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Spanien im Winter: Sonne, Städte und leere Museen

Spanien im Winter sind zwei Länder auf einmal. An der Südküste erreicht Almería im Januar 16,7 Grad bei nur vier Regentagen, auf Teneriffa sind es 20,2. Gleichzeitig fällt das Thermometer in Ávila nachts unter null, und über Vigo prasseln im Januar 201 Millimeter Regen herunter.

Wer den Unterschied kennt, bekommt die beste Version des Landes: warme Mittage, leere Museen, freie Tische und Preise, die mit der Hochsaison nichts zu tun haben. Hier steht, wohin du im Dezember, Januar und Februar fährst und wovon du besser die Finger lässt.

Spanien im Winter: Sonne, Städte und leere Museen
Foto: Lopezsuarez, CC0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Wärmste RegionKanaren, im Januar rund 20 Grad
  • Trockenste StadtAlmería, im Januar 22 Millimeter Regen
  • Kälteste StädteÁvila, León und Teruel, nachts unter null
  • Vorteilkurze Schlangen, niedrige Preise
  • FesteReyes im Januar, Karneval im Februar

Warum der Winter in Spanien funktioniert

Die Rechnung ist einfach. Im Sommer stehst du in Sevilla bei 37 Grad in der Schlange, im Winter läufst du bei 16 Grad durch dieselbe Altstadt und musst kaum warten. Die Sehenswürdigkeiten sind dieselben, das Erlebnis ist ein anderes. Dazu kommen kürzere Tage, die dich zwingen, dich auf zwei oder drei Dinge zu konzentrieren. Das ist kein Nachteil, sondern der beste Filter gegen Hetze.

Was du aufgibst: Baden, lange helle Abende und die Terrassenkultur an manchen Orten. Was du bekommst: leere Museen, verfügbare Tickets, Restaurants ohne Reservierung und Städte, die wieder den Einheimischen gehören.

Die Sonnenecke: Costa del Sol, Almería und Murcia

Der Südosten ist Spaniens verlässlichste Winterregion. Almería kommt im Januar auf 16,7 Grad und bekommt nur 22 Millimeter Regen an vier Tagen. Im Februar sind es sogar nur 13 Millimeter an drei Tagen, das ist der trockenste Wert des Landes. Málaga liegt mit 16,6 Grad gleichauf, hat aber mehr Regentage.

Weiter östlich bleibt es ähnlich mild. Murcia erreicht im Januar 16,7 Grad, Cartagena 16,2 und Alicante 16,3. In Nerja fällt das Thermometer nachts kaum unter 10,0 Grad. Das reicht nicht zum Baden, aber locker für lange Spaziergänge im T-Shirt mit Jacke darüber und für den Kaffee draußen.

Gut zu wissen: Milde Tage heißen nicht milde Nächte. In Granada fällt der Tiefstwert im Januar auf 3,2 Grad, in Almería auf 8,1. Viele spanische Altbauten sind schlecht isoliert und werden nur über die Klimaanlage beheizt. Prüfe bei der Buchung, ob die Unterkunft wirklich heizen kann.

Der Atlantik: Cádiz, Huelva und Sevilla

Sevilla ist im Januar mit 15,9 Grad und fünf Regentagen ein hervorragendes Winterziel. Alcázar und Kathedrale sind ohne Sommerschlange zu haben, und die Orangenbäume tragen Früchte. Cádiz liegt bei 16,0 Grad, Jerez de la Frontera bei 16,4.

Der Geheimtipp ist Huelva. Die Stadt kommt im Januar auf 16,3 Grad und nur 31 Millimeter Regen an fünf Tagen, damit ist sie trockener als Sevilla, Cádiz und Málaga. Von Sevilla sind es 110 Straßenkilometer, rund 1 Stunde 15 mit dem Auto. Tourismus findet dort im Winter praktisch nicht statt, dafür bekommst du leere Dünenstrände und Tapas zu Preisen, die anderswo längst Geschichte sind.

Januar im Vergleich

Mittlere Höchst- und Tiefstwerte in Grad Celsius, dazu die durchschnittliche Zahl der Regentage im Monat.

Stadt Tag Nacht Regentage
Santa Cruz de Tenerife 20,2 15,0 6
Las Palmas de Gran Canaria 19,9 14,9 8
Almería 16,7 8,1 4
Málaga 16,6 9,4 6
Valencia 16,2 7,0 3
Sevilla 15,9 6,5 5
Barcelona 13,4 4,8 4
Bilbao 12,3 5,8 15
Madrid 10,3 1,2 6
Ávila 7,2 -0,3 8

Bemerkenswert ist Valencia: nur drei Regentage im Januar, mehr trockene Tage als an der Costa del Sol und trotzdem 16,2 Grad. Und Bilbao zeigt, dass mild und trocken zwei verschiedene Dinge sind, 15 Regentage im Januar sind dort normal.

Madrid im Winter: kalt, trocken, leer

Madrid liegt auf 665 Metern und ist im Januar mit 10,3 Grad am Tag und 1,2 in der Nacht wirklich kalt. Dafür fällt kaum Regen, nur 38 Millimeter an sechs Tagen, und der Himmel ist oft strahlend blau. Das ist perfektes Museumswetter.

