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Faro de Moncloa

Der Faro de Moncloa ist Madrids futuristischer Aussichtsturm: Eine gläserne Kanzel schwebt auf 92 Metern über dem Universitätsviertel, getragen von einem schlanken Betonmast. 1992 gebaut, ist er heute einer der besten Panoramapunkte der Stadt.

Der Rundumblick reicht von der Skyline der Cuatro Torres über das historische Zentrum bis zur Sierra de Guadarrama. Und weil der Turm abseits der Touristenpfade liegt, ist der Andrang meist überschaubar.

Faro de Moncloa
Foto: Ces-VLC, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionMadrid, Moncloa, am Rand des Universitätsviertels
  • Eröffnet1992, Entwurf Salvador Pérez Arroyo
  • Aussichtsplattform92 Meter, komplett verglast
  • Dauer des Besuchs30 bis 45 Minuten
  • AnreiseMetro Moncloa, 2 Minuten zu Fuß

Lohnt sich der Faro de Moncloa wirklich?

Ja, wenn du einen klaren Tag erwischst. Kein anderer Aussichtspunkt der Stadt liefert Skyline, Zentrum und Sierra in einem einzigen Rundgang, und der Andrang bleibt klein, weil der Turm abseits der Route liegt.

Nein, wenn es diesig ist oder du wenig Zeit hast. Bei Hitzedunst verschwinden die Berge, und dann ist der Rooftop an der Plaza de Cibeles die bessere Wahl: mitten im Zentrum, ohne Anfahrt. Auch wer Freiluft und Wind sucht, wird enttäuscht, hier stehst du hinter Glas.

Was du hier siehst

Ein gläserner Aufzug zieht dich in wenigen Sekunden hinauf in die ringförmige Kanzel. Oben läufst du einmal um den Mast herum und bekommst die Stadt in alle Richtungen: im Norden die vier Wolkenkratzer der Cuatro Torres, im Osten das Häusermeer des Zentrums mit Gran Vía und Palastkuppeln, im Westen die grüne Weite der Casa de Campo und dahinter die Sierra.

Infotafeln erklären, was du gerade siehst. Anders als bei vielen Aussichtspunkten gibt es keine Freiluftterrasse, dafür reichen die Scheiben bis zum Boden, und der Blick funktioniert auch an windigen Tagen. Gebaut wurde der Turm zu den Feierlichkeiten von 1992, ursprünglich als Sende- und Beleuchtungsturm. Sein Name ist Programm: Nachts leuchtet die Kanzel über dem Westen der Stadt.

Was den Faro von anderen Aussichtspunkten unterscheidet, ist die Lage außerhalb des Zentrums. Von den Dachterrassen an der Gran Vía siehst du vor allem Dächer, hier dagegen erkennst du die Struktur der Stadt: den grünen Gürtel im Westen, die Hochhausachse im Norden entlang der Castellana, den dichten Altstadtkern im Osten. Wer verstehen will, wie Madrid gebaut ist, lernt hier in zehn Minuten mehr als auf jeder Karte.

Das übersehen die meisten

Der Arco de la Victoria direkt unter dem Turm. Von oben siehst du ihn mit dem Universitätscampus dahinter, und diese Draufsicht ordnet das Monument besser ein als jede Tafel.

Das Museo de América gegenüber, mit präkolumbischer Kunst und einer der wenigen erhaltenen Maya-Handschriften. Kaum Andrang, und für Lateinamerika-Interessierte eines der besten Museen Europas.

Der unterirdische Busbahnhof unter dem Platz. Von hier starten die Überlandbusse in die Sierra und nach El Escorial. Wer einen Tagesausflug plant, kann den Turmbesuch direkt an die Abfahrt hängen.

Der Parque del Oeste südlich davon. Ein langgezogener Park mit Rosengarten und alten Bunkerresten aus dem Bürgerkrieg, der in 20 Minuten zum Tempel von Debod führt.

Typische Fehler

An einem diesigen Sommertag hinauffahren. Dann siehst du grauen Dunst statt Berge.

Eine Freiluftterrasse erwarten. Die Kanzel ist komplett verglast, für Fotos ohne Spiegelungen hältst du die Linse direkt an die Scheibe.

