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Spanien im Frühling: die besten Städte für März bis Mai

Der Frühling bringt in Spanien das beste Verhältnis aus Wärme, Licht und Ruhe. Im März wacht der Süden auf, im April sind die großen Städte angenehm warm, und im Mai wird endlich auch die kalte Hochebene bereisbar. Dazu fallen die größten Feste des Landes in diese Monate.

Zwei Haken gibt es. Der März ist in weiten Teilen Andalusiens der nasseste Monat des Jahres, und rund um die Semana Santa ziehen die Hotelpreise steil an. Hier bekommst du für jeden Frühlingsmonat die passenden Städte, mit echten Temperaturwerten statt Gefühlen.

Spanien im Frühling: die besten Städte für März bis Mai
Foto: Ardo Beltz, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Beste MonateApril und Mai
  • Sevilla im April23,3 Grad im Tagesmittel
  • RegenrisikoMärz ist im Süden oft der nasseste Monat
  • FesteFallas, Semana Santa, Feria, Patios
  • FaustregelSüden ab März, Hochebene ab Mai

Warum der Frühling die beste Städtezeit ist

Spanische Städte erlebst du zu Fuß. Du läufst durch enge Altstädte, stehst vor Kassen an und sitzt abends draußen. Genau deshalb entscheidet die Temperatur über den ganzen Urlaub. Im Juli erreicht Sevilla im Schnitt 37,0 Grad, Córdoba sogar 37,7. Im April sind es in Sevilla 23,3 Grad, im Mai 28,5. Das ist der Unterschied zwischen einem schönen Tag und einem Kampf gegen die Sonne.

Dazu kommt die Vegetation. Die Orangenbäume in Sevilla blühen im Frühjahr, die Hochebene um Ávila und Segovia ist grün statt staubbraun, und die Sierra Nevada trägt noch Schnee, während unten in Granada schon Terrassenwetter herrscht. Diese Kombination gibt es nur wenige Wochen im Jahr. Wer sie einmal gesehen hat, kommt kaum wieder im August.

Achtung: Semana Santa und die Feria de Abril füllen Sevilla komplett. Zimmer sind Monate vorher weg, die Preise steigen deutlich. Willst du die Feste, buche sehr früh. Willst du Ruhe, verschiebe deine Reise um zwei Wochen. Welches Fest wann stattfindet, steht im Überblick Feste in Spanien.

März: der Süden startet, der Norden noch nicht

Der März ist ein Monat der Gegensätze. Sevilla kommt auf 20,6 Grad im Tagesmittel, Málaga auf 19,1 und Almería auf 19,3. Das reicht für lange Tage draußen und für den ersten Kaffee in der Sonne. Gleichzeitig ist der März in Andalusien häufig der nasseste Monat: Granada bekommt 115 Millimeter Regen an rund zwölf Tagen, Málaga 85, Sevilla 80. Plane für jede Woche einen Regentag ein und halte ein Museum als Reserve bereit.

Nach oben hin wird es schnell ungemütlich. Ávila liegt auf 1127 Metern und schafft im März nur 11,4 Grad am Tag, nachts sind es 1,9. Segovia auf 996 Metern kommt auf 12,0 Grad, Burgos und León liegen ähnlich. Auf der Meseta weht dazu fast immer Wind. Diese Städte hebst du dir auf.

Am trockensten bist du im März im Südosten. Almería kommt auf 49 Millimeter Regen an sieben Tagen, das ist der niedrigste Wert aller andalusischen Städte. Überraschend gut steht auch Huelva da: 57 Millimeter, obwohl die Stadt am Atlantik liegt. Von Sevilla fährst du die 110 Straßenkilometer in rund 1 Stunde 15. Huelva ist keine Postkartenstadt, dafür bekommst du dort im Frühling menschenleere Strände und ein Fischerhafenviertel ohne einen einzigen Reisebus.

April: der beste Kompromiss

Im April passt in Spanien fast alles zusammen. Sevilla liegt bei 23,3 Grad, Córdoba bei 22,4, Granada bei 20,0 und Jerez de la Frontera bei 22,0. Warm genug für kurze Ärmel, kühl genug, um Kathedrale, Alcázar und Altstadt an einem Tag zu schaffen.

