Auf einen Blick
- Provinz1, deckungsgleich mit der Region
- HauptstadtMadrid, größte Stadt Spaniens
- WelterbeEl Escorial, Alcalá de Henares, Aranjuez, Paseo del Prado
- NationalparkSierra de Guadarrama
- HöhenlageMadrid liegt auf rund 650 Metern
- Beste ReisezeitApril bis Juni, September und Oktober
Der Charakter der Region
Die Region Madrid, spanisch Comunidad de Madrid, besteht aus einer einzigen Provinz und ist eine der kleinsten Gemeinschaften des Landes. Fast alles dreht sich um die Hauptstadt: Museen, Verkehrsknoten, Arbeitsplätze. Rundherum liegen Kleinstädte, die einmal königliche Residenzen waren, und im Norden die Sierra de Guadarrama, wo im Winter Schnee liegt.
Für Reisende bedeutet das eine sehr einfache Logik. Du nimmst dir ein Hotel in Madrid, gibst der Stadt drei bis vier Tage und hängst zwei oder drei Ausflüge an. Wie du dich in der Stadt selbst bewegst, steht im Guide zum Verkehr in Madrid, die Sehenswürdigkeiten findest du unter Madrid Sehenswürdigkeiten.
Madrid als Basis
Kaum eine europäische Hauptstadt eignet sich so gut als Standort. Das Zentrum ist kompakt, die Metro dicht und günstig, und die Vorortzüge der Cercanías fahren von Atocha und Chamartín in alle Richtungen. Wer drei Nächte bleibt, kann bequem zwei Tage Stadt und zwei halbe Tage Umland kombinieren, ohne einmal umzuziehen.
Welches Viertel für dich passt, erklären wir unter Hotels in Madrid. Kurz gesagt: Wohne zwischen Sol, Malasaña und dem Barrio de las Letras, dann bist du zu Fuß überall und trotzdem in zehn Minuten am Bahnhof.
Die vier klassischen Tagesausflüge
1 El Escorial
Philipp II. ließ ab 1563 ein Bauwerk errichten, das Kloster, Palast, Bibliothek und Königsgruft in einem ist. Der Grundriss ist streng, die Fassaden sind fast schmucklos, und genau das macht den Eindruck so gewaltig. Im Panteón de los Reyes liegen die spanischen Könige übereinander in Marmorsärgen, die Bibliothek gehört zu den schönsten Europas.
Der Ort liegt auf 1.000 Metern am Fuß der Sierra und ist deshalb im Sommer angenehm kühl. Rechne mit zwei bis drei Stunden für den Komplex plus Zeit für den Ort selbst. Alle Details stehen auf unserer Seite zu El Escorial.
2 Aranjuez
Der Sommerpalast der Bourbonen liegt südlich von Madrid am Tajo, umgeben von Gärten, die sich über Kilometer ziehen. Der Jardín del Príncipe ist ein schattiger Landschaftspark mit alten Bäumen, im Palast beeindruckt vor allem der Porzellansaal. Die Kulturlandschaft von Aranjuez steht auf der Welterbeliste.
Aranjuez ist der grünste der vier Ausflüge und der beste bei Hitze. Die Stadt ist berühmt für Erdbeeren und Spargel, beides landet im Frühsommer auf jeder Speisekarte. Nimm Zeit für die Gärten mit, sie sind der eigentliche Grund für die Fahrt.
3 Alcalá de Henares
Hier wurde Miguel de Cervantes geboren, sein Geburtshaus ist heute ein kleines Museum. Wichtiger ist die Universität von 1499, deren Fassade zu den Meisterwerken der spanischen Renaissance zählt. Die Calle Mayor mit ihren Arkaden ist eine der längsten überdachten Gassen Spaniens, und auf fast jedem Turm nistet ein Storch.
Alcalá ist der einfachste Ausflug: mit dem Vorortzug rund 35 Minuten, danach alles zu Fuß machbar. Ein halber Tag reicht, gut kombinierbar mit einem späten Mittagessen in einer der historischen Tavernen.
4 Chinchón
Ein Dorf mit einer der ungewöhnlichsten Plazas Spaniens: rund, unregelmäßig, umlaufend von grünen Holzbalkonen in mehreren Etagen. Sie diente als Marktplatz, Theater und Stierkampfarena zugleich und wird bis heute für Feste genutzt. Rundherum liegen Tavernen, in denen es Lammbraten und den örtlichen Anislikör gibt.
Chinchón ist der einzige der vier Klassiker ohne Bahnanschluss, du kommst mit dem Bus oder dem Auto hin. Der Ort lässt sich in zwei Stunden erkunden und lohnt vor allem für ein langes Mittagessen. Wer stilvoll übernachten will, findet hier einen Parador in einem ehemaligen Kloster.
Tipp: Kombiniere nicht zwei Paläste an einem Tag. El Escorial und Aranjuez sind beide anstrengend und liegen in entgegengesetzten Richtungen. Besser: ein Palasttag, ein Städtchentag, ein Bergtag.
Weiter raus: die besten Ziele hinter der Regionsgrenze
Einige der lohnendsten Tagesausflüge ab Madrid liegen streng genommen in den Nachbarregionen, sind aber genauso schnell erreichbar. Toledo steht auf einem Felsen über dem Tajo und ist mit dem Schnellzug in gut einer halben Stunde da. Segovia mit dem römischen Aquädukt und dem Alcázar liegt ähnlich nah.
