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Torres de Serranos

Die Torres de Serranos sind das prächtigste erhaltene Stadttor Valencias: zwei wuchtige gotische Türme aus dem 14. Jahrhundert, die einst den Weg nach Norden bewachten. Heute steigst du über steile Steintreppen auf die Plattformen und bekommst eines der besten Panoramen über die Altstadt und den Turia-Park.

Der Besuch dauert kaum eine Stunde, kostet wenig und lohnt sich fast immer, besonders am späten Nachmittag, wenn die tiefe Sonne die Dächer der Altstadt färbt.

Torres de Serranos
Foto: Dan from Brussels, Europe, CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionComunitat Valenciana
  • Erbaut1392 bis 1398, Baumeister Pere Balaguer
  • Frühere FunktionStadttor, später Gefängnis für Adelige
  • Dauer des Besuchs30 bis 45 Minuten
  • LageNordrand der Altstadt, am Barrio del Carmen
  • BesonderheitHier wird jedes Jahr die Fallas-Saison eröffnet

Lohnen sich die Torres de Serranos wirklich?

Ja, und zwar als eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse der Stadt. Für wenig Geld und eine halbe Stunde bekommst du den Blick, für den du anderswo in eine Schlange stehst. Wenn du in Valencia nur einen Aussichtspunkt mitnimmst, ist das hier der unkomplizierteste.

Wer schlecht zu Fuß ist, lässt es. Es gibt keinen Aufzug, die Stufen sind ausgetreten und stellenweise unregelmäßig. Und wer bereits den Miguelete bestiegen hat, bekommt hier ein ähnliches Bild aus niedrigerer Höhe.

Was du hier siehst

Valencia war im Mittelalter eine der reichsten Städte am Mittelmeer, und die Torres de Serranos waren ihr Haupttor. Gebaut wurden sie zwischen 1392 und 1398 nach Plänen von Pere Balaguer, als repräsentativer Eingang der Stadtmauer: Hier zogen Könige und Gesandte ein, hier starteten Prozessionen. Als die Mauer 1865 fiel, blieben nur wenige Teile stehen, darunter dieses Tor und die Torres de Quart im Westen.

Kurios ist die Nutzungsgeschichte. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert dienten die Türme als Gefängnis für Adelige. Genau das hat sie gerettet, denn ein genutztes Gebäude riss niemand ab.

Der Bau ist ein Musterbeispiel valencianischer Gotik: zwei polygonale Türme aus hellem Kalkstein, dazwischen der Torbogen, außen Zinnen und schmale Schießscharten. Alles daran sollte gleichzeitig verteidigen und beeindrucken, und der repräsentative Teil hat deutlich gewonnen.

Innen führen steile Treppen über mehrere Ebenen bis auf die oberste Plattform. Oben stehst du über den Dächern: vor dir der Miguelete der Kathedrale, unter dir die Brücken über das alte Flussbett, dahinter das Grün des Parks und im Osten die weißen Formen der Ciudad de las Artes.

Das übersehen die meisten

Die offene Rückseite. Zur Stadt hin sind die Türme absichtlich ohne Mauer gebaut, damit ein Feind das Tor nie gegen die eigene Stadt verwenden konnte. Von den Brücken aus siehst du die offenen Gewölbeebenen, ein dankbares Motiv am Abend, wenn das Tor beleuchtet ist.

Die Zwischenebenen. Viele hasten nach oben durch. Auf halber Höhe gibt es Fenster mit Blick genau auf die Gasse, die früher kontrolliert wurde.

Das Casa-Museo Benlliure schräg gegenüber an der Calle Blanquerías, ein stilles Künstlerhaus mit Garten und Atelier.

Der Abstieg in den Turia-Park direkt daneben. Von hier startet die schönste Radstrecke der Stadt.

Tipp: Komm in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Das Licht ist dann am schönsten, und danach schlenderst du direkt weiter ins Barrio del Carmen zum Abendessen.

Typische Fehler

Mit Kinderwagen anrücken. Er bleibt unten, es gibt keinen Aufzug.

Mittags kommen. Das Licht ist flach, die Dächer wirken grau und es gibt oben keinen Schatten.

