Auf einen Blick
- RegionKanarische Inseln (Provinz Las Palmas)
- HauptstadtArrecife
- UNESCOSeit 1993 Biosphärenreservat
- Vulkanausbrüche1730 bis 1736
- Ideale Dauer5 bis 7 Tage
- Beste ReisezeitGanzjährig mild, am wärmsten August bis Oktober
Warum Lanzarote?
Keine andere spanische Insel sieht so aus. Schwarze Lavafelder, ockerfarbene Vulkankegel, weiße Würfelhäuser mit grünen oder blauen Fensterläden: grün im Landesinneren, blau an der Küste. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis strenger Bauregeln, für die sich César Manrique eingesetzt hat. Seit 1993 ist die ganze Insel UNESCO-Biosphärenreservat.
Wer Palmenstrände und Nachtleben sucht, ist woanders besser aufgehoben. Lanzarote lohnt sich für Landschaft, Architektur, Wein und Wind. Die Insel ist klein genug, um sie in einer Woche mit dem Mietwagen komplett zu erschließen, und sie funktioniert das ganze Jahr über. Wie sie sich in den Archipel einfügt, liest du im Überblick zu den Kanarischen Inseln, und wo sie unter den großen Zielen des Landes steht, zeigen unsere Spanien-Highlights.
Die Manrique-Route und die Highlights der Insel
1 Nationalpark Timanfaya
Die Montañas del Fuego sind das Herz der Insel: eine Mondlandschaft aus erstarrter Lava, Aschekegeln und rostroten Hängen. Der Park wird geschützt, deshalb darfst du nicht auf eigene Faust hineinlaufen. Vom Besucherbereich am Islote de Hilario fährt ein Bus die Ruta de los Volcanes, rund 14 Kilometer durch den Krater-Gürtel, mit Erklärungen über Lautsprecher.
Oben zeigen die Ranger, wie heiß der Untergrund noch ist: Reisig entzündet sich in einem Erdloch von selbst, eingegossenes Wasser schießt als Dampffontäne heraus. Das Restaurant El Diablo daneben, entworfen von Manrique, grillt über der Erdwärme. Komm früh, mittags stauen sich die Autos an der Parkeinfahrt oft bis auf die Straße. Geführte Wanderungen im Park musst du vorab anmelden.
2 Jameos del Agua
Manriques bekanntestes Werk liegt in einer eingestürzten Lavaröhre des Vulkans La Corona. Über eine Treppe steigst du hinunter in eine Höhle mit einem salzigen unterirdischen See, in dem winzige weiße Blindkrebse leben, die es sonst nirgends auf der Welt gibt. Sieh genau hin, sie sind kaum einen Zentimeter groß.
Daneben liegen ein türkisfarbener Pool zwischen weißen Wänden und ein Konzertsaal, der in eine weitere Höhlenkammer gebaut wurde. Die Akustik dort gilt als außergewöhnlich.
3 Cueva de los Verdes
Nur wenige Autominuten entfernt führt eine Führung rund zwei Kilometer durch dieselbe Lavaröhre, allerdings unbeleuchtet belassen bis auf eine sparsame Inszenierung von Jesús Soto. Früher versteckten sich die Inselbewohner hier vor Piraten. Am Ende wartet ein optischer Trick, den dir kein Guide vorher verrät.
4 Mirador del Río
Manrique baute diesen Aussichtspunkt hoch über der Nordspitze in den Fels, von außen ist er kaum zu sehen. Innen öffnen sich große Panoramafenster auf die Meerenge El Río und die Nachbarinsel La Graciosa. Bei klarer Luft einer der besten Ausblicke der Kanaren, bei Wolken sitzt du im Nebel, prüfe also vorher das Wetter.
5 Jardín de Cactus
Das letzte große Werk Manriques entstand 1990 in einer alten Aschegrube bei Guatiza. In terrassenförmigen Rängen stehen tausende Kakteen aus aller Welt, dazu eine restaurierte Windmühle am oberen Rand. Klein, aber gestalterisch das dichteste seiner Projekte.
6 Fundación César Manrique in Tahíche
Sein Wohnhaus steht auf einem Lavastrom, die unteren Räume sind fünf natürliche Lavablasen, verbunden durch Tunnel, mit Feigenbaum und Pool mitten im Gestein. Oben zeigt die Stiftung seine Bilder und Entwürfe. Wenn du nur einen Manrique-Ort besuchst, nimm diesen: Hier verstehst du seine Idee, mit dem Vulkan zu bauen statt gegen ihn.
