Andalusien · Córdoba

Plaza de la Corredera

Die Plaza de la Corredera ist der größte Platz der Altstadt und ein Unikum: Nirgendwo sonst in Andalusien findest du eine geschlossene Plaza Mayor nach kastilischem Vorbild, mit umlaufenden Arkaden und einheitlichen roten Fassaden. Gebaut wurde sie Ende des 17. Jahrhunderts.

Heute füllen eine Markthalle, Bars und Terrassen die Bögen. Zwischen zwei Sightseeing-Stopps ist das der richtige Ort für eine Pause mit Salmorejo und Blick auf das Treiben.

Plaza de la Corredera
Foto: yphnrh, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien
  • Gebaut1683 bis 1687
  • StilKastilische Plaza Mayor
  • LageÖstliche Altstadt
  • Besuchsdauer30 bis 60 Minuten
  • Beste ZeitVormittags zum Markt, abends für Terrassen

Lohnt sich die Plaza de la Corredera wirklich?

Ja, als Ort zum Ankommen und Schauen, nicht als Sehenswürdigkeit zum Abhaken. Sie ist die einzige geschlossene Plaza Mayor im kastilischen Stil in ganz Andalusien, und in einer Stadt voller maurischer und römischer Spuren wirkt das ungewohnt. Am stärksten wirkt der Platz, wenn du dir Zeit für einen Kaffee unter den Arkaden nimmst.

Was du hier siehst

Ende des 17. Jahrhunderts ließ der Corregidor Ronquillo Briceño den Platz nach dem Vorbild der großen Plazas Mayores von Madrid und Salamanca errichten: ein geschlossenes Rechteck, Arkaden, Balkonreihen, alles auf Schauwirkung angelegt. Von den Balkonen verfolgte man Stierkämpfe, Reiterspiele und Feste, auch Autodafés der Inquisition fanden hier statt.

Der Name leitet sich vom spanischen „correr“ ab: Auf dem Vorgängerplatz wurden Pferderennen und Stierhatzen abgehalten. Diese Doppelrolle als Festplatz und Marktplatz hat sich die Corredera bewahrt, nur friedlicher. In einer Ecke versteckt sich der Mercado de la Corredera, eine kleine Markthalle, in der die Nachbarschaft Obst, Fisch und Oliven kauft.

Das übersehen die meisten

Die römischen Mosaiken von hier. 1959 fand man unter dem Pflaster prächtige Böden aus dem antiken Corduba. Sie hängen heute im Alcázar de los Reyes Cristianos.

Die Balkonreihen. Sie waren Tribüne, nicht Dekoration. Wer das weiß, sieht den Platz plötzlich als Arena.

Die Gassen im Osten. Direkt hinter dem Platz beginnt ein Viertel mit kleinen Bars, in denen deutlich besser gekocht wird als auf den Terrassen.

Typische Fehler

Wegen des Essens kommen. Die Lage ist schöner als die Küche der meisten Lokale am Platz.

Nur einmal vorbeischauen. Vormittags und abends ist das ein völlig anderer Ort.

Wann du hingehen solltest

Zweimal: vormittags für Markthalle und Alltagsleben, abends, wenn Laternen die roten Fassaden anstrahlen und der Platz zur Freiluftbühne wird. Im Hochsommer ist die Mitte des Platzes tagsüber schattenlos, die Arkaden sind dann der einzige erträgliche Ort.

Tipp: Setz dich für den Kaffee unter die Arkaden statt in die Sonne, und iss danach lieber in den Seitengassen. Adressen findest du unter Essen & Trinken in Córdoba.

Danach: was in der Nähe liegt

Fünf Minuten nach Süden liegt die Plaza del Potro mit ihren Museen, zwei Minuten nach Westen der Römische Tempel. Nach Norden erreichst du in gut zehn Minuten den Palacio de Viana, zur Mezquita zurück sind es zwölf Minuten. Weitere Ziele stehen unter Córdoba Sehenswürdigkeiten.

Tickets: Der Platz ist frei zugänglich, rund um die Uhr, auch die Markthalle kostet keinen Eintritt. Infos zu Festen und Veranstaltungen findest du beim offiziellen Tourismusbüro.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDer Platz ist riesig, voll wird er höchstens abends auf den Terrassen. Dann setzt du dich unter die Arkaden statt in die Mitte.
  • Wenn es regnetDie umlaufenden Arkaden bieten trockenen Platz rund um den ganzen Platz, dazu die überdachte Markthalle. Eines der besten Regenziele der Altstadt.
  • Mit KindernViel freie Fläche ohne Autos, Kinder können hier rennen, während du sitzt. Die Markthalle ist klein, aber spannend.
  • Mit eingeschränkter MobilitätEben, gepflastert und stufenlos zugänglich. Unter den Arkaden gibt es Schwellen an einzelnen Lokalen.

Häufige Fragen

Was ist das Besondere an der Plaza de la Corredera?

Sie ist die einzige geschlossene Plaza Mayor im kastilischen Stil in ganz Andalusien. Das rechteckige Ensemble mit Arkaden und einheitlichen Fassaden entstand 1683 bis 1687 nach dem Vorbild von Madrid und Salamanca. In einer Stadt voller maurischer und römischer Spuren wirkt das fast exotisch.

Lohnt sich die Plaza de la Corredera?

Ja, als Ort zum Ankommen und Schauen. Erwarte keine einzelne Attraktion, sondern einen großen, lebendigen Platz mit Markthalle, Terrassen und viel Geschichte. Am stärksten wirkt er, wenn du dir Zeit für einen Kaffee oder einen Salmorejo unter den Arkaden nimmst.

Gab es auf der Corredera wirklich Stierkämpfe?

Ja, der Platz wurde unter anderem als Arena genutzt: Von den Balkonen verfolgten die Cordobeser Stierkämpfe, Reiterspiele und Feste. Auch dunklere Kapitel gehören zur Geschichte, denn die Inquisition hielt hier Autodafés ab. Heute erinnern nur noch die Balkonreihen an die Tribünenvergangenheit.

Wo sind die römischen Mosaiken von der Corredera?

Die 1959 unter dem Platz entdeckten Mosaiken sind im Alcázar de los Reyes Cristianos ausgestellt. Der Mosaiksaal dort zeigt die farbenprächtigen Böden aus dem römischen Corduba in beeindruckender Größe. Wenn dich der Fund fasziniert, lohnt sich außerdem das Archäologische Museum der Stadt.

Kann man auf der Plaza de la Corredera essen?

Ja, rund um den Platz reihen sich Bars und Cafés mit großen Terrassen, dazu kommt die kleine Markthalle. Die Lage ist schöner als die Küche vieler Lokale, für Tapas-Klassiker und eine Pause in der Sonne reicht es aber allemal. Feinschmecker finden in den Seitengassen mehr.