Region Madrid · Madrid

Puerta del Sol

Die Puerta del Sol ist der Mittelpunkt Spaniens, und zwar wörtlich: Vor der Casa de Correos markiert eine Bodenplakette den Kilometer 0, den Nullpunkt aller sechs radialen Landstraßen des Landes. Der halbrunde Platz ist Madrids wichtigster Treffpunkt und Schauplatz der Silvestertradition mit den zwölf Glückstrauben.

Schön im klassischen Sinn ist er nicht. Aber du kommst ohnehin ständig hier vorbei, und ein paar Details lohnen den genauen Blick.

Puerta del Sol
Foto: tnarik from Spain, CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionComunidad de Madrid
  • BedeutungKilometer 0, Nullpunkt des spanischen Straßennetzes
  • WahrzeichenEl Oso y el Madroño, Tío-Pepe-Reklame, Casa de Correos
  • Besuchsdauer15 bis 30 Minuten
  • VerkehrGrößtenteils Fußgängerzone, Metro- und Zugknoten Sol

Lohnt sich die Puerta del Sol wirklich?

Als eigenes Ziel kaum. Der Platz ist ein Verkehrsknoten mit ein paar Symbolen darauf, ohne Museum, ohne Aussicht, ohne besondere Architektur. Wer eine Stunde einplant, wird enttäuscht.

Als Startpunkt dagegen unschlagbar. Von hier läufst du in drei Minuten zur Plaza Mayor, in fünf zum Mercado de San Miguel, in zehn zum Königspalast und in fünf zur Gran Vía. Fast jede Metrolinie hält hier. Nimm dir 20 Minuten, schau dir vier Dinge an und geh weiter.

Was du hier siehst

Erstens die Plakette des Kilometer 0 im Boden vor der Casa de Correos. Unscheinbar, oft von wartenden Füßen verdeckt, aber der symbolische Nullpunkt Spaniens: Alle Entfernungsangaben des Landes beziehen sich traditionell auf diesen Punkt.

Zweitens die Casa de Correos selbst, das rote Barockgebäude mit dem Uhrturm, ursprünglich Postamt, heute Sitz der Regionalregierung. Drittens die Statue El Oso y el Madroño an der Ostseite, der Bär am Erdbeerbaum, das Wappen Madrids und der beliebteste Treffpunkt der Stadt. Und viertens, hoch über dem Platz, die Tío-Pepe-Leuchtreklame, eine Sherry-Werbung, die seit den 1930er Jahren zum Stadtbild gehört und nach Protesten der Madrilenen zurückkehrte, als sie einmal weichen sollte.

Dazu kommt, was du nicht auf einen Blick siehst: Die Puerta del Sol ist der Ort, an dem Madrid politisch wird. Aufstände, Demonstrationen und Platzbesetzungen haben hier stattgefunden, zuletzt die Protestbewegung von 2011. Wenn in Spanien etwas passiert, versammeln sich die Menschen an dieser Stelle.

Den Namen verdankt der Platz einem Stadttor, das im 16. Jahrhundert an dieser Stelle stand und eine Sonne im Wappen trug. Das Tor ist längst verschwunden, der Name blieb. Auch die halbrunde Form geht auf die alte Stadtgrenze zurück: Was heute als offene Fläche wirkt, war jahrhundertelang der Rand von Madrid, und die Straßen, die sternförmig davon wegführen, folgen bis heute den alten Ausfallwegen.

Details, die die meisten übersehen

Die Reiterstatue Karls III. in der Platzmitte, dem König, der Madrid pflastern, beleuchten und kanalisieren ließ. Ohne ihn sähe die Altstadt anders aus.

Die Gedenkplatte für die Aufständischen vom 2. Mai 1808 an der Casa de Correos.

Die Churrería in einer Gasse gleich um die Ecke, seit über hundert Jahren am selben Ort und die einzige sinnvolle Kaffeepause direkt am Platz.

Die Metroebene selbst. Unter dem Platz liegt ein riesiger Bahnhof mit Vorortzügen, gläserner Halle und einer Ausgrabung, an der die meisten vorbeilaufen.

Die Calle del Arenal Richtung Westen. Sie ist Fußgängerzone, führt direkt zum Teatro Real und ist der angenehmere Weg zum Königspalast als die Route über die Plaza Mayor.

Typische Fehler

Auf Klemmbrett-Spendensammler, Hütchenspiele oder aufgedrängte Rosen eingehen. Alles davon zielt auf die Geldbörse.

