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Katalonien Rundreise: Route für eine Woche

Katalonien ist die Region, in der eine Woche Rundreise besonders wenig Zeit im Auto kostet und trotzdem viel zeigt. Die klassische Runde verbindet Barcelona, die Altstadt von Girona, das Dalí-Museum in Figueres, das weiße Fischerdorf Cadaqués und das römische Tarragona. Die längste Etappe dauert rund drei Stunden, die meisten liegen bei gut einer Stunde.

Hier bekommst du diese Route Tag für Tag, mit allen Fahrzeiten, einer Variante für zehn Tage und einer ehrlichen Antwort auf die wichtigste Frage: Mietwagen oder Bahn? Beides geht, aber nur eine Etappe zwingt dich wirklich ins Auto. Den großen Überblick über die Region findest du auf unserer Seite zu Katalonien.

Katalonien Rundreise: Route für eine Woche
Foto: Fdmarsa, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Klassische RouteBarcelona, Girona, Figueres, Cadaqués, Tarragona
  • Dauer7 Tage Minimum, entspannt sind 9 bis 10
  • Streckenlängerund 550 Kilometer als Rundkurs
  • StartpunktFlughafen Barcelona, alternativ Girona
  • Beste ReisezeitMai, Juni und September
  • Ohne Automöglich, nur Cadaqués hängt am Bus

Warum Katalonien als Rundreise funktioniert

Katalonien packt auf kleinem Raum zusammen, wofür du anderswo in Spanien tagelang fährst: eine Großstadt am Meer, eine mittelalterliche Altstadt am Fluss, ein Museum, das sein eigenes Kunstwerk ist, ein Fischerdorf hinter einem Pass und eine Stadt voller römischer Ruinen über dem Strand. Zwischen diesen Punkten liegt nie eine Durststrecke, und du wechselst täglich die Kulisse, ohne jeden Tag umzupacken.

Der zweite Grund ist die Infrastruktur. Die Strecke von Barcelona bis zur französischen Grenze ist mit Schnellzug, Regionalbahn und Autobahn dreifach erschlossen. Du kannst dieselbe Route mit dem Mietwagen fahren oder fast komplett mit der Bahn, und du kannst mitten in der Reise die Entscheidung ändern. Das macht Katalonien zu einer der unkompliziertesten Rundreise-Regionen für eine erste Spanienreise.

Eine Einschränkung vorweg: Im Juli und August ist die Costa Brava voll und teuer, und in Barcelona kommt zur Hitze die Luftfeuchtigkeit. Wenn du frei wählen kannst, reise im Frühsommer oder im September.

Die Route auf einen Blick

Die Standardrunde ist eine Schleife nach Norden und zurück: Ankunft in Barcelona, dann an der Küste entlang bis kurz vor die Grenze, danach in einem Zug nach Süden zurück bis Tarragona. Alle Zeiten unten sind reine Fahrzeiten mit dem Auto, ohne Pausen und ohne Stau in der Stadt.

Etappe Strecke Fahrzeit Nächte
Barcelona Start Ankunft 3
Barcelona nach Girona ca. 110 km ca. 1:15 Std. 1
Girona nach Cadaqués ca. 75 km ca. 1:15 Std. 2
Cadaqués nach Tarragona ca. 270 km ca. 3:00 Std. 1
Tarragona nach Barcelona ca. 100 km ca. 1:15 Std. Rückflug

Zusammengerechnet sind das ungefähr 550 Kilometer, die Abstecher an einzelne Buchten noch nicht mitgezählt. Figueres taucht in der Tabelle nicht als eigene Etappe auf, weil der Ort direkt an der Strecke zwischen Girona und Cadaqués liegt. Der Halt kostet dich keine Extrakilometer, nur die Zeit im Museum.

Gut zu wissen: Die Etappe von Cadaqués nach Tarragona ist mit rund drei Stunden die einzige lange Fahrt der Woche. Wer sie vermeiden will, dreht die Reihenfolge: Tarragona als Tagesausflug ab Barcelona an den Anfang legen, hin und zurück jeweils gut eine Stunde, und am Ende von Cadaqués direkt nach Barcelona zurückfahren. Das sind dann rund 170 Kilometer in etwa zwei Stunden.

Tag für Tag durch Katalonien

Sieben Tage sind das Minimum, mit dem die Route ohne Hetze aufgeht. Drei Nächte davon gehören Barcelona, der Rest verteilt sich auf den Norden.

