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Azkuna Zentroa (Alhóndiga)

Das Azkuna Zentroa, von den Bilbaínos bis heute Alhóndiga genannt, ist ein ehemaliges Weinlager von 1909, das Philippe Starck in ein Kultur- und Freizeitzentrum verwandelt hat. Im Atrium tragen 43 Säulen das Gebäude, keine gleicht der anderen, und über deinem Kopf schwimmen Menschen in einem Pool mit Glasboden.

Der Blick in die Halle kostet nichts, dauert eine halbe Stunde und gehört zu den überraschendsten Momenten in Bilbao. Für Regentage ist das Haus ohnehin die beste Adresse der Stadt.

Azkuna Zentroa (Alhóndiga)
Foto: Zarateman, CC0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionBaskenland
  • TypKultur- und Freizeitzentrum
  • GebäudeEhemaliges Weinlager von 1909
  • UmbauPhilippe Starck, eröffnet 2010
  • LageEnsanche, zwischen Moyúa und Indautxu
  • Besuchsdauer30 bis 60 Minuten

Lohnt sich das Azkuna Zentroa wirklich?

Ja, weil es dich nichts kostet und trotzdem hängen bleibt. Von außen erwartest du hinter der Backsteinfassade ein Lagerhaus. Drinnen stehst du in einer dunklen Halle, in der drei Baukörper auf 43 völlig verschiedenen Säulen ruhen, und über dir schwimmt jemand durch einen gläsernen Boden. Dieser Bruch zwischen außen und innen ist der ganze Punkt.

Wer nur zwei Tage in Bilbao hat, muss trotzdem nicht unbedingt hin. Es ist kein Museum, es gibt nichts zu besichtigen im klassischen Sinn, und nach einer halben Stunde hast du alles gesehen. Als Zwischenstopp auf dem Weg zwischen Guggenheim und Altstadt ist es dagegen fast konkurrenzlos.

Was du hier siehst

Die Alhóndiga wurde 1909 als städtisches Weinlager gebaut, ein Zweckbau aus Backstein für die Fässer der Stadt. Nach Jahrzehnten Leerstand stand sie vor dem Abriss. Stattdessen ließ Bilbao die historische Hülle stehen und beauftragte Philippe Starck mit dem Inneren. 2010 eröffnete das Zentrum, das heute nach dem früheren Bürgermeister Iñaki Azkuna benannt ist.

Das Erdgeschoss ist eine einzige große, halbdunkle Halle. Die 43 Säulen darin sind ein Katalog der Baugeschichte: römisch anmutende Schäfte, indische Motive, gedrehte Formen, strenge Blöcke, mal aus Stein, mal wie aus Guss. Entworfen hat sie ein Bühnenbildner, und genauso wirken sie, wie Kulissen für einen Film, der nie gedreht wurde.

Tipp: Lauf die Halle nicht einfach durch. Such dir fünf Säulen heraus, schau sie einzeln an und nimm die Bodenmuster davor mit. Erst dann merkst du, dass wirklich keine zwei gleich sind, und der Raum kippt vom Durchgang zur Sehenswürdigkeit.

Über der Halle liegen Kino, Bibliothek, Ausstellungsräume, Fitnessbereich und das Schwimmbad, dessen Boden aus Glas besteht. Wer unten steht und nach oben schaut, sieht die Schwimmer von unten durchs Wasser ziehen. Abends und am Wochenende funktioniert das Haus tatsächlich wie ein öffentliches Wohnzimmer: Studenten lernen an den Tischen, Familien kommen aus dem Kino, Ältere lesen Zeitung. Als Besucher mischst du dich einfach darunter.

Praktisch heißt das: Du gehst hinein, läufst langsam durch die Halle, schaust nach oben und nach unten, trinkst vielleicht einen Kaffee und gehst wieder. Niemand kontrolliert etwas, niemand erwartet etwas von dir. Genau diese Beiläufigkeit unterscheidet den Ort von jedem Museum der Stadt, und sie ist der Grund, warum Bilbao ihn so selbstverständlich nutzt.

Was viele Besucher verpassen

Der Blick nach oben in den Pool. Stell dich mittig unter das Becken. Von dort siehst du die Schwimmer durch den Glasboden. Das beste Foto der Anlage, und es kostet nichts.

Die Böden. Zwischen den Säulen liegen Muster aus Fliesen und Beton, die zum jeweiligen Stil der Säule passen. Kaum jemand schaut nach unten.

Die Mediathek. Im Obergeschoss liegt eine öffentliche Bibliothek mit Zeitschriften, in der du dich als Gast einfach hinsetzen darfst.

Die Fassade von der Seitenstraße. Erst dort siehst du, dass von 1909 wirklich nur die Hülle übrig ist. Innen ist alles neu.

