Auf einen Blick
- Längerund 9 Kilometer
- Entstehungab den 1980er Jahren im alten Flussbett
- AnlassFlutkatastrophe vom Oktober 1957
- Brücken18 Übergänge aus acht Jahrhunderten
- Beste FortbewegungFahrrad, komplett ampelfrei
Lohnt sich der Turia-Park wirklich?
Ja, und zwar nicht als Sehenswürdigkeit, sondern als Werkzeug. Der Park ist die praktischste Verbindung der Stadt: neun Kilometer ohne eine einzige Ampel, ohne Autos, mit Anschluss an Bioparc, Ciudad de las Artes und Strand. Wer sich hier ein Rad mietet, spart jeden Tag Zeit.
Als reines Spazierziel ist er weniger spektakulär als sein Ruf: Abschnitte mit Sportplätzen und viel Beton, kein Ziergarten, sondern ein langer grüner Korridor.
Was du hier siehst
Im Oktober 1957 trat der Turia über die Ufer und setzte große Teile Valencias meterhoch unter Wasser. Die Antwort war radikal: Der Fluss wurde in einem neuen Bett südlich um die Stadt herumgeführt, das alte Bett fiel trocken. In den 1970er Jahren sollte darin eine Stadtautobahn entstehen. Dagegen formierte sich einer der erfolgreichsten Bürgerproteste der spanischen Nachkriegszeit, und die Valencianer bekamen recht.
Seit den 1980er Jahren wurde Abschnitt für Abschnitt bepflanzt und gestaltet, unter anderem mit Beteiligung des Architekten Ricardo Bofill. Der Park wechselt deshalb alle paar Hundert Meter den Charakter: hier ein formaler Garten, dort ein Fußballfeld, dann ein Palmenhain.
Das eigentliche Schauspiel liegt über dir. Achtzehn Brücken überqueren den Park, und sie sind ein Architekturkatalog aus acht Jahrhunderten: die steinerne Puente de Serranos aus dem 16. Jahrhundert, die Puente del Real mit ihren Heiligenfiguren, die weiße Peineta von Calatrava und ganz im Osten die Schrägseilbrücke Assut de l’Or.
Der Rundgang
Fahr von West nach Ost, dann endest du an der spektakulärsten Stelle. Mit dem Rad brauchst du für die gesamte Strecke rund 40 Minuten ohne Stopps.
1 Parque de Cabecera und Bioparc
Der westliche Anfang: künstlicher See mit Tretbooten, Aussichtshügel und daneben der Bioparc. Der grünste Abschnitt des Parks. 30 Minuten.
2 Sportabschnitt und Palmenhain
Fußball, Rugby, Laufbahnen, dazwischen Palmen in Reihen. Hier siehst du, wofür die Valencianer den Park nutzen. 10 Minuten.
3 Torres de Serranos und Altstadtrand
Der zentrale Einstieg. Über dir die Torres de Serranos, am Ufer das Museo de Bellas Artes mit freiem Eintritt. Guter Punkt zum Ein- oder Aussteigen. 20 Minuten.
4 Palau de la Música und Gulliver
Die Glaskuppel des Konzerthauses mit Fontänen davor, gleich daneben Gulliver: eine über 70 Meter lange Figur des gestrandeten Riesen, festgebunden von den Liliputanern. Kinder klettern über Arme und Beine und rutschen durch Haarsträhnen. Der Zugang ist frei. 45 Minuten mit Kindern.
5 Ciudad de las Artes
Das Ostende, an dem die weißen Bauten von Calatrava direkt im Flussbett stehen. Von hier sind es weitere 20 Radminuten bis zu den Stränden. Siehe Ciudad de las Artes y las Ciencias.
Tipp: Miete ein Rad für einen ganzen Tag statt für eine Stunde. Neun Kilometer ohne Ampel, unter Brücken hindurch, am Ende Calatravas weiße Bauten und dann weiter bis zum Meer. Das ist die schönste Stunde, die du in Valencia verbringen kannst.
Das übersehen die meisten
Die Brücken von unten. Der Blick von der Parksohle auf Pfeiler und Bögen ist der interessantere.
Der Rosengarten und die formalen Abschnitte um den Palau de la Música. Sie liegen abseits des Radwegs.
Der Parque de Cabecera ganz im Westen. Er ist der landschaftlich schönste Teil und wird von fast allen ausgelassen, weil er am weitesten weg ist.
Typische Fehler
Zu Fuß die ganze Strecke gehen wollen. Neun Kilometer sind zwei Stunden ohne Pause, und der Reiz nutzt sich ab. Nimm ein Rad.
