Baskenland · Bilbao

Zubizuri-Brücke

Zubizuri heißt auf Baskisch schlicht weiße Brücke, und genau das ist sie. Santiago Calatravas geschwungener Fußgängersteg spannt sich seit 1997 wie ein gekipptes Segel über den Nervión. Der weiße Bogen mit dem Seilfächer gehört zu den meistfotografierten Motiven der Stadt.

Die Brücke verbindet die Uferpromenade Campo Volantín mit dem Viertel Uribitarte und liegt auf halbem Weg zwischen Altstadt und Guggenheim. Du kommst also fast zwangsläufig vorbei.

Zubizuri-Brücke
Foto: Kamahele, CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionBaskenland
  • ArchitektSantiago Calatrava
  • Eröffnung1997
  • TypFußgängerbrücke mit weißem Stahlbogen
  • Lagezwischen Campo Volantín und Uribitarte
  • Besuchsdauer15 bis 30 Minuten

Lohnt sich die Zubizuri wirklich?

Als Stopp auf dem Uferweg: ja. Sie liegt genau dort, wo du ohnehin läufst, sie kostet nichts, und die Geschichte dahinter ist besser als das Bauwerk. Als eigener Programmpunkt lohnt sie den Umweg nicht.

Wer nur eine Calatrava-Brücke im Leben sehen will, findet in Valencia größere. Hier zählt der Kontext: eine Stadt, die sich 1997 gleich zweimal neu erfand, mit dem Guggenheim und mit dieser Brücke.

Was du hier siehst

Die Zubizuri trägt alle Markenzeichen des valencianischen Architekten: strahlendes Weiß, ein schräg gestellter Bogen, Halteseile, die sich wie Harfensaiten auffächern. Der Gehweg schwingt in einer Kurve über den Fluss, sodass sich die Perspektive beim Gehen ständig ändert. Eröffnet wurde sie im selben Jahr wie das Guggenheim-Museum.

Berühmt ist sie aber vor allem wegen des Bodens. Calatrava ließ den Gehweg mit Glasplatten belegen. Das sah spektakulär aus, hatte in einer Regenstadt jedoch einen Haken: Nasses Glas ist eine Rutschbahn. Nach reichlich Stürzen legte die Stadt einen dunklen Antirutschbelag darüber, sehr zum Ärger des Architekten. Mit der Stadt lag er ohnehin im Streit, seit sie für die benachbarten Isozaki-Türme einen Zugangssteg an seine Brücke anschließen ließ. Ein Gericht sprach ihm dafür später eine Entschädigung zu.

Die Bilbaínos nehmen es mit Humor: Ihre schönste Brücke sei die einzige, auf der man bei Sirimiri früher Schlittschuh laufen konnte.

Achtung: Auch mit dem heutigen Belag ist der geschwungene Gehweg bei Nässe rutschiger als normaler Asphalt, und die Steigung im Bogen macht es nicht besser. Bei Sirimiri gehst du langsam und besser nicht mit glatten Sohlen.

Details, die die meisten übersehen

Das originale Glas. An den Rändern siehst du unter dem Belag noch die ursprünglichen Platten.

Der Isozaki-Steg. Der seitliche Anschluss zu den Zwillingstürmen ist der Grund für den berühmten Rechtsstreit.

Der Aufzug am Nordufer. Er bringt dich in die höher gelegenen Straßen, spart Treppen und wird kaum genutzt.

Diese Fehler kannst du dir sparen

Nur auf der Brücke fotografieren. Das Motiv steht am Ufer, nicht oben drauf.

Bei Regen rennen. Der Bogen ist glatt, das ist keine Legende.

Wann du hingehen solltest

Morgens ist das Licht weich und die Brücke fast leer, abends wird sie beleuchtet und spiegelt sich im Wasser. Die klassische Perspektive bekommst du vom Ufer am Campo Volantín: der weiße Bogen komplett im Bild, dahinter die beiden Isozaki-Türme.

Tickets: Keine nötig. Die Zubizuri ist eine öffentliche Brücke und rund um die Uhr frei zugänglich. Das Geld sparst du für die Pintxos danach.

Danach: was in der Nähe liegt

Zwei Gehminuten entfernt liegt die Talstation des Funicular de Artxanda, Brücke und Aussichtsberg sind das perfekte Doppel. Flussabwärts erreichst du in einer Viertelstunde das Guggenheim, flussaufwärts in zehn Minuten das Rathaus und dahinter den Casco Viejo. Alle Stationen zeigt die Übersicht Bilbao Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll ist es hier nie, höchstens stehen bei Sonnenuntergang ein paar Fotografen im Weg. Wenn du die Brücke leer im Bild willst, komm früh am Morgen.
  • Wenn es regnetBei Nässe ist der geschwungene Gehweg rutschiger als normaler Asphalt, auch mit dem heutigen Belag. Langsam gehen, nicht rennen, und keine glatten Sohlen.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Brücke selbst ist über Rampen zugänglich, die Steigung im Bogen ist aber spürbar. Am Nordufer bringt dich ein öffentlicher Aufzug in die höher gelegenen Straßen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Zubizuri?

Zubizuri ist Baskisch und heißt weiße Brücke, von zubi für Brücke und zuri für weiß. Der Name beschreibt genau das, was du siehst: einen strahlend weißen Stahlbogen über dem Nervión. Offiziell trägt sie auch den Namen Campo Volantín, im Alltag sagt aber niemand etwas anderes als Zubizuri.

Warum ist die Zubizuri bei Regen so glatt?

Weil der Gehweg ursprünglich mit Glasplatten belegt war. In einer Stadt, in der es häufig nieselt, führte das zu vielen Stürzen. Die Stadt ließ deshalb einen dunklen Antirutschbelag darüberlegen, was der Architekt als Verunstaltung seines Werks empfand. Rutschiger als normaler Asphalt ist der geschwungene Bogen aber bis heute.

Lohnt sich ein Umweg zur Zubizuri?

Ein Umweg nicht, ein Stopp schon. Die Brücke liegt genau auf dem Uferweg zwischen Altstadt und Guggenheim, du kommst also ohnehin vorbei. Rechne mit 15 bis 30 Minuten für Fotos und die Überquerung. Gleich nebenan liegt außerdem die Talstation der Standseilbahn auf den Artxanda.

Wann ist das beste Licht für Fotos an der Zubizuri?

Früh am Morgen, wenn das Licht weich ist und niemand auf der Brücke steht, oder nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Konstruktion beleuchtet wird und sich im Fluss spiegelt. Der beste Standort ist das Ufer am Campo Volantín, von dort bekommst du Bogen und Isozaki-Türme in ein Bild.