1 Tag 1 bis 3: Barcelona

Barcelona braucht drei volle Tage, und selbst dann lässt du etwas liegen. Plane Tag eins für das gotische Viertel, den Markt La Boqueria am frühen Morgen und den Hügel Montjuïc, Tag zwei für die Bauten des Modernisme und Tag drei für Barceloneta, Meer und das, was du noch nachholen willst. Unsere Barcelona-Tipps gehen die Aufteilung im Detail durch.

Zwei Tickets buchst du vor allem anderen, und zwar bevor du das Hotel buchst: die Sagrada Família und den Park Güell. Beide laufen über Zeitfenster, beliebte Uhrzeiten sind in der Hauptsaison Wochen vorher weg, und deine restliche Tagesplanung hängt an diesen Slots. Wenn du verstehen willst, warum Gaudí nur ein Teil der Geschichte ist, lies unsere Seite zu Gaudí und Modernisme.

Den Mietwagen holst du erst am Morgen von Tag vier ab. In Barcelona brauchst du kein Auto, die Metro bringt dich überall hin, und drei Nächte im Parkhaus sind rausgeworfenes Geld. Taschendiebstahl ist in der Stadt ein reales Thema, mehr dazu in unserem Beitrag zu Sicherheit in Barcelona und Madrid.

2 Tag 4: Girona

Gut eine Stunde nördlich liegt Girona, für viele die schönere Stadt. Am Fluss Onyar hängen die bunten Fassaden über dem Wasser, dahinter steigen Treppengassen zur Kathedrale mit dem breitesten gotischen Kirchenschiff der Welt auf. Der Mauerrundgang Passeig de la Muralla führt oben um die halbe Altstadt herum und ist frei zugänglich.

Bleib hier eine Nacht statt nur einen Nachmittag. Girona ist eine ernsthafte Essensstadt, und das jüdische Viertel El Call wirkt am frühen Abend am stärksten, wenn die Tagesgäste zurück nach Barcelona gefahren sind. Reserviere zum Essen ein paar Tage vorher, spontan wird es in der Altstadt schwierig.

Parken lässt du am besten außerhalb der Altstadt, dort gilt weitgehend Fußgängerzone und die Gassen sind ohnehin zu eng. Frag im Hotel nach der nächsten Tiefgarage, viele Häuser in der Altstadt haben keinen eigenen Stellplatz.

3 Tag 5: Figueres und weiter nach Cadaqués

Der Vormittag gehört dem Dalí-Museum in Figueres. Salvador Dalí hat das ausgebrannte Stadttheater seiner Geburtsstadt selbst zum Museum umgebaut, mit goldenen Brotlaiben an der Fassade, Riesen-Eiern auf dem Dach und einer Glaskuppel darüber. Unter der Bühne liegt er begraben. Rechne mit zwei bis drei Stunden, die Sammlung der Dalí-Juwelen im Anbau gehört zum Ticket und wird oft übersehen.

Tickets: Der Eintritt läuft über Zeitfenster, an Brückentagen und im Sommer sind die Vormittage zuerst weg. Buche den Slot vorab und lege den Rest des Tages drumherum. Dieselbe Stiftung betreibt auch Dalís Wohnhaus in Portlligat bei Cadaqués, dort sind die Gruppen sehr klein und die Termine noch knapper.

Zur offiziellen Website

Nachmittags geht es weiter nach Cadaqués. Die Fahrt von Girona bis dorthin dauert ohne Zwischenstopp gut eine Stunde, der letzte Abschnitt führt über eine kurvige Passstraße. Genau dieser Pass hat den Ort gerettet: Die Bauwut der Costa Brava blieb draußen, geblieben sind weiße Häuser, Schiefergassen und Boote im Halbkreis in der Bucht.

4 Tag 6: Cadaqués, Portlligat und Cap de Creus

Der einzige Tag ohne Etappe. Vormittags Dalís Wohnhaus in der Nachbarbucht Portlligat, ein aus Fischerhütten zusammengewachsenes Haus mit Atelier, ovalem Zimmer und Pool in Lippenform. Es liegt etwa 20 Gehminuten vom Zentrum entfernt, über einen Hügel. Der Besuch wirkt privater als das große Museum in Figueres.

Nachmittags der Naturpark Cap de Creus: geschieferter Fels, den die Tramuntana über Jahrtausende geformt hat, dazu markierte Wanderwege über den Klippen. Nimm Wasser mit, Schatten gibt es dort praktisch keinen. Wer lieber baden will, nimmt die kleinen Kieselbuchten rund um den Ort. Sandstrand suchst du hier vergeblich, dafür ist das Wasser klar.

