Andalusien · Sevilla

Palacio de San Telmo

Der Palacio de San Telmo besitzt das prächtigste Barockportal Sevillas: ein dreistöckiges Feuerwerk aus Säulen, Figuren und Ornamenten. Der Palast selbst ist heute Sitz der andalusischen Regionalregierung und nur eingeschränkt zu besichtigen.

Er steht direkt neben der Alten Tabakfabrik am Übergang zum Süden der Stadt. Der Blick auf die Fassade kostet nichts, dauert fünf Minuten und lohnt sich trotzdem.

Palacio de San Telmo
Foto: Roberto Chamoso G, CC BY-SA 3.0 es · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien
  • LageAvenida de Roma, südliche Altstadt
  • Baubeginn1682, Barock
  • HeuteSitz der Regierung Andalusiens
  • BesichtigungNur mit angemeldeter Führung

Lohnt sich der Palacio de San Telmo wirklich?

Von außen ja, und zwar für jeden. Das Portal von 1754 gilt als Hauptwerk des sevillanischen Spätbarocks und liegt genau auf dem Weg zwischen Altstadt und Parque de María Luisa. Fünf Minuten, kein Ticket, kein Umweg.

Von innen ist es dagegen etwas für Planungsfreudige. Weil hier regiert wird, kommst du nur mit angemeldeter Führung hinein, kostenlos, aber mit knappen Terminen. Für die meisten Besucher gilt deshalb: Fassade und Portal sind der eigentliche Star, das Innere ist die Kür.

Was du hier siehst

Gebaut wurde der Palast ab 1682 als Schule für Waisenkinder von Seeleuten, die hier zu Navigatoren ausgebildet wurden. Namenspatron ist San Telmo, der Schutzheilige der Seefahrer. Im 19. Jahrhundert residierten hier die Herzöge von Montpensier, deren Hof dem Königshof in Madrid Konkurrenz machte. Später war der Palast Priesterseminar, seit den 1990er-Jahren ist er Sitz der Präsidentschaft der Junta de Andalucía.

Das Hauptportal stammt aus der Werkstatt der Architektenfamilie Figueroa: Atlanten, Allegorien der Wissenschaften und ganz oben San Telmo selbst. Nimm dir ein paar Minuten und lies die Fassade wie ein Bilderbuch, von unten nach oben. Auf der Seite zur Avenida stehen zwölf Statuen berühmter Sevillanos, geschaffen von Antonio Susillo.

Was viele Besucher verpassen

  • Die Statuenreihe. Sie steht an der Längsseite, nicht am Portal, und wird von fast allen ignoriert. Unter den Dargestellten sind Murillo und Velázquez.
  • Die Atlanten. Die tragenden Figuren im Portal stellen Seefahrer dar, passend zur ursprünglichen Funktion als Navigationsschule.
  • Der Zusammenhang mit dem Park. Die Gärten des Palasts waren einst riesig. Die Infantin María Luisa schenkte einen Großteil davon der Stadt, daraus wurde der Parque de María Luisa.

Tickets: Der Besuch ist kostenlos, erfordert aber eine vorherige Anmeldung zur Führung bei der Junta de Andalucía. Termine sind begrenzt, melde dich möglichst früh an.

Zur offiziellen Website

Gut zu wissen: Das Portal ist von der Avenida aus jederzeit einsehbar, ganz ohne Anmeldung. Plane den Palast deshalb als Zwischenstopp auf dem Weg von der Altstadt zum Park ein, nicht als eigenen Programmpunkt.

Was oft schiefgeht

  • Spontan an der Pforte klingeln. Ohne Anmeldung kommst du nicht hinein, das ist ein Regierungsgebäude.
  • Nur das Portal ansehen und die Statuenreihe an der Seite übersehen.
  • Zu viel Zeit einplanen. Von außen ist der Stopp nach zehn Minuten erledigt.

Wann du hingehen solltest

Am späten Nachmittag steht die Sonne so, dass die Figuren am Portal scharfe Schatten werfen und die Details erst richtig sichtbar werden. Morgens liegt die Fassade im Gegenlicht. Für Fotos ist der Nachmittag klar die bessere Wahl.

Danach: was in der Nähe liegt

  • Alte Tabakfabrik, 2 Minuten. Die Alte Tabakfabrik, heute Universität und gratis zu betreten.
  • Parque de María Luisa, 5 Minuten. Der Park war früher der Garten dieses Palasts.
  • Plaza de España, 10 Minuten. Die Plaza de España am Rand des Parks.
  • Torre del Oro, 8 Minuten. Der Torre del Oro am Fluss.

Mehr Ideen findest du unter Sehenswürdigkeiten von Sevilla.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAndrang kennt der Palast kaum, weil er kein Ticketmonument ist. Vor dem Portal sammeln sich höchstens kurz Reisegruppen für ein Foto, dann gehst du ein paar Meter weiter und wartest zwei Minuten.
  • Wenn es regnetEs gibt keinen überdachten Bereich vor dem Portal. Bei Regen lohnt der Stopp trotzdem, weil er nur wenige Minuten dauert und auf dem Weg liegt.
  • Mit KindernKurz genug, dass es klappt. Lass Kinder die Figuren auf dem Portal zählen und San Telmo ganz oben suchen, das funktioniert erstaunlich gut.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Bürgersteig vor dem Palast ist breit und flach, das Portal von der Straße gut einsehbar. Für den Außenbesuch spielt Mobilität keine Rolle.

Häufige Fragen

Kann man den Palacio de San Telmo besichtigen?

Ja, aber nur mit einer geführten Besichtigung, die du vorab bei der Junta de Andalucía anmelden musst. Die Termine sind begrenzt, dafür kostenlos. Ohne Anmeldung bleibt dir die Fassade mit dem berühmten Portal, und die allein lohnt den Weg.

Was macht das Portal so besonders?

Das Portal von 1754 gilt als Höhepunkt des sevillanischen Spätbarocks: drei Ebenen voller Säulen, Atlanten und Allegorien, gekrönt von San Telmo. Es stammt aus der Werkstatt der Architektenfamilie Figueroa, die das barocke Sevilla geprägt hat.

Wer residiert heute im Palast?

Der Palacio de San Telmo ist Sitz der Präsidentschaft der Junta de Andalucía, also der andalusischen Regionalregierung. Deshalb ist der Zugang reglementiert und der Palast kein normales Besichtigungsmonument.

Was hat der Palast mit dem Parque de María Luisa zu tun?

Der Park war ursprünglich der Palastgarten. Die Infantin María Luisa Fernanda, Herzogin von Montpensier, schenkte ihn 1893 der Stadt. Für die Iberoamerikanische Ausstellung 1929 wurde er dann zum heutigen Prachtpark umgestaltet.

Lohnt sich ein Stopp bei wenig Zeit?

Ja, denn er kostet nur fünf Minuten: Portal anschauen, Statuenreihe entlanggehen, weiter zur Plaza de España. Der Palast liegt genau auf dem Weg zwischen Altstadt und María-Luisa-Park.