Den Termin der Crida verpassen. Ende Februar eröffnet die Fallera Mayor von den Zinnen aus mit der Crida die Fallas. Zehntausende drängen sich dann auf den Brücken, dazu gibt es Licht- und Pyroshows. Wenn du zu dieser Zeit in Valencia bist, plane den Abend fest ein und sei früh da.

Tickets: Der Eintritt ist günstig, Tickets gibt es direkt am Eingang, Schlangen sind selten. Aktuelle Infos zu Zeiten und freien Tagen findest du auf der offiziellen Tourismus-Website von Valencia.

Zur offiziellen Website

Wann du hingehen solltest

Später Nachmittag bis Sonnenuntergang, das ist die klare Empfehlung. Dann leuchten die Ziegeldächer warm, und du hast anschließend den Abend im Carmen vor dir. Am Vormittag ist es leerer, das Licht aber härter.

Ende Februar steht das Tor im Zentrum der ganzen Stadt, weil hier die Fallas eröffnet werden. In diesen Tagen ist der Aufstieg zeitweise gesperrt.

Danach: was in der Nähe liegt

Casa-Museo Benlliure, direkt gegenüber, 2 Minuten. Künstlerhaus mit Garten und Atelier.

Barrio del Carmen, beginnt an der Südseite des Tors. Street Art und Bars.

Plaza de la Virgen, 5 Gehminuten nach Süden, siehe Plaza de la Virgen.

Museo de Bellas Artes, 10 Gehminuten über die Brücke, freier Eintritt, siehe Museo de Bellas Artes. Alle weiteren Ziele stehen unter Valencia Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll ist es selten, nur in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang wird es oben eng. Dann weichst du auf den Miguelete an der Kathedrale aus.
  • Wenn es regnetDie Plattformen liegen offen und die Stufen werden rutschig. Bei Regen gehst du stattdessen ins Casa-Museo Benlliure gegenüber.
  • Mit KindernEin sicherer Treffer, weil man klettern und hinunterschauen darf. Behalte kleinere Kinder oben im Blick, die Plattformen sind weitläufig.
  • Mit eingeschränkter MobilitätNicht barrierefrei. Steile, teils unregelmäßige Steintreppen ohne Aufzug, Kinderwagen bleiben unten.

Häufige Fragen

Kann man die Torres de Serranos besteigen?

Ja, genau das ist der Hauptgrund für den Besuch. Über Steintreppen geht es auf mehrere Terrassen und bis auf die oberste Plattform. Von dort blickst du über die Altstadt, den Miguelete und das grüne Turia-Flussbett. Die Treppen sind steil und stellenweise unregelmäßig, mit normaler Fitness ist der Aufstieg aber gut machbar.

Wie lange dauert ein Besuch der Torres de Serranos?

Plane 30 bis 45 Minuten ein: Aufstieg, ein paar Runden über die Plattformen, Fotos, Abstieg. Die Türme sind kein Museum mit Ausstellung, sondern ein begehbares Monument. Genau deshalb lassen sie sich perfekt mit dem Barrio del Carmen oder der Plaza de la Virgen zu einem halben Altstadt-Tag kombinieren.

Was ist die Crida an den Torres de Serranos?

Die Crida ist die offizielle Eröffnung der Fallas, Valencias großem Frühlingsfest. Ende Februar ruft die Fallera Mayor von den Türmen aus die Stadt und alle Besucher zum Feiern auf, begleitet von Musik, Licht und Feuerwerk. Die Plätze rund um das Tor und die Brücken davor füllen sich Stunden vorher.

Warum sind die Türme zur Stadtseite hin offen?

Die Rückseite wurde bewusst offen gebaut. Falls Angreifer oder aufständische Truppen das Tor einnehmen sollten, hätten sie dort keine geschützte Festung gegen die eigene Stadt gehabt. Nebeneffekt für dich heute: Von den Brücken aus siehst du die offenen Gewölbeebenen, ein dankbares Fotomotiv am Abend, wenn das Tor beleuchtet ist.

Lohnen sich die Torres de Serranos mit Kindern?

Ja, für die meisten Kinder ist das Tor spannender als ein Museum: Treppen, Zinnen, Ausblicke und Ritterburg-Gefühl. Behalte kleinere Kinder oben im Blick, die Plattformen sind zwar gesichert, aber weitläufig. Der Besuch ist kurz genug, um keine Geduld zu strapazieren.