Andalusien · Sevilla

Parque de María Luisa

Der Parque de María Luisa ist Sevillas wichtigster Park und die Rettung an heißen Tagen: alte Platanen und Palmen, gekachelte Brunnen, versteckte Pavillons und Tauben, die auf der Plaza de América ihr eigenes Reich haben. Direkt am Rand liegt die berühmte Plaza de España.

Das Gelände war einst der Privatgarten des Palacio de San Telmo, wurde 1893 von der Infantin María Luisa Fernanda der Stadt geschenkt und für die Ausstellung von 1929 neu gestaltet. Eintritt kostet der Park nicht.

Parque de María Luisa
Foto: Manuel Ramallo, CC BY-SA 3.0 es · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien, südlich der Altstadt
  • UrsprungGeschenk der Infantin María Luisa, 1893
  • GestaltungNeu angelegt für die Ausstellung 1929
  • EintrittFrei zugänglich
  • Besuchsdauer1 bis 3 Stunden

Lohnt sich der Parque de María Luisa wirklich?

Ja, und im Hochsommer sogar mehr als manches Monument. Der Park ist einer der wenigen Orte im Zentrum mit durchgehendem Schatten, die alten Bäume senken die gefühlte Temperatur spürbar. Dazu kommt, dass er selbst eine Sehenswürdigkeit ist: ein Gartendenkmal von 1929 mit Pavillons, Kachelbänken und Brunnen an jeder Wegkreuzung.

Auslassen kannst du ihn, wenn du nur einen Tag hast und Programm sammeln willst. Dann ist die Plaza de España am Rand genug. Ab zwei Tagen gehört der Park aber dazu, allein weil er der beste Pausenort der Stadt ist.

Was du hier siehst

Für die Iberoamerikanische Ausstellung von 1929 verwandelte der französische Landschaftsarchitekt Jean-Claude Nicolas Forestier den ehemaligen Palastgarten in einen Park im maurisch-andalusischen Stil: schnurgerade Alleen treffen auf verwunschene Rondelle, Wasserläufe und Keramikbänke. Viele Pavillons der Ausstellung stehen bis heute und beherbergen Institute und Museen.

Das Ergebnis fühlt sich weniger wie ein Stadtpark an, eher wie ein grünes Freilichtmuseum. Überall stehen Denkmäler, Brunnen und Bänke aus bemalter Keramik, dazwischen laufen Pfauen frei herum. Der Park ist zugleich ein Alltagsort: Sevillanos joggen hier, sitzen mit dem Kaffee auf den Bänken und sitzen mittags die Hitze aus.

Der Rundgang

1 Estanque de los Lotos

Der Seerosenteich mit seiner Kolonnade ist der romantischste Winkel des Parks und liegt gleich in der Nähe der Plaza de España. Morgens spiegelt sich die Balustrade im Wasser. 15 Minuten.

2 Isleta de los Patos und Bécquer-Denkmal

Die Enteninsel mit ihrem kleinen Pavillon und das gekachelte Denkmal für den Dichter Bécquer, um das sich Verliebte scharen. Beide liegen im Zentrum des Parks, wenige Minuten auseinander. 20 Minuten.

3 Plaza de América

Am Südende der Platz mit den drei Ausstellungspalästen und so vielen Tauben, dass alle ihn Taubenplatz nennen. Im Mudéjar-Pavillon sitzt das Volkskundemuseum, gegenüber das Archäologische Museum. 30 Minuten ohne Museumsbesuch.

4 Zurück über die Alleen

Für den Rückweg nimm eine der schattigen Längsalleen statt der Avenida. Unterwegs kommst du an Brunnen, Rondellen und den Glorietas vorbei, kleinen Gartenzimmern, die jeweils einem Dichter gewidmet sind. 25 Minuten.

Das übersehen die meisten

  • Die Glorietas. Über den Park verteilt liegen Ehrenplätze für spanische Dichter, mit Kachelbänken und Zitaten. Sie sind auf keiner Karte prominent, aber die schönsten Sitzplätze.
  • Die Pfauen. Sie laufen frei herum, besonders rund um die Plaza de América. Am frühen Morgen hörst du sie schon von Weitem.
  • Das Volkskundemuseum. Der Mudéjar-Pavillon gegenüber dem Archäologischen Museum zeigt Trachten, Handwerk und Feste. Er ist günstig und fast immer leer.
  • Der Blick auf die Rückseite der Plaza de España. Vom Park aus siehst du den Prachtplatz ohne Menschenmassen im Bild, durch Bäume gerahmt.

Tipp: Nimm Wasser und etwas vom Markt mit, such dir eine gekachelte Bank im Schatten und mach es wie die Sevillanos, die hier die Mittagshitze aussitzen. Der Park ist der beste Siesta-Ort der Stadt.

