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Mit dem Zug durch Spanien: So funktioniert Renfe

Spanien hat nach China das zweitlängste Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt. Von Madrid aus erreichst du Barcelona, Sevilla oder Valencia in gut zwei bis drei Stunden, oft schneller und entspannter als per Flug. Seit der staatlichen Renfe drei private Anbieter Konkurrenz machen, sind die Tickets zudem richtig günstig geworden.

Der Preis für diese Auswahl ist Verwirrung: AVE, Avlo, Ouigo, Iryo, dazu Regionalzüge mit eigenen Namen. Hier bekommst du den Überblick, wie das System funktioniert, wie du am besten buchst, was du zum Gepäck wissen musst und welche Strecken die schönsten sind.

Mit dem Zug durch Spanien: So funktioniert Renfe
Foto: Alan Grant, CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Netzüber 3.000 km Schnelltrassen, zweitgrößtes weltweit
  • TempoAVE bis 310 km/h
  • AnbieterRenfe (AVE, Avlo), Ouigo, Iryo
  • Madrid nach Barcelonarund 2,5 Stunden
  • Buchungonline, je früher desto günstiger

So funktioniert das spanische Zugsystem

Rückgrat ist das staatliche Unternehmen Renfe, das den Großteil der Züge betreibt. Auf den wichtigsten Strecken hat es seit einigen Jahren private Konkurrenz bekommen, was die Preise nach unten gedrückt hat. Für dich heißt das: Auf der Achse Madrid nach Barcelona oder Madrid nach Valencia hast du oft die Wahl zwischen drei Firmen, die denselben Weg fahren. Alle nutzen dieselben Bahnhöfe und dieselben Hochgeschwindigkeitsgleise.

Wichtig ist der Unterschied zwischen den Zuggattungen. AVE ist der klassische Hochgeschwindigkeitszug mit voller Ausstattung. Daneben gibt es günstigere Marken mit weniger Service, aber gleicher Geschwindigkeit. Für Kurzstrecken und in Regionen ohne Schnelltrasse fahren langsamere Regionalzüge, etwa die Media Distancia.

Die Anbieter im Überblick

1 AVE (Renfe)

Der AVE ist der Platzhirsch: schnell, komfortabel, mit reservierten Sitzen, oft mit Bordbistro und großzügigem Gepäckplatz. Er bedient die meisten Strecken, auch solche, die die Billiganbieter nicht anfahren. Wenn du Komfort und feste Zeiten willst, bist du hier richtig.

2 Avlo (Renfe)

Avlo ist die Billigtochter von Renfe: gleicher Zug, gleiche Geschwindigkeit, aber ohne Extras. Größeres Gepäck, Sitzplatzwahl und Verpflegung kosten Aufpreis. Wer flexibel und früh bucht, fährt damit sehr günstig zwischen Madrid, Barcelona, Valencia und dem Süden.

3 Ouigo

Ouigo gehört zur französischen Staatsbahn und fährt in Spanien knallig lackierte, doppelstöckige Züge. Die Basispreise sind oft die niedrigsten am Markt, dafür ist fast alles Zusatzoption. Ouigo bedient vor allem die großen Achsen ab Madrid nach Barcelona, Valencia, Alicante und Andalusien.

4 Iryo

Iryo ist der jüngste Anbieter, teils im Besitz der italienischen Bahn, und positioniert sich zwischen Billig und Komfort. Die Züge sind neu und schick, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist oft angenehm. Auch Iryo fährt die Hauptstrecken ab Madrid.

Gut zu wissen: Vergleiche vor der Buchung immer alle Anbieter, denn auf derselben Strecke können sich die Preise stark unterscheiden. Da alle dieselben Gleise nutzen, ist die Fahrzeit fast gleich, nur Preis und Service unterscheiden sich.

So buchst du richtig

Die Regel ist einfach: je früher, desto günstiger. Tickets werden meist ein bis mehrere Monate im Voraus freigeschaltet, und die Basistarife sind schnell weg. Wer spontan am selben Tag bucht, zahlt schnell ein Vielfaches. Buche AVE- und Avlo-Tickets direkt bei Renfe, die anderen bei Ouigo und Iryo.

