Andalusien · Córdoba

Plaza de Capuchinos & Cristo de los Faroles

Die Plaza de Capuchinos ist ein kleiner, komplett weiß gefasster Platz im Norden der Altstadt, ohne Bäume, ohne Bars, ohne Verkehr. In der Mitte steht der Cristo de los Faroles, ein steinernes Kruzifix aus dem späten 18. Jahrhundert, umringt von acht schmiedeeisernen Laternen.

Tagsüber wirkt der Ort fast streng. Sein Zauber entfaltet sich nachts, wenn die Laternen brennen und außer deinen Schritten kaum etwas zu hören ist.

Plaza de Capuchinos & Cristo de los Faroles
Foto: UNED Universidad Nacional de Educación a Distancia, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien
  • Epoche18. Jahrhundert
  • HighlightCristo de los Faroles
  • LageNördliche Altstadt
  • Besuchsdauer15 Minuten
  • Beste ZeitNach Einbruch der Dunkelheit

Lohnt sich die Plaza de Capuchinos wirklich?

Abends ja, tagsüber kaum. Das ist die ehrlichste Antwort. Bei Tageslicht siehst du einen leeren weißen Platz mit einem Kreuz in der Mitte. Nach Einbruch der Dunkelheit wird daraus einer der stimmungsvollsten Orte Andalusiens: warmes Laternenlicht auf Kalkwänden, kein Neon, keine Musik, keine Menschen.

Was du hier siehst

Das Kruzifix entstand Ende des 18. Jahrhunderts im Umfeld des Kapuzinerklosters, das dem Platz den Namen gab. Es wurde zu einem der meistfotografierten Motive Andalusiens: ein einsamer Christus zwischen acht Laternen, vor kahlen weißen Mauern.

Für viele Cordobeses ist das kein Fotomotiv, sondern ein Andachtsort. Blumen und Kerzen am Sockel liegen fast immer da, und abends betet hier regelmäßig jemand. Der Platz gehört zu den Stationen der Karwoche und ist dann deutlich belebter.

Gut zu wissen: Der Platz ist ein Andachtsort, kein Fotostudio. Abends sind oft Betende da, bleib also leise und rücksichtsvoll, dann bist du hier jederzeit willkommen.

Details, die die meisten übersehen

Die Cuesta del Bailío. Der barocke Treppenaufgang verbindet Unter- und Oberstadt und ist der schönste Weg hierher, mit Blick zurück über die Dächer.

Die Wand ohne Fenster. Die Klostermauer an der Nordseite ist bewusst fensterlos. Genau das macht die Stille des Platzes aus.

Die Zahl acht. Acht Laternen umringen das Kreuz, nicht vier oder sechs. Der Rhythmus ist Teil der Komposition.

Diese Fehler kannst du dir sparen

Tagsüber kommen. Ohne Laternenlicht fehlt dem Platz genau das, wofür er berühmt ist.

Mit Blitz fotografieren. Er zerstört die Wirkung und stört die Betenden.

Eine Bar erwarten. Am Platz gibt es nichts. Iss vorher, die Lokale liegen ein paar Gassen weiter unten.

Wann du hingehen solltest

Nach dem Abendessen, gegen 22 Uhr. Dann ist das Laternenlicht am schönsten, und oft hast du den Platz ganz für dich. Tagsüber lohnt der Weg nur, wenn du ohnehin vom Palacio de Viana zurückläufst.

Tipp: Baue den Platz in einen Abendspaziergang ein: erst essen in der Altstadt, dann hinauf über die Cuesta del Bailío, danach hinunter zum angestrahlten Römischen Tempel. Restaurant-Ideen findest du unter Essen & Trinken in Córdoba.

Danach: was in der Nähe liegt

Wenige Gehminuten nördlich liegt der Palacio de Viana mit seinen Patios, nach Süden erreichst du in zehn Minuten den Römischen Tempel und die Plaza de la Corredera. Alle drei lassen sich als Abendrunde verbinden. Mehr Ideen stehen unter Córdoba Sehenswürdigkeiten.

Tickets: Brauchst du nicht, der Platz ist Tag und Nacht frei zugänglich. Infos zu geführten Abendspaziergängen durch die Altstadt bekommst du beim offiziellen Tourismusbüro.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istSelbst abends stehen hier selten mehr als eine Handvoll Menschen. Wenn doch eine Gruppe da ist, warte fünf Minuten, sie zieht weiter.
  • Wenn es regnetKein Schutz, kein Vordach. Bei Regen fällt der Besuch aus, das nasse Kopfsteinpflaster im Laternenlicht ist allerdings ein schönes Fotomotiv.
  • Mit KindernFür Kinder gibt es hier wenig zu tun. Als kurzer Stopp auf dem Abendspaziergang funktioniert es, mehr nicht.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Platz selbst ist eben. Der schönste Zugang über die Cuesta del Bailío führt aber über eine barocke Treppe, umfahren kannst du sie über die Calle Alfaros.

Häufige Fragen

Was ist der Cristo de los Faroles?

Ein steinernes Kruzifix aus dem späten 18. Jahrhundert auf der Plaza de Capuchinos, umgeben von acht schmiedeeisernen Laternen. Die Kombination aus weißem Platz, dunkler Christusfigur und Laternenlicht machte es zu einem der bekanntesten religiösen Motive Andalusiens. Für viele Cordobeses ist es bis heute ein Andachtsort.

Wann sollte man die Plaza de Capuchinos besuchen?

Nach Einbruch der Dunkelheit. Tagsüber wirkt der kahle weiße Platz eher nüchtern, nachts verwandelt ihn das Laternenlicht in Córdobas stimmungsvollste Ecke. Ideal ist ein Abstecher nach dem Abendessen, gegen 22 Uhr ist es meist ruhig und die Atmosphäre am dichtesten.

Kostet der Besuch etwas?

Nein, die Plaza de Capuchinos ist ein öffentlicher Platz und rund um die Uhr frei zugänglich. Du brauchst weder Ticket noch Planung. Genau das macht sie zum dankbaren Ziel für den Abend, wenn Museen und Monumente längst geschlossen haben.

Ist es nachts sicher auf der Plaza de Capuchinos?

Ja, die Altstadt von Córdoba gilt insgesamt als sicher, auch abends. Der Platz liegt in einem ruhigen Wohnviertel, in dem du nachts vor allem Stille antriffst. Übliche Vorsicht wie in jeder Stadt reicht: Wertsachen nah am Körper, dunkle Nebengassen musst du nicht testen.

Was liegt in der Nähe der Plaza de Capuchinos?

Der Palacio de Viana mit seinen Patios ist nur wenige Gehminuten entfernt, ebenso der Römische Tempel und die Plaza de la Corredera. Direkt am Platz beginnt die Cuesta del Bailío, ein barocker Treppenweg mit schönem Blick, der hinunter in Richtung Zentrum führt.