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Bilbao Sehenswürdigkeiten: Top 15

Bilbao ist die Stadt, die sich selbst neu erfunden hat. Bis in die 1990er war sie ein grauer Industriehafen mit Werften und Hochöfen, heute reihen sich am Fluss Nervión Museen, Parks und Architektur von Gehry, Calatrava und Foster. Das Beste: Die Stadt ist kompakt. Fast alles auf dieser Liste erreichst du zu Fuß oder mit einer kurzen Metrofahrt.

Hier findest du die 15 Sehenswürdigkeiten, die sich wirklich lohnen, dazu den Hintergrund zum Guggenheim-Effekt, eine kleine Pintxos-Schule und einen Ausflugstipp an die Küste. Plane zwei volle Tage ein, drei sind entspannter.

Bilbao Sehenswürdigkeiten: Top 15
Foto: Zarateman, CC0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionBaskenland (Provinz Bizkaia)
  • FlussNervión, die Ría von Bilbao
  • Bekannt fürGuggenheim-Museum, Pintxos, Siete Calles
  • Besuchsdauer2 bis 3 Tage
  • Beste ReisezeitMai bis Oktober, Regenjacke immer im Gepäck
  • AnreiseFlughafen Bilbao nördlich der Stadt, Bus ins Zentrum

Die Top 15 Sehenswürdigkeiten in Bilbao

Die Reihenfolge ist eine ehrliche Rangliste: oben das, was du auf keinen Fall verpassen solltest. Die ersten sechs Punkte liegen alle im Zentrum, ab Platz 7 kommen Aussicht, Fluss und Umland dazu.

1 Guggenheim-Museum

Der Titanbau von Frank Gehry ist der Grund, warum halb Europa nach Bilbao fliegt, und er hält dem Rummel stand. Die geschwungene Fassade verändert sich mit jedem Lichtwechsel, innen warten riesige Hallen mit moderner Kunst. Alles Wichtige zu Architektur, Tickets und Zeitplanung steht im Detailartikel zum Guggenheim-Museum.

Wichtig: Der Blumenhund Puppy, die Riesenspinne Maman und die Nebelskulptur am Wasserbecken sind gratis zugänglich, auch ohne Museumsticket.

Tickets: Fürs Guggenheim buchst du am besten vorab online ein Zeitfenster, an Wochenenden und in den Ferien sind die Vormittage schnell weg. Die Außenkunst kostet nichts.

Zur offiziellen Website

2 Casco Viejo

Die Altstadt am rechten Flussufer ist das Gegenprogramm zum Guggenheim: enge Gassen, alte Läden, Bars an jeder Ecke. Der Kern sind die Siete Calles, die sieben Gründungsstraßen aus dem Mittelalter. Hier wird abends gegessen, getrunken und laut geredet. Mehr dazu im Artikel über den Casco Viejo.

3 Plaza Nueva

Der neoklassizistische Arkadenplatz ist das Wohnzimmer der Altstadt und die beste Adresse für deine erste Pintxos-Runde. Unter den Bögen liegt eine Bar neben der anderen, sonntags kommt ein Sammlermarkt mit Münzen, Briefmarken und alten Büchern dazu. Welche Theken sich lohnen, liest du im Beitrag zur Plaza Nueva.

Schöner Nebeneffekt der geschlossenen Bauweise: Auf dem Platz ist es selbst bei Wind angenehm, und unter den Arkaden sitzt du auch bei Regen trocken.

4 Mercado de la Ribera

Die Markthalle am Fluss gilt flächenmäßig als die größte überdachte Europas. Unten Fisch, Fleisch und Gemüse, dazu eine Zone mit Gastrobars, in der du direkt zwischen den Ständen isst. Details im Artikel zum Mercado de la Ribera.

5 Catedral de Santiago

Die gotische Kathedrale mitten in den Siete Calles ist die älteste Kirche der Stadt und eine Station am Küsten-Jakobsweg. Von außen unscheinbar eingebaut, innen ruhig und schön, mit einem sehenswerten Kreuzgang. Mehr in unserem Beitrag zur Santiago-Kathedrale.

6 Zubizuri-Brücke

Calatravas weiße Fußgängerbrücke spannt sich wie ein Segel über den Nervión und ist einer der besten Fotospots der Stadt. Die Geschichte mit dem rutschigen Glasboden erzählen wir im Artikel zur Zubizuri.

7 Funicular de Artxanda

Die Standseilbahn von 1915 zieht dich in wenigen Minuten auf den Hausberg Artxanda. Oben: Wiesen, Picknickbänke und der beste Blick über die Stadt, mit dem Guggenheim als Silberfleck in der Mitte. Praktische Tipps im Beitrag zum Funicular de Artxanda.

