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Beste Reisezeit für Spanien: Monat für Monat

Spanien hat keine beste Reisezeit. Das Land reicht von der grünen Atlantikküste bis in die Halbwüste von Almería, von Meereshöhe bis über 1100 Meter. Im Juli trennen Córdoba und Gijón mehr als 15 Grad. Die Frage lautet also nicht wann, sondern wohin wann.

Dieser Kalender geht die zwölf Monate einzeln durch, mit echten Durchschnittswerten für Temperatur und Regen. Am Ende weißt du für jeden Reisemonat, welche Stadt passt, wo du sparst und welche Region du in dieser Zeit besser meidest.

Beste Reisezeit für Spanien: Monat für Monat
Foto: Benjamin Smith, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Beste Allround-MonateApril, Mai, September und Oktober
  • Wärmster MonatJuli, Córdoba mit 37,7 Grad
  • Trockenster OrtAlmería, im Februar 13 Millimeter
  • HauptsaisonJuli und August, dazu die Karwoche
  • FaustregelSommer nach Norden, Winter nach Süden

Die kurze Antwort

Für eine klassische Städtereise sind April, Mai, September und Oktober die stärksten Monate. Es ist warm genug für Terrassen und kühl genug für lange Fußwege. Im Hochsommer weichst du an die Nordküste oder auf die Kanaren aus, im Winter an die Südküste. Der Rest ist Feinabstimmung.

Wie groß die Unterschiede wirklich sind, zeigt der direkte Vergleich. Alle Zahlen sind mittlere Tageshöchstwerte in Grad Celsius.

Monat Sevilla Madrid Barcelona Bilbao Málaga Las Palmas
Januar 15,9 10,3 13,4 12,3 16,6 19,9
Februar 18,4 13,3 14,7 14,0 17,4 19,9
März 20,6 16,0 16,1 15,5 19,1 20,0
April 23,3 19,1 17,7 17,3 20,6 21,1
Mai 28,5 24,4 21,4 19,9 24,3 22,0
Juni 32,5 29,5 25,8 22,7 28,1 23,5
Juli 37,0 34,4 28,6 24,8 31,1 25,1
August 36,9 33,4 28,5 25,7 30,9 26,3
September 31,5 26,9 25,0 23,7 27,7 25,4
Oktober 26,6 21,5 21,6 21,1 24,1 25,1
November 20,0 14,5 17,4 16,1 20,0 22,9
Dezember 17,1 11,5 14,9 14,3 17,6 21,1

Las Palmas schwankt über das ganze Jahr um rund sechs Grad, Sevilla um mehr als zwanzig. Wer Verlässlichkeit sucht, findet sie auf den Kanaren. Wer echte Jahreszeiten will, fährt aufs Festland. Und wer im Sommer Städte laufen will, schaut in die Bilbao-Spalte: Der Norden bleibt selbst im August unter 26 Grad.

1 Januar

Der günstigste Monat des Jahres. Almería kommt auf 16,7 Grad bei nur vier Regentagen, Málaga auf 16,6 und Sevilla auf 15,9. Madrid ist mit 10,3 Grad kalt, dafür trocken und museal perfekt. Am 5. Januar ziehen überall die Umzüge der Heiligen Drei Könige durch die Straßen. Meide den Nordwesten, Vigo bekommt 201 Millimeter Regen an 14 Tagen.

2 Februar

Der trockenste Monat im Südosten: Almería verzeichnet nur 13 Millimeter Regen an drei Tagen. Valencia kommt auf 17,0 Grad bei vier Regentagen, Sevilla schon auf 18,4. In Cádiz und in Santa Cruz de Tenerife steigt der Karneval, beide Städte sind dann früh ausgebucht. Auf der Hochebene bleibt es hart, Ávila schafft tagsüber 9,2 Grad.

