Auf einen Blick
- KlassikerCocido madrileño, Bocadillo de Calamares, Churros con Chocolate
- Tapas-ViertelLa Latina, Malasaña, Lavapiés, Barrio de las Letras
- EssenszeitenMittagessen ab 14 Uhr, Abendessen ab 21 Uhr
- InstitutionBotín, laut Guinness-Buch das älteste Restaurant der Welt (seit 1725)
Cocido madrileño: der Eintopf der Stadt
Der Cocido ist Madrids Seelenfutter: Kichererbsen, Gemüse und viel Fleisch, stundenlang gekocht und in Gängen serviert, erst die Brühe mit Nudeln, dann der Rest. Ein ordentlicher Cocido ist ein Mittagsprogramm, danach brauchst du keinen Abendplan mehr. Klassische Adressen sind La Bola, wo der Eintopf seit dem 19. Jahrhundert im Tontopf über Holzkohle gart, Malacatín in La Latina und das altehrwürdige Lhardy. Im Winter gehört er auf jede Madrid-Liste, im Hochsommer steht er selten auf der Karte.
Bocadillo de Calamares: das Wahrzeichen zum Anbeißen
Ausgerechnet die Stadt ohne Meer hat ein Tintenfisch-Brötchen als Streetfood-Ikone: frittierte Calamares-Ringe im knusprigen Weißbrot, mehr braucht es nicht. Die Bars rund um die Plaza Mayor, vor allem in der Calle de Botoneras, reichen sie im Minutentakt über den Tresen. Iss das Brötchen im Stehen an der Bar, mit einer kalten Caña dazu, und lass die Terrassen direkt auf der Plaza links liegen: Dort zahlst du für den Blick, nicht fürs Essen.
Tapas-Viertel: wo du dich treiben lässt
La Latina ist die erste Wahl: Entlang der Cava Baja reiht sich Bar an Bar, von der Uralt-Taberne bis zur modernen Küche. Sonntags, nach dem Flohmarkt El Rastro, ist hier Vermut-Zeit und das halbe Viertel auf der Straße. Malasaña mischt klassische Tabernas mit neuen Konzepten, Lavapiés ist die multikulturelle Ecke mit indischen Lokalen neben spanischen Bars, und im Barrio de las Letras sitzt du zwischen Literatur-Zitaten im Pflaster. Die Logik ist überall gleich: pro Bar ein oder zwei Tapas, dann weiterziehen. Wer Anleitung mag, startet mit einer geführten Tour, siehe Aktivitäten & Touren.
Gut zu wissen: Madrid isst spät. Mittagessen vor 14 Uhr und Abendessen vor 21 Uhr sind Touristen-Zeiten, viele Küchen öffnen abends erst gegen 20.30 Uhr. Ein Lokal, das um 19 Uhr voll ist, ist selten ein gutes Zeichen.
Markthallen: von ehrlich bis Instagram
Der Mercado de San Miguel neben der Plaza Mayor ist die schönste Halle der Stadt, ein Gusseisen-Bau von 1916, aber längst ein Gourmet-Foodcourt für Besucher mit entsprechenden Preisen. Einmal durchgehen: ja. Satt essen: besser woanders. Ehrlicher geht es im Mercado de San Fernando in Lavapiés oder im Mercado de Vallehermoso in Chamberí zu, wo Marktstände und kleine Küchen sich mischen. Und im Mercado de la Paz im Salamanca-Viertel steht mit Casa Dani eine Bar, deren Tortilla regelmäßig zur besten Spaniens gewählt wird.
Churros, Vermut und der süße Abschluss
Churros con Chocolate sind in Madrid keine Nachspeise, sondern eine Institution für frühmorgens oder nach durchtanzter Nacht. Die berühmteste Adresse ist die Chocolatería San Ginés in einer Gasse nahe Sol, seit 1894 im Geschäft: dünne Churros und dicke Porras, getunkt in zähflüssige Trinkschokolade. Tagsüber gehört der Vermut auf Eis zur Stadt, traditionell sonntags vor dem Mittagessen. Und wenn du ein einziges Mal klassisch essen gehen willst: Botín bei der Plaza Mayor röstet seit 1725 Spanferkel im Holzofen, laut Guinness-Buch ist es das älteste Restaurant der Welt. Touristisch, aber echt.
Tipp: Das Mittagsmenü (menú del día) ist der beste Deal der Stadt: mehrere Gänge, Brot und Getränk zum festen Preis, werktags in fast jedem Lokal. Iss mittags groß und abends Tapas, so isst Madrid selbst.
Häufige Fragen
Was muss man in Madrid unbedingt essen?
Die drei Klassiker: Cocido madrileño, der Kichererbsen-Eintopf in Gängen, das Bocadillo de Calamares an der Plaza Mayor und Churros con Chocolate bei San Ginés. Dazu Tapas-Standards wie Tortilla, Croquetas und Jamón Ibérico, am besten im Stehen an der Bar in La Latina.
Wo gibt es die besten Tapas in Madrid?
In La Latina, konkret entlang der Cava Baja und Cava Alta, wo sich Dutzende Bars aneinanderreihen. Danach kommen Malasaña für die junge Szene, Lavapiés für die multikulturelle Variante und das Barrio de las Letras. Wichtig ist die Methode: pro Bar ein, zwei Tapas bestellen und weiterziehen.
Lohnt sich der Mercado de San Miguel?
Als Sehenswürdigkeit ja, als Restaurant nur bedingt. Die Jugendstil-Halle von 1916 ist wunderschön, aber die Stände richten sich an Touristen, und satt wirst du hier vergleichsweise teuer. Geh durch, probier eine Kleinigkeit und iss richtig in den Bars von La Latina oder in einer lokaleren Markthalle wie San Fernando.
Wann essen die Madrilenen zu Abend?
Spät: Vor 21 Uhr sitzen fast nur Besucher am Tisch, üblich ist eher 21.30 bis 23 Uhr. Viele Küchen öffnen abends erst gegen 20.30 Uhr. Wenn du früher Hunger hast, überbrück mit Tapas an der Bar, das geht fast durchgehend. Mittags gilt dasselbe verschoben: Gegessen wird ab 14 Uhr.
Ist Essen gehen in Madrid teuer?
Nein, verglichen mit deutschen Großstädten eher günstig, wenn du die Touristenmeilen meidest. Das werktägliche Mittagsmenü mit mehreren Gängen ist ein Schnäppchen, Tapas und Caña an der Bar sind bezahlbar. Teuer wird es auf den Terrassen an Plaza Mayor und Gran Vía sowie im Mercado de San Miguel.


