Andalusien · Sevilla

Museo de Bellas Artes

Das Museo de Bellas Artes gilt als zweitwichtigste Pinakothek Spaniens nach dem Prado, und es ist herrlich unterschätzt: Während sich anderswo die Massen drängen, stehst du hier oft allein vor Meisterwerken von Murillo, Zurbarán und Valdés Leal, untergebracht in einem ehemaligen Kloster mit drei Patios.

Für EU-Bürger ist der Eintritt kostenlos. Hier liest du, welche Säle wirklich zählen, wie du bei knapper Zeit vorgehst und wann das Haus am leersten ist.

Museo de Bellas Artes
Foto: Jl FilpoC, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien
  • LagePlaza del Museo, nahe Plaza de Armas
  • GebäudeEhemaliges Mercedarier-Kloster, 17. Jahrhundert
  • Eröffnet1841
  • Dauer1,5 bis 2 Stunden
  • SchwerpunktSevillaner Barock: Murillo, Zurbarán

Lohnt sich das Museo de Bellas Artes wirklich?

Unbedingt. Es gilt als zweitwichtigste Gemäldesammlung Spaniens, und nirgendwo sonst siehst du den sevillanischen Barock so geballt. Dazu kommt das Gebäude: ein Kloster mit drei azulejogeschmückten Patios und einer ehemaligen Klosterkirche, die heute Ausstellungssaal ist. Für EU-Bürger ist der Eintritt frei.

Wer mit religiöser Malerei wenig anfangen kann, sollte trotzdem ehrlich abwägen: Der Bestand ist thematisch eng, es geht um Heilige, Mönche und Madonnen. Dann reicht eine fokussierte Stunde in den Murillo-Sälen, und der Rest der Zeit gehört der Stadt.

Was du hier siehst

Das Museum entstand 1835, als Spanien seine Klöster auflöste und deren Kunstschätze einsammelte, und residiert seit 1841 im früheren Convento de la Merced. Der Höhepunkt ist die frühere Klosterkirche, in der heute die großen Murillos hängen, unter einer bemalten Kuppel. Dieser Saal gehört zu den schönsten Museumsräumen Europas, und oft stehst du fast allein darin.

Der Rundgang führt chronologisch vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Das Herzstück ist das Goldene Zeitalter: Murillos Madonnen und seine Virgen de la Servilleta, Zurbaráns Mönchsbilder mit ihren fast fotografischen Gewändern und die drastischen Werke von Valdés Leal. Dazu kommen ein Porträt von El Greco und Skulpturen von Martínez Montañés.

Ein Wort zur Einordnung: Diese Bilder hingen ursprünglich in Klöstern und Kirchen der Stadt. Sie kamen nicht durch Ankäufe hierher, sondern durch die Auflösung der Klöster. Deshalb passt die Sammlung so genau zu Sevilla, sie ist buchstäblich aus der Stadt selbst zusammengetragen.

Der Rundgang

1 Patios und Treppenhaus

Fang mit dem Gebäude an: drei Innenhöfe mit Kacheln und Orangenbäumen, dazwischen eine barocke Treppe. 15 Minuten.

2 Sala V, die Klosterkirche

Der wichtigste Raum mit den großformatigen Murillos unter bemalter Kuppel. Setz dich auf die Bank in der Mitte, von dort wirkt der Saal am stärksten. 30 Minuten.

3 Zurbarán und Valdés Leal

Die angrenzenden Säle zeigen Zurbaráns Mönchsporträts und die Vanitas-Malerei von Valdés Leal, dazu Skulpturen. 25 Minuten.

4 Das 19. Jahrhundert im Obergeschoss

Der unterschätzte Nachschlag: Gonzalo Bilbaos großformatige Cigarreras zeigt die Arbeiterinnen der Alten Tabakfabrik, ein Stück gemalte Stadtgeschichte. 20 Minuten.

