Auf einen Blick
- NationalgerichtPaella Valenciana mit Huhn und Kaninchen
- Paella-Zeitmittags, niemals abends
- Typisches GetränkHorchata aus Erdmandeln, dazu Fartons
- Cocktail der StadtAgua de Valencia mit Cava und Orangensaft
- AusgehviertelRuzafa, südlich des Bahnhofs
Paella: die echten Regeln
Das Original heißt Paella Valenciana und enthält Huhn, Kaninchen, grüne Bohnen und die dicken Garrofó-Bohnen, dazu Rundkornreis aus den Feldern der Albufera. Kein Chorizo, keine Erbsen, und Meeresfrüchte gehören in andere Reisgerichte wie Arroz a Banda oder Arroz Negro. Die „Paella Mixta“ mit allem durcheinander bestellt in Valencia kein Einheimischer.
Regel Nummer eins: Paella ist ein Mittagsgericht. Valencianer essen sie zwischen 14 und 16 Uhr, gern am Wochenende mit der ganzen Familie. Frisch zubereitet braucht eine Paella 30 bis 45 Minuten, gute Restaurants nehmen die Bestellung deshalb teils schon bei der Reservierung auf. Ganz unten in der Pfanne wartet der Socarrat, die leicht angeröstete Reiskruste, das beste Stück.
Achtung: Eine Paella, die abends nach zehn Minuten am Tisch steht, kommt aus der Mikrowelle. Leuchtende Fotos vor der Tür, „Paella + Sangria“-Angebote und Kellner, die dich hineinwinken: einfach weitergehen. Kein seriöses Haus in Valencia serviert abends frische Paella.
Wo du Paella essen solltest
Die klassische Wahl ist El Palmar, das Dorf mitten in der Albufera, wo das Gericht herkommt: Reisfelder ringsum, ein Dutzend spezialisierter Restaurants, danach eine Bootsfahrt auf der Lagune. In der Stadt lohnen die traditionsreichen Reisrestaurants an der Promenade der Playa de la Malvarosa. Faustregel überall: Wenn Reisgerichte nur mittags auf der Karte stehen, bist du richtig.
Horchata und Fartons
Horchata ist ein eiskaltes, süßes Getränk aus Erdmandeln, die seit Jahrhunderten im Umland von Alboraya angebaut werden. Dazu gehören Fartons, längliche, glasierte Hefegebäcke zum Eintunken. Die bekannteste Adresse der Altstadt ist die Horchatería Santa Catalina, Puristen pilgern zur Horchatería Daniel. Auch im Mercado Central bekommst du frische Horchata an den Ständen.
Agua de Valencia
Der Hauscocktail der Stadt mischt Cava mit frisch gepresstem Orangensaft, Gin und Wodka. Das schmeckt wie harmlose Limonade und ist es ganz und gar nicht. Bestellt wird meist eine Karaffe für den Tisch, am schönsten abends in den Bars im Barrio del Carmen. Trink langsam, die Wirkung kommt mit Verspätung.
Ruzafa: das Viertel für Tapas und Bars
Südlich des Bahnhofs liegt Ruzafa, das Viertel, in dem Valencia abends stattfindet: Tapasbars neben Naturweinläden, Cafés mit Frühstück bis nachmittags, dazu die schöne Markthalle Mercado de Ruzafa für den Vormittag. Hier ziehst du am besten einfach von Bar zu Bar, statt lange einen Tisch zu suchen. Reservieren lohnt sich nur am Wochenende.
Esmorzaret: das zweite Frühstück
Eine Spezialität, die kaum ein Besucher kennt: der Esmorzaret, das ausgiebige Vormittagsfrühstück der Valencianer. Zwischen etwa 10 und 12 Uhr gibt es in einfachen Bars riesige, frisch belegte Bocadillos, dazu Erdnüsse, Oliven und je nach Härtegrad ein Bier oder einen Kaffee. Such dir eine volle Bar ohne englische Karte, bestell, was der Nachbartisch hat, und du frühstückst wie ein Einheimischer.
Mehr lokale Klassiker
Probiere außerdem All i Pebre, einen deftigen Aal-Eintopf mit Knoblauch und Paprika aus der Albufera, im Sommer Clóchinas, die kleinen valencianischen Miesmuscheln, und Esgarraet, einen Salat aus gerösteter Paprika mit Stockfisch. Während der Fallas duftet die ganze Stadt nach Buñuelos, frittierten Kürbisküchlein. Einen Überblick über die spanische Küche insgesamt gibt unser Beitrag über spanische Gerichte.
Tipp: Noch besser als Paella essen: Paella kochen lernen. Die besten Kurse starten mit einem Marktbesuch, alle Infos dazu unter Aktivitäten & Touren in Valencia.
Häufige Fragen
Wann isst man in Valencia Paella?
Mittags, meist zwischen 14 und 16 Uhr. Paella ist in Valencia ein Mittagsgericht, oft ein Familienessen am Wochenende. Restaurants, die abends frische Paella versprechen, richten sich fast immer an Touristen und servieren Aufgewärmtes. Wenn Reisgerichte nur mittags auf der Karte stehen, ist das ein gutes Zeichen.
Was ist der Unterschied zwischen Paella Valenciana und Paella Mixta?
Die Paella Valenciana ist das Original: Huhn, Kaninchen, grüne Bohnen, Garrofó und Rundkornreis. Die Paella Mixta wirft Fleisch und Meeresfrüchte zusammen und gilt in Valencia als Touristenerfindung. Wer Meeresfrüchte will, bestellt besser eigenständige Reisgerichte wie Arroz a Banda oder Arroz Negro.
Was ist Horchata und wie schmeckt sie?
Horchata ist ein kaltes Getränk aus gemahlenen Erdmandeln, Wasser und Zucker, cremig und erfrischend, mit leicht nussigem Geschmack. Sie wird eiskalt getrunken, klassisch mit Fartons, süßen Hefestangen zum Eintunken. Die Erdmandeln dafür wachsen direkt vor der Stadt, vor allem rund um Alboraya.
Wie stark ist Agua de Valencia?
Deutlich stärker, als sie schmeckt. Neben Cava und Orangensaft stecken Gin und Wodka in der Mischung, der Süße wegen merkst du davon zunächst wenig. Bestellt wird meist eine Karaffe für mehrere Personen. Trink sie langsam und plane danach keine langen Unternehmungen mehr ein.
In welchem Viertel isst man in Valencia am besten?
Für Tapas und Bars ist Ruzafa die erste Wahl, das Viertel südlich des Bahnhofs. Das Barrio del Carmen in der Altstadt punktet mit Atmosphäre und Cocktailbars, ist aber touristischer. Für Paella fährst du am besten nach El Palmar an der Albufera oder an die Strandpromenade.


