Andalusien · Sevilla

Itálica: römische Stadt bei Sevilla

Itálica ist die älteste römische Stadtgründung Spaniens und der beste Halbtagesausflug ab Sevilla: ein Amphitheater für 25.000 Zuschauer, Villen mit prächtigen Bodenmosaiken und die Aura einer Stadt, die zwei Kaiser hervorbrachte. Serienfans kennen das Amphitheater als Drachengrube aus Game of Thrones.

Die Ruinen liegen in Santiponce, rund neun Kilometer nordwestlich der Stadt, und sind mit dem Bus in einer halben Stunde erreicht. Für EU-Bürger ist der Eintritt frei.

Itálica: römische Stadt bei Sevilla
Foto: Diego Delso, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien
  • LageSantiponce, ca. 9 km nordwestlich von Sevilla
  • Gegründet206 v. Chr., älteste Römerstadt Spaniens
  • Berühmt fürAmphitheater, Mosaike, Kaiser Trajan und Hadrian
  • DauerHalber Tag inklusive Anfahrt
  • Beste ZeitVormittags; Frühling und Herbst

Lohnt sich Itálica wirklich?

Ja, gerade weil es so unaufgeregt ist: echte Römerstadt statt Kulisse, kaum Besucher, kein Anstehen. Das Amphitheater allein trägt den Ausflug, und die Mosaike in den Stadtvillen liegen so offen, dass du direkt daneben stehst. Für EU-Bürger kostet der Eintritt nichts.

Wer nur zwei Tage in Sevilla hat, sollte trotzdem ehrlich abwägen. Der halbe Tag fehlt dann in der Stadt. Und wer aufragende Ruinen erwartet, wird enttäuscht: Außer dem Amphitheater siehst du Grundmauern, Straßen und Böden. Wer damit rechnet, hat einen sehr guten Vormittag.

Was du hier siehst

Itálica wurde 206 v. Chr. vom Feldherrn Scipio für Veteranen des Zweiten Punischen Kriegs gegründet, als erste römische Stadt auf der Iberischen Halbinsel. Ihr berühmtester Sohn ist Kaiser Trajan, der hier geboren wurde. Auch sein Nachfolger Hadrian war der Stadt eng verbunden: Seine Familie stammte von hier, ob er selbst in Itálica oder in Rom geboren wurde, ist bis heute umstritten.

Hadrian baute die Stadt großzügig aus, und genau dieses neue Viertel mit seinen breiten Straßen und Stadtvillen ist heute das Ausgrabungsgelände. Die Altstadt liegt unter dem heutigen Santiponce begraben und ist nicht zugänglich. Das erklärt, warum du hier ein Stadtviertel siehst und keine ganze Stadt.

Der Rundgang

1 Das Amphitheater

Gleich am Eingang wartet der Höhepunkt: eines der größten Amphitheater des Römischen Reichs, mit Platz für etwa 25.000 Zuschauer, mehr als die Stadt Einwohner hatte. Du kannst durch die Gänge unter den Rängen laufen und in die Grube in der Arenamitte blicken. 40 Minuten.

2 Die Hauptstraßen

Vom Amphitheater führen breite, gepflasterte Straßen ins Stadtviertel. An den Rändern erkennst du Bordsteine, Abwasserkanäle und Ladenlokale. 20 Minuten.

3 Casa de los Pájaros und Casa del Planetario

Die beiden bekanntesten Stadtvillen: das Vogelmosaik mit Dutzenden Vogelarten und das Planetenmosaik, auf dem die Götter der Wochentage kreisen. 40 Minuten.

4 Thermen und Traianeum

Am Rand des Geländes liegen Reste der großen Thermen und das Traianeum, ein Tempelbezirk zu Ehren des vergöttlichten Trajan. Weniger fotogen, aber die größten Bauten des Viertels. 25 Minuten.

Das übersehen die meisten

  • Die Kanalisation. Unter den Straßen laufen offene Abwasserkanäle, an mehreren Stellen einsehbar. Römische Stadtplanung zum Anfassen.
  • Die Nachbildungen vor Ort. Einige Mosaike sind Kopien, die Originale liegen im Archäologischen Museum und im Palacio de Lebrija. Das erklärt Lücken im Gelände.
  • Das Kloster im Ort. In Santiponce steht das gotische Kloster San Isidoro del Campo mit Fresken und einem Retabel von Martínez Montañés.
  • Das Theater in Santiponce. Neben den Ruinen liegt ein zweites, kleineres römisches Theater mitten im Dorf, das viele gar nicht bemerken.

Achtung: Das Gelände hat kaum Schatten. Im Sommer unbedingt früh am Morgen kommen, Wasser und Kopfbedeckung mitnehmen. Die angenehmsten Besuchsmonate sind März bis Mai und September bis November.

