Auf einen Blick
- RegionBaskenland
- EinwohnerBilbao rund 347.000, San Sebastián rund 185.000
- Entfernung100 Straßenkilometer, rund 1 Stunde
- Ideale Dauerje 2 Tage, zusammen 4 bis 5
- Beste ReisezeitJuni bis September
- Wettergrün, weil es oft regnet
Die kurze Antwort
Bilbao ist die Stadt, San Sebastián das Seebad. Bilbao hat das Guggenheim, mehr Architektur, mehr Alltag und die günstigeren Betten. San Sebastián hat die schönste Stadtbucht Spaniens und eine Esskultur, für die Leute extra anreisen. Wenn du drei Tage oder mehr hast, nimm beide. Musst du wählen: Bei gutem Wetter San Sebastián, bei schlechtem und im Zweifel Bilbao.
Bilbao und San Sebastián im Vergleich
| Kriterium | Bilbao | San Sebastián |
|---|---|---|
| Einwohner | rund 347.000 | rund 185.000 |
| Regen im Jahr | 1.168 mm an 161 Tagen | 1.731 mm an 173 Tagen |
| August tagsüber | 25,7 Grad | 24,4 Grad |
| Januar tagsüber | 12,3 Grad, nachts 5,8 Grad | 11,7 Grad, nachts 6,0 Grad |
| Stärke | Guggenheim, Altstadt, Architektur | Bucht, Strand, Spitzenküche |
| Strand | erst außerhalb, in Getxo und Sopelana | Concha und Zurriola mitten in der Stadt |
| Bei Dauerregen | funktioniert weiter | verliert deutlich |
| Anreise | eigener Flughafen mit Direktflügen | meist über Bilbao, rund 1 Stunde |
| Ideale Dauer | 2 Tage | 2 Tage |
Klima: grün, weil es regnet
Das Baskenland ist nicht Andalusien, und das solltest du vor der Buchung wissen. In Bilbao fallen im Jahr rund 1.168 Millimeter Regen an 161 Tagen. In San Sebastián sind es sogar 1.731 Millimeter an 173 Tagen, im November allein 221 Millimeter. Damit gehört San Sebastián zu den nassesten Städten Spaniens. Die Landschaft dankt es mit einem Grün, das im Rest des Landes fehlt.
Dafür sind die Sommer angenehm. Bilbao erreicht im August im Mittel 25,7 Grad, San Sebastián 24,4 Grad. Wer der Hitze Südspaniens entkommen will, ist hier genau richtig, und im Juli und August ist das Baskenland deshalb voll. Auch der Winter bleibt mild: Im Januar sind es tagsüber 12,3 Grad in Bilbao und 11,7 Grad in San Sebastián, Frost ist die Ausnahme.
Der trockenste Monat ist in beiden Städten der Juli, mit 44 Millimetern in Bilbao und 70 in San Sebastián. Selbst dann regnet es an 10 beziehungsweise 12 Tagen. Nimm also eine Regenjacke mit statt eines Schirms, plan Alternativen für drinnen und ärgere dich nicht über den Sirimiri, den feinen baskischen Nieselregen. Der gehört zum Programm.
Gut zu wissen: Bilbao ist die regensicherere Städtereise. Museen, Markthalle und Altstadtbars funktionieren bei jedem Wetter. San Sebastián lebt von Bucht, Strand und Hausbergen, bei Dauerregen verliert die Stadt einen großen Teil ihres Reizes.
Sehenswürdigkeiten
In Bilbao dreht sich alles um das Guggenheim-Museum, das Frank Gehry entworfen hat und das 1997 eröffnet wurde. Es hat der Stadt einen kompletten Neustart verschafft. Dazu kommen der Casco Viejo mit den Siete Calles, ein sehr gutes Museum der schönen Künste und flussabwärts die Puente Colgante von 1893, die als älteste Schwebefähre der Welt zum Weltkulturerbe zählt. Für den Überblick fährst du mit der Standseilbahn auf den Artxanda.
San Sebastián ist selbst die Sehenswürdigkeit. Die Playa de la Concha zieht sich als perfekter Bogen durch die Stadt, dahinter liegt die Parte Vieja mit ihren Bars. Am Westende der Bucht steht Eduardo Chillidas Peine del Viento, drei Stahlskulpturen in den Felsen, an denen bei Sturm das Wasser durch Öffnungen im Boden schießt. Die beiden Hausberge Urgull und Igueldo liefern die Postkartenblicke.
Der Unterschied im Tagesablauf ist groß. In Bilbao arbeitest du eine Liste ab, in San Sebastián läufst du. Einmal um die Bucht, hoch auf den Urgull, hinüber zur Zurriola, wo die Surfer im Wasser liegen, und abends zurück in die Altstadt. Wer ein Programm braucht, wird in San Sebastián nach anderthalb Tagen unruhig. Wer einfach gehen und essen will, bleibt gern eine Woche.
Pintxos: der wichtigste Programmpunkt
In beiden Städten isst du abends im Stehen und ziehst von Bar zu Bar. In San Sebastiáns Parte Vieja stehen die Theken so dicht, dass die Auswahl schwerfällt, und die Stadt gehört zu den Orten mit der höchsten Dichte an Sternerestaurants weltweit. Entsprechend voll wird es, und entsprechend zahlst du. Wie du das clever angehst, steht unter Essen und Trinken in San Sebastián.
Bilbao macht dasselbe eine Spur bodenständiger, rund um die Plaza Nueva und die Calle Ledesma. Die Qualität ist hoch, der Andrang kleiner, die Rechnung freundlicher. Details stehen unter Essen und Trinken in Bilbao.
