Kantabrien · Spanien

Santander: Sehenswürdigkeiten & Tipps

Santander liegt an einer der schönsten Buchten Nordspaniens: eine breite Ría, dahinter die Berge, davor eine Halbinsel mit Königspalast und lange Sandstrände am offenen Atlantik. Die Stadt war um 1900 das Sommerquartier des spanischen Königshauses, und dieses vornehme Erbe prägt bis heute den Stadtteil El Sardinero.

Das Zentrum wirkt jünger, als es ist: Ein Großbrand zerstörte 1941 fast die gesamte Altstadt. Was heute dort steht, stammt aus dem Wiederaufbau, und am Wasser ist mit dem Centro Botín eine moderne Landmarke dazugekommen. Hier liest du, was du sehen musst, wie du in die Bucht kommst und was der Nordatlantik fürs Wetter bedeutet.

Santander: Sehenswürdigkeiten & Tipps
Foto: Zarateman, CC0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionKantabrien, Hauptstadt
  • Bekannt fürEl Sardinero, Palacio de la Magdalena, Bucht
  • Prägendes EreignisStadtbrand von 1941
  • Ideale Dauer2 Tage, mit Umland 3 bis 4
  • Beste ReisezeitJuni bis September
  • AnreiseFlughafen Santander, Fähren aus England, Bus nach Bilbao

Lohnt sich Santander?

Ja, vor allem im Sommer und wenn du Strand mit Stadt verbinden willst. Santander hat mehr als zehn Strände im Stadtgebiet, eine Promenade, die um die halbe Bucht führt, und mit der Magdalena-Halbinsel einen Park, den du nirgends sonst in Spanien so findest. Für die klassische Altstadtromantik bist du hier falsch, die ist 1941 verbrannt. Dafür bekommst du eine offene, wohlhabende Stadt mit viel Wasser und wenig Massentourismus.

Zwei Tage reichen für die Höhepunkte. Mit drei oder vier Tagen nimmst du Comillas, Santillana del Mar und die Picos de Europa dazu.

Die Top-Sehenswürdigkeiten in Santander

Die Stadt zieht sich in die Länge, zwischen Zentrum und Sardinero liegen rund drei Kilometer. Der Weg am Wasser entlang ist der schönste, Busse fahren dicht getaktet.

1 Península de la Magdalena

Die Halbinsel im Osten der Stadt ist Santanders größter Trumpf: ein weitläufiger Park mit Klippen, kleinen Buchten und Blick auf Bucht und offenes Meer, frei zugänglich. Auf der Kuppe steht der Palacio de la Magdalena, den die Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts für König Alfonso XIII. bauen ließ, damit er hier seine Sommer verbrachte.

Der Palast wird heute für Sommerkurse und Kongresse genutzt und ist zu festen Zeiten mit Führung zu besichtigen. Im Park liegen außerdem ein kleiner Tierbereich mit Seelöwen und Pinguinen und die Nachbauten historischer Segelschiffe.

Gut zu wissen: Der Park der Magdalena ist kostenlos und für sich allein den Besuch wert. Für den Palast brauchst du eine Führung zu festen Zeiten, die nicht ganzjährig angeboten wird. Ein kleiner Bahn-Shuttle fährt Runden, zu Fuß ist die Runde aber gut zu schaffen.

2 El Sardinero

Der elegante Badestadtteil liegt auf der Ozeanseite: zwei große Sandstrände hintereinander, dazwischen der kleine Park Piquío, dahinter Villen, Hotels und das Gran Casino von 1916. Hier kurte um 1900 die spanische Oberschicht, und der Ort hat den Ton behalten.

Die Strände sind breit, das Wasser ist atlantisch kühl, im Sommer gibt es Rettungsschwimmer. Am nördlichen Ende bricht die Welle so, dass Surfschulen dort ihre Kurse abhalten.

3 Centro Botín

Renzo Pianos Kulturzentrum steht seit 2017 halb über dem Wasser, getragen von Stützen, mit einer Fassade aus hunderttausenden Keramikscheiben. Es hängt am Park Jardines de Pereda, der dafür bis ans Ufer verlängert wurde.

Drinnen laufen wechselnde Kunstausstellungen. Die Außenstege und die Terrasse sind frei zugänglich und liefern den besten Blick auf die Bucht, auch ohne Ticket.

4 Kathedrale und Altstadt

Die Kathedrale steht erhöht über dem Zentrum und besteht aus zwei übereinanderliegenden Kirchen: unten die niedrige, gedrungene Cripta del Cristo aus dem 13. Jahrhundert, oben die gotische Oberkirche, nach dem Brand von 1941 wiederhergestellt.

