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Ciudad de las Artes y las Ciencias

Die Ciudad de las Artes y las Ciencias ist das moderne Wahrzeichen Valencias: ein Ensemble aus weißen Beton- und Glasbauten, das Santiago Calatrava im trockengelegten Flussbett des Turia hochgezogen hat. Auge, Walskelett, Federhelm, Palmenhaus, dazu flache Becken, in denen sich alles doppelt.

Der wichtigste Satz vorweg: Über das Gelände zu laufen kostet nichts. Bezahlt wird nur für die Gebäude, in die du hineingehst. Hier steht, welche das sind, wie du den Rundgang aufbaust und wann du für die Fotos kommst.

Ciudad de las Artes y las Ciencias
Foto: Diego Delso, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • ArchitektenSantiago Calatrava und Félix Candela
  • Bauzeit1996 bis 2009
  • LageÖstliches Ende des Turia-Parks
  • GebäudeHemisfèric, Museu de les Ciències, Umbracle, Oceanogràfic, Palau de les Arts, Àgora
  • Besuchsdauer90 Minuten außen, mit Museen ein ganzer Tag
  • AnreiseRund 20 Radminuten durch den Turia-Park

Lohnt sich die Ciudad de las Artes wirklich?

Ja, aber nicht für alle auf dieselbe Weise. Wenn du Architektur magst, ist das der stärkste Ort der Stadt. Kaum irgendwo in Europa steht ein so großes Ensemble, das ein einziger Architekt so konsequent durchgezogen hat. Für Fotografen ist der Besuch ohnehin gesetzt.

Wenn du wegen enger Gassen und alter Steine nach Spanien fährst, wirst du das Gelände kühl finden. Kein Verkehr, keine Wohnhäuser, kein zufälliges Leben. Das ist kein Fehler der Anlage, sondern ihre Absicht. In dem Fall läufst du einmal hindurch, machst deine Bilder und sparst dir die Eintritte komplett.

Mit Kindern sieht die Rechnung anders aus. Oceanogràfic und Wissenschaftsmuseum tragen zusammen einen ganzen Familientag, und beide liegen fünf Gehminuten auseinander. Ohne Kinder brauchst du selten mehr als eines der beiden Häuser, oft gar keines.

Was du hier siehst

Das Gelände zieht sich über gut anderthalb Kilometer durch das alte Flussbett und wirkt eher wie ein begehbares Modell als wie ein Stadtviertel: weiße Rippen, gebrochene Keramik im Stil des trencadís, Palmen in Reih und Glied, große flache Becken. Gebaut wurde von 1996 bis 2009, entworfen hat es Santiago Calatrava, das Oceanogràfic stammt von Félix Candela.

Im Westen beginnt es mit dem Palau de les Arts, der Oper unter ihrem stählernen Federhelm. Dann folgen das linsenförmige Hemisfèric, das Wissenschaftsmuseum mit Streben wie ein gestrandetes Walskelett und das Umbracle, ein offenes Bogendach über einem Garten. Hinter der weißen Schrägseilbrücke Assut de l’Or liegen die Kuppeln des Oceanogràfic und die Àgora.

Und dann ist da das Wasser. Die Becken sind flach, dunkel gefliest und genau so gesetzt, dass sich die Bauten vollständig darin spiegeln. Steht die Luft still, ergänzt die Spiegelung die halbe Linse des Hemisfèric zum kompletten Auge. Deshalb sieht dieses Gelände auf Fotos besser aus als fast jede andere moderne Anlage Spaniens.

Beim Geld gilt eine einfache Regel: Alles im Freien ist gratis, alles unter einem Dach kostet.

Gebäude Eintritt
Außengelände, Becken, Brücken frei
L’Umbracle mit Skulpturenweg frei
Museu de les Ciències Ticket
L’Hemisfèric Ticket pro Vorstellung
L’Oceanogràfic eigenes Ticket
Palau de les Arts nur mit Veranstaltung oder Führung
Àgora mit CaixaForum je nach Ausstellung

Der Rundgang

Die Anlage ist linear, du läufst sie in eine Richtung ab. Von der Altstadt kommst du im Westen an, vom Strand im Osten. Für die Runde ohne Innenbesuche brauchst du rund 90 Minuten.

1 Palau de les Arts

Die Oper ist der wuchtigste Bau der Anlage: ein Sockel aus Beton, darüber eine geschwungene Stahlhaube, die aussieht wie ein Helm mit Federbusch. Von innen siehst du sie nur mit Veranstaltung oder Führung. Umrunde sie stattdessen einmal, die Form ändert sich mit jedem Schritt. Rechne mit 10 Minuten.