7 Die Weinfelder von La Geria
Zwischen Uga und Masdache liegt eine der ungewöhnlichsten Kulturlandschaften Europas. Weil es kaum regnet, pflanzen die Bauern jede Rebe einzeln in einen Trichter aus schwarzer Vulkanasche und schützen sie mit einer halbrunden Steinmauer vor dem Passatwind. Die Asche speichert nachts die Feuchtigkeit.
Das Ergebnis ist ein Muster aus tausenden schwarzen Kratern mit je einem grünen Punkt darin. An der Straße LZ-30 liegen mehrere Bodegas, in denen du den trockenen Malvasía probieren kannst. Wer fährt, probiert nicht, die Kontrollen sind streng.
8 Arrecife
Die Hauptstadt wird von vielen Urlaubern übersehen, hat aber echtes Inselleben. Das Herz ist der Charco de San Ginés, eine Meerwasserlagune mitten in der Stadt, umrundet von Fischerbooten, Bars und weißen Häusern. Vom Castillo de San Gabriel führt eine kleine Zugbrücke über das Wasser, die Puente de las Bolas.
Im Castillo de San José über dem Hafen richtete Manrique ein Museum für zeitgenössische Kunst ein, mit Panoramarestaurant im Untergeschoss. Dazu kommt der Stadtstrand Playa del Reducto, ruhig und flach. Ein halber Tag genügt, aber er lohnt sich.
9 Teguise, El Golfo und die Küsten
Teguise war jahrhundertelang Hauptstadt und ist bis heute der schönste Ort der Insel, mit Herrenhäusern, Kirchplatz und der Burg Santa Bárbara auf dem Vulkankegel darüber. Sonntags füllt ein großer Markt die Gassen. Im Süden liegen der grüne Kratersee von El Golfo, die brodelnden Klippen Los Hervideros und die Salinen von Janubio. Ganz im Süden folgen die goldenen Papagayo-Buchten, im Norden der weite Surferstrand von Famara.
Tipp: Für die Manrique-Häuser gibt es Kombitickets, die sich ab drei besuchten Orten lohnen. Plane nicht mehr als zwei Zentren pro Tag ein, sonst hetzt du. Und leg Timanfaya auf den frühen Vormittag, danach wird die Warteschlange an der Einfahrt lang.
So teilst du dir die Insel ein
Lanzarote ist knapp 60 Kilometer lang, du fährst nie länger als eine gute Stunde von einem Ende zum anderen. Trotzdem lohnt es sich, nach Regionen zu planen. Ein Tag für den Norden mit Jameos del Agua, Cueva de los Verdes, Mirador del Río und dem Palmental von Haría. Ein Tag für den Süden mit Timanfaya, La Geria, El Golfo und den Salinen von Janubio.
Dazu ein halber Tag für Arrecife und die Stiftung in Tahíche, ein Tag für Strände am Papagayo oder Famara und, wenn du länger bleibst, ein Tag für La Graciosa. Sonntags gehört der Vormittag dem Markt von Teguise, dann steht dort allerdings halb Lanzarote im Stau.
Anreise: Flugzeug und Fähre
Der Flughafen Lanzarote (ACE) liegt wenige Kilometer südwestlich von Arrecife und wird das ganze Jahr über aus dem deutschsprachigen Raum angeflogen. Der Flug dauert je nach Abflugort ungefähr vier bis fünf Stunden. Linienbusse fahren nach Arrecife und Puerto del Carmen, für alles andere brauchst du Mietwagen oder Taxi.
Mit der Fähre kommst du in gut 25 Minuten von Corralejo auf Fuerteventura nach Playa Blanca, das ist der klassische Tagesausflug. Längere Verbindungen gibt es nach Las Palmas de Gran Canaria und nach Santa Cruz de Tenerife, sie dauern viele Stunden und lohnen sich vor allem mit eigenem Auto. Von Órzola im Norden setzt du in rund 25 Minuten nach La Graciosa über, der kleinen autofreien Nachbarinsel.
Klima und Mietwagen
Lanzarote ist ganzjährig mild, es regnet selten und der Passatwind weht fast immer. Im Winter liegen die Tageswerte meist um 20 Grad, am wärmsten wird es von August bis Oktober, dann ist auch das Meer am angenehmsten. Gelegentlich bringt der Calima Saharastaub und Hitze mit, dafür kann es an der Nordküste windig und wolkig sein, während der Süden Sonne hat.
Ohne Auto siehst du nur einen Bruchteil der Insel, weil die Busse vor allem die Urlaubsorte verbinden. Mietwagen sind auf den Kanaren vergleichsweise günstig, die Straßen leer und gut ausgebaut. Achte auf den Wind: Autotüren reißen an exponierten Aussichtspunkten schnell auf.
