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Kathedrale von Valencia & Miguelete

Die Kathedrale von Valencia steht auf einem Platz, den schon Römer und Mauren bebaut haben: erst Tempel, dann Moschee, ab dem 13. Jahrhundert Kirche. Herausgekommen ist ein Bau mit drei völlig verschiedenen Portalen, einem achteckigen Glockenturm und einer Kapelle, in der ein Achatkelch steht, den die katholische Kirche für den Heiligen Gral hält.

Der Besuch ist kompakt: In gut einer Stunde hast du Kirche, Kelch und die beiden Goya-Gemälde gesehen. Wer den Miguelete besteigt, rechnet eine halbe Stunde und 207 Stufen dazu.

Kathedrale von Valencia & Miguelete
Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Bauzeitab 1262, überwiegend 13. bis 15. Jahrhundert
  • StileRomanik, Gotik und Barock an drei Portalen
  • Berühmt fürKapelle des Heiligen Kelchs, zwei Goya-Gemälde
  • Migueleteachteckiger Glockenturm, 207 Stufen
  • Besuchsdauer45 bis 60 Minuten, mit Turm rund 90 Minuten

Lohnt sich die Kathedrale von Valencia wirklich?

Ja, wenn du in Valencia genau eine Innenbesichtigung machst und dich Geschichten interessieren. Der Achatkelch in der Kapelle des Santo Cáliz ist die berühmteste Grals-Kandidatin der Welt, und der Raum, in dem er steht, ist der schönste des Hauses. Dazu kommen zwei Goyas, die kaum jemand erwartet.

Nein, wenn du Kirchen von innen anstrengend findest. Die Kathedrale ist nicht so spektakulär wie Sevilla oder Toledo, und der Innenraum wurde im 18. Jahrhundert barock überformt. Dann läufst du außen um die drei Portale herum, das ist kostenlos und erzählt fast dieselbe Geschichte.

Was du hier siehst

Am schnellsten verstehst du den Bau, wenn du einmal außen herumgehst. Zur Plaza de la Virgen zeigt die gotische Puerta de los Apóstoles mit Figurenreihen und großer Fensterrose. Zur Plaza de la Reina schwingt die barocke Puerta de los Hierros wie eine Theaterfassade nach außen. An der Seite versteckt sich die romanische Puerta del Palau, das älteste Stück, mit Köpfen von sieben Ehepaaren im Bogen, die der Legende nach Siedler aus Lleida darstellen.

Innen ist die Kirche schlichter, als die Fassaden vermuten lassen. Das gotische Schiff wurde barock verkleidet und später in Teilen wieder freigelegt. Genau diese Brüche machen den Bau interessant: Du siehst, wie sich Valencia über Jahrhunderte immer wieder neu erfunden hat.

Der Rundgang

1 Die drei Portale von außen

Beginne draußen und geh einmal komplett um die Kathedrale. Romanisch, gotisch, barock, drei Epochen an einem Gebäude. Das kostet nichts und dauert 10 Minuten.

2 Kapelle des Heiligen Kelchs

Im ehemaligen Kapitelsaal steht auf dem Altar ein kleiner Becher aus rötlichem Achat, gefasst in einen mittelalterlichen Fuß aus Gold und Alabaster. Die Schale wird von Fachleuten auf die Zeit um Christi Geburt datiert und stammt aus dem Nahen Osten. Der Raum mit seinen Alabasterreliefs und dem Sterngewölbe ist der schönste des Hauses. 15 Minuten.

3 Hauptschiff, Museum und die Goyas

Der Audioguide führt dich durch Kapellenkranz und Museum. In der Capilla de San Francisco de Borja hängen zwei Gemälde von Francisco de Goya, eines davon eine Sterbeszene mit Dämonen, deutlich düsterer als erwartet. 20 Minuten.

4 Aufstieg auf den Miguelete

Der achteckige Glockenturm heißt auf Valencianisch Micalet. 207 Stufen führen über eine enge, dunkle Wendeltreppe ohne Ausweichmöglichkeit nach oben, du gehst im Gänsemarsch. Oben stehst du zwischen den Glocken mit Rundumblick über die Altstadtdächer bis zur Ciudad de las Artes und zum Meer. 30 Minuten mit Warten.

Gut zu wissen: Donnerstags gegen zwölf Uhr mittags tritt vor der Puerta de los Apóstoles das Tribunal de las Aguas zusammen. Acht Bauern in schwarzen Kitteln entscheiden mündlich über Streit an den Bewässerungskanälen. Oft dauert das nur Minuten, es ist aber eines der ältesten arbeitenden Gerichte Europas und immaterielles UNESCO-Erbe.

Das übersehen die meisten

Die Ehepaar-Köpfe an der romanischen Puerta del Palau. Sie sitzen im Bogen, sind leicht zu übersehen und gehören zum ältesten Teil des Baus.

Die beiden Goyas. Sie sind nicht groß ausgeschildert, aber im Audioguide enthalten. Frag notfalls am Eingang nach der Kapelle.

Die Basilika der Virgen de los Desamparados nebenan, über einen Bogen mit der Kathedrale verbunden. Der Eintritt ist frei, und der Blick in die ovale Kuppel lohnt die zwei Minuten.

