Auf einen Blick
- EsskulturTapas, kleine Portionen zum Teilen
- Hauptmahlzeitmittags, oft als Menú del Día
- EssenszeitenMittag ab 14 Uhr, Abend ab 21 Uhr
- Bester Ortdie Bar am Tresen, nicht die Touristenterrasse
- Regionenjede mit eigener Spezialität
Warum spanisches Essen so gut ist
In Spanien isst man gesellig und in Etappen. Statt eines großen Tellers teilt man viele kleine, die Tapas, und zieht dabei oft von Bar zu Bar. Die beste Regel für Reisende: Iss dort, wo die Einheimischen stehen, meist am Tresen und selten auf der Terrasse mit dem mehrsprachigen Fotomenü. Und plane die spanischen Zeiten ein, mittags wird ab etwa 14 Uhr gegessen, abends selten vor 21 Uhr.
1 Paella
Das berühmteste Gericht des Landes kommt aus Valencia und ist ursprünglich ein Reisgericht der Felder, klassisch mit Huhn, Kaninchen und weißen Bohnen, nicht mit Meeresfrüchten. Die gibt es zwar auch, aber die echte Paella Valenciana ist die Bauernversion. Bestell sie mittags, denn abends gilt Reis vielen Spaniern als zu schwer. Aussprache: „pa-ELJ-a“, die Doppel-L klingt wie ein weiches j. Mehr im Valencia-Food-Guide.
2 Jamón Ibérico
Luftgetrockneter Schinken vom iberischen Schwein, oft jahrelang gereift und hauchdünn geschnitten. Die beste Qualität, der Jamón Ibérico de Bellota, stammt von eichelgefütterten Schweinen aus dem Westen Spaniens, etwa der Extremadura. Iss ihn pur, bei Zimmertemperatur, zu einem Glas Wein. Aussprache: „cha-MON i-BE-rico“, das j wie ein deutsches ch in „ach“.
3 Tortilla Española
Das spanische Nationalgericht Nummer zwei: ein dickes Omelett aus Kartoffeln, Ei und meist Zwiebeln, innen idealerweise noch leicht cremig. Gibt es überall, den ganzen Tag, als Tapa oder im Brötchen. Ein perfektes Frühstück und Notproviant zugleich. Aussprache: „tor-TIH-ja“, auch hier die Doppel-L als j.
4 Gazpacho und Salmorejo
Zwei kalte Tomatensuppen aus Andalusien, ideal gegen die Sommerhitze. Gazpacho ist flüssig und frisch mit Gurke und Paprika, Salmorejo aus Córdoba ist dicker, cremiger und wird mit Ei und Schinken bestreut. Beide bekommst du im Süden fast überall. Aussprache: „gath-PA-tscho“ und „sal-mo-RE-cho“.
5 Pintxos
Die baskische Antwort auf Tapas: kleine, kunstvolle Häppchen, meist auf Brot oder am Spieß, die am Tresen liegen. Du bestellst pro Bar eins, isst im Stehen und ziehst weiter. Ihre Hochburgen sind Bilbao und San Sebastián. Aussprache: „PIN-tschos“.
6 Pulpo a la Gallega
Galiciens Klassiker: gekochter Oktopus in Scheiben auf einem Holzteller, mit Olivenöl, grobem Salz und Paprikapulver. Simpel und großartig. Am besten schmeckt er im Ursprungsland Galicien, etwa in Santiago de Compostela. Aussprache: „PUL-po a la ga-JE-ga“.
7 Patatas Bravas
Frittierte Kartoffelwürfel mit einer pikant-roten Sauce, die Tapa-Bar schlechthin. In Madrid kommt oft noch Aioli dazu. Ein einfaches Gericht, an dem sich trotzdem die Geister scheiden, denn jede Bar rührt ihre eigene Sauce an. Aussprache: „pa-TA-tas BRA-bas“, das v wird wie ein b gesprochen.
8 Croquetas
Kleine, panierte und frittierte Bechamel-Röllchen, innen cremig, außen knusprig. Die häufigsten Sorten sind Jamón und Bacalao, also Stockfisch, aber es gibt sie in unzähligen Varianten. Ein Test für jede Küche, hausgemachte Croquetas sind ein Genuss. Aussprache: „kro-KE-tas“.
9 Cocido Madrileño
Der deftige Kichererbsen-Eintopf aus Madrid, mit Fleisch, Gemüse und Wurst, traditionell in mehreren Gängen serviert. Ein Winteressen, das dich für den ganzen Tag sättigt. Suche dir ein Lokal, das ihn als Tagesgericht anbietet. Aussprache: „ko-THI-do ma-dri-LEN-jo“.
10 Churros con Chocolate
Frittiertes Spritzgebäck, das du in dicke, heiße Trinkschokolade tunkst. In Spanien ist es Frühstück oder Snack nach durchfeierter Nacht, seltener ein Dessert. Die bekannteste Adresse ist eine alte Schokoladenstube in Madrid. Aussprache: „TSCHU-ros kon tscho-ko-LA-te“.
Häufige Fragen
Was muss man in Spanien unbedingt essen?
Wenn du nur wenig Zeit hast: Jamón Ibérico, eine echte Tortilla Española und Pintxos oder Tapas am Tresen. Im Süden kommt eine kalte Salmorejo oder Gazpacho dazu, in Valencia die originale Paella Valenciana. Und zum Frühstück oder nach einer langen Nacht Churros mit heißer Schokolade. Damit hast du die Bandbreite der Landesküche gut abgedeckt.
Wann isst man in Spanien zu Mittag und zu Abend?
Deutlich später als in Deutschland. Das Mittagessen, die Hauptmahlzeit, beginnt meist erst gegen 14 Uhr, das Abendessen selten vor 21 Uhr. Viele Küchen öffnen abends gar nicht früher. Wer um 19 Uhr essen will, findet oft nur Touristenlokale offen. Stell dich auf den späteren Rhythmus ein, dann isst du dort, wo auch die Einheimischen sitzen.
Was ist der Unterschied zwischen Tapas und Pintxos?
Tapas sind kleine Portionen, die es in ganz Spanien zum Getränk gibt, mal gratis dazu, mal bestellt. Pintxos sind die baskische Variante: aufwendiger gebaute Häppchen, meist auf Brot oder am Spieß, die du einzeln bestellst und bezahlst. Dazu gehört das Weiterziehen von Bar zu Bar, pro Station ein Pintxo und ein Getränk.
Ist Paella wirklich das Nationalgericht Spaniens?
Sie ist das bekannteste Gericht, kommt aber ursprünglich nur aus der Region Valencia und ist dort ein Reisgericht der Bauern mit Huhn und Kaninchen. Viele Spanier essen Paella eher selten und fast nie am Abend. Die überall angebotene Meeresfrüchte-Paella für Touristen hat mit dem Original wenig zu tun. Am besten isst du sie mittags in Valencia.