Córdoba profitiert besonders. Die Stadt gehört im Hochsommer mit 37,7 Grad zu den heißesten Europas, im April ist sie mild. Wenn du die Mezquita ohne Hitzestau erleben willst, ist jetzt dein Fenster. Von Sevilla sind es 150 Straßenkilometer, mit dem Auto rund 1 Stunde 45, mit dem Schnellzug deutlich weniger.

Auch die kleinen Städte funktionieren jetzt gut. Carmona liegt nur 40 Straßenkilometer und eine halbe Autostunde von Sevilla entfernt, hoch über der Ebene des Guadalquivir, und wird von Tagesgästen fast übersehen. Von dort sind es weitere 110 Kilometer nach Córdoba, gut eine Stunde und ein Viertel. Wer den ganzen Süden am Stück sehen will, findet den Ablauf in der Andalusien Rundreise.

Mai: jetzt geht auch das Hochland

Im Mai kippt die Landkarte. Madrid steigt auf 24,4 Grad, Salamanca auf 21,4, Segovia auf 19,6 und Ávila auf 19,2. Die Meseta ist jetzt grün, was sie nur wenige Wochen im Jahr ist. Ab Juli wird sie braun und heiß. Für Salamanca, Zamora und Astorga ist der Mai deshalb der stärkste Monat des Jahres. Zwischen Zamora und Salamanca liegen nur 80 Straßenkilometer, eine dreiviertel Stunde mit dem Auto, von León nach Astorga sind es 50 Kilometer und eine halbe Stunde.

Der Mai gehört außerdem den Olivenstädten in der Provinz Jaén. Baeza und Úbeda liegen auf über 760 Metern und sind nur zehn Straßenkilometer voneinander entfernt, eine Viertelstunde mit dem Auto. Ihre Renaissance-Ensembles stehen gemeinsam auf der UNESCO-Welterbeliste. Im Juli sind hier fast 35 Grad normal, im Mai angenehme 24,3. Von Granada fährst du 110 Kilometer in rund 1 Stunde 15.

Anfang Mai gehört Córdoba den Innenhöfen. Die Bewohner öffnen ihre Patios für Besucher, das Fest zählt zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Es wird voll in der Judería, aber du siehst Räume, die das ganze übrige Jahr geschlossen bleiben.

Frühlingstemperaturen im Vergleich

Die Zahlen sind mittlere Tageshöchstwerte in Grad Celsius. Sie zeigen gut, wie unterschiedlich schnell die Regionen warm werden.

Stadt März April Mai
Sevilla 20,6 23,3 28,5
Almería 19,3 21,3 25,3
Málaga 19,1 20,6 24,3
Valencia 18,7 20,1 24,0
Madrid 16,0 19,1 24,4
Barcelona 16,1 17,7 21,4
Bilbao 15,5 17,3 19,9
Ávila 11,4 14,4 19,2

Zwei Dinge fallen auf. Erstens macht Sevilla zwischen April und Mai einen Sprung von über fünf Grad, dort beginnt der Sommer früh. Zweitens bleibt der Norden das ganze Frühjahr kühl: Bilbao kommt im Mai auf 19,9 Grad. Für Städtebummel ist das ideal, für den Strand nicht. Wer im Frühling an die Nordküste fährt, packt eine Regenjacke ein, denn Bilbao verzeichnet im April 14 Regentage.

Feste, Küste und die Frage nach dem Baden

Valencia gehört im März den Fallas. Die Stadt ist dann laut, voll und ungewöhnlich früh im Jahr auf Betriebstemperatur. Für den Stadtstrand ist es allerdings zu kühl: 18,7 Grad im März und 20,1 im April reichen zum Spazieren, nicht zum Baden. Wirklich badetauglich wird das Mittelmeer erst im Juni. Wer im Frühling ins Wasser will, braucht die Kanaren.

Elche mit seinem UNESCO-Palmenhain und Murcia sind ebenfalls Frühlingsziele: 19,6 und 20,4 Grad im März, im Mai schon 25,2 und 26,7. Am Atlantik bietet Cádiz im April 20,7 Grad und viel Wind, dafür Wellen und leere Strandpromenaden.

