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Plaza de la Virgen

Die Plaza de la Virgen ist das Herz der Altstadt von Valencia: ein heller, autofreier Platz zwischen Kathedrale, Basilika und dem Palast der Generalitat, genau dort, wo schon die Römer ihr Forum hatten. Tauben, Cafés, Glockengeläut, abends warmes Licht auf hellem Stein.

Hierher kommst du sowieso, die Frage ist nur wann. Die beste Antwort: donnerstags gegen Mittag, wenn das Wassertribunal tagt, oder am Abend, wenn der Brunnen beleuchtet ist.

Plaza de la Virgen
Foto: Mihael Grmek, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionComunitat Valenciana
  • UrsprungStandort des römischen Forums von Valentia
  • HighlightsTuria-Brunnen, Basilika, Wassertribunal
  • UNESCOWassertribunal, immaterielles Kulturerbe
  • Dauer des Besuchs30 bis 60 Minuten
  • LageAltstadt, direkt hinter der Kathedrale

Lohnt sich die Plaza de la Virgen wirklich?

Ja, aber nicht als Ziel, sondern als Anker. Du wirst mehrfach hier vorbeikommen, weil Kathedrale, Basilika und die Gassen des Barrio del Carmen direkt anschließen. Setz dich einmal bewusst hin, statt nur durchzulaufen.

Wer sich einen spektakulären Platz erhofft, sollte die Erwartung anpassen: Er ist mittelgroß, hell und ruhig, kein Prunkplatz. Der Reiz liegt im Alltag, der hier stattfindet, und im Licht am Abend.

Was du hier siehst

Unter deinen Füßen liegt römische Stadtgeschichte. Hier stand das Forum der Kolonie Valentia, gegründet im 2. Jahrhundert vor Christus, und die Achsen der Altstadt folgen bis heute grob dem römischen Raster. Oberirdisch siehst du davon nichts. Es erklärt aber, warum sich ausgerechnet an dieser Stelle alles Wichtige der Stadt versammelt hat.

An der Südseite ragt die Apsis der Kathedrale mit der gotischen Puerta de los Apóstoles auf, daneben verbindet ein Bogen sie mit der Basilika, gegenüber residiert die valencianische Regionalregierung. Dazwischen: Straßencafés, Fallera-Fotoshootings und Kinder, die Tauben jagen.

In der Mitte liegt der große Turia-Brunnen mit einer lässig hingestreckten Bronzefigur, die den Fluss Turia verkörpert. Die acht Frauenfiguren mit Wasserkrügen rundherum stehen für die acht historischen Bewässerungskanäle, die das Umland seit Jahrhunderten in einen Obst- und Gemüsegarten verwandeln. Abends wird der Brunnen beleuchtet, dann entstehen hier die besten Fotos.

Der rosafarbene Barockbau an der Nordseite ist die Basílica de los Desamparados, die Kirche der Schutzpatronin Valencias. Innen überrascht ein ovaler Kuppelraum mit Fresken, davor beten Einheimische im Vorbeigehen. Der Eintritt ist frei, sei leise, das ist eine aktiv genutzte Kirche und kein Museum.

Das übersehen die meisten

Das Wassertribunal. Jeden Donnerstag gegen zwölf Uhr mittags versammeln sich vor der Puerta de los Apóstoles die schwarz gekleideten Richter des Tribunal de las Aguas. Das Gericht schlichtet seit rund tausend Jahren Streit um Bewässerungswasser, mündlich, auf Valencianisch, ohne Akten, und gehört zum immateriellen UNESCO-Welterbe. Oft ist keine Klage anhängig und die Sitzung ist nach wenigen Minuten vorbei. Genau diese Beiläufigkeit macht den Reiz aus.

Die acht Frauenfiguren am Brunnen. Sie sind keine Dekoration, sondern die Kanäle der Huerta, um die das Gericht nebenan streitet.

Die ovale Kuppel der Basilika. Zwei Minuten Aufenthalt, kostenlos, und der schönste Innenraum am Platz.

Der Bogen über der Gasse zwischen Basilika und Kathedrale. Von unten fotografiert der beste Rahmen für die Altstadt.

Der Palau de la Generalitat an der Westseite mit seinem gotischen Turm. Von außen sehenswert, das Innere ist nur mit Anmeldung zugänglich.

Gut zu wissen: Das Tribunal gilt als eine der ältesten noch aktiven Rechtsinstitutionen Europas. Stell dich ein paar Minuten vor zwölf an den Halbkreis vor dem Portal, dann siehst du den Ablauf komplett.