2 L’Hemisfèric und das Spiegelbecken

Das Auge der Anlage: eine Halbkugel im Wasser, umgeben von einem Lid aus beweglichen Lamellen. Innen läuft Kuppelkino, außen entsteht das bekannteste Foto Valencias. Geh einmal um das ganze Becken herum, die Spiegelung stimmt nur von der Längsseite. 20 Minuten.

3 L’Umbracle

Der unterschätzteste Teil des Geländes. Von unten sieht der Bau aus wie ein Parkhaus, und er ist auch eines. Oben liegt aber ein offener Bogengang mit mediterranen Pflanzen und moderner Skulptur, frei zugänglich und mit dem besten Überblick über das gesamte Ensemble. 15 Minuten, mit Pause auch mehr.

4 Museu de les Ciències

Von außen das fotogenste Gebäude: eine lange Reihe weißer Betonstreben, die an ein Skelett erinnert. Von der Nordseite in der Flucht fotografiert ergibt das ein grafisches Muster ohne Himmel. Innen ist alles zum Anfassen und Ausprobieren gebaut. 15 Minuten außen, rund 2 Stunden innen.

5 Assut de l’Or und Àgora

Die weiße Schrägseilbrücke mit ihrem hohen Pylon ist der höchste Punkt der Stadt und gleichzeitig die beste Aussichtsplattform der Anlage: Von der Fahrbahn aus siehst du das ganze Ensemble in einer Linie. Daneben steht die Àgora, eine hohe Halle für Ausstellungen und Events. 15 Minuten.

6 L’Oceanogràfic

Ganz am Ende liegt das Oceanogràfic, das größte Aquarium Europas, mit dem geschwungenen Eingangsdach von Félix Candela. Das ist kein Anhängsel, sondern ein eigener Programmpunkt. Wenn du hinein willst, plane einen halben Tag und beginne damit, statt es hinten dranzuhängen.

Tickets: Kaufe vorab online, vor allem für das Oceanogràfic an Wochenenden und in Ferienzeiten. Du wählst dabei ein Zeitfenster, die Vormittage sind zuerst weg. Ab zwei Häusern ist ein Kombiticket fast immer günstiger als Einzelkarten, und es gilt in der Regel an aufeinanderfolgenden Tagen. Prüfe die Bedingungen beim Kauf.

Zur offiziellen Website

Das übersehen die meisten

Der Skulpturenweg auf dem Umbracle. Er kostet nichts, ist überdacht und liegt hoch genug, dass du die ganze Anlage auf einmal siehst. Die meisten laufen unten vorbei.

Die Oberflächen aus der Nähe. Was aus zehn Metern wie glattes Weiß wirkt, besteht aus tausenden gebrochenen Keramikscherben. Geh nah heran, dann verstehst du, wie viel Handarbeit in dem Ensemble steckt.

Die Nordseite des Hemisfèric. Fast alle fotografieren von Süden. Von der Nordkante des Beckens steht die Morgensonne im Rücken, und das Auge ist vollständig.

Der Blick zurück von der Brücke. Auf dem Weg zum Aquarium schauen alle nach vorn. Dreh dich auf der Assut de l’Or einmal um, das ist der beste Gesamtblick des Tages.

Die Àgora. Sie steht oft leer und wird kaum beachtet, ist aber der räumlich beeindruckendste Innenraum der Anlage, wenn gerade eine Ausstellung läuft.

Typische Fehler

Alles an einem Tag abarbeiten. Aquarium, Wissenschaftsmuseum und Kuppelkino zusammen sind für die meisten zu viel, besonders mit Kindern und im Hochsommer.

Mittags kommen. Hartes Licht auf weißen Flächen, kein Schatten, gekräuseltes Wasser und die volle Menge. Das ist die schwächste Stunde des Tages.

Glatte Sohlen tragen. Die Keramikflächen sind bei Nässe rutschig, und rund um die Becken wird regelmäßig gewässert.

Tipp: Fahr mit dem Rad her. Vom Zentrum aus rollst du durch den Turia-Park ohne eine einzige Ampel nach Osten und stehst nach etwa 20 Minuten vor der Oper. Zu Fuß dauert dieselbe Strecke gut eine Stunde, Bus und Metro sind mit Umsteigen kaum schneller.

Wann du hingehen solltest

Zweimal, wenn du kannst. Früh am Morgen liegt das Wasser still, das Gelände ist leer und die Spiegelungen sind perfekt. Zur blauen Stunde nach Sonnenuntergang geht die Beleuchtung an, während der Himmel noch Farbe hat, und die weißen Bauten leuchten von innen.