Tipp: Pack im Frühling nach dem Zwiebelprinzip. In Granada, Toledo oder Cuenca liegen zwischen Mittag und Mitternacht schnell zwölf Grad Unterschied. Eine dünne Jacke und ein Regenschutz gehören bis Ende April ins Gepäck, dazu Schuhe mit Profil für glattes Kopfsteinpflaster.

Preise, Andrang und Buchung

Der Frühling ist keine Billigsaison mehr, aber auch noch keine Hochsaison. Zwischen Anfang März und Ostern sind Flüge und Hotels vergleichsweise ruhig bepreist. Sobald die Karwoche beginnt, ändert sich das schlagartig, und in Sevilla bleibt es bis nach der Feria teuer. Nach der Feria fällt der Markt wieder, der Mai ist deshalb oft günstiger als der April.

Für die großen Sehenswürdigkeiten gilt eine einfache Reihenfolge: erst das Zeitfenster-Ticket, dann die Unterkunft. Für die Alhambra sind die Slots der Nasridenpaläste ab März regelmäßig Wochen im Voraus vergeben. Wer flexibel bleiben will, plant den zweiten Reisetag als Puffer und schiebt das Museumsprogramm auf den Regentag.

Kurz zusammengefasst

Im März fährst du nach Almería, Huelva oder Málaga und rechnest mit Regen. Im April ist ganz Andalusien perfekt, dazu Toledo und Madrid. Im Mai öffnest du die Landkarte nach Norden und Osten: Salamanca, Zamora, Segovia, Baeza, Úbeda und die ganze Hochebene. Alle Landesteile im Überblick findest du unter Regionen Spaniens.

Häufige Fragen

Wann ist der beste Monat für Spanien im Frühling?

Der April ist der beste Kompromiss. In Sevilla liegen die Tageshöchstwerte dann bei 23,3 Grad, in Córdoba bei 22,4, also warm genug für lange Tage draußen und weit entfernt von der Sommerhitze. Wenn du auch die Hochebene mit Segovia, Ávila oder Salamanca sehen willst, ist der Mai die bessere Wahl, weil diese Städte im April tagsüber oft nur 14 bis 17 Grad erreichen.

Regnet es im März in Andalusien viel?

Ja, der März ist dort meist der nasseste Monat. Granada bekommt im Schnitt 115 Millimeter an rund zwölf Regentagen, Málaga 85 und Sevilla 80. Trockener ist der Südosten: Almería kommt auf 49 Millimeter an sieben Tagen. Der Regen fällt selten den ganzen Tag, plane trotzdem pro Woche einen Museumstag als Ersatzprogramm ein.

Kann man im Frühling in Spanien schon baden?

Am Mittelmeer erst gegen Ende Mai, und auch dann ist das Wasser frisch. Die Lufttemperaturen sehen zwar gut aus, das Meer hinkt aber rund zwei Monate hinterher. Der Frühling ist die Zeit für Städte, Wanderungen und Feste, nicht für Strandurlaub. Wer im Frühjahr baden will, fährt auf die Kanaren, wo das Wasser ganzjährig mild bleibt.

Lohnt sich Spanien während der Semana Santa?

Wenn dich Prozessionen und Menschenmengen begeistern, ja. Sevilla, Zamora und Málaga zeigen dann eine Seite, die du sonst nie siehst. Wenn du in Ruhe Sehenswürdigkeiten besuchen willst, ist es die schlechteste Woche des Frühlings: Hotels sind teuer und ausgebucht, viele Straßen sind gesperrt, Museen haben verkürzte Zeiten.

Welche Stadt ist im Mai am schönsten?

Córdoba, wegen der geöffneten Patios Anfang Mai und weil die Stadt später im Jahr unerträglich heiß wird. Direkt danach kommen Baeza und Úbeda in der Provinz Jaén, die auf über 760 Metern liegen und im Mai bei angenehmen 24,3 Grad zu ihrer besten Form auflaufen. Beide Städte gehören zum UNESCO-Welterbe und sind nur zehn Straßenkilometer voneinander entfernt.