Baskenland · San Sebastián

Basílica Santa María del Coro

Die Basílica Santa María del Coro ist die wichtigste Kirche der Altstadt: ein Barockbau aus dem 18. Jahrhundert, der sich am Ende der Calle Mayor direkt an den Fels des Monte Urgull lehnt. In der prachtvollen Portalfassade steht der Stadtpatron San Sebastián als Märtyrerfigur.

Innen wartet die Virgen del Coro, die Schutzpatronin der Stadt. Und vor der Tür eine der schönsten Sichtachsen Spaniens.

Basílica Santa María del Coro
Foto: Roberto Chamoso G, CC BY-SA 3.0 es · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionBaskenland
  • Bauzeit1743 bis 1774
  • StilBarock
  • LageParte Vieja, am Fuß des Monte Urgull
  • PatroninVirgen del Coro
  • Besuchsdauer20 bis 30 Minuten

Lohnt sich die Basílica Santa María del Coro?

Ja, als kurzer Stopp mit klarem Grund: das Portal. Die Fassade ist ein churrigueresk verziertes Schaustück, das wie ein steinerner Altar mitten in die Gasse gestellt wurde. In der Nische darüber steht der von Pfeilen durchbohrte heilige Sebastian, Namensgeber der Stadt.

Ehrlich bleibt: Innen ist die Kirche dunkler und schlichter, als die Fassade verspricht, und der touristische Besuch kostet einen kleinen Beitrag. Wer viele spanische Kirchen kennt, ist in zwanzig Minuten durch. Ein eigener Programmpunkt ist das nicht, ein guter Zwischenstopp schon.

Was du hier siehst

Zwischen 1743 und 1774 errichtet, ersetzt die Basilika einen älteren Vorgängerbau. Sie duckt sich so eng an den Monte Urgull, dass kaum Platz für einen freien Blick auf das Gebäude bleibt. Umso mehr Wirkung entfaltet die Schaufassade am Ende der Calle Mayor.

Die Kirche überstand die Katastrophe von 1813, als britisch-portugiesische Truppen die Stadt niederbrannten. Fast die gesamte Parte Vieja wurde zerstört und danach neu aufgebaut, die Basilika blieb stehen. Im Innenraum steht die Virgen del Coro, die Schutzpatronin der Stadt, um die sich die kirchlichen Feste des Jahres drehen.

Gut zu wissen: Gleich hinter der Basilika verläuft die Calle 31 de Agosto, die einzige Straße, die den Stadtbrand überlebte. Ihr Name erinnert an das Datum, heute ist sie eine der besten Pintxos-Adressen der Altstadt.

Das übersehen die meisten

Die Blickachse. Stell dich mit dem Rücken zum Portal und schau die Calle Mayor hinunter: Am anderen Ende steht der Turm der Kathedrale Buen Pastor. Barock gegen Neugotik, quer durch die Stadt.

Die Figuren im Portal. Neben dem heiligen Sebastian stecken Engel, Wappen und Ornamente im Stein. Aus zwei Metern Entfernung siehst du plötzlich Details, die von der Gasse aus verschwinden.

Der Fels hinter dem Chor. Die Kirche steht direkt am Hang. An der Rückseite sieht man, wie eng Bau und Berg zusammenrücken.

Typische Fehler

Während der Messe hineinplatzen. Besichtigungen laufen außerhalb der Gottesdienste, sonst störst du.

Nur die Fassade fotografieren. Die Achse zur Kathedrale ist das eigentliche Motiv, und sie funktioniert nur, wenn du dich umdrehst.

Mittags kommen. Dann steht die Calle Mayor voller Menschen. Früh am Morgen ist sie leer.

Wann du hingehen solltest

Am frühen Morgen, wenn die Calle Mayor noch leer ist und das Licht in die Gasse fällt. Dann gelingt das Achsenfoto ohne Gedränge, und die Altstadt gehört noch den Nachbarn.

Danach: was in der Nähe liegt

Iglesia San Vicente, 4 Minuten. Die ältere, schlichtere Schwesterkirche am anderen Ende der Altstadt.

San Telmo Museum, 4 Minuten. Baskische Kulturgeschichte im alten Dominikanerkloster.

Monte Urgull, 2 Minuten bis zum Einstieg. Der Aufstieg beginnt direkt hinter der Kirche.

Pintxos in der Parte Vieja, 0 Minuten. Die Calle 31 de Agosto liegt gleich hinter dem Portal.

Wie die Basilika in einen Altstadtrundgang passt, liest du unter San Sebastián Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istNie ein Thema. Voll wird nur die Calle Mayor davor, wenn Gruppen für das Achsenfoto anhalten. Zwei Schritte zur Seite und du hast Ruhe.
  • Wenn es regnetEin kurzer, trockener Stopp mitten auf der Pintxos-Runde. Für längeren Regen liegt das San Telmo Museum vier Gassen weiter.
  • Mit KindernKurz und dunkel, für Kinder wenig spannend. Der Fuß des Monte Urgull direkt dahinter ist der bessere Anschluss.
  • Mit eingeschränkter MobilitätVor dem Portal liegen mehrere Stufen, die den Zugang erschweren. Die Gasse selbst ist eben und autofrei.

Häufige Fragen

Warum heißt die Basilika „del Coro“?

Der Name kommt von der Marienfigur, die in der Kirche verehrt wird: der Virgen del Coro, der Schutzpatronin San Sebastiáns. Ihr ist die Basilika geweiht, und um sie drehen sich die wichtigsten kirchlichen Feste der Stadt. Die Bezeichnung „Coro“ verweist auf den Chor, ihren angestammten Platz im Kirchenraum.

Ist Santa María del Coro die Kathedrale von San Sebastián?

Nein, auch wenn sie oft dafür gehalten wird. Bischofskirche ist die neugotische Kathedrale Buen Pastor im Centro-Viertel. Santa María del Coro trägt den Rang einer Basilika und ist die historische Hauptkirche der Altstadt. Sehenswert sind beide, und dank der Blickachse über die Calle Mayor verbindest du sie bequem in einem Spaziergang.

Kann man die Basilika besichtigen?

Ja, außerhalb der Messen ist die Kirche für Besucher geöffnet, am Eingang wird ein kleiner Beitrag zur Erhaltung erhoben. Plane 20 bis 30 Minuten ein für Fassade, Innenraum und die Virgen del Coro. Während der Gottesdienste ist die Besichtigung nicht erwünscht, dann lohnt zuerst ein Abstecher auf den Monte Urgull dahinter.

Was hat es mit der Blickachse zur Kathedrale auf sich?

Das Barockportal der Basilika und der Turm der Kathedrale Buen Pastor liegen auf einer Linie, verbunden durch die Calle Mayor. Von der Kirchentür blickst du quer durch die Stadt auf die Kathedrale und umgekehrt. Diese Achse ist eines der bekanntesten Fotomotive San Sebastiáns, am leersten ist die Straße früh am Morgen.

Hat die Kirche den Stadtbrand von 1813 überstanden?

Ja. Als die Stadt am 31. August 1813 nach der Belagerung durch britische und portugiesische Truppen in Flammen aufging, brannte fast die gesamte Altstadt nieder. Die Basilika und die Iglesia San Vicente überstanden die Katastrophe, dazu eine einzige Straße, die heute Calle 31 de Agosto heißt.