Mittags im Sommer zu Gulliver gehen. Der Beton heizt sich auf, Schatten gibt es kaum. Später Nachmittag ist perfekt.
Auf dem Fußweg radeln. Rad- und Fußweg sind meist getrennt markiert, morgens und abends ist viel Laufverkehr unterwegs.
Tickets: Für den Park zahlst du nichts, er ist öffentlicher Raum, und der Gulliver-Spielplatz ist ebenfalls kostenlos. Eintritt kostet nur, was am Rand liegt: Bioparc im Westen sowie Wissenschaftsmuseum, Hemisfèric und Oceanogràfic im Osten.
Wann du hingehen solltest
Früh am Morgen gehört der Park den Läufern, das Licht ist weich und es ist angenehm kühl. Am späten Nachmittag füllt er sich mit Familien, das ist die lebendigste Zeit und die beste für Gulliver.
Im Hochsommer meidest du die Mittagsstunden, es gibt lange Abschnitte ohne Schatten. Im Winter ist der Park an sonnigen Tagen ideal, weil das Flussbett windgeschützt liegt.
Danach: was in der Nähe liegt
Torres de Serranos, direkt am Nordrand der Altstadt. Aufstieg mit Panorama, siehe Torres de Serranos.
Museo de Bellas Artes, am Nordufer, freier Eintritt. Die beste Regen-Alternative direkt am Park.
Ciudad de las Artes, am Ostende, 20 Radminuten vom Zentrum.
Bioparc, am Westende, ebenfalls 20 Radminuten. Wie du dich sonst durch die Stadt bewegst, steht im Guide Verkehr in Valencia, alle Ziele unter Valencia Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istSelbst an vollen Tagen verteilt sich alles auf neun Kilometer. Voll ist nur der Abschnitt am Gulliver-Spielplatz, dort weichst du nach Westen aus.
- Wenn es regnetBei Regen liegt der Park teils unter Wasser und die Wege sind rutschig. Dann nimmst du das Museo de Bellas Artes am Parkrand, der Eintritt ist frei.
- Mit KindernDer Gulliver-Spielplatz ist der beste Gratis-Programmpunkt der Stadt. Dazu Wiesen, Brunnen und Tretboote im Parque de Cabecera im Westen.
- Mit eingeschränkter MobilitätDer Grund des Flussbetts ist eben und durchgehend befahrbar. Rampen führen von fast jeder Brücke hinunter, an einigen Stellen gibt es nur Treppen.
Häufige Fragen
Wie lang ist der Turia-Park?
Rund neun Kilometer, vom Parque de Cabecera im Westen bis zur Ciudad de las Artes im Osten. Zu Fuß brauchst du für die gesamte Strecke etwa zwei Stunden, mit dem Rad rund 40 Minuten ohne Stopps. Achtzehn Brücken überqueren den Park, sodass du an fast jedem Punkt einsteigen und aussteigen kannst.
Warum gibt es im Turia-Park keinen Fluss mehr?
Nach der schweren Überschwemmung im Oktober 1957 wurde der Turia in einem neuen Bett südlich um die Stadt herumgeleitet. Das alte Flussbett fiel trocken. Statt der geplanten Stadtautobahn setzten die Valencianer nach jahrelangem Protest einen durchgehenden Park durch, der ab den 1980er Jahren abschnittsweise angelegt wurde.
Ist der Gulliver-Spielplatz kostenlos?
Ja, der Zugang ist frei. Die über 70 Meter lange Figur liegt im Park auf Höhe des Palau de la Música, Kinder klettern und rutschen über den ganzen Körper. Im Sommer solltest du die Mittagshitze meiden, weil die Oberflächen sich stark aufheizen und Schatten knapp ist. Am angenehmsten ist der späte Nachmittag.
Kann man den Turia-Park mit dem Rad fahren?
Ja, und das ist die beste Art, ihn zu erleben. Ein durchgehender Radweg führt ampelfrei durch den gesamten Park, mit Anschluss zum Bioparc im Westen, zur Ciudad de las Artes im Osten und weiter zum Strand. Leihräder bekommst du in der Altstadt, für ein bis zwei Tage ist ein Mietrad praktischer als das städtische Leihsystem.
Was gibt es im Turia-Park zu sehen?
Den Parque de Cabecera mit See und Tretbooten, den Bioparc, Sportfelder, Palmenhaine, Rosengärten, den Palau de la Música mit seinen Fontänen, den Gulliver-Spielplatz und achtzehn Brücken aus acht Jahrhunderten. Am Ostende steht die Ciudad de las Artes y las Ciencias, die selbst im alten Flussbett gebaut wurde.






