Andalusien · Granada

La Alcaicería: der Basar

Die Alcaicería ist das Basarviertel Granadas: ein Geflecht enger Gassen direkt neben der Kathedrale, in dem sich Laden an Laden reiht. Früher wurde hier Seide gehandelt, heute sind es Lampen, Keramik, Ledertaschen und Gewürze.

Ja, das ist touristisch. Aber der Zuschnitt der Gassen ist ein Stück maurisches Erbe mitten im Zentrum, und für Mitbringsel gibt es keinen praktischeren Ort in der Stadt.

La Alcaicería: der Basar
Foto: Chabe01, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien
  • UrsprungMaurischer Seidenmarkt, Wiederaufbau nach Brand 1843
  • Besuchsdauer20 bis 45 Minuten
  • LageDirekt neben Kathedrale und Plaza Bib-Rambla
  • EintrittFrei zugängliche Gassen

Lohnt sich die Alcaicería wirklich?

Als eigenständiges Ziel: nein. Es sind ein paar fotogene Gassen voller Souvenirläden, die du in zwanzig Minuten gesehen hast, und das Original ist es auch nicht mehr. Als Station auf dem Weg zwischen Kathedrale und Plaza Bib-Rambla: unbedingt, denn der Abstecher kostet dich praktisch keine Zeit.

Wer Mitbringsel sucht, ist hier ohnehin richtig. Nirgendwo sonst in Granada findest du so viel Auswahl auf so wenigen Quadratmetern, vom Massenprodukt bis zur echten Handarbeit.

Was du hier siehst

Zur Nasridenzeit war die Alcaicería der bewachte Großmarkt für Seide und Edelwaren, ein abschließbares Viertel mit mehreren Toren. Das Original brannte 1843 fast vollständig ab, der heutige Bau ist eine verkleinerte Rekonstruktion im neomaurischen Stil. Hufeisenbögen, Stuckornamente und schmale Durchgänge geben dir trotzdem eine gute Ahnung davon, wie kompakt orientalischer Handel funktionierte.

Typisch für Granada sind Taracea-Arbeiten, Kästchen und Schachbretter mit feinen Holzeinlagen, dazu die blau-grün bemalte Fajalauza-Keramik und Granatapfel-Motive in allen Varianten, das Symbol der Stadt. Die Qualität schwankt stark. Frag ruhig nach, wo ein Stück gefertigt wurde, seriöse Händler erklären dir den Unterschied gern.

Das übersehen die meisten

  • Die Calle Calderería Nueva zehn Gehminuten weiter, die Gasse der Teterías mit Minztee und arabischem Gebäck am Fuß des Albaicín.
  • Die Rückseite Richtung Plaza Bib-Rambla, wo zwischen den Souvenirs noch ein paar alte Gewürz- und Kräuterläden stehen.
  • Der Blick nach oben. Die neomaurischen Stuckbögen über den Durchgängen sind der eigentliche Grund, warum das Viertel fotogen ist.

Typische Fehler

  • Im ersten Laden zuschlagen. Die Preisspannen sind erstaunlich, vergleiche in zwei, drei Geschäften.
  • Bei Kleinkram handeln wollen. Üblich ist das nur bei größeren Käufen, und auch dann höflich.
  • Mittags kommen und vor geschlossenen Läden stehen. Einzelne Geschäfte machen Pause.

Wann du hingehen solltest

Vormittags kurz nach Ladenöffnung ist es am ruhigsten und am besten zum Stöbern. Am frühen Abend wird es voll, dafür ist die Stimmung mit den beleuchteten Lampenläden am schönsten.

Tipp: Wenn du beides willst: morgens kaufen, abends fotografieren.

Danach: was in der Nähe liegt

Die Plaza Bib-Rambla mit ihren Blumenständen und Churrerías liegt direkt südlich, keine zwei Minuten entfernt. Der Corral del Carbón, das älteste maurische Bauwerk der Stadt, steht zwei Minuten östlich. Bis zur Plaza Nueva sind es fünf Minuten, bis zur Calderería Nueva zehn. Wie du das zu einem Stadtbummel verbindest, steht in der Übersicht Granada Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAm vollsten ist es am späten Nachmittag, wenn Reisegruppen von der Kathedrale kommen. Morgens kurz nach Ladenöffnung stöberst du in Ruhe und fotografierst ohne fremde Rücken im Bild.
  • Wenn es regnetDie Gassen sind eng und teilweise überspannt, ein kurzer Schauer stört kaum. Für längeren Regen wechselst du zwei Minuten weiter in Kathedrale oder Capilla Real.
  • Mit KindernKurz, bunt und voller Dinge zum Anfassen, das funktioniert. Nur ist es eng, halte kleine Kinder an der Hand und rechne mit Kaufwünschen an jedem zweiten Stand.
  • Mit eingeschränkter MobilitätEbenerdig und ohne Stufen, aber sehr eng. Mit Rollstuhl oder Kinderwagen ist es zu Stoßzeiten mühsam, am Morgen dagegen gut machbar.

Häufige Fragen

Ist die Alcaicería noch der originale Basar?

Nein. Der originale Seidenmarkt aus der Nasridenzeit brannte 1843 ab, das heutige Viertel ist ein Wiederaufbau des 19. Jahrhunderts im neomaurischen Stil und deutlich kleiner als das Original. Die Lage, der Zuschnitt der Gassen und die Handelsatmosphäre gehen aber direkt auf den maurischen Markt zurück.

Lohnt sich die Alcaicería, wenn ich nichts kaufen will?

Für den Spaziergang allein: ja, aber erwarte keine große Sehenswürdigkeit. Es sind ein paar fotogene Gassen, die du in 20 Minuten gesehen hast. Da sie direkt zwischen Kathedrale und Plaza Bib-Rambla liegen, kostet dich der Abstecher praktisch keine Zeit.

Was ist ein typisches Souvenir aus Granada?

Am typischsten sind Taracea-Arbeiten, Kästchen und Schachbretter mit feinen Holzeinlagen, sowie die blau-grün bemalte Fajalauza-Keramik. Beliebt sind außerdem Granatapfel-Motive in allen Formen, das Symbol der Stadt. Solche Stücke bekommst du in der Alcaicería in vielen Preisklassen.

Wo finde ich die Teterías in Granada?

Die größte Dichte hat die Calle Calderería Nueva, eine ansteigende Gasse am Übergang vom Zentrum in den Albaicín, etwa zehn Gehminuten von der Alcaicería. Dort reihen sich Teehäuser mit Minztee, Shishas und arabischem Gebäck aneinander, dazu Läden mit Gewürzen und Süßigkeiten.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Vormittags kurz nach Ladenöffnung ist es am ruhigsten, dann kannst du in Ruhe stöbern und fotografieren. Am späten Nachmittag und frühen Abend wird es voll, dafür ist die Stimmung mit beleuchteten Lampenläden am schönsten. Mittags haben einzelne Geschäfte Pause.