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Mercado Central

Der Mercado Central ist die schönste Markthalle Spaniens und gleichzeitig ein ganz normaler Lebensmittelmarkt. Unter Eisenkuppeln, Buntglas und Keramik verkaufen mehrere Hundert Stände Fisch, Fleisch, Schinken, Obst, Safran und Gewürze, und dazwischen schieben sich Valencianer mit Einkaufstrolleys hindurch.

Der Bau von 1928 gehört zum valencianischen Jugendstil, den man hier Modernisme nennt. Auf der Hauptkuppel dreht sich ein Papagei als Wetterfahne, ein Seitenhieb auf den Klatsch, der auf jedem Markt umgeht.

Mercado Central
Foto: Diego Delso, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Eröffnet1928
  • ArchitektenFrancesc Guàrdia und Alexandre Soler
  • StilValencianischer Modernisme
  • Flächerund 8.000 Quadratmeter
  • Besuchsdauer30 Minuten, mit Essen und Einkauf gut eine Stunde
  • LageAltstadt, gegenüber der Lonja de la Seda

Lohnt sich der Mercado Central wirklich?

Ja, und zwar auch dann, wenn du nichts kaufen willst. Der Bau allein ist eine Sehenswürdigkeit: rund 8.000 Quadratmeter unter Eisen und Glas, Buntfenster mit Obst- und Fischmotiven, Keramik an den Wänden. Ein Rundgang kostet nichts und dauert eine halbe Stunde. Als Fotomotiv ist die Halle ohnehin stark, gerade morgens, wenn Licht durch die farbigen Fenster auf die Auslagen fällt.

Der Haken ist die Uhrzeit. Wie fast alle spanischen Markthallen läuft der Markt vormittags bis in den frühen Nachmittag und bleibt sonntags geschlossen. Wer nachmittags kommt, sieht ein verschlossenes Gebäude. Plane ihn also am Vormittag ein, nicht als Lückenfüller.

Was du hier siehst

Von außen wirkt der Bau fast wie ein Bahnhof: Eisen, Glas, Ziegel und zwei Kuppeln. Innen öffnet sich ein heller Raum, über den sich ein Netz aus Stahlträgern spannt. Das Licht fällt durch farbige Fenster, an den Wänden sitzen Kacheln, die Fassade trägt Keramikfiguren. Gebaut haben ihn Francesc Guàrdia und Alexandre Soler, eröffnet wurde er 1928.

Auf der großen Kuppel steht die berühmte cotorra, der Papagei. Auf der zweiten dreht sich ein Schwertfisch. Beides sind Wetterfahnen, und beide erzählen etwas über das, was hier verkauft und geredet wird. Schau nach oben, die meisten Besucher tun das erst beim Hinausgehen.

Und dann die Ware. Die Fischtheken sind der lauteste und lebendigste Teil, die Schinkenstände der duftendste. Für Paella-Interessierte ist der Markt eine Lehrstunde: Hier siehst du Rundkornreis, dicke weiße Garrofó-Bohnen, flache grüne Ferradura-Bohnen, Kaninchen, Huhn und echten Safran in kleinen Döschen. Mehr zur Küche der Stadt steht im Guide Essen und Trinken in Valencia.

Das übersehen die meisten

Die Gastrobar mitten in der Halle. Du isst im Stehen zwischen den Ständen, günstiger und besser als in den Terrassenlokalen rundherum.

Die Buntglasfenster über den Fischtheken. Sie zeigen Orangen, Fische und Obst, und morgens fällt das Licht farbig auf die Auslagen.

Die Trockenfrucht- und Gewürzstände am Rand. Dort bekommst du Safran, geräuchertes Paprikapulver und getrocknete Chufas für Horchata, alles leicht und haltbar.

Der Blick von außen auf die Keramikfiguren an der Fassade. Geh einmal um das Gebäude herum, bevor du hineingehst.

Die Stände in den hinteren Reihen. Dort verkaufen kleine Betriebe Eingelegtes, Oliven und Salzfisch, meist günstiger als direkt am Haupteingang.

Tipp: Bestell an der Gastrobar ein Bocadillo mit Jamón und ein Glas Wein und lass den Markt an dir vorbeiziehen. Das ist die ehrlichste halbe Stunde, die du im Zentrum Valencias verbringen kannst.

Typische Fehler

Nachmittags kommen. Der Markt schließt am frühen Nachmittag, sonntags bleibt er ganz zu.

Frischen Fisch als Souvenir kaufen. Ohne Küche in der Unterkunft bringt dir das nichts, nimm Safran und Reis mit.