Dazu kommen Ávila mit seiner kompletten Stadtmauer und, für einen längeren Tag, Cuenca mit den hängenden Häusern. Wenn du zwei dieser Ziele einbaust, lohnt sich ein Blick auf die Regionen Kastilien und León und Kastilien-La Mancha.
Natur: die Sierra de Guadarrama
Nördlich der Stadt zieht sich ein Gebirgszug mit Gipfeln über 2.400 Metern, seit 2013 Nationalpark. Im Sommer ist es dort oben zehn Grad kühler als in Madrid, im Winter fahren die Madrilenen zum Skifahren hoch. Wandern kannst du ab La Pedriza bei Manzanares el Real, wo bizarre Granitfelsen aus dem Wald ragen. Im Ort selbst steht eine gut erhaltene Burg aus dem 15. Jahrhundert.
Weitere lohnende Ziele: das Kloster El Paular bei Rascafría mit einem alten Buchenwald in der Nähe, das ummauerte Buitrago del Lozoya am Fluss und das Schieferdorf Patones de Arriba. Für all das brauchst du ein Auto, öffentliche Verbindungen gibt es nur eingeschränkt.
Gut zu wissen: Die Region hat mehrere Welterbestätten auf engem Raum: El Escorial, die Universitätsstadt Alcalá de Henares, die Kulturlandschaft Aranjuez und den Paseo del Prado mit dem Retiro-Park mitten in Madrid. Drei davon schaffst du an drei Tagen.
Routenvorschlag für vier Tage
Tag 1: Madrid, Altstadt und Königspalast, abends Tapas in La Latina. Tag 2: Prado und Retiro, nachmittags Gran Vía. Tag 3: El Escorial am Vormittag, zurück in die Stadt für den Abend. Tag 4: Toledo oder Segovia als ganzer Tag mit dem Schnellzug.
Hast du fünf oder sechs Tage, schiebst du Alcalá de Henares als halben Tag und Aranjuez oder Chinchón als entspannten Ausflug dazwischen. Konkrete Ideen für die Stadt selbst findest du unter Madrid Insider-Tipps.
Praktisch: Anreise zu den Ausflugszielen
Die meisten Ziele erreichst du mit den Cercanías, den Vorortzügen. El Escorial und Aranjuez liegen an der Linie C-3, Alcalá de Henares an den Linien C-2 und C-7. Tickets gibt es am Automaten, Reservierungen sind nicht nötig, die Züge fahren mehrmals pro Stunde. Nach Chinchón fährst du mit dem Bus ab dem Busbahnhof Conde de Casal.
Für Toledo und Segovia nimmst du besser den Schnellzug ab Atocha beziehungsweise Chamartín, weil du damit jeweils nur gut eine halbe Stunde unterwegs bist. Diese Züge sind kontingentiert, buche sie ein paar Tage vorher.
Achtung: Viele Paläste und Museen im Umland schließen montags. Plane deinen Ausflugstag nicht auf einen Montag, sonst stehst du vor verschlossenen Toren. Prüfe kurz vorher die offizielle Website, die Ruhetage unterscheiden sich je nach Ort.
Alle weiteren Landesteile findest du im Überblick unter Regionen Spaniens.
Häufige Fragen
Welche Tagesausflüge ab Madrid lohnen sich am meisten?
Toledo und Segovia stehen ganz oben, beide sind mit dem Schnellzug in gut einer halben Stunde erreichbar und bieten komplette Altstädte. Innerhalb der Region ist El Escorial der beeindruckendste Ausflug, gefolgt von Alcalá de Henares und den Gärten von Aranjuez. Chinchón lohnt vor allem für ein langes Mittagessen an der runden Plaza.
Wie kommt man von Madrid nach El Escorial?
Am einfachsten mit dem Vorortzug der Cercanías-Linie C-3 ab Atocha oder Chamartín, die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Vom Bahnhof gehst du entweder 20 Minuten bergauf oder nimmst den örtlichen Bus zum Kloster. Alternativ fahren Busse ab Moncloa. Ein Auto brauchst du nicht, die Bahn ist günstiger und du sparst dir die Parkplatzsuche.
Wie viele Tage sollte man für Madrid und Umgebung einplanen?
Drei Tage für die Stadt und zwei zusätzliche für Ausflüge sind ein gutes Maß. Damit siehst du die großen Museen, die Altstadt und zwei Ziele im Umland ohne Hetze. Wer nur ein langes Wochenende hat, konzentriert sich auf die Stadt und hängt einen halben Tag Alcalá de Henares oder einen ganzen Tag Toledo an.
Braucht man in der Region Madrid ein Auto?
Für die klassischen Ausflugsziele nicht. El Escorial, Aranjuez, Alcalá, Toledo und Segovia erreichst du mit Zügen, Chinchón mit dem Bus. Ein Auto lohnt sich erst, wenn du in die Sierra de Guadarrama willst, also nach Manzanares el Real, Rascafría, Buitrago del Lozoya oder Patones. In der Stadt selbst ist ein Auto eher hinderlich.
Wann ist die beste Reisezeit für Madrid und Umgebung?
April bis Juni und September bis Oktober. Dann liegen die Temperaturen angenehm zwischen 20 und 28 Grad und die Ausflüge machen Spaß. Der Juli und August sind heiß, mit über 35 Grad und wenig Schatten in der Ebene. Der Winter ist kalt und klar, in der Sierra liegt Schnee, dafür sind Museen und Paläste angenehm leer.