8 Puente Colgante

Die Schwebefähre von 1893 zwischen Portugalete und Getxo ist die älteste der Welt und UNESCO-Welterbe. Eine Gondel hängt an Stahlseilen unter der Brücke und pendelt über die Flussmündung, oben führt ein Laufsteg in luftiger Höhe entlang. Anfahrt und Erfahrung im Artikel zum Puente Colgante.

9 Museo de Bellas Artes

Das Kunstmuseum im Parque de Doña Casilda wird neben dem Guggenheim oft übersehen, dabei hängt hier die stärkere klassische Sammlung: alte Meister, baskische Malerei und Moderne unter einem Dach. Viele Kunstfreunde verlassen es zufriedener als den berühmten Nachbarn. Mehr im Beitrag zum Museo de Bellas Artes.

10 Azkuna Zentroa

Ein ehemaliges Weinlager, das Philippe Starck in ein Kulturzentrum verwandelt hat. Die Halle steht auf 43 individuell gestalteten Säulen, oben schwimmst du in einem Pool mit Glasboden, unter dem Besucher durchlaufen. Details im Artikel zum Azkuna Zentroa.

11 Teatro Arriaga

Das neobarocke Opernhaus am Flussufer markiert den Eingang zur Altstadt und sieht abends angestrahlt am besten aus. Benannt ist es nach Juan Crisóstomo de Arriaga, einem früh verstorbenen Komponisten aus Bilbao, den die Stadt gern ihren Mozart nennt. Mehr zur Geschichte im Beitrag zum Teatro Arriaga.

12 Basílica de Begoña

Hoch über der Altstadt wacht die Basilika der Amatxu, der Schutzpatronin von Bizkaia. Der Aufstieg über die Mallona-Treppen gehört dazu, alternativ nimmst du den Aufzug an der Metrostation. Mehr in unserem Artikel zur Basílica de Begoña.

13 Itsasmuseum

Das Schifffahrtsmuseum am alten Trockendock erzählt, wovon Bilbao vor dem Guggenheim lebte: Werften, Erz und Seehandel. Draußen steht die rote Riesenkranin Carola. Mehr im Beitrag zum Itsasmuseum.

14 Parque de Doña Casilda

Der elegante Stadtpark mit Ententeich, Pergola und frei laufenden Pfauen ist die grüne Pause zwischen den Museen. Er liegt direkt hinter dem Museo de Bellas Artes und eignet sich perfekt für die Bank-und-Brötchen-Pause zwischen zwei Programmpunkten. Welche Grünflächen sich sonst noch lohnen, steht im Überblick über die Parks in Bilbao.

15 Baskisches Museum

Das Euskal Museoa in einem alten Jesuitenkolleg erklärt, was das Baskenland so eigen macht: Sprache, Fischfang, Landwirtschaft, Mythen. Im Kreuzgang steht mit dem Mikeldi eine rätselhafte Tierfigur aus vorrömischer Zeit. Ideal für einen Regenvormittag. Mehr im Artikel zum Baskischen Museum.

Der Guggenheim-Effekt: warum Bilbao heute so aussieht

In den 1980ern steckte Bilbao in einer schweren Industriekrise: Werften dicht, Stahlwerke dicht, der Fluss eine Kloake. Die Stadt setzte auf einen radikalen Plan, und das 1997 eröffnete Guggenheim wurde sein Symbol. Drumherum entstand ein neues Bilbao: die Metro von Norman Foster mit ihren gläsernen Eingängen, die die Einheimischen liebevoll Fosteritos nennen, die Straßenbahn am Ufer, Promenaden und Parks auf ehemaligem Hafengelände.

Seitdem sprechen Stadtplaner weltweit vom Guggenheim-Effekt, wenn ein Kulturbau eine ganze Stadt umkrempelt. Kaum irgendwo kannst du das Ergebnis so gut ablaufen wie am Ufer des Nervión: vom Rathaus über die Zubizuri bis zum Museum.

Pintxos: so isst Bilbao

Pintxos sind die baskische Antwort auf Tapas: kleine Happen auf der Theke, vom Tortilla-Würfel bis zur aufwendigen Miniatur-Küche. Die Spielregeln sind einfach. Du bestellst am Tresen ein oder zwei Pintxos und ein Getränk, isst im Stehen, zahlst und ziehst zur nächsten Bar weiter. Der klassische Begleiter ist Txakoli, ein junger Weißwein, der mit Schwung aus der Höhe eingeschenkt wird.

Die dichteste Barmeile findest du rund um die Plaza Nueva und die Calle Somera im Casco Viejo, im neueren Stadtteil lohnt die Calle Ledesma. Mehr Adressen und Klassiker wie die Gilda findest du im Guide Essen und Trinken in Bilbao.

Tipp: Bestell als Erstes eine Gilda, den Spieß aus Sardelle, Olive und eingelegter Peperoni. Salzig, sauer, scharf: In einem Bissen weißt du, wie das Baskenland schmeckt.