Was oft schiefgeht

Den Turm mit Kinderwagen oder Platzangst versuchen. Die Treppe ist eng, dunkel und ohne Umkehrmöglichkeit auf halber Strecke.

Zur Messe zum Besichtigen kommen. Dann ruht der Rundgang, Museum und Kelchkapelle bleiben zu.

Erst am Nachmittag zum Wassergericht kommen. Es tagt donnerstags gegen zwölf, und wer zehn Minuten zu spät ist, hat es verpasst.

Tickets: Der Eintritt wird zusammen mit dem Audioguide verkauft, der Turm hat ein eigenes Ticket. Reservieren musst du nichts. An vollen Tagen bildet sich am Turm eine Schlange, weil oben nur wenige Menschen gleichzeitig Platz haben.

Zur offiziellen Website

Wann du hingehen solltest

Früh am Vormittag ist es innen am ruhigsten. Für den Turm ist der späte Nachmittag besser: Dann leuchten die Dächer warm, und die Sonne blendet nicht mehr direkt. Donnerstags planst du den Besuch um zwölf Uhr herum, wegen des Wassergerichts.

Im Hochsommer ist der Innenraum kühl, der Turm dagegen heiß.

Danach: was in der Nähe liegt

Plaza de la Virgen, direkt hinter der Kathedrale, 1 Minute. Der schönste Platz der Altstadt mit Turia-Brunnen und Basilika.

Lonja de la Seda, 5 Gehminuten. Die gotische Seidenbörse und UNESCO-Welterbe, siehe La Lonja de la Seda.

Mercado Central, 5 Gehminuten. Die Jugendstil-Markthalle gegenüber der Lonja, siehe Mercado Central.

Barrio del Carmen, beginnt direkt hinter der Basilika. Street Art am Tag, Bars am Abend, siehe Barrio del Carmen. Alle weiteren Ziele stehen unter den Sehenswürdigkeiten in Valencia.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAm vollsten ist es zwischen elf und eins. Geh in dieser Zeit erst in die Basilika nebenan und komm später zurück, dann stehst du am Turm nicht in der Schlange.
  • Wenn es regnetEin perfektes Regenziel, denn fast alles liegt drinnen. Nur die Turmplattform ist offen, bei Nässe sind die Stufen dort rutschig.
  • Mit KindernDer Kelch interessiert Kinder wenig, der Turm dafür umso mehr. Kleine Kinder trägst du auf der engen Wendeltreppe besser nicht.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Kirchenraum ist ebenerdig und gut zugänglich. Der Miguelete hat 207 Stufen auf einer engen Wendeltreppe ohne Aufzug und ohne Ausweichmöglichkeit.

Häufige Fragen

Ist der Heilige Gral in Valencia echt?

Beweisen lässt sich das nicht. Sicher ist: Die Achatschale wird von Fachleuten auf die Zeit um Christi Geburt datiert und stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum, der Fuß mit Gold und Perlen ist mittelalterlich. Die katholische Kirche behandelt sie als echte Reliquie, mehrere Päpste haben mit ihr die Messe gefeiert. Als Objekt und als Geschichte ist sie in jedem Fall sehenswert.

Lohnt sich der Aufstieg auf den Miguelete?

Ja, wenn du fit bist und keine Platzangst hast. 207 Stufen auf einer engen Wendeltreppe ohne Aufzug sind kein Spaziergang, aber der Rundumblick über die Altstadtdächer bis zur Ciudad de las Artes und zum Meer ist der beste Ausblick im Zentrum. Am schönsten am späten Nachmittag. Wer den Aufstieg scheut, bekommt einen ähnlichen Blick von den Torres de Serranos.

Wie viel Zeit braucht man für die Kathedrale?

Für Kirche, Kelchkapelle, Museum und die beiden Goyas reichen 45 bis 60 Minuten mit Audioguide. Kommt der Turm dazu, rechne mit einer weiteren halben Stunde inklusive Warten. Wer zusätzlich einen Blick in die Basilika nebenan wirft, ist bei rund anderthalb Stunden. Damit passt der Besuch gut in einen Altstadtvormittag.

Wann tagt das Wassergericht?

Jeden Donnerstag um zwölf Uhr mittags vor der Puerta de los Apóstoles an der Plaza de la Virgen. Die Sitzung ist öffentlich, findet auf Valencianisch statt und dauert oft nur wenige Minuten, manchmal gibt es gar keinen Fall. Trotzdem sehenswert: Es ist eines der ältesten kontinuierlich arbeitenden Gerichte Europas und UNESCO-Kulturerbe. Sei zehn Minuten vorher da.

Kann man die Kathedrale kostenlos besichtigen?

Zum Gottesdienst ja, dann ist der Zugang für Gläubige offen, allerdings ohne Rundgang durch Museum und Kelchkapelle und ohne Fotografieren. Für die eigentliche Besichtigung mit Audioguide zahlst du Eintritt, der Turm kostet separat. Die Basilika nebenan lässt sich ohne Ticket betreten und ist ein schöner kostenloser Ersatz, wenn du sparen willst.