Das übersehen die meisten

  • Die Deckenmalerei der Sala V. Fast alle schauen auf die Gemälde an den Wänden. Die bemalte Kuppel darüber ist mindestens so sehenswert.
  • Die Azulejo-Bänder in den Patios. Sie stammen aus dem Kloster und zeigen Muster, die du später in Triana wiedererkennst.
  • Der Kunstmarkt sonntags. Vor dem Eingang verkaufen sonntagvormittags lokale Maler ihre Bilder. Erst Markt, dann Museum, das passt gut.
  • Die Skulpturen. Zwischen den Gemälden stehen Holzfiguren von Martínez Montañés, die kaum jemand beachtet, obwohl sie das Beste ihrer Zeit sind.
  • Die Ruhebänke in Saal V. Sie stehen mittig im Raum und werden kaum genutzt. Zehn Minuten sitzend vor den Murillos bringen mehr als eine halbe Stunde Umherlaufen.

Tickets: Für EU-Bürger ist der Eintritt frei, alle anderen zahlen einen kleinen Betrag an der Kasse. Reservieren musst du nicht. Aktuelle Infos findest du auf dem offiziellen Museumsportal Andalusiens.

Zur offiziellen Website

Tipp: Sonntagvormittags verwandelt sich die Plaza del Museo vor dem Eingang in einen kleinen Kunstmarkt, auf dem lokale Maler ihre Bilder verkaufen. Erst Markt, dann Museum, das passt perfekt.

Typische Fehler

  • Das Museum bei Zeitknappheit ganz streichen. Besser eine fokussierte Stunde nur für Murillo und Zurbarán.
  • Chronologisch von vorn anfangen und im Mittelalter Zeit verlieren. Die Stärke des Hauses beginnt in Saal V.
  • Den Ausweis vergessen. Für den freien Eintritt musst du ihn vorzeigen.

Wann du hingehen solltest

Direkt zur Öffnung am Morgen, dann sind die Säle am leersten und du hast die Klosterkirche für dich. Sonntags lohnt die Kombination mit dem Kunstmarkt draußen. Im Hochsommer ist das dicke Klostergebäude eine perfekte Mittagsflucht, während draußen die Hitze steht.

Danach: was in der Nähe liegt

Einen Gesamtüberblick gibt die Seite zu den Sehenswürdigkeiten von Sevilla.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istFast nie ein Problem. Wenn eine Schulklasse in der Klosterkirche steht, geh die Säle in umgekehrter Reihenfolge und komm zum Schluss zurück.
  • Wenn es regnetPerfekt: alles innen, zentral gelegen und groß genug für zwei Stunden. Die Patios sind offen, aber überall gibt es überdachte Umgänge.
  • Mit KindernEher für ältere Kinder. Die Patios mit Orangenbäumen bieten Auslauf zwischendurch, und die riesigen Altarbilder in der Klosterkirche beeindrucken auch ohne Vorwissen.
  • Mit eingeschränkter MobilitätErdgeschoss und Patios sind ebenerdig zugänglich, für das Obergeschoss gibt es einen Aufzug. Die Wege sind breit, Sitzgelegenheiten reichlich.

Häufige Fragen

Lohnt sich das Museo de Bellas Artes?

Unbedingt, es gilt als zweitwichtigste Gemäldesammlung Spaniens. Nirgendwo sonst siehst du den sevillanischen Barock so geballt, und das oft ohne Gedränge. Für EU-Bürger ist der Besuch zudem kostenlos, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also unschlagbar.

Ist der Eintritt kostenlos?

Für Bürger der EU ja, gegen Vorlage des Ausweises. Besucher von außerhalb der EU zahlen einen kleinen Eintritt. Diese Regelung gilt für die staatlichen Museen Andalusiens generell.

Was sind die wichtigsten Werke?

Die Murillo-Säle mit der „Virgen de la Servilleta“ und den großen Altarbildern in der ehemaligen Klosterkirche, Zurbaráns Mönchsporträts und die Vanitas-Malerei von Valdés Leal. Dazu ein El Greco und Skulpturen von Martínez Montañés.

Wie viel Zeit braucht man?

Für die Highlights reicht eine gute Stunde, wer alles sehen will, braucht eher zwei. Das Museum ist übersichtlich aufgebaut, du kannst also gezielt zu den Barock-Sälen gehen, wenn die Zeit knapp ist.

Wann ist die beste Besuchszeit?

Direkt zur Öffnung am Morgen, dann sind die Säle am leersten. Sonntags lohnt die Kombination mit dem Kunstmarkt auf der Plaza del Museo. Im Hochsommer ist das kühle Klostergebäude eine perfekte Mittagsflucht.