Rundherum liegt das wiederaufgebaute Zentrum mit breiten Straßen und Arkaden aus den 1940er und 50er Jahren. Wer den Brand kennt, liest die Stadt anders: Der Sturm trieb das Feuer damals zwei Tage lang durch die mittelalterlichen Gassen.

5 Mercado de la Esperanza

Die Markthalle aus Eisen und Glas von 1904 hat den Brand überstanden. Unten liegt der Fisch aus dem Kantabrischen Meer, oben gibt es Fleisch, Käse und Gemüse.

Der beste Ort, um zu sehen, was die Region liefert, und die Vorstufe zu jedem guten Abendessen. Vormittags ist am meisten los.

6 Faro de Cabo Mayor und der Küstenweg

Hinter dem Sardinero führt ein Weg an der Steilküste entlang zum Leuchtturm Cabo Mayor, vorbei an der kleinen Bucht Mataleñas und über offene Wiesen mit Blick auf die Brandung.

Für die Strecke brauchst du etwa eine Stunde pro Richtung. Am Leuchtturm gibt es einen kleinen Ausstellungsraum, der Blick über die Klippen ist der eigentliche Grund für den Weg.

7 Über die Bucht nach Somo und El Puntal

Vom Anleger am Zentrum fahren kleine Boote in gut zehn Minuten ans andere Ufer nach Somo und zur langen Sandbank El Puntal. Drüben liegt der beste Surfstrand der Gegend, dazu kilometerweit heller Sand mit Blick zurück auf die Stadt.

Diese Überfahrt ist das günstigste Erlebnis Santanders und gehört zu jedem Besuch. Prüfe die Zeit des letzten Boots zurück.

Tipp: Nimm das Boot nach El Puntal am späten Nachmittag. Der Sand liegt dann im warmen Licht, die Tagesgäste fahren zurück, und du hast die Skyline von Santander mit den Bergen dahinter vor dir. Handtuch und Windjacke einpacken, auf der Sandbank weht es fast immer.

Essen in Santander

Kantabrien lebt vom Meer: Sardellen aus Santoña, Tintenfisch, Seehecht und Muscheln stehen auf jeder Karte. In den Gassen um die Calle Río de la Pila und die Plaza Cañadío reiht sich Bar an Bar, dort läuft der Abend. Typisch sind Rabas, frittierte Tintenfischstreifen, die zu jedem Bier bestellt werden. Wer es feiner mag, sucht die Restaurants am Sardinero und im Barrio Pesquero, dem alten Fischerviertel am Hafen.

Praktische Tipps

Anreise

Der Flughafen Seve Ballesteros liegt nur wenige Kilometer außerhalb, Busse fahren ins Zentrum. Eine Besonderheit sind die Fähren aus Südengland, die direkt im Hafen anlegen, praktisch für alle, die mit dem eigenen Auto anreisen. Züge verbinden Santander mit Madrid, außerdem fährt eine Schmalspurbahn die Küste entlang Richtung Oviedo und ins Baskenland, Fahrpläne stehen bei Renfe. Nach Bilbao brauchst du mit dem Bus rund eine Stunde und 15 Minuten.

Beste Reisezeit

Juni bis September ist die klare Empfehlung: milde 22 bis 25 Grad, lange Abende, Badebetrieb am Sardinero. Der Sommer ist deutlich kühler als in Südspanien, was Santander zu einem guten Ziel für Juli und August macht. Ende Juli feiert die Stadt die Semana Grande, im August läuft ein großes internationales Musikfestival.

Regen: die ehrliche Antwort

Santander liegt am Golf von Biskaya, und der bringt Feuchtigkeit. Regen ist das ganze Jahr möglich, auch im Hochsommer, und oft kommt er als feiner Sprühregen. Es bleibt selten den ganzen Tag grau, aber wer eine Woche hier verbringt, erwischt mit ziemlicher Sicherheit einen nassen Tag. Plan das Centro Botín, die Markthalle und ein Museum als Alternativprogramm ein, und pack eine winddichte Jacke.

Übernachten in Santander

Zwei Lagen sind sinnvoll. Im Zentrum rund um die Jardines de Pereda und die Plaza Cañadío wohnst du bei Hafen, Bars und Busanbindung, ideal für einen kurzen Städtetrip. Am Sardinero wohnst du am Strand, ruhiger und klassischer, dafür fährst du fürs Abendleben ins Zentrum. Familien nehmen gern die Straßen zwischen beiden Polen nahe der Magdalena. Im Juli und August und zur Semana Grande solltest du früh buchen, Santander ist ein beliebtes Sommerziel spanischer Urlauber.

