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Madrid Río Park

Madrid Río ist eines der spannendsten Stadtprojekte Europas: Wo früher die Stadtautobahn M-30 den Fluss Manzanares zubetonierte, zieht sich heute ein kilometerlanger Park am Wasser entlang. Die Autos rollen unsichtbar im Tunnel darunter.

Für dich heißt das: Radfahren, Spazieren und Skaten am Fluss, historische Brücken, Spielplätze und am Südende das Kulturzentrum Matadero. Madrid Río zeigt dir das Madrid der Madrilenen, weit weg vom Souvenirshop.

Madrid Río Park
Foto: Σπάρτακος, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionMadrid, am Manzanares zwischen Casa de Campo und Legazpi
  • Entstanden2007 bis 2011 nach der Verlegung der M-30 in Tunnel
  • LängeRund 10 Kilometer Wege am Fluss
  • EintrittFrei zugänglich
  • Dauer des Besuchs1 bis 3 Stunden, mit Rad auch länger
  • AnreiseMetro Príncipe Pío, Puerta del Ángel, Pirámides oder Legazpi

Lohnt sich Madrid Río wirklich?

Ja, wenn du länger als drei Tage bleibst oder mit dem Rad unterwegs bist. Der Park ist die beste Radstrecke der Stadt, flach, autofrei und mit Anschluss an die Casa de Campo. Und er zeigt ein Madrid, das in keinem Reiseführer steht: Familien, Jogger, Skater, Nachbarn.

Nein, wenn deine Zeit knapp ist. Madrid Río hat keine Museen, keine Aussichtsplattform und keine Sehenswürdigkeit, für die man extra anreist. Wer nur ein Wochenende hat, investiert die Stunden besser in Altstadt und Museumsviertel.

Was du hier siehst

Bis 2007 lief hier die sechsspurige M-30 direkt am Fluss. Die Stadt verlegte sie in Tunnel und baute obendrauf einen Park, eines der größten Projekte dieser Art in Europa. Das Ergebnis ist kein klassischer Park, sondern ein zehn Kilometer langes Band aus Wegen, Brücken, Spielplätzen und Sportfeldern.

Der interessanteste Abschnitt liegt im Norden, unterhalb des Königspalastes. Von der Puente de Segovia, der ältesten Brücke der Stadt aus dem 16. Jahrhundert, siehst du Palast und Almudena-Kathedrale über dem Fluss aufragen. Weiter südlich folgen die barocke Puente de Toledo und das moderne Wahrzeichen: die spiralförmige Fußgängerbrücke von Dominique Perrault, deren Metallgeflecht sich über das Wasser schraubt.

Am Südende liegt das Matadero Madrid, ein ehemaliger Schlachthof aus dem frühen 20. Jahrhundert, heute eines der lebendigsten Kulturzentren Spaniens. In den Backsteinhallen findest du Ausstellungen, Design, Kino und Cafés, der Zugang zum Gelände ist frei.

Zwischen diesen Punkten liegt vor allem Alltag: Spielplätze mit Riesenrutschen, Skateanlagen, Sportfelder, Hundewiesen und viele Kilometer Radweg. Genau das ist der Reiz. Nach zwei Tagen Museen und Prachtplätzen siehst du hier, wie eine Millionenstadt ihren Feierabend verbringt, und zwar ohne dass ein einziger Souvenirstand im Weg steht.

Das übersehen die meisten

Die Ermita de San Antonio de la Florida nahe Príncipe Pío. Die unscheinbare Kapelle birgt Deckenfresken von Francisco de Goya und zugleich sein Grab. Der Eintritt ist frei, und es verirren sich kaum Besucher hierher.

Die Wasserfontänen an der sogenannten Playa. Im Sommer sprudeln dort flache Fontänen aus dem Boden, und halb Madrid kühlt sich darin ab.

Der Übergang über den Puente del Rey direkt in die Casa de Campo, mit ihren Waldwegen und Trails.

Die Sichtachse von der Puente de Toledo Richtung Norden. Bei Sonnenuntergang liegt die Silhouette der Altstadt genau im Licht.