3 März

Der Süden wacht auf, mit Einschränkung. Sevilla erreicht 20,6 Grad, bekommt aber 80 Millimeter Regen, Granada sogar 115 an zwölf Tagen. Trockener bleiben Huelva mit 57 Millimetern und Almería mit 49. In Valencia brennen Mitte März die Fallas, danach beruhigt sich die Stadt schlagartig. Für Küstenstädte wie Elche oder Murcia ist der Monat schon gut.

4 April

Einer der besten Monate überhaupt. Sevilla liegt bei 23,3 Grad, Córdoba bei 22,4, Jerez bei 22,0. Carmona, nur 40 Straßenkilometer und eine halbe Autostunde von Sevilla entfernt, ist jetzt ideal für einen halben Tag über der Ebene. Achtung bei Semana Santa und Feria: In diesen zwei Wochen sind Sevillas Hotels teuer und ausgebucht, und viele Gassen sind für Prozessionen gesperrt.

5 Mai

Der Monat, in dem ganz Spanien aufgeht. Madrid steigt auf 24,4 Grad, Salamanca auf 21,4, Segovia auf 19,6. Die Hochebene ist grün, was sie nur wenige Wochen im Jahr ist. Auch Zamora mit 22,9 Grad und León mit 20,2 lohnen sich jetzt. In der Provinz Jaén erreichen Baeza und Úbeda auf über 760 Metern angenehme 24,3 Grad, ihre Renaissance-Altstädte gehören zum UNESCO-Welterbe und liegen nur zehn Straßenkilometer auseinander. Anfang Mai öffnet Córdoba seine Patios.

6 Juni

Der letzte Monat vor der großen Hitze und der beste Badestart. Das Mittelmeer ist warm genug, die Strände sind noch nicht voll, und die Tage sind die längsten des Jahres. Barcelona liegt bei 25,8 Grad, Valencia bei 27,7, Alicante bei 27,0. Im Landesinneren wird es dagegen ernst: Sevilla erreicht 32,5 Grad, Madrid 29,5. Wer beides will, kombiniert eine Küstenstadt mit einem kurzen Abstecher ins Hinterland und legt den Landesteil auf den Vormittag.

7 Juli

Jetzt zählt nur die Himmelsrichtung. Córdoba kommt auf 37,7 Grad und Sevilla auf 37,0, während Gijón und Avilés bei 22,1 bleiben und San Sebastián bei 23,6. In Asturien und im Baskenland läuft die Städtereise ungestört weiter. In Pamplona beginnt Anfang Juli San Fermín, danach wird die Stadt wieder ruhig und bezahlbar.

8 August

Der teuerste und vollste Monat. Ganz Spanien hat Ferien, die Küsten sind ausgelastet, im Süden erreicht Córdoba 37,1 Grad. Gute Alternativen: Santander mit 24,0 Grad, Comillas mit 23,6, A Coruña mit 23,7 oder die Höhenstädte Burgos mit 28,1 und Astorga mit 28,3 Grad, wo die Nächte auf rund 14 Grad abkühlen. Wer im August fährt, bucht Unterkünfte deutlich früher als sonst.

9 September

Der unterschätzte Spitzenmonat. Das Meer ist noch warm, die Massen sind weg, die Preise fallen. Sevilla geht auf 31,5 Grad zurück, Málaga auf 27,7, Barcelona auf 25,0. Nur im Osten steigt das Regenrisiko: Valencia bekommt im September 84 Millimeter, Barcelona 91 an zwölf Tagen. Das sind typische Herbstgewitter, die heftig ausfallen und schnell wieder vorbeiziehen. Wer eine Woche Zeit hat, verliert davon selten mehr als einen halben Tag.

10 Oktober

Für Andalusien der beste Monat des zweiten Halbjahres. Sevilla liegt bei 26,6 Grad, Córdoba bei 26,1, Málaga bei 24,1. Die Regenmengen steigen aber deutlich, Sevilla verzeichnet 87 Millimeter an sieben Tagen. Welche zehn Städte im Herbst am meisten hergeben, steht im Beitrag Spanien im Herbst.