Genau darum lohnt sich der Winter in der Hauptstadt. Im Prado stehst du vor Velázquez, ohne dich durch drei Reihen zu schieben. Auch Reina Sofía und Thyssen sind angenehm leer, und die kostenlosen Abendfenster sind seltener überfüllt als im Frühjahr. Danach wärmst du dich in einer Bar auf, und dafür ist die spanische Winterküche mit Cocido, Eintöpfen und heißer Schokolade gemacht.

Wo es richtig kalt wird

Die Meseta und die Bergstädte sind im Winter keine Spaßveranstaltung, aber sie sind eindrucksvoll. Ávila auf 1127 Metern erreicht im Januar 7,2 Grad und fällt nachts auf minus 0,3. León kommt auf 7,9 Grad und minus 0,4, Burgos auf 7,1 und 0,1, Segovia auf 7,7 und 0,5.

Noch kälter ist es in Teruel auf 908 Metern mit minus 0,2 Grad in der Nacht und in Cuenca auf 941 Metern mit minus 0,4. Auch Astorga pendelt um den Gefrierpunkt. Wer diese Städte im Winter besucht, bekommt komplett leere Altstädte, klare Luft und Fotos ohne Menschen, braucht dafür aber einen echten Wintermantel. Von León sind es nach Astorga nur 50 Straßenkilometer und eine halbe Stunde.

Schnee und Stadt am selben Tag

Granada ist im Winter die spannendste Adresse Spaniens. Unten in der Stadt sind es 13,0 Grad am Tag, oben in der Sierra Nevada liegt Schnee. Du kannst morgens Ski fahren und nachmittags durch die Alhambra laufen. Die Tickets für die Nasridenpaläste sind im Winter noch verfügbar, während sie ab dem Frühjahr Wochen vorher weg sind. Die Skisaison bringt allerdings am Wochenende viel Verkehr auf die Bergstraße, fahre früh los.

Wovon du im Winter besser die Finger lässt

Der Nordwesten ist im Winter nass. Vigo bekommt im Januar 201 Millimeter Regen an 14 Tagen, Pontevedra 191 und Santiago de Compostela 163 an ebenfalls 14 Tagen. Lugo kommt auf 121 Millimeter, Ourense auf 129. Das ist Teil des Charmes von Galicien, für eine kurze Städtereise aber ein hohes Risiko. Ähnliches gilt für die baskische Küste, San Sebastián verzeichnet im Januar 207 Millimeter.

Tipp: Willst du im Winter garantierte Wärme, fliege auf die Kanaren. Arrecife auf Lanzarote kommt im Januar auf 19,2 Grad bei nur sechs Millimetern Regen, Las Palmas auf 19,9 Grad. Das ist das einzige Stück Spanien, in dem der Winter kein Winter ist.

Die Feste der kalten Monate

Am 5. Januar ziehen in fast jeder spanischen Stadt die Umzüge der Heiligen Drei Könige durch die Straßen, und die Könige werfen Süßigkeiten in die Menge. Für Familien ist das der schönste Abend des spanischen Winters, die Geschenke gibt es traditionell am 6. Januar. Im Februar folgt der Karneval, am größten in Cádiz und in Santa Cruz de Tenerife. Beide Städte sind dann Wochen im Voraus ausgebucht, mehr dazu im Überblick Feste in Spanien.

Häufige Fragen

Wo ist es in Spanien im Winter am wärmsten?

Auf den Kanaren. Santa Cruz de Tenerife kommt im Januar auf 20,2 Grad am Tag und 15,0 in der Nacht, Las Palmas auf 19,9 und 14,9. Auf dem Festland ist der Südosten am mildesten: Almería und Murcia erreichen jeweils 16,7 Grad, Málaga 16,6. Zum Baden reicht das am Festland nicht, für Städtebummel und lange Spaziergänge aber sehr wohl.

Kann man im Winter in Spanien noch draußen sitzen?

An der Südküste tagsüber ja, abends wird es überall frisch. In Málaga fällt der Tiefstwert im Januar auf 9,4 Grad, in Sevilla auf 6,5. Viele Bars stellen Heizpilze auf, und die Spanier setzen sich mit Jacke nach draußen. Rechne trotzdem damit, dass du abends lieber drinnen isst.

Lohnt sich Madrid im Winter?

Ja, gerade für Museen. Die Stadt ist mit 10,3 Grad am Tag kalt, aber sehr trocken, im Januar fallen nur 38 Millimeter Regen an sechs Tagen. Im Prado, im Reina Sofía und im Thyssen ist deutlich weniger los als im Frühjahr, und die Hotelpreise sind niedrig. Pack einen warmen Mantel ein, nachts geht es auf 1,2 Grad herunter.

Schneit es in spanischen Städten?

In den Höhenstädten der Meseta kommt Schnee regelmäßig vor. Ávila liegt auf 1127 Metern, Cuenca auf 941, Teruel auf 908 und Burgos auf 863. Dort sind Nachtwerte um oder unter null Grad im Januar normal. In der Sierra Nevada bei Granada liegt den ganzen Winter Schnee, dort wird auf über 2000 Metern Ski gefahren.

Welche Region sollte man im Winter meiden?

Den Nordwesten, wenn du nur wenige Tage Zeit hast. Vigo bekommt im Januar 201 Millimeter Regen an 14 Tagen, Pontevedra 191 und Santiago de Compostela 163. Auch die baskische Küste ist nass, San Sebastián kommt im Januar auf 207 Millimeter. Für eine längere Rundreise ist das machbar, für ein verlängertes Wochenende zu riskant.