Die Invernadero-Halle im Matadero, ein Gewächshaus im Innenhof, das als Lesesaal und Ausstellungsraum dient und den meisten Besuchern entgeht.

Typische Fehler

Zu Fuß die ganze Strecke laufen wollen. Zehn Kilometer sind lang, mit dem Leihrad dauert dieselbe Runde eine gute Stunde.

Mittags im Hochsommer kommen. Viele Bäume sind noch jung, Schatten ist knapp.

Das Matadero als Museum planen. Es ist ein Veranstaltungsgelände, prüfe das Programm, sonst stehst du vor leeren Hallen.

Tipp: Die schönste Runde: mit dem Leihrad vom Königspalast bis zum Matadero und zurück, rund eineinhalb Stunden. Leihräder bekommst du über das städtische System an Stationen entlang der Strecke.

Wann du hingehen solltest

Am frühen Abend, wenn die Hitze nachlässt und sich der Park mit Joggern und Familien füllt. Dann ist die Stimmung am schönsten, und die Brücken liegen im warmen Licht.

Sonntags bietet sich eine Kombination an: vormittags über den Rastro-Flohmarkt bummeln, danach am Fluss entlang zum Matadero laufen. Im Hochsommer gehst du morgens oder nach 19 Uhr.

Im Frühjahr ist der Park am grünsten, im Winter dagegen sehr zugig, weil das Flusstal offen liegt. Wer nur einen Abschnitt sehen will, nimmt den Norden zwischen Puente del Rey und Puente de Segovia: Dort steht die beste Kulisse, und du bist auch mit Fotostopps in einer knappen halben Stunde durch.

Danach: was in der Nähe liegt

Der Königspalast und die Almudena-Kathedrale liegen 15 Minuten bergauf am Nordende. Die Trasse der Seilbahn kreuzt den Fluss weiter nördlich.

Nach Osten beginnt La Latina mit den Tapasbars der Cava Baja, rund zehn Minuten. Mehr Ideen bei den Sehenswürdigkeiten in Madrid und unter Aktivitäten und Touren.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istZehn Kilometer Uferweg werden nie voll. Nur die Spielplätze und die Wasserfontänen im Sommer sind Hotspots.
  • Wenn es regnetWenig Schutz am Fluss. Das Matadero am Südende ist überdacht, hat Ausstellungen und Cafés und rettet jeden Regentag.
  • Mit KindernEines der besten Familienziele Madrids: Riesenrutschen, Wasserfontänen im Sommer, breite Radwege ohne Autos.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDurchgehend ebene, breite Wege mit festem Belag, Rampen an allen Brücken. Einer der barrierefreisten Orte der Stadt.

Häufige Fragen

Was ist Madrid Río?

Ein rund zehn Kilometer langer Park entlang des Flusses Manzanares, entstanden zwischen 2007 und 2011, nachdem die Stadtautobahn M-30 in Tunnel verlegt wurde. Heute findest du hier Rad- und Spazierwege, Spielplätze, historische Brücken und das Kulturzentrum Matadero. Der Zugang ist frei.

Welcher Abschnitt von Madrid Río ist der schönste?

Für den klassischen Blick: der Bereich um die Puente de Segovia mit Königspalast und Kathedrale über dem Fluss. Für Architektur: die spiralförmige Arganzuela-Brücke von Dominique Perrault. Für Kultur und Pause: das Südende am Matadero. Wer Zeit hat, läuft oder radelt die ganze Strecke ab.

Lohnt sich das Matadero Madrid?

Ja, gerade als Kontrast zum historischen Zentrum: Der frühere Schlachthof ist heute ein Kulturzentrum mit Ausstellungen, Designmärkten, Kino und Cafés in rohen Backsteinhallen. Der Eintritt aufs Gelände ist frei, einzelne Veranstaltungen kosten. Sonntags lässt es sich ideal mit dem Rastro-Flohmarkt verbinden.

Kann man in Madrid Río Fahrrad fahren?

Madrid Río ist sogar die beste Radstrecke der Stadt: flach, autofrei und durchgehend am Fluss. Über den Puente del Rey wechselst du direkt in die Casa de Campo mit ihren Trails. Leihräder bekommst du über das städtische System, Stationen liegen entlang der gesamten Strecke.