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Spanien im Sommer: wo es auszuhalten ist

Der spanische Sommer hat zwei Gesichter. Im Landesinneren und im Süden wird Sightseeing zwischen Mittag und Abend zur Qual, im Juli erreicht Córdoba im Schnitt 37,7 Grad und Sevilla 37,0. An der Nordküste zeigt das Thermometer im selben Monat in Gijón 22,1 Grad.

Diese Spanne von über 15 Grad ist deine wichtigste Planungshilfe. Wer im Hochsommer nach Spanien will, muss nicht auf Städte verzichten, sondern nur die Himmelsrichtung wechseln. Diese Regionen und Städte funktionieren im Juli und August wirklich, und diese Tricks helfen, wenn du trotzdem in den Süden musst.

Spanien im Sommer: wo es auszuhalten ist
Foto: Dora, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Heißeste StädteCórdoba und Sevilla, über 36 Grad im Schnitt
  • Kühlste KüsteAsturien, im Juli rund 22 Grad
  • Kanaren im AugustSanta Cruz de Tenerife 26,4 Grad
  • FaustregelNorden, Höhe oder Inseln statt Süden
  • Beste Tageszeitenfrüher Vormittag und nach 19 Uhr

Die einfache Regel: im Sommer nach Norden

Spanien ist im Juli und August kein einheitliches Land. Der Süden und die Mitte kochen, die Atlantikküste im Norden bleibt frisch. Die Zahlen sind eindeutig: Während Sevilla im Juli auf 37,0 Grad kommt, sind es in Gijón und Avilés jeweils 22,1 Grad. In San Sebastián zeigt das Thermometer 23,6, in Bilbao 24,8.

Das bedeutet nicht, dass es im Norden schlecht ist. Es bedeutet, dass du dort im August mittags durch eine Altstadt laufen kannst, ohne von Schatten zu Schatten zu springen. Für Städtereisende ist das der ganze Punkt. Auch die Nächte machen einen Unterschied: In Oviedo fällt das Thermometer im Juli auf 14,7 Grad, in Sevilla nur auf 21,8. Du schläfst also deutlich besser.

Gut zu wissen: Der Norden ist kühl, aber nicht trocken. San Sebastián bekommt im August 103 Millimeter Regen an zwölf Tagen, Oviedo im Juni sogar 130 Millimeter. Rechne mit Schauern und pack eine leichte Regenjacke ein, auch im Hochsommer. Genau dieser Regen macht die Küste so grün.

Was die Zahlen über den Süden sagen

Andalusien und die Extremadura sind im Hochsommer eine sportliche Aufgabe. Córdoba erreicht im Juli 37,7 Grad und im August 37,1, Sevilla 37,0 und 36,9. Auch die kleineren Städte ziehen mit: Carmona kommt auf 36,4 Grad, Badajoz und Mérida jeweils auf 35,3.

Regen fällt praktisch keiner. Sevilla verzeichnet im Juli einen Millimeter und null Regentage, Badajoz drei Millimeter. Das klingt nach perfektem Urlaubswetter und ist in der Praxis das Gegenteil: kein Nachlassen, keine Abkühlung, keine Wolke. Wenn du trotzdem fährst, drehe den Tag um. Sightseeing zwischen sieben und elf Uhr, danach Siesta, ab 19 Uhr wieder raus. So machen es die Einheimischen selbst, und deshalb sind die Plätze erst nach Sonnenuntergang voll.

Die grüne Küste: Asturien, Kantabrien, Baskenland

Der Küstenstreifen zwischen Galicien und Frankreich ist Spaniens Sommerversicherung. In Asturien liegen die Julimittel bei 22,1 Grad in Gijón und 22,6 in Oviedo. Avilés wird meistens übersehen, liegt aber nur 30 Straßenkilometer und eine Viertelstunde von Gijón entfernt und hat eine der geschlossensten Altstädte der Region, mit Arkadengassen und einem großen Bogen an Sidrerías. Wer drei Städte an einem Tag will, fährt Oviedo, Avilés und Gijón als Dreieck, keine Strecke dauert länger als 20 Minuten.

In Kantabrien kommt Santander im August auf 24,0 Grad, das kleine Comillas mit seinem frühen Gaudí-Bau auf 23,6. Im Baskenland sind San Sebastián und Bilbao die Klassiker. Beide sind im August allerdings voll, weil halb Spanien vor der eigenen Hitze flüchtet. Wer Ruhe will, weicht landeinwärts nach Vitoria-Gasteiz aus, das auf 547 Metern liegt und im Juli bei 25,6 Grad bleibt.

Galicien: kühl, aber nicht überall

In Galicien liegt der Julimittelwert in A Coruña bei 23,2 Grad, in Santiago de Compostela bei 25,1 und in Lugo bei 24,2. Lugo lohnt sich besonders: Die römische Stadtmauer ist auf ganzer Länge begehbar und steht auf der UNESCO-Welterbeliste. Von Santiago sind es 100 Straßenkilometer, rund 1 Stunde 15.

Eine Ausnahme gibt es. Ourense im Landesinneren erreicht im Juli 29,5 und im August 29,7 Grad und ist damit die heißeste Stadt Galiciens. Die heißen Quellen der Stadt besuchst du deshalb besser am Vormittag oder abends. An der Küste bleibt es milder: Pontevedra kommt auf 26,1 Grad und hat eine weitgehend autofreie Altstadt, die auch im August entspannt bleibt. Von dort sind es nur 30 Kilometer und eine Viertelstunde nach Vigo, und 60 Kilometer nach Santiago.