Tickets: Für EU-Bürger ist der Eintritt frei, andere zahlen einen kleinen Betrag an der Kasse, Vorbuchen ist nicht nötig. Beachte den Schließtag am Montag, wie bei den meisten staatlichen Anlagen Andalusiens. Aktuelle Infos auf der Website der Junta de Andalucía.

Zur offiziellen Website

Typische Fehler

  • Montags anreisen. Dann ist geschlossen, wie bei den meisten staatlichen Anlagen der Region.
  • Mittags im Sommer kommen. Ohne Schatten wird der Rundgang dann zur Qual.
  • Nur das Amphitheater ansehen und wieder fahren. Die Mosaike liegen fünf Gehminuten weiter.

Wann du hingehen solltest

Am frühen Vormittag, direkt zur Öffnung. Dann ist es kühl, das Licht steht flach auf den Mosaiken, und du hast das Amphitheater fast für dich. Die besten Monate sind März bis Mai und September bis November. Im Hochsommer ist nur die erste Stunde nach der Öffnung wirklich angenehm.

Anfahrt

Vom Busbahnhof Plaza de Armas fährt die Regionalbuslinie M-170 in etwa 30 Minuten nach Santiponce, Endstation direkt am Eingang. Mit dem Auto bist du in 15 Minuten dort, Parkplätze gibt es am Gelände. Details stehen im Guide zum Verkehr in Sevilla.

Danach: was in der Nähe liegt

  • Kloster San Isidoro del Campo, 10 Minuten zu Fuß. Gotisches Kloster mitten in Santiponce.
  • Archäologisches Museum, zurück in Sevilla. Das Museum zeigt die Funde aus den Ruinen.
  • Triana, zurück in Sevilla. Ein freier Nachmittag in Triana passt gut zum Vormittag in der Antike.

Weitere Ausflugsideen findest du unter Tagesausflüge ab Sevilla, alle Highlights der Stadt unter Sehenswürdigkeiten von Sevilla.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istSelbst in der Hochsaison ist das Gelände weitläufig genug. Wenn am Amphitheater eine Gruppe steht, dreh die Reihenfolge um und geh zuerst zu den Villen.
  • Wenn es regnetEs gibt kaum Unterstände, und die Mosaike sind nur teilweise überdacht. Bei Dauerregen verschiebe den Ausflug und geh stattdessen ins Archäologische Museum.
  • Mit KindernSehr gut: Die Gänge unter den Rängen des Amphitheaters sind ein Abenteuer, die Vogelmosaike ein Suchspiel, und das Gelände bietet viel Platz zum Laufen.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Hauptwege sind gepflasterte Römerstraßen mit unebenen Steinen, teils mit Steigung. Das Amphitheater erreichst du ebenerdig, die oberen Ränge nur über Stufen.

Häufige Fragen

Wie kommt man von Sevilla nach Itálica?

Am einfachsten mit der Buslinie M-170 ab Plaza de Armas, Fahrzeit etwa 30 Minuten, Haltestelle direkt am Eingang in Santiponce. Mit dem Auto fährst du eine Viertelstunde. Auch geführte Halbtagestouren ab Sevilla steuern Itálica an.

Ist Itálica kostenlos?

Für EU-Bürger ja, du zeigst an der Kasse einfach deinen Ausweis. Besucher aus anderen Ländern zahlen einen kleinen Eintritt. Damit gehört Itálica zu den günstigsten Top-Ausflügen ab Sevilla.

Wie viel Zeit braucht man für Itálica?

Zwei bis drei Stunden für das Gelände, mit An- und Abreise ein halber Tag. Wer sich für Archäologie begeistert oder das Kloster San Isidoro del Campo mitnimmt, kann auch einen ganzen Vormittag plus Mittagessen in Santiponce einplanen.

Wurde Game of Thrones wirklich in Itálica gedreht?

Ja, das Amphitheater war die Drachengrube von Königsmund. Hier trafen sich die Herrscher von Westeros in der siebten und achten Staffel, inklusive der Schlussszenen der Serie. Der Drehort ist frei zugänglich, ohne Extra-Ticket.

Welche Kaiser stammen aus Itálica?

Trajan wurde 53 n. Chr. in Itálica geboren, als erster römischer Kaiser aus einer Provinz. Sein Nachfolger Hadrian entstammte einer Familie aus Itálica und förderte die Stadt massiv; ob er hier oder in Rom zur Welt kam, ist umstritten.

Lohnt sich Itálica auch für Kinder?

Ja, das Amphitheater mit seinen Gängen und die Vogelmosaike funktionieren auch für Kinder gut, und das Gelände bietet Platz zum Laufen. Im Sommer wegen der Hitze und des fehlenden Schattens unbedingt früh kommen.