Ausflug: San Juan de Gaztelugatxe

Rund 35 Kilometer nordöstlich von Bilbao liegt einer der spektakulärsten Orte der baskischen Küste: San Juan de Gaztelugatxe, eine Felseninsel mit Einsiedelei, die über eine steinerne Brücke und einen gewundenen Treppenweg mit dem Festland verbunden ist. Serienfans kennen die Kulisse als Drachenstein aus Game of Thrones. Oben angekommen läutest du der Tradition nach dreimal die Glocke.

Der Weg hinunter und wieder hinauf ist schweißtreibend, feste Schuhe und Wasser gehören mit. In der Hochsaison brauchst du eine kostenlose Online-Reservierung, buche die vor der Anfahrt.

Noch mehr Bilbao

Wenn du Zeit übrig hast: Das Fuente del Perro in der Altstadt ist eine kuriose Brunnen-Anekdote, der Palacio de Chávarri zeigt, wie die Industriebarone im Ensanche wohnten, und Ideen für Touren und Aktivitäten sammelt unsere Seite Aktivitäten in Bilbao.

Bilbao in zwei Tagen: eine Routenidee

Tag eins gehört dem Fluss: morgens ins Guggenheim, mittags durch den Parque de Doña Casilda mit Abstecher ins Museo de Bellas Artes, danach am Ufer entlang über die Zubizuri und mit dem Funicular auf den Artxanda zum Sonnenuntergang. Tag zwei gehört der Altstadt: vormittags Markthalle und Siete Calles mit Kathedrale, mittags Pintxos an der Plaza Nueva, nachmittags mit der Metro zum Puente Colgante.

So läufst du nie doppelt und hast beide Gesichter der Stadt gesehen: das neue Bilbao am Wasser und das alte in den Gassen. Ein dritter Tag gehört der Küste, siehe unten.

Praktische Tipps für deinen Besuch

Bilbao läuft sich fast komplett zu Fuß, für Puente Colgante und Küste nimmst du die Metro. Wie Metro, Tram und die Barik-Karte funktionieren, erklärt der Guide Verkehr in Bilbao, Viertel-Empfehlungen findest du unter Hotels in Bilbao. Und wer noch einen Tag dranhängen will: San Sebastián ist gut per Bus erreichbar, mehr Umgebung zeigt die Übersicht Baskenland.

Gut zu wissen: In Bilbao regnet es oft, meist als feiner Nieselregen, den die Basken Sirimiri nennen. Pack eine Regenjacke ein und leg dir ein bis zwei Indoor-Punkte wie Museen oder die Markthalle als Schlechtwetter-Reserve zurecht.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Bilbao?

Zwei volle Tage reichen für die Highlights: ein Tag für Guggenheim, Flussufer und Ensanche, ein Tag für Casco Viejo, Markthalle und Artxanda. Mit einem dritten Tag schaffst du den Puente Colgante und einen Küstenausflug nach San Juan de Gaztelugatxe, ohne zu hetzen. Als Städtetrip-Baustein lässt sich Bilbao gut mit San Sebastián kombinieren.

Lohnt sich Bilbao auch ohne Guggenheim-Besuch?

Ja. Die Altstadt mit den Siete Calles, die Pintxos-Kultur, die Markthalle und der Blick vom Artxanda tragen locker einen Städtetrip. Das Guggenheim wirkt außerdem vor allem von außen: Fassade, Puppy und Maman kannst du gratis anschauen und trotzdem sagen, du hast es gesehen. Für Kunstfans bleibt der Innenbesuch aber das Highlight.

Was ist die beste Reisezeit für Bilbao?

Mai, Juni und September sind die sichersten Monate: mild, lange Tage, weniger Trubel als im Hochsommer. Der Atlantik sorgt aber das ganze Jahr für wechselhaftes Wetter, Regen ist nie ausgeschlossen. Im August feiert die Stadt ihre große Festwoche Aste Nagusia, dann ist viel los und Unterkünfte sind früh ausgebucht.

Ist Bilbao gut zu Fuß zu erkunden?

Ja, das Zentrum ist kompakt: Vom Guggenheim bis in die Altstadt läufst du am Flussufer entlang etwa eine halbe Stunde, und der Weg ist selbst schon eine Sehenswürdigkeit. Metro und Tram brauchst du eigentlich nur für den Puente Colgante, die Küste und bei müden Beinen. Nur zur Basílica de Begoña geht es steil bergauf.

Welche Sehenswürdigkeiten in Bilbao sind kostenlos?

Eine ganze Menge: die Außenkunst am Guggenheim mit Puppy und Maman, die Zubizuri, Plaza Nueva und die Gassen des Casco Viejo, der Mercado de la Ribera, der Parque de Doña Casilda und die Aussicht vom Artxanda, wenn du zu Fuß hinaufgehst. Bezahlt wird vor allem für Museen, Standseilbahn und den Laufsteg des Puente Colgante.