Andalusien · Córdoba

Plaza del Potro

Die Plaza del Potro ist ein kleiner, weiß getünchter Platz zwischen Altstadt und Flussufer, benannt nach dem Brunnen mit dem steigenden Fohlen von 1577. Cervantes erwähnte die Herberge des Platzes im Don Quijote, heute teilen sich hier zwei Museen und ein Flamenco-Zentrum das Ensemble.

Wenn dir der Trubel rund um die Mezquita zu viel wird, findest du hier das ruhigere, sehr echte Córdoba.

Plaza del Potro
Foto: Rafaelji, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien
  • NamensgeberFohlenbrunnen von 1577
  • LageZwischen Altstadt und Guadalquivir
  • LiteraturErwähnt in Cervantes' Don Quijote
  • Besuchsdauer30 Minuten, mit Museen 2 Stunden
  • UmgebungFlussufer und Puente Romano

Lohnt sich die Plaza del Potro wirklich?

Ja, aber nicht wegen des Platzes selbst. Er ist klein, still und hübsch, mehr nicht. Was ihn lohnend macht, sind die Häuser drumherum: eine Herberge aus dem 15. Jahrhundert mit Flamenco-Zentrum, dazu zwei Kunstmuseen in einem gemeinsamen Innenhof. Kompakter bekommst du Kultur in Córdoba nirgends.

Wer nur einen Tag in der Stadt hat, streicht ihn. Ab dem zweiten Tag ist er einer der besten Vormittage, die Córdoba zu bieten hat.

Was du hier siehst

In der Platzmitte plätschert der Brunnen von 1577, gekrönt von einem sich aufbäumenden Fohlen, spanisch „potro“, das dem Platz den Namen gab. Er versorgte einst Reisende und ihre Tiere, denn rundherum lagen Herbergen.

An der Nordseite steht die Posada del Potro, eine Herberge aus dem 15. Jahrhundert mit offenem Hof und hölzernen Galerien. Cervantes kannte Córdoba gut und ließ sie im Don Quijote auftauchen, als Treffpunkt von Händlern, Gauklern und zwielichtigen Reisenden. Heute beherbergt das Gebäude das Centro Flamenco Fosforito, ein kleines Zentrum über den Flamenco und den Sänger Fosforito. Der Eintritt ist in der Regel frei.

Im ehemaligen Hospital de la Caridad an der Ostseite teilen sich zwei Häuser einen stillen Innenhof: das Museo de Bellas Artes und das Museo Julio Romero de Torres.

Details, die die meisten übersehen

Der Galeriehof der Posada. Er sieht noch fast so aus wie zu Cervantes‘ Zeiten, und du darfst hinein, auch ohne Interesse an Flamenco.

Die Öffnung zum Fluss. Zwei Minuten nach Süden stehst du am Guadalquivir mit Blick zum Puente Romano.

Der Triunfo an der Ecke. Auch hier steht eine Säule des Erzengels Rafael, kleiner als die am Fluss, aber älter.

Was oft schiefgeht

Nur den Brunnen fotografieren. Der Wert des Platzes liegt hinter den Türen.

Am Ruhetag kommen. Die Museen haben feste Schließtage, dann bleibt vom Besuch wenig übrig.

Wann du hingehen solltest

Am späten Vormittag: erst das Flamenco-Zentrum, dann eines der Museen, danach Mittagessen an der nahen Plaza de la Corredera. Abends ist der Platz still und stimmungsvoll beleuchtet, die Häuser sind dann aber zu.

Tipp: Lauf von der Mezquita am Flussufer hierher statt durch die Gassen. Der Weg dauert zehn Minuten, ist schattig und du siehst die alten Mühlen im Wasser. Adressen für danach findest du unter Essen & Trinken in Córdoba.

Danach: was in der Nähe liegt

Fünf Minuten nach Norden liegt die Plaza de la Corredera mit Markthalle und Terrassen. Nach Westen sind es zehn Minuten zur Mezquita, unterwegs kommst du am Archäologischen Museum vorbei. Mehr Highlights stehen unter Córdoba Sehenswürdigkeiten.

Tickets: Für den Platz und das Centro Flamenco Fosforito brauchst du keine, für die Museen kaufst du Tickets am Eingang. Reservieren musst du nirgends.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istPraktisch nie voll. Selbst mittags sitzen hier eher Nachbarn als Reisegruppen.
  • Wenn es regnetIdeal, denn drei überdachte Ziele liegen an einem Platz: Flamenco-Zentrum, Museo de Bellas Artes und Museo Julio Romero de Torres.
  • Mit KindernDer Brunnen und der Galeriehof der alten Herberge kommen gut an, die Museen weniger. Rechne mit einem kurzen Stopp.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Platz selbst ist eben und gut befahrbar. Die historischen Gebäude haben Schwellen und Stufen, das Flamenco-Zentrum ist im Erdgeschoss zugänglich.

Häufige Fragen

Warum heißt der Platz Plaza del Potro?

Nach dem Brunnen in der Platzmitte: Ihn krönt seit 1577 die kleine Figur eines steigenden Fohlens, auf Spanisch „potro“. Der Brunnen versorgte einst Reisende und ihre Tiere, denn rund um den Platz lagen Herbergen wie die berühmte Posada del Potro.

Was hat Cervantes mit der Plaza del Potro zu tun?

Cervantes hielt sich mehrfach in Córdoba auf und erwähnte die Posada del Potro in seinem Don Quijote. Die Herberge aus dem 15. Jahrhundert steht noch heute am Platz und beherbergt das Centro Flamenco Fosforito. Ihr Hof mit Holzgalerien sieht noch fast so aus wie zu Cervantes' Zeiten.

Lohnt sich die Plaza del Potro?

Ja, gerade als Kontrast zum Trubel an der Mezquita. Der Platz ist klein, ruhig und dicht an Geschichte: Cervantes-Schauplatz, Renaissancebrunnen und zwei Museen auf wenigen Metern. In Kombination mit einem Spaziergang am Flussufer gehört er zu den schönsten stillen Ecken der Altstadt.

Kostet das Centro Flamenco Fosforito Eintritt?

In der Regel nicht, der Besuch ist meist kostenlos. Du siehst den historischen Hof der Posada del Potro und eine Ausstellung über die Geschichte des Flamenco mit Hörstationen. Aktuelle Zeiten und Veranstaltungen prüfst du am besten kurz vorher auf der offiziellen Website des Tourismusbüros.

Wie weit ist es von der Mezquita zur Plaza del Potro?

Etwa zehn Gehminuten. Am schönsten läufst du am Guadalquivir entlang: von der Puerta del Puente flussabwärts bis zur kleinen Öffnung des Platzes zum Ufer. Alternativ schlenderst du durch die Gassen der Altstadt und kommst unterwegs an Kunsthandwerksläden vorbei.