Diese Fehler kannst du dir sparen

  • Eine Kutschfahrt buchen. Sie ist teuer, und im Hochsommer den Pferden gegenüber schwer zu rechtfertigen. Zu Fuß siehst du mehr Details.
  • Nur bis zur Plaza de España kommen und wieder umkehren. Der schönste Teil beginnt erst 300 Meter weiter südlich.
  • Abends zu spät bleiben. Der Park schließt nachts, und die Wege sind dann teilweise dunkel.

Wann du hingehen solltest

Am frühen Morgen ist der Park am schönsten: Nebel über dem Seerosenteich, Vogelstimmen, kaum Menschen. Die zweite gute Zeit ist die Mittagshitze, gerade weil hier Schatten liegt, während die offenen Plätze der Stadt glühen. Am späten Nachmittag füllt er sich mit Familien.

Im Frühling blühen Jacaranda und Bougainvillea, im Herbst ist das Licht am wärmsten. Im Winter ist der Park leerer, dafür sind die Wege manchmal feucht und die Bänke kalt.

Gut zu wissen: Der Park schließt nachts. Für den Rückweg nimmst du am besten die beleuchtete Avenida entlang der Alten Tabakfabrik.

Danach: was in der Nähe liegt

  • Plaza de España, 1 Minute. Die Plaza de España grenzt direkt an den Nordrand des Parks.
  • Archäologisches Museum, im Park. An der Plaza de América, mit dem Goldschatz von El Carambolo.
  • Palacio de San Telmo, 10 Minuten. Der Palacio de San Telmo war der ursprüngliche Besitzer dieses Gartens.
  • Alte Tabakfabrik, 12 Minuten. Auf dem Weg zurück ins Zentrum liegt die Alte Tabakfabrik.

Alle weiteren Stationen findest du in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten von Sevilla.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDer Park ist groß genug, dass sich der Andrang verläuft. Wenn die Plaza de América voll ist, weich in die westlichen Rondelle Richtung Fluss aus, dort ist es fast immer still.
  • Wenn es regnetDie Baumkronen halten leichten Regen erstaunlich lange ab. Bei stärkerem Regen sind das Archäologische Museum und das Volkskundemuseum an der Plaza de América zwei Minuten entfernt.
  • Mit KindernEiner der besten Orte der Stadt für Familien: Enteninsel, Tauben, breite Wege für Roller und Familien-Tretmobile an den Eingängen. Schatten gibt es fast überall.
  • Mit eingeschränkter MobilitätSehr gut: Der Park ist flach, die Hauptwege sind breit und fest, es gibt Bänke in kurzen Abständen. Nur einzelne Rondelle haben Kiesbelag.

Häufige Fragen

Kostet der Parque de María Luisa Eintritt?

Nein, der Park ist frei zugänglich, ebenso die Plaza de América und die Plaza de España an seinem Rand. Kosten entstehen nur, wenn du die Museen im Park besuchst, ein Rad oder Tretmobil mietest oder eine Kutschfahrt nimmst. Nachts ist der Park geschlossen.

Was gibt es im Parque de María Luisa zu sehen?

Die Plaza de América mit ihren Tauben und zwei Museen, den Seerosenteich Estanque de los Lotos, das gekachelte Bécquer-Denkmal, Brunnen, Pavillons der Expo von 1929 und frei laufende Pfauen. Dazu grenzt die Plaza de España direkt an. Für einen Rundgang solltest du ein bis zwei Stunden einplanen.

Lohnt sich der Park auch im Sommer?

Gerade dann. Der Park ist einer der wenigen Orte im Zentrum mit durchgehendem Schatten, die alten Bäume senken die gefühlte Temperatur deutlich. Die Sevillanos nutzen ihn mittags als Rückzugsort. Besichtige die offenen Plätze früh, verbring die heißen Stunden unter den Platanen.

Wie kommt man zum Parque de María Luisa?

Zu Fuß bist du von der Kathedrale in rund 15 bis 20 Minuten am Haupteingang, vorbei an der Alten Tabakfabrik. Alternativ halten Straßenbahn und mehrere Buslinien am Prado de San Sebastián in Parknähe. Mit dem Leihrad ist der Park über die Radwege am Fluss angenehm zu erreichen.

Welche Museen liegen im Park?

An der Plaza de América stehen sich zwei Häuser gegenüber: das Archäologische Museum mit dem tartessischen Goldschatz von El Carambolo und Funden aus Itálica sowie das Museum für Volkskunst und Bräuche im Mudéjar-Pavillon. Beide sind günstig und selten überlaufen, ideal als kühle Mittagspause.