Auf einen Blick
- RegionAndalusien
- KlassikerSalmorejo, Flamenquín, Rabo de Toro
- WeinMontilla-Moriles, aus dem Süden der Provinz
- TypischTabernas, oft mit Innenhof
- EssenszeitenMittags ab etwa 14 Uhr, abends ab 21 Uhr
Tabernas: Córdobas Wohnzimmer
Die klassische Taberna ist Kneipe und Restaurant zugleich: Marmortische, Weinfässer an der Wand, Stierkampfplakate und Fotos vergangener Ferias, dahinter oft ein Innenhof. Einige Häuser schenken seit Generationen aus und sind selbst kleine Sehenswürdigkeiten. Bestellt wird zum Teilen: eine Tapa zum Probieren, eine Media Ración für zwei, eine Ración für den ganzen Tisch. Genau so isst du dich am besten durch die Karte, ohne dass ein einzelnes Gericht den Abend dominiert.
Salmorejo: das Wahrzeichen auf dem Teller
Salmorejo ist Córdobas Nationalgericht: eine kalte, dicke Creme aus Tomaten, Brot, Olivenöl und Knoblauch, serviert mit gehacktem Ei und Serrano-Schinken. Anders als Gazpacho wird er nicht getrunken, sondern gelöffelt, und er steht praktisch überall auf der Karte. Die Unterschiede zwischen den Häusern sind größer, als du denkst.
Tipp: Bestell den Salmorejo in jeder Taberna wieder und vergleiche. Er ist günstig, kommt sofort auf den Tisch, und du merkst schnell, welches Haus sein Olivenöl ernst nimmt.
Flamenquín und Rabo de Toro: die deftige Seite
Der Flamenquín ist Córdobas Antwort auf das Schnitzel: Schweinelende, um Serrano-Schinken gerollt, paniert und frittiert, meist mit Pommes und Mayonnaise serviert. Rabo de Toro, geschmorter Ochsenschwanz in dunkler Sauce, ist das zweite große Fleischgericht der Stadt, sämig, kräftig und genau richtig nach einem langen Besichtigungstag. Beide sind Portionen für Hungrige, im Zweifel teilst du dir eine.
Mehr Klassiker für deine Liste
Berenjenas con miel, frittierte Auberginen mit Sirup, sind der beliebteste Starter der Stadt. Mazamorra, eine helle, kalte Mandelcreme, gilt als Vorläufer des Salmorejo. Zum Kaffee gehört Pastel Cordobés, ein flacher Blätterteigkuchen mit süßer Kürbisfüllung. Wie sich Córdobas Küche in die spanische einordnet, zeigt der Überblick der 10 Gerichte, die du in Spanien probieren musst.
Tipp: Die Tabernas sind auch die Adresse für das menú del día: werktags mittags, meist zwischen 13 und 16 Uhr, mehrere Gänge mit Brot und Getränk zum festen Preis, angeschrieben an der Tür. Abends à la carte zahlst du für dieselben Gerichte deutlich mehr. Warum das Mittagsmenü der größte Spar-Hebel deiner Reise ist, liest du unter Was kostet eine Städtereise nach Spanien?
Montilla-Moriles: der Wein der Region
Im Süden der Provinz Córdoba liegt das Weinbaugebiet Montilla-Moriles. Seine Weine ähneln dem Sherry: trockener, strohheller Fino, nussiger Amontillado und Pedro Ximénez, der dunkle, süße Dessertwein aus rosinierten Trauben. In den Tabernas bestellst du sie glasweise, oft direkt vom Fass, und ein kalter Fino zum Salmorejo ist die klassischste Kombination der Stadt. Bei einer Verkostung oder Tour, wie sie auch unter den Aktivitäten steht, probierst du dich durch alle Stile.
Gut zu wissen: Der Name Amontillado bedeutet „nach Art von Montilla“. Der berühmte Sherry-Stil ist also nach Córdobas Weinregion benannt, nicht umgekehrt.
Wo du gut isst und was du meidest
Direkt an der Mezquita locken Restaurants mit Fotokarten und Menüs in fünf Sprachen, dort isst du selten gut. Geh ein paar Gassen tiefer in die Judería oder gleich in die Viertel dahinter: rund um die Plaza de la Corredera und die Plaza de las Tendillas essen auch die Cordobeses. Stell dich auf spanische Zeiten ein: mittags ab etwa 14 Uhr, abends kaum vor 21 Uhr. Ein Taberna-Abend ist der perfekte Abschluss eines Tages, wie du ihn im Córdoba-Guide planst.
Gut zu wissen: Die deutsche Zehn-Prozent-Regel gilt hier nicht: Trinkgeld ist freiwillig, an der Theke wird höchstens aufgerundet, im Restaurant reichen Kleingeld oder etwa fünf Prozent. Einen Bedienzuschlag gibt es auf der Rechnung nicht.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Salmorejo und Gazpacho?
Beides sind kalte Tomatengerichte, aber Salmorejo ist deutlich dicker: Er enthält mehr Brot und wird mit dem Löffel gegessen, nicht getrunken. Dazu kommen als Topping gehacktes Ei und Serrano-Schinken. Gazpacho ist flüssiger, oft mit Gurke und Paprika, und wird gern als Getränk serviert. In Córdoba ist Salmorejo die Hausmarke.
Was ist ein Flamenquín?
Eine cordobesische Spezialität: Schweinelende wird um Serrano-Schinken gerollt, paniert und frittiert, bis eine goldene, knusprige Rolle entsteht. Serviert wird sie meist mit Pommes und Mayonnaise. Es gibt Varianten mit Käse oder Jamón als Hauptfüllung. Die Portionen sind groß, als Media Ración reicht ein Flamenquín gut für zwei.
Welchen Wein trinkt man in Córdoba?
Wein aus Montilla-Moriles, dem Anbaugebiet im Süden der Provinz. Die Stile ähneln dem Sherry: trockener Fino als Aperitif und Essensbegleiter, nussiger Amontillado, dazu Pedro Ximénez als süßer Dessertwein. In den Tabernas gibt es die Weine glasweise, oft vom Fass. Probier einen kalten Fino zum Salmorejo.
Wo isst man in Córdoba am besten?
In den Tabernas abseits der ersten Reihe. Direkt an der Mezquita sitzt du in Touristenrestaurants mit Fotokarten, schon zwei, drei Gassen weiter wird es besser und günstiger. Gute Ecken sind die hinteren Teile der Judería, das Viertel um die Plaza de la Corredera und die Gegend um die Plaza de las Tendillas.
Wann isst man in Córdoba zu Abend?
Spät. Die Cordobeses gehen selten vor 21 Uhr essen, im Sommer eher gegen 22 Uhr, wenn die Hitze nachlässt. Viele Küchen machen zwischen Mittag- und Abendservice Pause. Wer früher Hunger hat, überbrückt mit Tapas an der Theke, das gehört in Córdoba ohnehin zum guten Ton.



