: Der beste Teil ist das socarrat, die knusprige Reisschicht am Boden der Pfanne. Die Lagune selbst besuchst du am besten bei Albufera, mit Bootsfahrt zum Sonnenuntergang.
Natur und Küstenabschnitte
Der Naturpark Albufera ist ein Süßwassersee mit Reisfeldern und viel Vogelleben, keine 20 Minuten von der Großstadt entfernt. Weiter südlich ragt der Peñón de Ifach bei Calpe 300 Meter aus dem Meer, ein Wahrzeichen der Costa Blanca. Im Hinterland liegt das Bergdorf Guadalest über einem türkisfarbenen Stausee, dazu die Wasserfälle Fuentes del Algar zum Baden.
Die Küste unterscheidet sich deutlich: Nördlich von Dénia findest du eher Felsbuchten und klares Wasser, südlich davon lange Sandstrände. Wer Ruhe sucht, fährt in die Sierra de Espadán oder in die Berge um Alcoy, wo im Frühjahr alles grün ist.
Feste: die Fallas
Jedes Jahr im März verwandelt sich Valencia in ein einziges Fest. Ganze Stadtviertel bauen monatelang riesige Figurengruppen aus Pappmaché, die am Ende alle verbrannt werden. Dazu gibt es täglich Böllerkonzerte um zwei Uhr mittags, die du im Magen spürst. Die Fallas gehören zum immateriellen Kulturerbe der Unesco.
Achtung: Während der Fallas Mitte März sind Hotels in Valencia früh ausgebucht und deutlich teurer, außerdem ist es laut bis tief in die Nacht. Wenn du Trubel liebst, buche mehrere Monate im Voraus. Wenn du Ruhe suchst, meide diese Woche und komm im Mai.
Routenvorschlag für eine Woche
Tag 1 bis 3: Valencia mit Altstadt, Mercado Central, Ciudad de las Artes und einem Nachmittag am Strand. Tag 4: Albufera und Fahrt die Küste hinunter nach Dénia oder Altea. Tag 5: Calpe mit Aufstieg auf den Peñón und Guadalest im Hinterland. Tag 6: Alicante mit Burg und Altstadt. Tag 7: Elche und Palmenhain, dann Rückflug ab Alicante.
Wer nur eine Stadt will, nimmt Valencia. Wer nur Strand will, nimmt die Costa Blanca ab Alicante. Die Kombination von beidem ist aber das Beste an dieser Region und mit dem Zug oder Mietwagen leicht zu machen.
Praktisch: Anreise und Fortbewegung
Von Madrid fährst du mit dem Schnellzug in unter zwei Stunden nach Valencia und in gut zweieinhalb nach Alicante. Beide Städte haben internationale Flughäfen. Innerhalb der Region verbindet eine Straßenbahnlinie Alicante mit Benidorm und Dénia, das ist eine schöne Küstenfahrt und günstiger als der Mietwagen.
Für die Bergdörfer und kleinen Buchten brauchst du trotzdem ein Auto. Die beste Reisezeit ist Mai bis Juni und September bis Oktober, dann ist das Meer warm und die Strände sind nicht überfüllt. Weitere Küstenziele findest du unter Spaniens Städte am Meer und in der Nachbarregion Katalonien.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Valencia der Stadt und der Region?
Valencia ist zugleich Stadt und Hauptstadt der gleichnamigen autonomen Gemeinschaft, offiziell Comunidad Valenciana. Zur Region gehören außerdem die Provinzen Castellón im Norden und Alicante im Süden, also auch Orte wie Benidorm, Elche und Torrevieja. Wenn jemand von der Costa Blanca spricht, meint er den südlichen Küstenabschnitt der Provinz Alicante.
Wo isst man die beste Paella in der Region?
Nicht an der Strandpromenade, sondern in den Dörfern rund um die Albufera, vor allem in El Palmar südlich von Valencia. Dort wird sie mit Huhn und Kaninchen zubereitet, wie es die Tradition vorsieht. Iss sie mittags, bestell für mindestens zwei Personen und plane eine gute halbe Stunde Wartezeit ein, denn frisch gekocht dauert es.
Wann ist die beste Reisezeit für die Costa Blanca?
Mai, Juni, September und Oktober sind ideal, mit warmem Meer und angenehmen 24 bis 29 Grad. Juli und August sind heiß und voll, vor allem im spanischen Ferienmonat August. Der Winter ist mild, tagsüber oft 17 bis 19 Grad, zum Baden aber zu kühl. Viele Überwinterer kommen genau dann für Sonne und lange Spaziergänge.
Welcher Ort passt für welchen Urlaub?
Valencia für Kultur und Städtetrip mit Strandbonus, Alicante für die Kombination aus Stadt und Küste, Benidorm für Strandurlaub mit viel Betrieb und günstigen Preisen, Torrevieja für lange Aufenthalte und Überwintern. Wer Ruhe und Charme sucht, wählt Altea, Dénia oder Peñíscola. Für Familien sind Elche und Benidorm mit ihren Parks am praktischsten.
Wie viele Tage braucht man für die Region Valencia?
Für die Stadt Valencia reichen zwei bis drei Tage. Willst du auch die Küste sehen, plane eine Woche ein, dann schaffst du Albufera, ein oder zwei Küstenorte, Alicante und Elche ohne Hetze. Für einen reinen Strandurlaub buchst du besser eine feste Basis und machst von dort Tagesausflüge, statt jede Nacht das Hotel zu wechseln.