Norden gegen Süden im Juli und August

Mittlere Tageshöchstwerte in Grad Celsius. Diese Tabelle ist die kürzeste Reiseplanung, die es für den spanischen Sommer gibt.

Stadt Juli August
Córdoba 37,7 37,1
Sevilla 37,0 36,9
Madrid 34,4 33,4
Valencia 30,5 30,6
Barcelona 28,6 28,5
Santa Cruz de Tenerife 25,2 26,4
Bilbao 24,8 25,7
San Sebastián 23,6 24,4
Gijón 22,1 22,8

Höhe statt Küste

Wer lieber ins Landesinnere will, nutzt die Höhenmeter. Ávila liegt auf 1127 Metern und kommt im Juli auf 29,1 Grad, nachts kühlt es auf 15,5 ab. Burgos auf 863 Metern schafft 28,1 Grad bei 13,8 in der Nacht, León 29,4 und Astorga 28,4. Diese Städte sind tagsüber warm, ihre Nächte aber zum Schlafen gemacht.

Auch Teruel in Aragonien gehört hierher. Die Stadt liegt auf 908 Metern, erreicht im Juli 32,1 Grad und kühlt nachts auf 16,1 ab. Ihre Mudéjar-Türme sind Teil des UNESCO-Welterbes, und die Stadt ist so wenig besucht, dass du sie im August fast für dich hast. Von Valencia sind es 140 Straßenkilometer, mit dem Auto rund 1 Stunde 45. Als Zwischenstopp auf dem Weg von der Küste nach Saragossa ist Teruel kaum zu schlagen.

Die Kanaren sind der heimliche Sommertipp

Viele halten die Kanaren für ein reines Winterziel. Im Sommer sind sie aber kühler als das spanische Festland. Santa Cruz de Tenerife kommt im Juli auf 25,2 Grad, Las Palmas de Gran Canaria auf 25,1 und Arrecife auf Lanzarote auf 25,0. Dazu weht fast immer der Passat. Wer im August Sonne und Meer will, ohne im Süden zu schmoren, fliegt auf die Kanarischen Inseln. Das Meerwasser ist dort außerdem wärmer als am spanischen Nordatlantik.

Tipp: Auch am Festland gibt es Windkühlung. Tarifa an der Meerenge von Gibraltar bleibt im Juli bei 28,7 Grad, weil dort fast immer Levante oder Poniente weht. Für Kitesurfer ist das der Grund zu kommen, für alle anderen ein angenehmer Nebeneffekt. Rechne aber damit, dass der Wind auch das Handtuch am Strand schwierig macht.

Wenn du trotzdem in den Süden musst

Schulferien lassen oft keine Wahl. Dann gilt: Küste vor Landesinnerem. Málaga bleibt mit 31,1 Grad im Juli deutlich unter Córdoba, weil das Meer die Spitzen kappt. Buche eine Unterkunft mit funktionierender Klimaanlage, lege Museen und klimatisierte Innenräume auf den Nachmittag und die Altstadt auf den Abend.

Zwei praktische Dinge helfen zusätzlich. Erstens trinkst du mehr, als du denkst, und in fast jeder Altstadt gibt es öffentliche Trinkbrunnen. Zweitens sind die Fahrten selbst das größte Risiko: Ein Mietwagen ohne funktionierende Klimaanlage macht eine Zweistundenstrecke im August zur Strafe. Wer flexibel ist, verschiebt die Reise ganz in den Herbst, wie im Beitrag Spanien im Herbst beschrieben.

Häufige Fragen

Wo ist es in Spanien im Sommer am kühlsten?

An der Atlantikküste im Norden. Gijón und Avilés in Asturien kommen im Juli auf 22,1 Grad im Tagesmittel, Oviedo auf 22,6, San Sebastián auf 23,6. Auch A Coruña liegt mit 23,2 Grad angenehm. Rechne dort allerdings mit Schauern, denn die grüne Küste verdankt ihre Farbe dem Regen, der auch im Hochsommer fällt.

Ist Andalusien im August zu heiß?

Für Städtereisen im Landesinneren ja. Córdoba liegt im August bei 37,1 Grad, Sevilla bei 36,9, Carmona bei 36,1. An der Küste ist es machbar: Málaga bleibt bei 30,9 Grad, Tarifa bei 29,1. Wenn du im August nach Andalusien fährst, plane Sightseeing für den frühen Vormittag und den späten Abend und buche eine Unterkunft mit Klimaanlage.

Lohnen sich die Kanaren im Sommer?

Ja, und zwar mehr als viele denken. Santa Cruz de Tenerife erreicht im Juli 25,2 Grad, Las Palmas 25,1, Arrecife auf Lanzarote 25,0. Damit sind die Inseln im Hochsommer kühler als Barcelona oder Valencia. Der ständige Passatwind sorgt zusätzlich für Abkühlung, und das Meer ist wärmer als am spanischen Nordatlantik.

Welche Städte im Landesinneren gehen im Sommer noch?

Die Städte auf Höhe. Ávila liegt auf 1127 Metern und kommt im Juli auf 29,1 Grad, Burgos auf 863 Metern auf 28,1 Grad, Astorga auf 28,4 und Teruel auf 32,1. Entscheidend sind die Nächte: In Burgos fällt das Thermometer auf 13,8 Grad, in Sevilla nur auf 21,8. Du schläfst also deutlich besser.

Kann man im Norden Spaniens im Sommer baden?

Ja, aber der Atlantik ist deutlich kühler als das Mittelmeer. Die Strände von San Sebastián, Gijón und Santander sind im August trotzdem gut besucht, weil viele Spanier selbst der Hitze im Süden entfliehen. Rechne im August mit vollen Stränden und mit deutlich mehr Ruhe im Juni oder September.