Das Handy in der Gesäßtasche tragen. Der Platz ist eines der Hauptreviere der Taschendiebe.

An Silvester spontan vorbeischauen. Wer die Trauben-Zeremonie vor Ort erleben will, steht Stunden vorher an.

Achtung: Ein freundliches, bestimmtes „No, gracias“ im Weitergehen löst praktisch jede dieser Situationen. Nicht stehen bleiben, nicht diskutieren. Mehr dazu in den Madrid Insider-Tipps.

Wann du hingehen solltest

Früh am Morgen, wenn der Platz noch nicht voll ist und du die Bodenplakette tatsächlich sehen kannst. Abends ist mehr los, dann spielen Straßenmusiker und die Tío-Pepe-Reklame leuchtet.

Ein Sonderfall ist Silvester: Zehntausende drängen sich dann vor der Casa de Correos, und zu jedem der zwölf Mitternachtsschläge isst ganz Spanien eine Traube. Schon am Vormittag des 31. Dezember wird auf dem Platz die Generalprobe gefeiert, mit Trauben und Glockenschlägen, aber deutlich weniger Gedränge. Das ist der bessere Kompromiss.

Danach: was in der Nähe liegt

Zur Plaza Mayor sind es drei Minuten, zum Mercado de San Miguel fünf, zum Königspalast zehn. Nach Norden erreichst du in fünf Minuten die Gran Vía.

Nach Süden beginnt La Latina mit den Tapasbars, sonntags mit dem Rastro-Flohmarkt. Wo du gut isst, steht unter Essen und Trinken in Madrid, die komplette Route bei den Sehenswürdigkeiten in Madrid.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istEs ist immer voll, das gehört dazu. Früh morgens ist der Platz am ruhigsten, dann siehst du auch die Bodenplakette ohne wartende Füße darauf.
  • Wenn es regnetWenig Schutz. Weich in die Arkaden der Plaza Mayor aus, drei Minuten entfernt, oder in den Mercado de San Miguel.
  • Mit KindernDie Bärenstatue ist ein sicherer Treffer, und die Churrería um die Ecke rettet jeden Nachmittag. Sonst wenig für Kinder.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Platz ist eben und großflächig Fußgängerzone. Die Metrostation Sol ist eine der wenigen im Zentrum mit durchgehend barrierefreiem Zugang.

Häufige Fragen

Was ist der Kilometer 0 an der Puerta del Sol?

Eine Bodenplakette vor der Casa de Correos, die den Nullpunkt der sechs radialen Nationalstraßen Spaniens markiert. Alle Entfernungsangaben des Landes beziehen sich traditionell auf diesen Punkt. Die Plakette ist klein und leicht zu übersehen, such sie direkt vor dem Haupteingang des Gebäudes mit dem Uhrturm.

Was bedeutet die Bärenstatue an der Puerta del Sol?

El Oso y el Madroño zeigt das Wappen Madrids: einen Bären, der sich an einem Erdbeerbaum aufrichtet. Die Bronzestatue an der Ostseite ist der klassische Treffpunkt der Madrilenen und eines der meistfotografierten Motive der Stadt. Das Wappenmotiv begegnet dir überall, von Kanaldeckeln bis zu Taxitüren.

Warum essen die Spanier an Silvester zwölf Trauben?

Zu jedem der zwölf Mitternachtsschläge der Uhr an der Puerta del Sol wird eine Traube gegessen, das soll zwölf Glücksmonate bringen. Die Tradition ist über hundert Jahre alt und wird landesweit gefeiert, mit Live-Übertragung vom Platz. Vor Ort ist der Andrang riesig, die meisten Spanier feiern daheim oder in Bars.

Ist die Puerta del Sol gefährlich?

Nein, der Platz ist rund um die Uhr belebt und stark überwacht. Das einzige nennenswerte Risiko sind Taschendiebe, die im Gedränge und an den Metroeingängen arbeiten. Wertsachen in Innentaschen, Rucksack vorn, Handy im Blick: Mit diesen einfachen Regeln bleibt der Besuch entspannt.

Wie viel Zeit braucht man für die Puerta del Sol?

15 bis 30 Minuten reichen völlig: Kilometer 0 suchen, Bärenstatue fotografieren, Uhrturm und Tío-Pepe-Reklame anschauen, fertig. Der Platz entfaltet seinen Reiz vor allem als Startpunkt für die Altstadt, denn Plaza Mayor, Gran Vía und Königspalast liegen alle in Gehweite.