11 November

Der Übergang. Im Süden bleibt es mild, Sevilla und Málaga kommen beide auf 20,0 Grad. Im Norden wird es nass, Bilbao bekommt 159 Millimeter Regen an 16 Tagen. Der Monat eignet sich gut für die Extremadura: Cáceres liegt bei 16,4 Grad, Mérida bei 17,8 und Badajoz bei 18,1, alle drei mit sehr wenig Betrieb und niedrigen Preisen.

12 Dezember

Weihnachtsmärkte, Krippen und leere Museen. Sevilla hält 17,1 Grad, Málaga 17,6, Las Palmas 21,1. Auf der Hochebene wird es kalt: Teruel fällt nachts auf 1,6 Grad, Cuenca auf 1,3. Wer Wärme garantiert haben will, fliegt nach Lanzarote, dort sind es 20,4 Grad bei sechs Millimetern Regen im ganzen Monat.

Beste Reisezeit nach Region

Andalusien: März bis Mai und Oktober bis November. Der Hochsommer ist im Landesinneren zu heiß, der Winter an der Küste dagegen angenehm mild.

Galicien, Asturien und Kantabrien: Juni bis September. Der Rest des Jahres ist nass, Pontevedra bekommt im Januar 191 Millimeter Regen. Sehenswert bleibt der Norden trotzdem, zum Beispiel Lugo mit seiner vollständig erhaltenen römischen Stadtmauer, die zum UNESCO-Welterbe gehört.

Die Hochebene mit Kastilien und León: Mai, Juni, September und Oktober. Im Winter friert es, im Hochsommer knallt die Sonne auf die baumlose Ebene.

Mittelmeerküste und Balearen: Juni und September sind besser als Juli und August, weil das Wasser genauso warm, die Preise aber niedriger sind.

Kanaren: das ganze Jahr. Im Winter das wärmste Ziel Spaniens, im Sommer kühler als das Festland.

Was der Monat für deinen Geldbeutel bedeutet

Die Preiskurve folgt dem Kalender ziemlich genau. Am günstigsten reist du zwischen Anfang Januar und Mitte März, sobald die Weihnachtsferien vorbei sind. Dann sind Flüge, Hotels und Mietwagen im ganzen Land niedrig bepreist, und viele Sehenswürdigkeiten kommen ohne Vorbuchung aus.

Die erste Spitze kommt mit der Karwoche und bleibt in Sevilla bis nach der Feria. Danach fällt der Markt kurz zurück, bevor er ab Mitte Juni steil steigt und im August seinen Höchststand erreicht. Ab Mitte September kippt es wieder, der Oktober ist deshalb oft die beste Kombination aus gutem Wetter und fairem Preis. Im November und Dezember wird es erneut sehr günstig, mit Ausnahme der Tage um Weihnachten und Neujahr.

Praktisch heißt das: Wenn du flexibel bist, verschiebe eine Sommerreise um zwei Wochen in den September und eine Frühlingsreise um zwei Wochen hinter Ostern. Das spart oft mehr als jede Suchmaschine.

Wann du Spanien besser meidest

Achtung: Drei Zeitfenster sind teuer und voll. Erstens die Karwoche, vor allem in Sevilla und Málaga. Zweitens der August, wenn ganz Spanien selbst Urlaub macht. Drittens große Stadtfeste wie San Fermín in Pamplona oder die Fallas in Valencia. Welches Fest wann läuft, steht im Überblick Feste in Spanien.

Ein vierter Punkt betrifft die Sehenswürdigkeiten selbst. Für die Alhambra in Granada gilt das ganze Jahr: erst das Zeitfenster-Ticket buchen, dann das Hotel. Im Winter ist das entspannt, ab März wird es eng. Dasselbe Muster gilt für die Sagrada Família und für den Königspalast in Madrid an kostenlosen Abenden.

