Andalusien · Córdoba

Römischer Tempel

Mitten im Zentrum, direkt neben dem Rathaus, ragen elf Säulen aus hellem Marmor in den Himmel: die Reste eines römischen Tempels aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Du siehst die Anlage jederzeit kostenlos von der Straße aus.

Für alle, die sich für das römische Córdoba interessieren, ist das der sichtbarste Beweis, dass unter der heutigen Stadt eine antike Metropole liegt.

Römischer Tempel
Foto: Rabe!, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien
  • Epoche1. Jahrhundert n. Chr.
  • WidmungKaiserkult
  • LageCalle Claudio Marcelo, am Rathaus
  • ZugangFrei einsehbar, rund um die Uhr
  • Besuchsdauer10 bis 15 Minuten

Lohnt sich der Römische Tempel wirklich?

Als Zwischenstopp ja, als Ausflugsziel nein. Der Tempel liegt genau auf der Route zwischen Altstadt und dem nördlichen Zentrum, kostet nichts und ist in zehn Minuten erledigt. Betreten kannst du das Gelände allerdings nicht, du schaust durch einen Zaun. Wer deshalb enttäuscht wäre, plant ihn besser gar nicht erst ein.

Was du hier siehst

Von dem Tempel wusste jahrhundertelang niemand. Erst in den 1950er Jahren stießen Bauarbeiter bei der Erweiterung des Rathauses auf die Fundamente. Die Ausgrabungen zeigten: Hier stand ein monumentaler Tempel des Kaiserkults, begonnen unter Kaiser Claudius und erst Jahrzehnte später vollendet.

Das römische Corduba war Hauptstadt der Provinz Baetica, entsprechend groß fiel der Bau aus. Heute siehst du elf wieder aufgerichtete korinthische Säulen samt Podium und Resten des Altars. Ein Teil davon ist Rekonstruktion, Originalfragmente wie Kapitelle und Säulentrommeln stehen im Archäologischen Museum.

Was viele Besucher verpassen

Die zweite Perspektive. Von der Calle Claudio Marcelo siehst du die Säulenreihe von vorn, vom kleinen Vorplatz am Rathaus dagegen die volle Höhe des Podiums.

Die Höhe des Unterbaus. Der Tempel stand auf einem hohen Podium, damit er von Osten weithin sichtbar war. Diese Inszenierung war Absicht.

Das Rathaus selbst. Der moderne Bau nimmt die Säulenordnung des Tempels auf. Ein seltener Fall, in dem Neubau und Ruine miteinander sprechen.

Diese Fehler kannst du dir sparen

Nur mittags vorbeikommen. Im harten Licht wirken die Säulen flach, abends dagegen monumental.

Einen Eingang suchen. Es gibt keinen. Das Gelände ist eingezäunt und nur von außen zu sehen.

Wann du hingehen solltest

Nach Einbruch der Dunkelheit. Angestrahlt wirken die Säulen deutlich eindrucksvoller als im grellen Mittagslicht, und du hast den Anblick dann meist für dich. Wer nur tagsüber vorbeikommt: früher Morgen oder später Nachmittag, wenn das Licht flach steht.

Tipp: Verbinde den Tempel mit einem Abendspaziergang. Zwei Minuten weiter liegt die Plaza de la Corredera mit ihren Terrassen, weitere zehn Minuten bergauf der stille Platz mit dem Cristo de los Faroles.

Danach: was in der Nähe liegt

Zwei Minuten nach Osten stehst du auf der Plaza de la Corredera, in etwa zehn Minuten nach Norden am Palacio de Viana oder an der Plaza de Capuchinos. Zur Mezquita zurück sind es rund zwölf Minuten. Alle Highlights der Stadt findest du in der Übersicht Córdoba Sehenswürdigkeiten.

Tickets: Brauchst du nicht. Der Tempel ist frei einsehbar, rund um die Uhr und ohne Anmeldung. Führungen zum römischen Córdoba bietet das Tourismusbüro immer wieder an, Details auf der offiziellen Website.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istNie ein Problem. Der Tempel liegt an einer normalen Stadtstraße, Reisegruppen halten hier höchstens kurz an.
  • Wenn es regnetNicht viel zu retten, du stehst im Freien. Zwei Minuten weiter bieten die Arkaden der Plaza de la Corredera Schutz.
  • Mit KindernEin Blick durch den Zaun, mehr ist nicht möglich, entsprechend kurz bleibt das Interesse. Von unten wirken die Säulen auf Kinder aber durchaus beeindruckend. Der Gehweg liegt direkt an der Straße, nimm kleine Kinder an die Hand.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDu schaust von der Straße und vom Gehweg aus, alles eben. Eine der wenigen Sehenswürdigkeiten ohne einzige Stufe.

Häufige Fragen

Kann man den Römischen Tempel betreten?

Nein, das Grabungsgelände ist eingezäunt. Du siehst die Säulen aber hervorragend von der Calle Claudio Marcelo und vom Vorplatz am Rathaus aus, ganz ohne Eintritt und zu jeder Tageszeit. Für die meisten Besucher ist genau das ideal: kurzer Stopp, starke Fotos, weiter geht es.

Sind die Säulen des Tempels original?

Teils, teils. Die Anlage wurde nach den Ausgrabungen mit einer Mischung aus Originalteilen und Rekonstruktionen wieder aufgerichtet, damit die Dimension des Tempels erlebbar wird. Besonders gut erhaltene Originalstücke wie Kapitelle und Säulentrommeln kannst du im Archäologischen Museum von Córdoba sehen.

Lohnt sich ein Umweg zum Römischen Tempel?

Als einzelnes Ziel eher nicht, als Zwischenstopp unbedingt. Der Tempel liegt direkt an der Route zwischen Altstadt und Plaza de la Corredera, kostet nichts und ist in zehn Minuten erledigt. Abends, wenn die Säulen angestrahlt werden, ist er sogar ein richtig lohnendes Fotomotiv.

Wann wurde der Tempel entdeckt?

In den 1950er Jahren, bei Bauarbeiten zur Erweiterung des Rathauses. Bis dahin ahnte niemand, dass hier ein kompletter Kaiserkult-Tempel im Boden steckte. Die Fundamente wurden freigelegt, erforscht und anschließend mit wieder aufgerichteten Säulen als Freiluftdenkmal mitten in der Stadt erhalten.