Hotels: die besten Orte
Puerto del Carmen ist der größte Ferienort mit langer Strandpromenade, viel Auswahl und kurzen Wegen zum Flughafen. Costa Teguise liegt im Osten, ist ruhiger, familienfreundlich und oft windiger. Playa Blanca im Süden ist moderner und die beste Basis für die Papagayo-Strände und die Fähre nach Fuerteventura.
Wer echtes Inselleben will, wohnt in Arrecife: günstiger, spanischer, mit Stadtstrand, aber ohne Urlaubsflair. Am stimmungsvollsten sind die Landhäuser im Inselinneren rund um Yaiza, Haría und Teguise, dafür brauchst du zwingend ein Auto. Vergleiche auch die Städte auf den Nachbarinseln und die Übersicht zu spanischen Städten am Meer.
Klima und Anreise auf einen Blick
- Wärmster MonatAugust, 26 °C
- Kühlster MonatFebruar, 15 °C
- Trockenster MonatJuli
- Höhe20 m
Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius
Regen Millimeter und Regentage pro Monat
Entfernung ab deutschen Flughäfen
| Ab | Entfernung | Flugzeit ca. |
|---|---|---|
| Stuttgart (STR) | 2.927 km | 4 Std. 15 Min. |
| Köln/Bonn (CGN) | 2.985 km | 4 Std. 20 Min. |
| Frankfurt (FRA) | 2.991 km | 4 Std. 20 Min. |
| Düsseldorf (DUS) | 3.002 km | 4 Std. 20 Min. |
| München (MUC) | 3.053 km | 4 Std. 25 Min. |
| Hamburg (HAM) | 3.341 km | 4 Std. 45 Min. |
| Berlin (BER) | 3.421 km | 4 Std. 50 Min. |
Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.
Städte in der Nähe
| Stadt | Entfernung | Mit dem Auto etwa |
|---|---|---|
| Las Palmas de Gran Canaria | 206 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Santa Cruz de Tenerife | 270 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Cádiz | 1.080 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Tarifa | 1.081 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Jerez de la Frontera | 1.102 km | nur mit Fähre oder Flug |
| Gibraltar | 1.107 km | nur mit Fähre oder Flug |
Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Lanzarote?
Fünf bis sieben Tage sind ideal. In dieser Zeit schaffst du Timanfaya, zwei bis drei Manrique-Zentren, La Geria, Teguise, Arrecife und ein paar Strände, ohne zu hetzen. Für einen Kurztrip von drei Tagen konzentrierst du dich auf Timanfaya, Jameos del Agua und den Süden rund um El Golfo.
Ist Lanzarote im Winter warm genug?
Für Sonne, Wandern und Sightseeing auf jeden Fall. Die Tageswerte liegen im Winter meist um 20 Grad, es regnet wenig. Zum Baden im Meer ist es dann frisch, viele Hotels haben deshalb beheizte Pools. Am wärmsten ist die Zeit von August bis Oktober. Der Wind ist ganzjährig ein Faktor, nimm eine Jacke mit.
Kann man Timanfaya zu Fuß erkunden?
Nicht frei. Der Kernbereich ist streng geschützt, das Betreten auf eigene Faust ist verboten. Du siehst ihn per Bus auf der Ruta de los Volcanes, die im Eintritt enthalten ist. Für Wanderungen gibt es geführte Touren des Nationalparks mit begrenzter Teilnehmerzahl, die du vorher anmelden musst. Außerhalb der Parkgrenzen darfst du frei laufen.
Wer war César Manrique?
Manrique war ein 1919 in Arrecife geborener Maler und Architekt, der ab den 1960er Jahren die Entwicklung der Insel prägte. Er setzte durch, dass Häuser weiß bleiben, Hochhäuser und Reklametafeln verboten sind, und verwandelte Höhlen und Aussichtspunkte in begehbare Kunstwerke. Jameos del Agua, Mirador del Río und der Kaktusgarten gehen auf ihn zurück.
Lanzarote oder Fuerteventura?
Lanzarote punktet mit Vulkanlandschaft, Architektur und Wein, Fuerteventura mit den längeren, breiteren Sandstränden. Für Strandurlaub pur ist Fuerteventura oft die bessere Wahl, für Landschaft und Ausflüge Lanzarote. Weil die Fähre von Playa Blanca nach Corralejo nur rund 25 Minuten braucht, kannst du beide kombinieren.