So planst du deine Reise praktisch

Suche zuerst deinen Monat, dann die Region, dann die Stadt. Wer im Juli fliegen muss, plant keine andalusische Rundreise, sondern eine Woche an der Nordküste. Wer im Februar Sonne braucht, bucht Almería oder die Kanaren, nicht Madrid. Und wer nur ein langes Wochenende hat, wählt im Winter eine Stadt mit wenigen Regentagen, statt auf Glück zu setzen.

Für die Verbindungen zwischen den Städten ist die Bahn meist die beste Lösung. Zwischen Madrid, Sevilla, Córdoba, Valencia und Barcelona brauchst du kein Auto. Für die Extremadura, die Provinz Jaén oder die Küste Asturiens ist ein Mietwagen dagegen fast Pflicht. Wenn du eine komplette Route für den Süden suchst, hilft die Andalusien Rundreise weiter.

Tipp: Nimm die Monatswerte als Richtung, nicht als Versprechen. Ein einzelner Apriltag in Sevilla kann 30 Grad haben, ein Julitag an der Nordküste 17. Schau eine Woche vor Abflug in die Vorhersage und pack für die Spanne, nicht für den Durchschnitt. Eine dünne Jacke gehört in Spanien in jeden Koffer, das ganze Jahr über.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Spanien?

Für Städtereisen sind April, Mai, September und Oktober am besten. In diesen Monaten liegt Sevilla zwischen 23,3 und 31,5 Grad, Madrid zwischen 19,1 und 26,9. Es ist warm genug für draußen und nicht so heiß, dass Sightseeing anstrengend wird. Für Badeurlaub sind Juni und September ideal, weil das Meer warm ist und die Strände weniger voll sind als im August.

Welcher Monat ist in Spanien am günstigsten?

Januar und Februar. Nach den Weihnachtsferien sinken Flug- und Hotelpreise deutlich, und die Sehenswürdigkeiten sind leer. Das Wetter passt trotzdem, wenn du in den Süden fährst: Almería kommt im Januar auf 16,7 Grad bei nur vier Regentagen. Ausnahmen sind der Karneval in Cádiz und auf Teneriffa sowie Brückentage, an denen die Preise kurz anziehen.

Ist Spanien im August zu heiß?

Im Süden und im Landesinneren ja. Córdoba kommt im August auf 37,1 Grad, Sevilla auf 36,9, Madrid auf 33,4. Der Norden bleibt dagegen angenehm: Gijón liegt bei 22,8 Grad, San Sebastián bei 24,4, Santander bei 24,0. Auch die Kanaren sind mit rund 26 Grad kühler als das Festland. Der August ist gleichzeitig der teuerste Monat des Jahres.

Wann sollte man Andalusien besuchen?

Zwischen März und Mai oder zwischen Oktober und November. Im April liegt Sevilla bei 23,3 Grad und Córdoba bei 22,4, im Oktober bei 26,6 und 26,1. Im März musst du mit Regen rechnen, das ist in Andalusien oft der nasseste Monat. Der Hochsommer ist im Landesinneren zu heiß, der Winter an der Küste dagegen sehr angenehm.

Wo kann man in Spanien im Winter baden?

Nur auf den Kanaren zuverlässig. Dort liegen die Lufttemperaturen im Januar bei rund 20 Grad und das Wasser bleibt ganzjährig mild. Am Festland ist selbst die Costa del Sol mit 16,6 Grad Luft im Januar zu kühl zum Baden. Für Spaziergänge, Städtetrips und Mittage auf der Terrasse reicht das südspanische Winterwetter aber gut aus.

Wie viele Regentage muss ich in Spanien einplanen?

Das hängt stark von der Region ab. Almería kommt im Januar auf vier Regentage, Bilbao im selben Monat auf 15. Im Sommer regnet es im Süden fast gar nicht, Sevilla verzeichnet im Juli null Regentage. Im Norden dagegen fällt auch im August Regen, San Sebastián kommt auf zwölf Tage. Plane den Norden also immer mit Regenjacke.