Auf einen Blick
- HauptsaisonFrühling und Sommer
- Stillstes FestSemana Santa, die Karwoche
- Lautestes FestFallas in Valencia
- BuchungMonate im Voraus, Preise steigen stark
- WichtigVerhaltensregeln je nach Fest beachten
So funktioniert der spanische Festkalender
Viele Feste richten sich nach dem Kirchenjahr und wandern deshalb im Datum. Der Karneval liegt im Februar, die Semana Santa in der Woche vor Ostern, also je nach Jahr im März oder April. Danach folgen die Ferias des Frühlings und die großen Sommerfeste. Zwei Dinge solltest du wissen: Erstens verschieben sich die beweglichen Feste jedes Jahr, prüfe also vorab das genaue Datum. Zweitens herrscht während eines Festes in der jeweiligen Stadt oft Ausnahmezustand, Läden schließen, Straßen sind gesperrt, und Unterkünfte kosten ein Vielfaches.
Achtung: Für die großen Feste musst du Hotels und Züge Monate im Voraus buchen. Wer zu spät dran ist, zahlt viel oder findet gar nichts mehr. Alternativ übernachtest du in einer Nachbarstadt und reist mit dem Zug an.
1 Karneval (Februar)
Spaniens buntester Ausbruch vor der Fastenzeit. Am berühmtesten sind zwei Orte: Cádiz mit seinen bissig-satirischen Gesangsgruppen, den Chirigotas, und Santa Cruz de Tenerife mit einem Umzug, der es in seiner Opulenz fast mit Rio aufnimmt. Kostüm nicht vergessen, hier verkleidet sich wirklich jeder.
2 Fallas (März)
Das lauteste Fest des Landes steigt in Valencia, meist um den 15. bis 19. März. Ganze Stadtviertel bauen riesige, kunstvolle Figuren aus Pappmaché, die Fallas, und verbrennen sie in der letzten Nacht in einem gewaltigen Feuer. Dazu gibt es tagsüber ohrenbetäubende Böllerkonzerte, die Mascletà. Ein Erlebnis für starke Nerven.
3 Semana Santa (März oder April)
Die Karwoche vor Ostern ist das feierlichste Fest Spaniens. In ganz Andalusien, allen voran in Sevilla und Málaga, tragen Bruderschaften schwere, geschmückte Figuren in stundenlangen Prozessionen durch die Straßen. Die Stimmung ist ernst und ergreifend, nicht ausgelassen. Verhalte dich respektvoll und dräng dich nicht durch eine Prozession.
4 Feria de Abril (April)
Zwei Wochen nach der stillen Semana Santa dreht Sevilla das Gegenteil auf: Die Feria de Abril ist ein riesiges Volksfest mit Flamenco-Kleidern, Sherry, Sevillanas-Tanz und tausenden festlich geschmückten Zelten, den Casetas. Viele der schönsten Zelte sind privat, doch die Stimmung auf dem Festgelände erlebt jeder. Ein Höhepunkt ist der Umzug der Pferdekutschen.
5 Kreuze und Patios (Mai)
Der Mai gehört Córdoba. Erst schmücken die Viertel zu den Cruces de Mayo Kreuze mit Blumen, dann öffnen beim berühmten Patio-Festival private Innenhöfe kostenlos ihre blumenübersäten Türen. Die ganze Stadt riecht nach Geranien. Es ist die schönste, aber auch vollste Zeit für einen Besuch.
6 San Fermín (Juli)
Vom 6. bis 14. Juli verwandelt sich Pamplona in einen weiß-roten Rausch. Weltberühmt ist der Encierro, der morgendliche Stierlauf durch die Altstadt, bei dem Menschen vor sechs Kampfstieren herrennen. Das ist gefährlich und umstritten, du kannst das Spektakel aber auch gefahrlos vom Rand aus miterleben. Weiß gekleidet mit rotem Halstuch gehörst du dazu.
7 La Tomatina (August)
Am letzten Mittwoch im August bewirft sich das Dorf Buñol bei Valencia eine Stunde lang mit reifen Tomaten, bis die Straßen knietief rot sind. Die größte Lebensmittelschlacht der Welt braucht ein Ticket, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Zieh alte Kleidung und am besten eine Schwimmbrille an.
8 Feria de Málaga (August)
Das größte Sommerfest Andalusiens füllt Málaga im August neun Tage lang mit Musik, Tanz und Leben. Tagsüber feiert die Altstadt mit Wein und Verdiales-Musik, abends zieht das Fest aufs große Gelände am Stadtrand. Ideal, wenn du Sommerhitze und Strand mit einer echten Fiesta verbinden willst.
Gut zu wissen: Jedes Fest hat seinen eigenen Ton. Die Semana Santa ist andächtig, die Ferias sind ausgelassen. Lies vorher, worum es geht, dann trittst du nicht ins Fettnäpfchen. Weitere Reiseideen findest du bei den Spanien-Highlights und in der Andalusien-Rundreise.
Häufige Fragen
Wann ist Semana Santa in Spanien?
Die Semana Santa ist die Karwoche direkt vor Ostern, das Datum wandert daher jedes Jahr zwischen Ende März und Ende April. Sie beginnt am Palmsonntag und endet am Ostersonntag, die eindrucksvollsten Prozessionen laufen ab Gründonnerstag. Weil Ostern beweglich ist, solltest du das genaue Datum für dein Reisejahr vorab prüfen und Hotels früh buchen.
Was ist das größte Fest in Spanien?
Das kommt auf den Maßstab an. Am bedeutendsten landesweit ist die Semana Santa, am lautesten die Fallas in Valencia, am ausgelassensten die Feria de Abril in Sevilla. International am bekanntesten sind das Stierlauf-Fest San Fermín in Pamplona und die Tomatenschlacht La Tomatina. Jedes hat seinen ganz eigenen Charakter.
Sollte man während eines Festivals nach Spanien reisen?
Ein Fest ist der intensivste Weg, eine Stadt zu erleben, hat aber Nachteile: Hotels sind teuer und Monate im Voraus ausgebucht, Straßen sind gesperrt, und es ist sehr voll. Wenn dich genau dieses Fest reizt, lohnt es sich unbedingt. Willst du eine Stadt in Ruhe sehen, meidest du ihre Festwoche besser.
Wie verhält man sich bei einer Semana-Santa-Prozession?
Respektvoll und zurückhaltend. Die Prozessionen sind religiöse Zeremonien, kein Straßenkarneval. Dräng dich nicht durch die Reihen der Büßer, quere den Zug nicht, und halte den Lärm im Zaum, wenn die Figuren vorbeigetragen werden. Kleide dich eher dezent. Beobachte, wie die Einheimischen reagieren, dann machst du nichts falsch.






