Auf einen Blick
- RegionBalearen (Mallorca)
- StatusHauptstadt der Balearen
- Kathedrale La SeuBaubeginn 13. Jahrhundert, vollendet 1601
- Ideale Dauer2 bis 3 Tage
- Beste ReisezeitApril bis Juni, September und Oktober
- AnreiseFlughafen PMI, rund 8 km vom Zentrum
Warum Palma?
Palma liegt an einer weiten Bucht, mit der Serra de Tramuntana im Rücken und der Kathedrale direkt an der Uferkante. Die Altstadt ist ein Gewirr aus engen Gassen, in denen hinter schweren Holztoren plötzlich ein Innenhof mit Steinbögen auftaucht. Dazwischen liegen Bastionen der alten Stadtmauer, arabische Bäder und Plätze, auf denen die Einheimischen ihren Kaffee trinken.
Das Besondere: Palma ist keine reine Urlaubskulisse, sondern eine ganzjährig funktionierende Stadt mit rund 400.000 Einwohnern. Auch im Januar sind Märkte, Bars und Museen offen. Wer die Insel kennt und Ballermann-Klischees erwartet, wird überrascht sein, wie wenig davon in der Altstadt ankommt. Die Partyzone liegt zehn Kilometer weiter östlich.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Palma
1 Kathedrale La Seu
Die gotische Kathedrale steht auf der alten Stadtmauer und spiegelt sich im flachen Wasserbecken des Parc de la Mar. Der Bau begann im 13. Jahrhundert nach der Eroberung durch Jaume I. und zog sich bis 1601 hin. Innen tragen schlanke Achtecksäulen ein sehr hohes Mittelschiff, das Licht fällt durch Buntglas auf den Boden.
Zwei Namen machen La Seu besonders. Antoni Gaudí baute den Innenraum zwischen 1904 und 1914 um und hängte den schmiedeeisernen Baldachin über den Altar. 2007 gestaltete der mallorquinische Künstler Miquel Barceló eine Seitenkapelle mit einer Keramikwand aus Fischen, Broten und Meeresgetier. Geh am Vormittag, dann steht die Sonne günstig für die große Fensterrose.
2 Palau de l’Almudaina
Direkt gegenüber der Kathedrale steht der Königspalast, hervorgegangen aus einer maurischen Festung. Innen siehst du Wandteppiche, Kassettendecken und schlichte Säle, außen einen arabisch geprägten Garten mit Blick über den Hafen. Der Rundgang dauert unter einer Stunde und ergänzt die Kathedrale gut.
3 Castell de Bellver
Das runde gotische Kastell aus dem frühen 14. Jahrhundert thront auf einem bewaldeten Hügel westlich der Stadt. Es ist die einzige komplett kreisrunde Burg Spaniens, der zweistöckige Innenhof mit umlaufenden Bögen wirkt fast wie ein Kloster. Heute steckt darin das Stadtgeschichtsmuseum.
Der Weg hinauf zieht sich, es geht gut 100 Höhenmeter bergauf. Wenn du zu Fuß gehst, nimm den schattigen Waldweg und plane bei Hitze eine Wasserflasche ein. Von der Dachterrasse siehst du die Bucht, den Hafen und bei klarer Luft die Berge der Tramuntana.
4 Die Patios der Altstadt
Palmas heimliche Attraktion sind die Innenhöfe der alten Stadtpaläste rund um die Carrer de Can Savellà und die Carrer del Sol. Hinter den Toren liegen Höfe mit Bögen, Brunnen, Freitreppen und Wagenremisen. Viele Tore stehen tagsüber offen, hineingehen darfst du meist bis zum Gitter.
Geh langsam und schau in jede offene Tür, das ist der beste Spaziergang der Stadt und kostet nichts. Rund um die Plaça de Cort und den Bischofspalast findest du die dichteste Auswahl.
5 Es Baluard
Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst sitzt in der Renaissance-Bastion Sant Pere über dem Hafen. Die Sammlung zeigt Kunst mit Bezug zu den Balearen, unter anderem Werke von Miró, der lange auf Mallorca lebte. Der beste Teil ist die Terrasse auf der Mauerkrone mit Blick auf Segelboote und Kathedrale.
6 Banys Àrabs und Sa Calatrava
Von der maurischen Stadt Medina Mayurqa ist wenig übrig, die kleinen arabischen Bäder mit ihrer Kuppel und den ungleichen Säulen gehören dazu. Sie liegen in einem Garten im ruhigen Viertel Sa Calatrava, dem ältesten Teil der Altstadt. Nimm dir Zeit für die Gassen ringsum, hier wohnen die Leute wirklich.