Tipp: Bestell in jeder Bar nur einen Pintxo und ein kleines Getränk, dann zieh weiter. Wer sich an einer Theke festsetzt, verpasst den halben Abend. Dazu passt Txakoli, der leicht perlende Weißwein, der aus der Höhe ins Glas gegossen wird.
Wie du beide verbindest
Zwischen Bilbao und San Sebastián liegen 77 Kilometer Luftlinie, über die Autobahn 100 Kilometer und rund eine Stunde Fahrt. Busse fahren häufig und direkt, ein Auto brauchst du dafür nicht. Damit kannst du in einer Stadt wohnen und die andere als Tagesausflug machen. Meist ist Bilbao die praktischere Basis, wegen des Flughafens und der größeren Auswahl an Unterkünften.
Auf halbem Weg im Landesinneren liegt Vitoria-Gasteiz, die baskische Hauptstadt, 50 Kilometer von Bilbao und 77 von San Sebastián entfernt. Sie hat eine intakte mittelalterliche Altstadt, viel Grün und fast keine Reisegruppen. Wer mehr über die Region wissen will, findet den Überblick unter Baskenland.
Beim Übernachten gibt es einen klaren Unterschied. San Sebastián ist ein etabliertes Seebad mit begrenztem Platz zwischen Bucht und Bergen, im Juli und August wird es dort eng und teuer. Bilbao hat mehr Zimmer, mehr Viertel und eine Nachfrage, die sich übers Jahr verteilt. Wer im Hochsommer spontan plant, wohnt in Bilbao und fährt morgens ans Meer.
Weiterfahren: die grüne Küste
Beide Städte taugen als Startpunkt für die spanische Nordküste, den unterschätztesten Teil des Landes. Santander liegt 75 Kilometer westlich von Bilbao, rund eine Stunde Fahrt. Weiter geht es nach Asturien, wo neben Oviedo und Gijón vor allem Avilés überrascht: eine Altstadt aus Arkadengassen, die kaum ein Reiseführer erwähnt, direkt neben einem Kulturzentrum von Oscar Niemeyer.
Wer noch weiter fährt, landet in Galicien. Lugo hat die einzige vollständig erhaltene römische Stadtmauer der Welt, seit 2000 Weltkulturerbe, und du kannst oben komplett um die Altstadt herumlaufen. Ourense hat heiße Quellen mitten in der Stadt, und Pontevedra gilt mit seiner autofreien Altstadt als Vorbild für Stadtplaner in ganz Europa. Im Landesinneren liegt Astorga am Camino Francés, mit einem Bischofspalast von Antoni Gaudí.
Für wen welche Stadt?
Nimm Bilbao, wenn Architektur und Museen dein Ding sind, du bei jedem Wetter Programm brauchst, günstiger schlafen willst oder das Baskenland als Rundreise angehst. Bilbao ist außerdem die bessere Wahl außerhalb des Sommers.
Nimm San Sebastián, wenn du Strand willst, wenn Essen der Hauptgrund deiner Reise ist, wenn du gern lange spazierst oder wenn du im Hochsommer der Hitze im Süden entkommen möchtest. Bleib dann aber flexibel, denn ein Regentag kostet hier mehr Programm als anderswo.
Häufige Fragen
Bilbao oder San Sebastián, was lohnt sich mehr?
Bilbao ist die vielseitigere Städtereise, San Sebastián das schönere Ziel. Wer nur zwei Tage hat und Kunst mag, fährt nach Bilbao. Wer Strand, Bucht und Spitzenküche sucht, nach San Sebastián. Da beide nur rund eine Stunde auseinanderliegen, ist die ehrlichste Antwort: Plane vier bis fünf Tage und nimm beide mit.
Wie kommt man von Bilbao nach San Sebastián?
Über die Autobahn sind es 100 Kilometer und rund eine Stunde. Fernbusse fahren mehrmals stündlich und direkt zwischen den beiden Busbahnhöfen, das ist die einfachste und günstigste Variante. Ein Mietwagen lohnt nur, wenn du zusätzlich die Küstenorte dazwischen ansteuern willst, denn dort ist die Straße kurvig und schön.
Wann ist die beste Reisezeit fürs Baskenland?
Juni bis September. Der Juli ist statistisch der trockenste Monat, in Bilbao mit 44 Millimetern Regen, in San Sebastián mit 70. Die Temperaturen bleiben mit rund 25 Grad angenehm. Im November wird es sehr nass, in San Sebastián fallen dann 221 Millimeter. Wer im Winter kommt, plant Museen und Bars als Grundgerüst ein.
Regnet es im Baskenland wirklich so viel?
Ja. Bilbao verzeichnet rund 161 Regentage im Jahr, San Sebastián sogar 173. Das heißt aber selten Dauerregen, oft ist es der feine Sirimiri, der eine Stunde später wieder weg ist. Genau dieser Regen macht die Landschaft so grün. Nimm eine wasserdichte Jacke mit und plane pro Tag eine Alternative für drinnen.
Wie viele Tage braucht man für Bilbao?
Zwei Tage reichen gut. Einen halben Tag für das Guggenheim, einen halben für den Casco Viejo und die Markthalle, dazu ein Abend mit Pintxos. Am zweiten Tag passen das Museum der schönen Künste, der Artxanda und ein Abstecher zur Schwebefähre dazu. Wer länger bleibt, macht San Sebastián oder Vitoria-Gasteiz als Tagesausflug.