Achtung: Cadaqués hat wenig Platz und im Sommer viele Tagesgäste. Wer mit dem Auto kommt, sollte früh da sein oder eine Unterkunft mit Stellplatz buchen. Und wenn die Tramuntana blast, kann sie tagelang durchhalten, das ist kein kurzer Schauer, sondern trockener Wind, der jedes Strandhandtuch mitnimmt.

5 Tag 7: Tarragona und zurück

Die lange Etappe: rund 270 Kilometer in etwa drei Stunden nach Tarragona. Fahr früh los, dann hast du den ganzen Nachmittag. Die Stadt war als Tarraco Hauptstadt der römischen Provinz, und davon steht erstaunlich viel: das Amphitheater direkt über dem Strand, ein Zirkus unter der Altstadt, Mauern und ein Aquädukt vor der Stadt. Das Ensemble gehört zum UNESCO-Welterbe.

Am späten Nachmittag gehörst du an den Balcó del Mediterrani am Ende der Rambla Nova, wo die Stadt an einer Balustrade hoch über dem Meer endet. Danach ins Fischerviertel Serrallo zum Essen. Am nächsten Morgen sind es noch einmal gut 100 Kilometer in etwa 1:15 Stunden zurück nach Barcelona, Flughafenanbindung inklusive.

Dieselbe Route ohne Auto

Bis auf ein Teilstück funktioniert die Runde komplett mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und in Barcelona, Girona und Tarragona bist du ohne Auto ohnehin besser dran. So sieht die Bahn- und Busvariante aus:

  • Barcelona nach Girona: Der Schnellzug ab Barcelona Sants braucht keine 40 Minuten. Deutlich langsamer, dafür günstiger fährt der Regionalzug dieselbe Strecke.
  • Girona nach Figueres: Nimm den Regionalzug zum Bahnhof Figueres, der mitten im Ort liegt. Die Schnellzugstation heißt Figueres-Vilafant, liegt außerhalb und hat einen Zubringerbus ins Zentrum.
  • Figueres nach Cadaqués: Das ist die Lücke. Nach Cadaqués fährt keine Bahn, nur ein Bus ab dem Busbahnhof neben dem Bahnhof Figueres, und der fährt nur ein paar Mal am Tag. Prüfe die Abfahrten, bevor du den Tag planst.
  • Zurück nach Barcelona: Ab Cadaqués gibt es Direktbusse nach Barcelona, ebenfalls nur wenige am Tag.
  • Tarragona: Am einfachsten als Tagesausflug ab Barcelona mit dem Regionalzug, der im Stadtbahnhof hält. Der Schnellzug hält dagegen in Camp de Tarragona, gut zehn Kilometer außerhalb, mit Bus-Zubringer in die Stadt.

Ohne Auto legst du Tarragona also besser an den Anfang und fährst die Nordschleife als Stichfahrt. Wie du Zug, Bus und Fähre in Spanien generell kombinierst, steht auf unserer Seite Spanien ohne Auto. Welche Zuggattungen es gibt und wer sie betreibt, klärt unser Beitrag mit dem Zug durch Spanien.

Mit dem Mietwagen: was du wissen musst

Ein Auto lohnt sich ab dem Moment, in dem du Barcelona verlässt, und zwar wegen der Buchten und wegen Cadaqués. Hol den Wagen in der Stadt ab, nicht am Flughafen, wenn du erst nach den Barcelona-Tagen losfährst. In Barcelona gilt außerdem eine Umweltzone, die ältere Fahrzeuge betrifft, mehr dazu in unserem Beitrag zu den Umweltzonen in Spanien.

Die Autobahnen entlang der Küste sind gut ausgebaut, die Landstraßen an der Costa Brava dagegen eng und kurvig. Rechne dort mit deutlich längeren Fahrzeiten als die Kilometerzahl vermuten lässt, besonders im Sommer, wenn alle gleichzeitig zur selben Bucht wollen. Praktische Details zu Versicherung, Tankregeln und Bußgeldern findest du im Beitrag zum Mietwagen in Spanien.

Tipp: Buche Unterkünfte im Norden mit Parkplatz oder frag vorher nach, wo du stehen kannst. In Cadaqués und in der Altstadt von Girona ist das der Unterschied zwischen fünf Minuten und einer halben Stunde Suche.

Varianten: zehn Tage, mehr Strand, mehr Berge

Mit neun oder zehn Tagen wird aus der Pflichtrunde eine entspannte Reise. Die drei sinnvollsten Erweiterungen:

Mehr Costa Brava. Häng zwei Nächte an der Küste zwischen Cadaqués und Girona dran und lauf ein Stück des Küstenwegs Camí de Ronda, der die Buchten verbindet. Das ist die schönste Art, die Costa Brava zu sehen, ohne im Stau zu stehen. Wer es lieber trubelig mag, findet das Gegenteil in Lloret de Mar, gut eine Stunde von Barcelona und eine halbe von Girona entfernt.