7 Passeig del Born und Mercat de l’Olivar
Der Passeig del Born ist die Prachtallee der Stadt, gesäumt von Platanen und Luxusläden. Wenige Minuten nördlich liegt der Mercat de l’Olivar, die große Markthalle mit Fisch, Gemüse und Ständen, an denen du im Stehen isst. Vormittags ist Betrieb, sonntags bleibt der Markt geschlossen.
8 Stadtstrand und Uferpromenade
Palma hat einen echten Stadtstrand: Die Platja de Can Pere Antoni beginnt unterhalb der Kathedrale, dahinter läuft der Radweg weiter zum alten Fischerhafen Portixol und ins Viertel Es Molinar. Der Sand ist schmal, das Wasser sauber, und du sitzt nach zwanzig Gehminuten mit den Füßen im Meer.
Wer breiten Sand und Strandbars will, fährt mit dem Bus zur Platja de Palma. Dort beginnt allerdings auch die laute Zone rund um S’Arenal, die mit dem Rest der Stadt wenig zu tun hat.
Tipp: Kauf das Kathedralenticket online, sonst stehst du am Vormittag mit den Kreuzfahrtgruppen in einer Reihe. Und lass dich vom Aussichtsturm-Angebot nicht drängen: Den schönsten Blick auf La Seu hast du gratis vom Wasserbecken im Parc de la Mar oder abends von der Bastion bei Es Baluard.
Ausflug mit dem Zug nach Sóller
Ab der Plaça d’Espanya fährt eine Schmalspurbahn von 1912 in gut einer Stunde durch die Serra de Tramuntana nach Sóller. Die Strecke führt durch Tunnel und über Orangenhaine, in Sóller steigst du in eine historische Straßenbahn um, die zum Hafen weiterrumpelt. Ein halber Tag, sehr touristisch, aber die Fahrt lohnt sich. Fahr früh, dann sind die Holzwaggons nicht überfüllt.
Gut zu wissen: Die Serra de Tramuntana, das Gebirge hinter Palma, steht seit 2011 als Kulturlandschaft auf der UNESCO-Welterbeliste. Die Trockensteinmauern und Terrassen an den Hängen sind Handarbeit aus Jahrhunderten.
Anreise: Flugzeug und Fähre
Der Flughafen Son Sant Joan (PMI) liegt rund acht Kilometer östlich der Stadt und ist einer der verkehrsreichsten Spaniens. Im Sommer fliegt praktisch jeder deutschsprachige Airport hierher, im Winter bleibt ein solides Grundangebot. Die Flughafenbuslinie A1 fährt ins Zentrum und braucht etwa 20 Minuten, Taxis stehen vor der Ankunftshalle.
Mit der Fähre kommst du von Barcelona, Valencia und Dénia herüber, je nach Schiff dauert die Überfahrt zwischen gut drei und acht Stunden. Der Hafen liegt westlich der Altstadt, zu Fuß etwa 30 Minuten oder eine kurze Busfahrt. Praktisch ist die Fähre vor allem, wenn du dein eigenes Auto mitnehmen willst. Von Palma aus gibt es außerdem Schnellfähren nach Ibiza und nach Menorca.
Klima und beste Reisezeit
Palma hat mildes Mittelmeerklima. Juli und August sind heiß, teuer und voll, dann ist die Stadt tagsüber anstrengend. Am angenehmsten sind April bis Juni sowie September und Oktober: warme Tage, laue Abende, badbares Meer im Frühherbst. Der Winter bleibt mild und grün, im Februar blühen die Mandelbäume im Inselinneren. Regen fällt vor allem im Spätherbst.
Essen und Trinken
Das mallorquinische Standardgericht heißt pa amb oli: geröstetes Bauernbrot mit Tomate, Olivenöl, dazu Schinken oder Schafskäse. Dazu kommen Sobrassada, eine streichbare Paprikawurst, und Tumbet, ein Auflauf aus Kartoffeln, Auberginen und Paprika. Süß wird es mit der Ensaïmada, dem spiralförmigen Schmalzgebäck, das viele Urlauber im Pappkarton mit nach Hause nehmen.
Am besten isst du rund um den Mercat de Santa Catalina und in den Gassen östlich der Plaça Major. Meide die Terrassen direkt am Passeig del Born, dort zahlst du vor allem für die Lage. Und plane spanisch: Vor 20 Uhr sind die guten Lokale leer, ab 21 Uhr voll.
Hotels: die besten Viertel
Am schönsten wohnst du in der Altstadt zwischen Kathedrale und Plaça Major. Du bist zu Fuß überall, dafür sind die Zimmer oft klein und die Nächte rund um La Llotja laut, weil sich dort die Bars drängen. Ruhiger und trotzdem zentral liegt Sa Calatrava.