Diese Fehler kannst du dir sparen

Nur die Fassade ansehen. Von außen ist der Bau unscheinbar. Wer nicht hineingeht, hat nichts gesehen.

Ein Ticket suchen. Für die Halle brauchst du keines, das gilt nur für Kino, Bad und Veranstaltungen.

Wann du hingehen solltest

Am Vormittag kurz nach der Öffnung ist die Halle fast leer und wirkt am stärksten. Am späten Nachmittag und abends ist mehr los, dafür siehst du das Haus so, wie die Stadt es nutzt. Bei Regen ist die Antwort ohnehin klar: Dann ist das hier der beste Ort in Bilbao, um trocken zu bleiben und trotzdem etwas zu erleben.

Tickets: Für Atrium und Erdgeschoss brauchst du kein Ticket, der Zugang ist frei. Schwimmbad, Kino und Veranstaltungen buchst du direkt beim Zentrum, die aktuellen Programme stehen online.

Zur offiziellen Website

Danach: was in der Nähe liegt

Das Zentrum liegt mitten im Ensanche, dem Viertel der Gründerzeit. Alles ringsum ist flach und in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Fünf Minuten nach Norden liegt die Plaza Moyúa mit dem Palacio de Chávarri, von dort sind es zehn weitere zum Museo de Bellas Artes und zum Guggenheim. Nach Osten läufst du in einer Viertelstunde zum Fluss und weiter in den Casco Viejo. Restaurants und Bars im Viertel findest du unter Essen und Trinken in Bilbao, alle weiteren Ziele in der Übersicht Bilbao Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es nur abends und am Wochenende, und dann ist es eher belebt als eng. Wer die Halle leer fotografieren will, kommt kurz nach der Öffnung am Vormittag.
  • Wenn es regnetDas ist der Klassiker: komplett überdacht, kostenlos, mit Café, Bibliothek und Sitzgelegenheiten. Bei Dauerregen kannst du hier problemlos zwei Stunden verbringen, ohne dich zu langweilen.
  • Mit KindernSehr gut. Die Halle ist groß, laut sein ist erlaubt, im Obergeschoss gibt es eine Mediathek mit Kinderbereich. Der Blick von unten in den Pool zieht bei Kindern zuverlässig.
  • Mit eingeschränkter MobilitätKomplett stufenfrei zugänglich, Aufzüge in alle Ebenen, breite Wege. Eine der einfachsten Adressen der Stadt für Rollstuhl und Kinderwagen.

Häufige Fragen

Lohnt sich das Azkuna Zentroa für Touristen?

Ja, als kurzer Stopp von 30 bis 60 Minuten. Die Halle mit den 43 unterschiedlichen Säulen und dem Schwimmbad mit Glasboden ist eine der originellsten Innenräume der Stadt, und der Zugang kostet nichts. Als eigenes Tagesziel taugt das Zentrum nicht, als Zwischenstopp zwischen Ensanche und Guggenheim schon.

Kann man im Azkuna Zentroa schwimmen?

Ja, im Obergeschoss gibt es ein Schwimmbad mit dem berühmten Glasboden, das auch Besuchern offensteht. Du brauchst dafür ein eigenes Ticket und Badezeug, Badekappe ist in spanischen Hallenbädern meist Pflicht. Die meisten Reisenden schauen sich das Becken lieber von unten an, dafür musst du nichts bezahlen.

Was bedeutet der Name Alhóndiga?

Alhóndiga bezeichnet ein städtisches Lagerhaus für Waren, in diesem Fall für Wein. Das Wort stammt aus dem Arabischen und findet sich in vielen spanischen Städten. Offiziell heißt das Haus seit 2015 Azkuna Zentroa, nach dem früheren Bürgermeister Iñaki Azkuna. Im Alltag sagen die Bilbaínos weiter Alhóndiga.

Wie viel Zeit sollte man für das Azkuna Zentroa einplanen?

Für Halle, Säulen und den Blick in den Pool reichen 30 Minuten. Wer einen Kaffee trinkt, in die Mediathek schaut oder eine Ausstellung mitnimmt, bleibt eine Stunde oder länger. An Regentagen wird daraus schnell mehr, weil das Haus ein angenehmer Ort zum Sitzen und Warten ist.

Ist das Azkuna Zentroa bei Regen eine gute Option?

Eine der besten. Alles ist überdacht, der Zugang kostenlos, es gibt Cafés, Sitzgelegenheiten, eine Bibliothek und wechselnde Ausstellungen. Weil Bilbao häufig Regen abbekommt, ist das Haus für Einheimische wie Besucher der klassische Rückzugsort, wenn draußen der Sirimiri einsetzt.