Im Sommer meidest du den Nachmittag, es gibt praktisch keinen Schatten. Im Winter steht die Sonne tief, das Licht ist den ganzen Tag brauchbar, und die Anlage ist angenehm leer. Bei Wind zerfällt die Spiegelung, dann lohnt eher ein Innenbesuch.

Danach: was in der Nähe liegt

Oceanogràfic, direkt am Ostende, keine Gehminute. Das größte Aquarium Europas und der beste Familienpunkt der Stadt.

Strände von Valencia, rund 20 Radminuten weiter nach Osten. Nach dem Beton tut Sand gut, alle Optionen stehen unter Strände in Valencia.

Mestalla, gut 25 Gehminuten nach Norden. Wenn Fußball dein Thema ist, passt das Mestalla-Stadion an denselben Tag.

Altstadt, 20 Radminuten nach Westen durch den Park. Zum Beispiel Mercado Central und Kathedrale, die komplette Liste findest du unter Valencia Sehenswürdigkeiten. Wie du dich sonst durch die Stadt bewegst, erklärt der Guide Verkehr in Valencia.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es nur an den Kassen, das Gelände selbst schluckt jede Menschenmenge. Weiche auf den erhöhten Weg des Umbracle aus, dort ist fast immer Platz.
  • Wenn es regnetFotografisch ist Regen hier ein Gewinn, weil überall neue Spiegelflächen entstehen. Für trockene Stunden gehst du ins Wissenschaftsmuseum oder ins Oceanogràfic.
  • Mit KindernDraußen viel Auslauf, aber wenig Schatten, und die nassen Keramikflächen sind rutschig. Drinnen ist das Wissenschaftsmuseum komplett zum Anfassen gebaut.
  • Mit eingeschränkter MobilitätBreite, ebene Wege ohne Steigung, fast alles stufenlos erreichbar. Nur auf den erhöhten Umbracle-Gang führen Treppen, den Rest umfährst du problemlos.

Häufige Fragen

Ist der Eintritt in die Ciudad de las Artes kostenlos?

Das Gelände ja. Du kannst zwischen den Gebäuden, an den Wasserbecken entlang und über die Brücken laufen, ohne etwas zu bezahlen, und auch das Umbracle mit seinem Skulpturenweg ist frei. Eintritt kostet nur der Innenbereich von Oceanogràfic, Wissenschaftsmuseum und Hemisfèric sowie Veranstaltungen in der Oper und Ausstellungen in der Àgora.

Wie viel Zeit sollte man für die Ciudad de las Artes einplanen?

Für den Rundgang von außen reichen 90 Minuten, mit vielen Fotostopps eher zwei Stunden. Kommt das Oceanogràfic dazu, rechne einen halben bis ganzen Tag zusätzlich. Wissenschaftsmuseum und Hemisfèric brauchen jeweils rund zwei Stunden. Alles an einem Tag ist möglich, aber anstrengend, besonders mit Kindern und im Hochsommer.

Welches Kombiticket lohnt sich?

Ab zwei Häusern ist ein Bündel fast immer günstiger als Einzelkarten, das Dreierticket ist pro Ziel am billigsten. Sinnvoll ist es aber nur, wenn du die Zeit wirklich hast. Mit Kindern ist die Kombination Oceanogràfic plus Wissenschaftsmuseum die beste Wahl, weil sich Tiere und Mitmachexperimente gut ergänzen. Kombitickets gelten oft an mehreren Tagen.

Wann ist die beste Zeit für Fotos?

Früh am Morgen für die Spiegelungen, weil das Wasser dann glatt und das Gelände leer ist. Und zur blauen Stunde nach Sonnenuntergang, wenn die Beleuchtung an ist und der Himmel noch Farbe hat. Die Mittagsstunden sind fotografisch am schwächsten: hartes Licht, weiße Flächen, überall Menschen im Bild.

Wie kommt man vom Zentrum zur Ciudad de las Artes?

Am schönsten mit dem Rad durch den Turia-Park, rund 20 Minuten ohne Ampel und ohne Autos. Zu Fuß dauert derselbe Weg etwa eine Stunde und ist gut schattiert. Es fahren auch Busse vom Zentrum, mit Warten und Umsteigen bist du damit kaum schneller. Vom Aquarium sind es weitere 20 Radminuten bis ans Meer.

Lohnt sich die Ciudad de las Artes ohne Museumsbesuch?

Ja. Der eigentliche Reiz liegt in der Architektur, und die siehst du komplett von draußen. Ein Rundgang mit Umbracle, Spiegelbecken und Brücke kostet nichts und liefert alle bekannten Motive. Die Museen sind eine Zugabe für Familien und für Regentage, kein Muss für den Besuch.