Tickets: Am günstigsten fährst du, wenn du früh buchst und die Tarifstufen vergleichst. Renfe-Tickets bekommst du online, die Suche zeigt AVE und Avlo zusammen an.

Zur offiziellen Renfe-Website

Achte auf die Tarifnamen: Der Basistarif ist am günstigsten, aber weder erstattbar noch umbuchbar. Wer flexibel bleiben will, zahlt für die höhere Stufe. Für den Einstieg reicht der günstige Tarif, sobald deine Pläne feststehen.

Gepäck, Sitzplatz und an Bord

Beim AVE ist Gepäck unkompliziert: Du nimmst deine Koffer mit und verstaust sie in den Ablagen, ganz ohne Gewichtskontrolle wie am Flughafen. Bei den Billigmarken Avlo und Ouigo ist nur ein kleineres Freigepäck inklusive, größere Koffer kosten Aufpreis, lies also die Bedingungen vor der Buchung. Am Bahnhof solltest du wie bei einem Flug etwas Zeit einplanen, denn vor dem Bahnsteig gibt es eine Sicherheitskontrolle mit Gepäckscan.

Achtung: Sei rechtzeitig am Gleis. Die Bahnsteigsperren schließen einige Minuten vor Abfahrt, und die Gepäckkontrolle kann sich stauen. Plane an großen Bahnhöfen wie Madrid Atocha genügend Puffer ein.

Die schönsten Strecken

Madrid nach Sevilla war 1992 die erste AVE-Linie und ist bis heute ein Klassiker: in rund zweieinhalb Stunden von der Hauptstadt nach Andalusien, mit Halt in Córdoba. Die Strecke Madrid nach Barcelona verbindet die zwei größten Städte in gut zweieinhalb Stunden. Landschaftlich reizvoll ist die Fahrt von Málaga nach Córdoba durch die Berge, und die Verbindung nach Valencia bringt dich in unter zwei Stunden ans Mittelmeer.

Nicht alles ist Hochgeschwindigkeit: Die gemächlichen Regionalbahnen im grünen Norden, etwa entlang der baskischen und kantabrischen Küste, gehören zu den schönsten Zugfahrten des Landes. Wie du vom Bahnhof ins Zentrum kommst, steht in den lokalen Verkehrs-Guides, etwa für Madrid und Sevilla. Wer die Bahn zur Rundreise verbindet, findet Routen unter Andalusien-Rundreise und in den Spanien-Highlights.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen AVE und Avlo?

Beide sind Renfe-Hochgeschwindigkeitszüge und fahren gleich schnell auf denselben Gleisen. Der AVE ist die Komfortvariante mit inklusivem Gepäck, Sitzplatzwahl und mehr Service. Avlo ist die Billigmarke: gleicher Zug, aber Extras wie großes Gepäck oder Verpflegung kosten Aufpreis. Wer früh bucht und wenig braucht, fährt mit Avlo deutlich günstiger.

Wie bucht man Zugtickets in Spanien am günstigsten?

So früh wie möglich. Die Tickets kommen meist ein bis mehrere Monate vorher in den Verkauf, und die billigsten Tarife sind zuerst weg. Vergleiche auf den Hauptstrecken Renfe, Ouigo und Iryo, denn die Preise für dieselbe Fahrt unterscheiden sich stark. Am Reisetag selbst zahlst du fast immer am meisten.

Braucht man in Spanien eine Sitzplatzreservierung im Zug?

Im Fernverkehr ja: AVE, Avlo, Ouigo und Iryo sind reservierungspflichtig, dein Ticket gilt für einen bestimmten Zug und Platz. Ein spontanes Einsteigen wie bei einer S-Bahn ist hier nicht vorgesehen. Nur bei den regionalen Nahverkehrszügen, den Cercanías, steigst du ohne feste Reservierung ein.

Sollte man in Spanien fliegen oder den Zug nehmen?

Auf den großen Achsen ist der Zug meist die bessere Wahl. Von Stadtzentrum zu Stadtzentrum bist du mit dem AVE oft genauso schnell wie mit dem Flieger, sparst dir aber Wege zum Flughafen, Warteschlangen und Gepäckstress. Erst bei sehr langen Strecken oder auf die Inseln lohnt das Flugzeug wirklich.