Ausflüge in die Umgebung

Kantabrien ist klein, du erreichst alles in unter zwei Stunden. Nach Westen liegen Santillana del Mar mit seiner Stiftskirche und den Höhlen von Altamira sowie Comillas mit dem Gaudí-Bau El Capricho. Weiter geht es in die Picos de Europa mit der Seilbahn von Fuente Dé. Nach Osten führt die Küste an Fischerdörfern vorbei bis Bilbao, das mit dem Bus gut eine Stunde entfernt ist. Wer weiter will, erreicht über die Küstenautobahn Gijón und Oviedo in Asturien.

Klima und Anreise auf einen Blick

Gerade in Santander26°Cklar
  • Wärmster MonatAugust, 24 °C
  • Kühlster MonatJanuar, 6 °C
  • Trockenster MonatJuli
  • Höhe1 m

Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius

12°6°J
14°7°F
15°8°M
16°9°A
19°12°M
21°15°J
23°17°J
24°17°A
22°15°S
20°13°O
16°10°N
14°8°D

Regen Millimeter und Regentage pro Monat

161mm16 TageJ
143mm15 TageF
120mm16 TageM
90mm13 TageA
82mm15 TageM
79mm14 TageJ
59mm12 TageJ
70mm11 TageA
112mm13 TageS
114mm12 TageO
184mm16 TageN
135mm14 TageD

Entfernung ab deutschen Flughäfen

AbEntfernungFlugzeit ca.
Stuttgart (STR)1.158 km2 Std. 0 Min.
Köln/Bonn (CGN)1.165 km2 Std. 0 Min.
Düsseldorf (DUS)1.177 km2 Std. 5 Min.
Frankfurt (FRA)1.190 km2 Std. 5 Min.
München (MUC)1.320 km2 Std. 15 Min.
Hamburg (HAM)1.514 km2 Std. 30 Min.
Berlin (BER)1.619 km2 Std. 35 Min.

Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.

Städte in der Nähe

StadtEntfernungMit dem Auto etwa
Comillas40 km50 km, 0 Std. 30 Min.
Bilbao75 km90 km, 1 Std. 0 Min.
Vitoria-Gasteiz115 km140 km, 1 Std. 45 Min.
Burgos125 km160 km, 1 Std. 45 Min.
San Sebastián149 km190 km, 2 Std. 0 Min.
Gijón150 km190 km, 2 Std. 15 Min.

Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Santander?

Zwei volle Tage reichen für die Höhepunkte: ein Tag für Magdalena-Halbinsel, Sardinero und Küstenweg, ein Tag für Zentrum, Kathedrale, Markthalle und Centro Botín. Mit drei bis vier Tagen nimmst du Comillas, Santillana del Mar und einen Ausflug in die Picos de Europa dazu. Als reines Strandziel bleiben viele eine Woche.

Kann man in Santander baden?

Ja, die Stadt hat mehr als ein Dutzend Strände. Am bekanntesten sind die beiden Sardinero-Strände am offenen Meer, ruhiger und flacher sind die Buchten in der Bucht wie Los Peligros oder Bikinis. Die längste Sandbank ist El Puntal am anderen Ufer, erreichbar per Boot. Das Wasser bleibt auch im August erfrischend kühl.

Warum sieht die Altstadt von Santander so neu aus?

Weil sie 1941 verbrannt ist. Ein Sturm trieb ein Feuer zwei Tage lang durch die mittelalterlichen Gassen und zerstörte den größten Teil des historischen Zentrums, auch die Kathedrale wurde schwer beschädigt. Der Wiederaufbau der 1940er und 50er Jahre prägt das heutige Stadtbild mit breiten Straßen und Arkaden.

Kann man von England mit der Fähre nach Santander?

Ja, Fähren aus Südengland legen direkt im Hafen von Santander an, mitten in der Stadt. Die Überfahrt dauert je nach Route rund 24 bis 30 Stunden und ist vor allem für Reisende mit eigenem Auto interessant, weil sie die lange Fahrt durch Frankreich spart. Kabinen sind in den Sommermonaten früh ausgebucht.

Santander oder Bilbao: was lohnt sich mehr?

Das hängt vom Reisegrund ab. Bilbao ist die größere Stadt mit dem Guggenheim-Museum und der stärkeren Architektur- und Pintxos-Szene. Santander punktet mit Strand, Bucht und Meerluft. Da beide Städte nur gut eine Stunde Busfahrt trennen, ist die Kombination die beste Lösung: zwei Tage Bilbao, zwei Tage Santander.