Santa Catalina westlich des Zentrums ist das Viertel der Markthalle und der guten Restaurants, gut für längere Aufenthalte. Portixol und Es Molinar bieten Meer, Ruhe und kurze Radwege in die Stadt. Am Paseo Marítimo stehen die großen Hotels mit Hafenblick, dort ist es abends lebhaft. Die Playa de Palma solltest du nur buchen, wenn du wirklich Strandurlaub willst, nicht für einen Städtetrip.
Palma und Umgebung
Von Palma aus erreichst du in einer knappen Stunde Valldemossa und Deià in der Tramuntana, in einer halben Stunde die Buchten des Südens. Mit dem Bus geht vieles, aber für die Bergdörfer ist ein Mietwagen entspannter. Wenn du Spaniens Küstenstädte vergleichen willst, hilft dir unsere Übersicht zu Städten am Meer. Wie sich die Balearen im Verhältnis zu den anderen Regionen einordnen, zeigt der Überblick zu den autonomen Gemeinschaften, und wo Palma unter den großen Städten des Landes steht, liest du bei den größten Städten Spaniens.
Klima und Anreise auf einen Blick
- Wärmster MonatJuli, 32 °C
- Kühlster MonatJanuar, 8 °C
- Trockenster MonatJuli
- Höhe34 m
Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius
Regen Millimeter und Regentage pro Monat
Entfernung ab deutschen Flughäfen
| Ab | Entfernung | Flugzeit ca. |
|---|---|---|
| Stuttgart (STR) | 1.141 km | 2 Std. 0 Min. |
| München (MUC) | 1.218 km | 2 Std. 5 Min. |
| Frankfurt (FRA) | 1.253 km | 2 Std. 10 Min. |
| Köln/Bonn (CGN) | 1.304 km | 2 Std. 15 Min. |
| Düsseldorf (DUS) | 1.342 km | 2 Std. 15 Min. |
| Berlin (BER) | 1.648 km | 2 Std. 40 Min. |
| Hamburg (HAM) | 1.659 km | 2 Std. 40 Min. |
Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.
Städte in der Nähe
| Stadt | Entfernung | Mit dem Auto etwa |
|---|---|---|
| Ibiza-Stadt | 126 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Barcelona | 207 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Tarragona | 209 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Lloret de Mar | 237 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Valencia | 260 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Benidorm | 266 km | nur mit Fähre oder Flug |
Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.
Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte man für Palma einplanen?
Zwei volle Tage reichen für Kathedrale, Almudaina, Altstadt mit Patios, Es Baluard und Castell de Bellver. Mit einem dritten Tag hast du Zeit für den Zug nach Sóller oder einen Strandnachmittag. Wer Mallorca insgesamt bereist, nutzt Palma gut als erste oder letzte Station, weil der Flughafen so nah liegt.
Lohnt sich Palma auch im Winter?
Ja. Palma ist eine ganzjährig bewohnte Stadt, Museen, Märkte und Restaurants haben offen. Die Temperaturen liegen im Winter meist im milden Bereich, für Städtetouren ist das angenehm. Baden fällt aus, dafür sind Flüge und Hotels günstiger und die Altstadt gehört fast dir allein. Im Februar blühen die Mandelbäume.
Hat Palma de Mallorca einen Strand?
Ja, gleich mehrere. Die Platja de Can Pere Antoni liegt unterhalb der Kathedrale und ist zu Fuß erreichbar, weiter östlich folgen Portixol und Ciutat Jardí. Der große, breite Sandstrand ist die Playa de Palma Richtung S'Arenal, dorthin fährst du mit dem Bus. Für einen Städtetrip reicht der Stadtstrand völlig.
Braucht man in Palma ein Auto?
In der Stadt nicht. Die Altstadt ist Fußgängergebiet oder eng und schwer zu befahren, Parkhäuser sind teuer. Busse und Taxis decken den Rest ab. Ein Mietwagen lohnt sich erst, wenn du in die Tramuntana oder zu den Buchten im Osten willst. Miete ihn dann für einzelne Tage statt für die ganze Woche.
Ist Palma dasselbe wie der Ballermann?
Nein. Die Partymeile liegt an der Playa de Palma rund um S'Arenal, gut zehn Kilometer vom Zentrum entfernt. In der Altstadt merkst du davon nichts. Wenn du in Palma wohnst und die Playa de Palma meidest, erlebst du eine ruhige spanische Hauptstadt mit gutem Essen und viel Architektur.






