Auf einen Blick
- BesonderheitGratis-Tapa zu jedem Getränk
- Klassische Tapas-StraßenCalle Navas & Calle Elvira
- Teteríasarabische Teehäuser in der Calderería Nueva
- Süße SpezialitätPiononos aus Santa Fe
- TypischTapear, von Bar zu Bar ziehen
So funktioniert die Gratis-Tapa
Das System ist simpel: Du bestellst ein Getränk, ein Bier, einen Wein, auch eine Limonade, und der Kellner stellt dir ungefragt eine Tapa dazu. Kostenlos, als fester Teil der Bestellung. Bei der zweiten Runde kommt eine andere Tapa, und in vielen Bars steigt die Qualität von Runde zu Runde. Croquetas, ein Tellerchen Paella, gegrilltes Fleisch, ein kleines belegtes Brot: Was kommt, entscheidet meist die Küche.
Daraus ergibt sich Granadas Abendprogramm, das Tapear: Statt in einem Lokal zu essen, ziehst du von Bar zu Bar, ein Getränk und eine Tapa pro Station. Nach drei Stationen bist du satt und hast nur deine Getränke bezahlt. Bestell die Runden immer am Tresen oder beim Kellner, ein Getränk pro Person, sonst gerät die Tapa-Logik durcheinander.
Gut zu wissen: In manchen Bars darfst du deine Tapa von einer kleinen Karte wählen, in den meisten entscheidet der Koch. Wenn du gezielt etwas essen willst, bestell zusätzlich eine Ración zum Teilen, das machen die Einheimischen genauso.
Die besten Tapas-Straßen
Die Calle Navas beim Rathaus ist die klassische Tapas-Meile: Bar an Bar, abends dicht gefüllt mit Granadinos und Besuchern. Die Calle Elvira zwischen Plaza Nueva und Albaicín ist rauer und studentischer, dafür sind die Portionen oft am größten. Entspannter geht es im Realejo rund um den Campo del Príncipe zu, dem besten Viertel für einen langen Abend. Und nach dem Spaziergang durch den Albaicín isst du am Paseo de los Tristes mit Blick auf die beleuchtete Alhambra, dort bezahlst du allerdings die Aussicht mit.
Teterías: Minztee wie in Marrakesch
In der steilen Calle Calderería Nueva, einem der Aufgänge zum Albaicín, reiht sich eine Tetería an die nächste: arabische Teehäuser mit Sitzkissen, Messinglampen und langen Teekarten. Bestell einen frischen Minztee und dazu arabisches Gebäck mit Honig und Mandeln. Ja, die Straße ist touristisch, aber am späten Nachmittag, wenn das Licht schräg durch die Gasse fällt, ist die Stimmung sie wert. Zusammen mit dem Seidenbasar La Alcaicería beim Dom ist das Granadas maurische Seite zum Anfassen.
Piononos: Granadas süßer Klassiker
Der Pionono ist Granadas berühmtestes Gebäck: eine kleine Rolle aus getränktem Biskuit mit einer Haube aus gebrannter Creme, benannt nach Papst Pius IX. Erfunden wurde er im Nachbarort Santa Fe, du bekommst ihn aber in fast jeder Pastelería der Stadt. Iss ihn frisch und in zwei Bissen, dafür ist er gemacht. Ebenfalls typisch: Klostersüßigkeiten, die einige Konvente der Altstadt durch ein Drehfenster verkaufen.
Was du außerdem probieren solltest
Bestell einmal Habas con Jamón, dicke Bohnen mit Schinken aus den Bergdörfern der Alpujarras, oder den Remojón Granadino, einen Salat aus Orangen und Stockfisch. Die Tortilla del Sacromonte ist das deftige Original der Stadt, mit Innereien, also nichts für jeden. Dazu trinkst du, was hier fast jeder trinkt: ein kaltes Bier der Marke Alhambra, gebraut in Granada, oder im Sommer einen Tinto de Verano. Frisches Obst und Gemüse für den Tag holst du auf dem Markt San Agustín beim Dom. Mehr spanische Klassiker findest du im Guide 10 Gerichte, die du in Spanien probieren musst.
Tipp: Iss wie die Einheimischen spät. Mittags füllen sich die Bars gegen 14 Uhr, abends ab 21 Uhr. Wer um 19 Uhr zum Tapear startet, sitzt allein zwischen leeren Tischen und wartet auf Küchen, die gerade erst anlaufen.
Häufige Fragen
Sind die Tapas in Granada wirklich gratis?
Ja. Zu jedem bestellten Getränk gehört in den allermeisten Bars eine Tapa, ohne Aufpreis und ohne dass du sie bestellen musst. Bezahlt werden nur die Getränke. Die Portionen sind klein, aber nach zwei oder drei Runden in verschiedenen Bars hast du ein vollwertiges Abendessen zusammen.
Kann ich mir die Gratis-Tapa aussuchen?
In den meisten Bars entscheidet die Küche, was auf den Tresen kommt, oft wechselnd von Runde zu Runde. Einige Lokale legen dir eine kleine Tapa-Karte hin, dort darfst du wählen. Wenn du auf etwas Bestimmtes Lust hast, bestell einfach zusätzlich eine Ración oder Media Ración zum Teilen.
Wo gibt es die besten Tapas in Granada?
Die Calle Navas ist die bekannteste Tapas-Straße, die Calle Elvira die studentische Variante mit großzügigen Portionen. Lokaler wird es im Realejo rund um den Campo del Príncipe und in den Vierteln etwas außerhalb des Zentrums, wo vor allem Granadinos essen. Grundregel: Wo viele Einheimische stehen, stimmt die Tapa.
Was ist ein Pionono?
Ein kleines Gebäck aus dem Ort Santa Fe bei Granada: eine Rolle aus in Sirup getränktem Biskuit, obenauf eine Haube aus gebrannter Creme. Benannt ist er nach Papst Pius IX., auf Spanisch Pío Nono. Du bekommst ihn in fast jeder Pastelería der Stadt, am besten frisch zum Kaffee.
Finden Vegetarier in Granada genug Auswahl?
Ja, besser als in vielen anderen andalusischen Städten. Die Teterías und die arabisch geprägten Lokale rund um die Calderería Nueva servieren Couscous, Falafel und Gemüsegerichte, und viele Tapas-Bars haben Tortilla, Käse oder gegrilltes Gemüse. Sag beim Bestellen kurz Bescheid, dann kommt auch die Gratis-Tapa fleischfrei.