Nur die erste Gasse ablaufen. Die Halle ist größer, als sie von der Tür aus wirkt, der Fischbereich liegt hinten.

Tickets: Der Markt kostet keinen Eintritt, du gehst einfach hinein. Geld brauchst du nur für das, was du isst und kaufst. Kleine Scheine und Münzen sind an den Ständen willkommen, auch wenn fast überall Karten akzeptiert werden.

Zur offiziellen Website

Wann du hingehen solltest

Kurz nach der Öffnung ist es am schönsten: Die Auslagen sind komplett, die Händler haben Zeit für ein Gespräch, und du teilst die Halle noch nicht mit Reisegruppen. Gegen Mittag wird es voll und laut.

Am Samstagvormittag ist der Markt am vollsten und am lebendigsten zugleich, das ist Geschmackssache. Sonntags ist geschlossen, plane dann die Lonja gegenüber ein.

Danach: was in der Nähe liegt

Lonja de la Seda, direkt gegenüber, 1 Minute. Die gotische Seidenbörse und UNESCO-Welterbe, der perfekte Anschluss.

Kathedrale, 5 Gehminuten nach Norden. Heiliger Gral und Miguelete, siehe Kathedrale von Valencia.

Plaza Redonda, 3 Gehminuten nach Osten. Ein runder Innenhof-Platz mit Kurzwarenläden, siehe Plaza Redonda.

Barrio del Carmen, 10 Gehminuten nach Norden. Für den Nachmittag mit Street Art, siehe Barrio del Carmen. Alle weiteren Ziele stehen unter Valencia Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAm vollsten ist es samstags gegen elf. Weiche in den Fischbereich am Rand aus, dort ist mehr Platz, oder komm gleich nach der Öffnung.
  • Wenn es regnetDie Halle ist überdacht und damit ein guter Regenstopp. Die Lonja gegenüber liegt zwei Minuten entfernt, so überbrückst du einen Schauer trocken.
  • Mit KindernViel zu gucken, viel Gedränge. Mit Kinderwagen sind die Gänge eng, ein Tragetuch ist praktischer. Obst und Säfte an den Ständen retten jede Laune.
  • Mit eingeschränkter MobilitätEbenerdig und stufenlos, die Gänge zwischen den Ständen sind aber schmal und zeitweise voll. Ruhige Zeiten sind früh am Morgen.

Häufige Fragen

Wann ist der Mercado Central geöffnet?

Wie fast alle spanischen Markthallen läuft er vormittags bis in den frühen Nachmittag und bleibt sonntags geschlossen. Die genauen Zeiten ändern sich gelegentlich, prüfe sie am Reisetag kurz online. Als Faustregel gilt: Bist du bis Mittag da, erlebst du den Markt in voller Fahrt. Am späten Nachmittag stehst du vor verschlossenen Türen.

Lohnt sich der Mercado Central auch ohne Einkauf?

Ja. Der Bau selbst ist eine Sehenswürdigkeit: Eisenkonstruktion, Buntglas mit Obst- und Fischmotiven, Kuppeln, Keramik und die Papageien-Wetterfahne. Dazu kommt die Atmosphäre eines echten Markts, auf dem die Nachbarschaft einkauft. Ein Rundgang dauert eine halbe Stunde und kostet nichts. Mit einem Kaffee oder einem Schinkenteller wird eine gute Stunde daraus.

Was sollte man im Mercado Central kaufen?

Als Mitbringsel eignen sich Safran, Rundkornreis für Paella, geräuchertes Paprikapulver und getrocknete Chufas für Horchata. Alles leicht, haltbar und unverwechselbar valencianisch. Für den Moment: Jamón an der Theke, Oliven, frisches Obst. Frischen Fisch und Fleisch lässt du besser stehen, wenn du keine Küche in der Unterkunft hast.

Wo isst man am besten im oder am Markt?

In der Halle selbst gibt es eine Gastrobar, an der du im Stehen zwischen den Ständen isst. Das ist die beste Kombination aus Qualität und Atmosphäre. Rund um den Markt reihen sich Terrassen mit Blick auf die Lonja, die schön gelegen, aber touristisch und teurer sind. Für echte Küche gehst du besser ein paar Gassen weiter ins Viertel.

Wie viel Zeit sollte man für den Mercado Central einplanen?

Eine halbe Stunde reicht für die Halle und einen Blick auf die Kuppeln. Mit einem Schinkenteller an der Gastrobar und einem Einkauf am Gewürzstand wird eine gute Stunde daraus. Weil die Lonja direkt gegenüber liegt, planst du beide zusammen als kompakten Vormittagsblock.