Mehr Barcelona-Umland. Der Sägezahnberg Montserrat mit dem Benediktinerkloster liegt eine knappe Autostunde von Barcelona und funktioniert als Tagesausflug mit Bahn und Zahnradbahn. Zwischen Barcelona und Tarragona liegt außerdem das Weinland Penedès, die Heimat des Cava.

Mehr Tarragona. Statt einer Nacht zwei: Dann hast du Zeit für das Aquädukt vor der Stadt, den Passeig Arqueològic entlang der Mauern und einen Nachmittag an den flacheren Stränden der Costa Daurada, die deutlich familienfreundlicher sind als die Kieselbuchten im Norden.

Beste Reisezeit und Praktisches

Mai, Juni und September sind die besten Monate: warm genug für das Meer, aber ohne die Hochsaison-Preise und die vollen Buchten. Der Oktober bringt an dieser Küste den meisten Regen, dafür sind die Städte dann leer. Im Winter bleibt die Route für Städte und Museen gut machbar, in Cadaqués hat dann aber vieles geschlossen. Einen Monatsvergleich für ganz Spanien findest du unter beste Reisezeit.

Angeflogen wird die Route über Barcelona-El Prat. Der Flughafen Girona liegt näher an der Costa Brava und wird vor allem von Billigfliegern bedient, ist aber schlechter angebunden. Rechne beim Hotelbudget die katalanische Übernachtungssteuer mit ein, die pro Person und Nacht anfällt und in Barcelona einen städtischen Zuschlag hat. Wie das System der Regionen funktioniert, erklärt unsere Seite zu den autonomen Gemeinschaften.

Zum Essen: In Katalonien wird spät gegessen, und die Küche läuft weniger über Tapas als über geteilte Vorspeisen und ordentliche Hauptgerichte. Wenn du wissen willst, wann die Küchen überhaupt aufmachen und wie man bestellt, ohne aufzufallen, lies unsere Seite zu Tapas und Essenszeiten. Ein katalanisches „bon dia“ statt „buenos días“ kommt übrigens überall gut an.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für eine Katalonien-Rundreise?

Sieben Tage sind das Minimum für Barcelona, Girona, Figueres, Cadaqués und Tarragona. Davon gehören drei Nächte allein Barcelona. Mit neun oder zehn Tagen bekommst du zwei zusätzliche Nächte an der Costa Brava oder einen Tagesausflug nach Montserrat unter. Unter einer Woche streichst du besser Tarragona und machst daraus eine reine Nordschleife.

Braucht man für eine Rundreise durch Katalonien ein Auto?

Nicht zwingend. Barcelona, Girona, Figueres und Tarragona sind alle mit der Bahn erreichbar, und in den Städten selbst ist ein Auto eher hinderlich. Die Ausnahme ist Cadaqués: Dorthin fährt keine Bahn, sondern nur ein Bus mit wenigen Abfahrten am Tag. Auch die kleinen Buchten der Costa Brava erreichst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur umständlich.

In welcher Reihenfolge fährt man die Route am besten?

Mit Auto: Barcelona, Girona, Cadaqués mit Halt in Figueres, dann Tarragona und zurück. Ohne Auto drehst du es um und legst Tarragona als Tagesausflug an den Anfang, weil die Verbindung von der Costa Brava nach Tarragona umständlich ist. Wer die lange Etappe von rund drei Stunden scheut, fährt von Cadaqués direkt nach Barcelona zurück, das dauert etwa zwei Stunden.

Wo übernachtet man auf einer Katalonien-Rundreise am besten?

Drei Nächte in Barcelona, eine in Girona, zwei in Cadaqués und eine in Tarragona ist die Aufteilung, die aufgeht. In Girona lohnt sich die Altstadt, dort brauchst du aber einen Parkplatz außerhalb. In Cadaqués ist das Bettenangebot klein, buche in der Hauptsaison früh. Tarragona ist am günstigsten und funktioniert auch als Alternative zu einer teuren Barcelona-Nacht.

Wann ist die beste Reisezeit für Katalonien?

Mai, Juni und September. Dann ist es warm genug fürs Meer, die Küstenorte sind noch nicht überfüllt und die Städte lassen sich zu Fuß erkunden. Juli und August sind an der Costa Brava voll und teuer. Der Winter eignet sich gut für Barcelona, Girona und Tarragona, in Cadaqués hat dann aber ein Teil der Betriebe geschlossen.