Nur für den Turm anreisen. In Kombination mit Arco, Museo de América und Parque del Oeste wird ein runder Halbtag daraus.

Zur vollen Stunde ohne Reservierung auftauchen. Wenn das Zeitfenster belegt ist, wartest du draußen, und der Platz vor dem Turm bietet wenig Schatten.

Tipp: Entscheide erst am Morgen, ob du hochfährst. Erkennst du die Sierra vom Boden aus als klare Silhouette, lohnt der Turm. Verschwimmt der Horizont schon im Dunst, spar dir die Anfahrt und nimm eine Dachterrasse im Zentrum.

Tickets: Der Zugang läuft über Zeitfenster, die Kapazität der Kanzel ist begrenzt. Tickets bekommst du am Turm oder vorab online, an klaren Wochenendtagen lohnt die Reservierung.

Zur offiziellen Website

Wann du hingehen solltest

An einem klaren Tag am späten Nachmittag: Dann steht die Sonne tief über der Sierra, und das Zentrum im Osten liegt im warmen Licht. Nach Regentagen ist die Fernsicht am besten, im Hochsommer flimmert die Stadt oft im Dunst.

Im Winter lohnt der frühe Nachmittag, weil die Luft klar ist und die schneebedeckte Sierra am Horizont steht. Das ist der beste Moment des ganzen Jahres für diesen Turm.

Danach: was in der Nähe liegt

Der Arco de la Victoria steht direkt am Fuß des Turms, zwei Minuten. Das Museo de América liegt gegenüber.

Durch den Parque del Oeste läufst du in rund 20 Minuten zum Tempel von Debod oder zur Talstation der Seilbahn über die Casa de Campo. So wird aus dem Turmbesuch ein kompletter Nachmittag im Westen Madrids, mehr Ideen bei den Sehenswürdigkeiten in Madrid.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDie Kanzel fasst wenige Personen, deshalb gibt es Zeitfenster. An klaren Wochenenden vorab reservieren, unter der Woche reicht spontan.
  • Wenn es regnetBei Wolken und Dunst lohnt der Turm nicht, die Aussicht ist der ganze Punkt. Verschieb ihn auf den ersten klaren Tag.
  • Mit KindernFunktioniert gut: bodentiefe Scheiben, schneller Aufzug, ein Rundgang von wenigen Minuten. Auch mit Kinderwagen problemlos.
  • Mit eingeschränkter MobilitätEin Aufzug führt direkt in die Kanzel, der Rundgang oben ist eben und stufenlos. Die Metro Moncloa liegt zwei Minuten entfernt.

Häufige Fragen

Lohnt sich der Faro de Moncloa?

Ja, vor allem für den 360-Grad-Blick auf Skyline, Zentrum und Sierra zugleich, den kein anderer Aussichtspunkt der Stadt so bietet. Der Turm liegt abseits der klassischen Route, dadurch bleibt der Andrang klein. Wer nur einen Aussichtspunkt einplant und zentral bleiben will, nimmt eher das Rooftop am Palacio de Cibeles.

Wie hoch ist der Faro de Moncloa?

Die verglaste Aussichtskanzel liegt auf 92 Metern Höhe, der gesamte Turm misst mit Mast rund 110 Meter. Ein gläserner Aufzug bringt dich direkt in die ringförmige Plattform, die du einmal komplett umrunden kannst. Eine Freiluftterrasse gibt es nicht, die Aussicht genießt du hinter bodentiefen Scheiben.

Wann ist die beste Zeit für den Faro de Moncloa?

An klaren Tagen am späten Nachmittag: Das Zentrum liegt dann im warmen Licht, und über der Sierra de Guadarrama geht später die Sonne unter. Nach Regen ist die Fernsicht am schärfsten. Im Sommer lohnt der frühe Abend, weil die Stadt tagsüber oft im Hitzedunst liegt.

Was kann man mit dem Faro de Moncloa kombinieren?

Direkt am Fuß des Turms steht der Arco de la Victoria, gegenüber liegt das Museo de América. Durch den Parque del Oeste läufst du in rund 20 Minuten zum Tempel von Debod oder zur Talstation der Seilbahn über die Casa de Campo. So wird aus dem Turmbesuch ein kompletter Halbtag im Westen Madrids.