Andalusien · Granada

Plaza Nueva

Die Plaza Nueva ist trotz ihres Namens der älteste Platz Granadas und der praktischste Startpunkt der Stadt. Von hier gehen die Carrera del Darro Richtung Albaicín, die Cuesta de Gomérez hinauf zur Alhambra und die Einkaufsstraßen ins Zentrum ab.

Der Platz selbst ist kein Museum, sondern Alltagsbühne: Terrassen, Straßenmusiker, Reisegruppen und als Kulisse der Renaissancebau der Real Chancillería.

Plaza Nueva
Foto: Georgios Pazios (User:Alaniaris), Attribution · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionAndalusien
  • TypZentraler Platz, Verkehrsknoten für Fußgänger
  • HighlightReal Chancillería (16. Jahrhundert)
  • Besuchsdauer15 bis 30 Minuten, ideal als Startpunkt
  • LageZwischen Zentrum, Albaicín und Alhambra-Hügel

Lohnt sich die Plaza Nueva?

Als Ziel eher nicht, als Drehscheibe unbedingt. Hier laufen alle Wege zusammen, hier halten die Minibusse, hier findest du dich nach jedem Verlaufen wieder. Wer Granada zu Fuß erkundet, kommt an der Plaza Nueva mehrmals täglich vorbei, ob er will oder nicht.

Sehenswert ist vor allem die Fassade der Real Chancillería. Wer bewusst hierherkommt, um etwas zu besichtigen, ist nach zehn Minuten fertig. Und zum Essen zahlst du an diesem Platz vor allem die erste Reihe.

Was du hier siehst

Neu war die Plaza Nueva im 16. Jahrhundert. Damals überwölbte man den Fluss Darro, um Platz für Feste, Märkte und Verwaltung zu schaffen. Der Darro fließt bis heute unter dem Pflaster hindurch und taucht erst an der angrenzenden Carrera del Darro wieder auf. An der Stirnseite steht die Real Chancillería, einst oberstes Gericht Andalusiens, mit einer der schönsten Renaissancefassaden der Stadt. Besichtigen kannst du den Bau nur von außen.

Am östlichen Ende, wo der Platz in die Plaza de Santa Ana übergeht, steht die Kirche Santa Ana mit ihrem Mudéjar-Turm, der Minarettformen zitiert. Das Postkartenmotiv ist die Kirche vor dem bewaldeten Hang des Alhambra-Hügels.

Das übersehen die meisten

  • Das Rauschen des Darro unter dem Pflaster. An ruhigen Morgenstunden hörst du den Fluss tatsächlich.
  • Die Plaza de Santa Ana gleich nebenan. Kleiner, schattiger und mit dem besseren Blick auf den Alhambra-Hang.
  • Die Puerta de las Granadas, das Tor am Beginn der Cuesta de Gomérez, durch das der Weg in den Alhambra-Wald führt.

Typische Fehler

  • Direkt am Platz essen. Zwei, drei Straßen weiter Richtung Calle Elvira bekommst du deutlich mehr fürs Geld.
  • Bei den Verkäufern von Touren und Flamenco-Shows spontan zusagen. Vergleiche erst in Ruhe.
  • Den Aufstieg zur Alhambra unterschätzen. Die Cuesta de Gomérez ist steil und dauert 20 bis 30 Minuten.

Gut zu wissen: An der Plaza Nueva starten die Minibusse C30, C31, C32 und C34 zu Alhambra, Albaicín und Sacromonte. Details stehen unter Verkehr in Granada.

Wann du hingehen solltest

Am Morgen ist der Platz am ruhigsten und das Licht auf der Chancillería-Fassade am besten. Abends ist er belebt und gehört zu den sichersten Ecken der Stadt, dann lohnt ein Getränk auf einer Terrasse und danach eine Tapasrunde in den Seitenstraßen.

Danach: was in der Nähe liegt

Über die Carrera del Darro sind es zehn Minuten zum Paseo de los Tristes, dem schönsten Abendspaziergang der Stadt. Richtung Westen stehst du in fünf Minuten an Kathedrale und Alcaicería. Bergauf führt die Cuesta de Gomérez in 20 bis 30 Minuten zur Alhambra, bergauf ins Viertel geht es ins Albaicín. Wo du danach am besten isst, steht unter Essen und Trinken in Granada.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll ist es hier fast immer, das gehört zum Platz. Wer Ruhe sucht, geht zwei Straßen weiter Richtung Calle Elvira oder auf die angrenzende Plaza de Santa Ana, die deutlich entspannter ist.
  • Wenn es regnetDie Terrassen sind meist überdacht, und die Kirche Santa Ana am östlichen Ende bietet Unterschlupf. Für längeren Regen sind Kathedrale und Alcaicería fünf Minuten entfernt.
  • Mit KindernViel Platz zum Laufen, Straßenmusik und Eis in Reichweite. Achte nur auf die Minibusse, die quer über den Platz und in die enge Carrera del Darro fahren.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Platz selbst ist eben und gut zugänglich, hier halten auch die Minibusse zu Alhambra, Albaicín und Sacromonte. Damit ist die Plaza Nueva der beste Ausgangspunkt, wenn du längere Anstiege vermeiden willst.

Häufige Fragen

Warum heißt die Plaza Nueva „neuer Platz", wenn sie so alt ist?

Der Name stammt aus der Entstehungszeit im 16. Jahrhundert. Damals war der über dem Fluss Darro angelegte Platz tatsächlich neu und einer der ersten großen Stadtplätze nach der christlichen Eroberung. Der Name blieb, obwohl die Plaza Nueva heute der älteste erhaltene Platz Granadas ist.

Was gibt es auf der Plaza Nueva zu sehen?

Die Hauptattraktion ist die Renaissancefassade der Real Chancillería, dazu die Kirche Santa Ana am Übergang zur Carrera del Darro. Vor allem aber ist der Platz Bühne des Stadtlebens mit Terrassen und Straßenmusik und der Knotenpunkt, an dem die Wege zu Alhambra, Albaicín und Zentrum zusammenlaufen.

Komme ich von der Plaza Nueva zu Fuß zur Alhambra?

Ja. Die Cuesta de Gomérez führt direkt vom Platz durch die Puerta de las Granadas in den Alhambra-Wald. Der Aufstieg zum Eingang dauert etwa 20 bis 30 Minuten und ist steil. Wer es bequemer mag, nimmt den Minibus, der ebenfalls an der Plaza Nueva abfährt.

Lohnt es sich, auf der Plaza Nueva zu essen?

Für eine Pause mit Blick aufs Treiben: ja. Kulinarisch bekommst du in den Seitenstraßen meist mehr für dein Geld, denn die Terrassen am Platz bezahlen die erste Reihe mit. Klassisch ist ein Getränk auf dem Platz und danach eine Tapas-Runde Richtung Calle Elvira.

Ist die Gegend um die Plaza Nueva abends sicher?

Ja, der Platz ist bis spät belebt und gehört zu den sichersten Ecken der Stadt. Wie überall in belebten Touristenzonen gilt: Taschendiebe nutzen Gedränge, also Wertsachen nah am Körper tragen. Die Wege Richtung Albaicín sind abends beleuchtet und viel begangen.