Typische Fehler

Am Platz zu Mittag essen. Die Terrassen sind schön gelegen und teuer, bessere Adressen stehen im Guide Essen und Trinken in Valencia.

Donnerstags erst um zwölf ankommen. Das Gericht tagt kurz, wer zu spät kommt, sieht nur Menschen, die auseinandergehen.

Nur tagsüber vorbeischauen. Der Platz gewinnt nach Sonnenuntergang deutlich, wenn Brunnen und Apsis beleuchtet sind.

Tickets: Platz, Basilika und Wassertribunal kosten keinen Eintritt. Nur für Kathedrale und Miguelete-Turm nebenan brauchst du Tickets, die du unkompliziert vor Ort bekommst.

Wann du hingehen solltest

Zweimal am selben Tag ist ideal: donnerstags kurz vor zwölf für das Wassergericht, und am Abend nach Sonnenuntergang, wenn die Tagesausflügler weg sind und der Platz den Cafés gehört.

Im Hochsommer ist der Platz mittags heiß und schattenlos, dann sind früher Morgen und später Abend die einzigen angenehmen Zeiten. Im Winter ist er sonnig und ruhig.

Danach: was in der Nähe liegt

Kathedrale, direkt am Platz. Heiliger Gral und Miguelete-Turm.

Barrio del Carmen, beginnt hinter der Basilika. Street Art am Tag, Bars am Abend.

Plaza Redonda, 5 Gehminuten nach Süden, siehe Plaza Redonda.

Torres de Serranos, 5 Gehminuten nach Norden, siehe Torres de Serranos. Alle weiteren Ziele stehen unter Valencia Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istTagsüber ist es voll mit Gruppen. Am frühen Morgen und nach 21 Uhr gehört der Platz den Einheimischen, dann ist er am schönsten.
  • Wenn es regnetDer Platz liegt offen. Bei Regen gehst du in die Basilika nebenan, der Eintritt ist frei, oder in die Kathedrale.
  • Mit KindernAutofrei, mit Brunnen, Tauben und Eis. Einer der wenigen Orte in der Altstadt, an dem Kinder einfach laufen können.
  • Mit eingeschränkter MobilitätEben und autofrei, ringsum stufenlos erreichbar. Nur der Zugang zur Basilika hat eine Stufe.

Häufige Fragen

Wann tagt das Wassertribunal auf der Plaza de la Virgen?

Immer donnerstags gegen zwölf Uhr mittags vor der Puerta de los Apóstoles, dem gotischen Portal der Kathedrale. Die Sitzung ist öffentlich und kostenlos. Wenn keine Streitfälle vorliegen, ist alles in wenigen Minuten vorbei, sei also pünktlich. Das Ritual gehört zum immateriellen UNESCO-Welterbe.

Ist der Eintritt in die Basilika kostenlos?

Ja, die Basílica de los Desamparados kannst du kostenlos besuchen. Sie ist eine aktive Wallfahrtskirche: Einheimische kommen den ganzen Tag zum Beten herein. Verhalte dich entsprechend ruhig, verzichte auf Blitzfotos und plane den Besuch außerhalb der Messen. Der ovale Kuppelraum mit seinen Fresken ist die kleine Überraschung des Platzes.

Was stellt der Brunnen auf der Plaza de la Virgen dar?

Die liegende Männerfigur verkörpert den Fluss Turia, die acht Frauenfiguren mit Krügen stehen für die acht historischen Bewässerungskanäle der Huerta von Valencia. Der Brunnen erzählt damit im Kern dieselbe Geschichte wie das Wassertribunal: Wasser war hier über Jahrhunderte die wichtigste Ressource der Stadt.

Lohnt sich die Plaza de la Virgen am Abend?

Unbedingt. Nach Sonnenuntergang sind Brunnen, Basilika und Kathedralen-Apsis beleuchtet, die Tagesausflügler sind weg und der Platz gehört den Cafés. Die Kombination aus warmem Stein, Wasser und Licht macht den Abend zur besten Fotozeit. Danach bist du in zwei Minuten in den Gassen des Barrio del Carmen.

Wie viel Zeit braucht man für die Plaza de la Virgen?

Für Platz, Brunnen und einen Blick in die Basilika reichen 30 bis 60 Minuten. Realistisch bleibst du länger, weil Kathedrale, Miguelete und Plaza Redonda direkt nebenan liegen. Plane den Platz deshalb nicht als einzelnes Ziel, sondern als Dreh- und Angelpunkt eines halben Altstadttages.