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Mercado de la Ribera

Der Mercado de la Ribera ist Bilbaos Bauch: eine Markthalle direkt am Nervión, am Rand der Altstadt, die gemessen an der Fläche als größte überdachte Markthalle Europas gilt. Drinnen stapeln sich Fisch aus dem Kantabrischen Meer, Gemüse aus den Dörfern von Bizkaia und Käse aus den Bergen.

Seit dem Umbau ist die Halle doppelt interessant: oben klassischer Markt, unten eine Zone mit Gastrobars, in der du Pintxos direkt neben den Ständen isst.

Mercado de la Ribera
Foto: Txo, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionBaskenland
  • Gebäude1929 eröffnet, Architekt Pedro Ispizua
  • Flächerund 10.000 Quadratmeter
  • StilRationalismus mit Art-déco-Fenstern
  • Lageam Nervión, direkt am Casco Viejo
  • Besuchsdauer45 Minuten, mit Essen länger

Lohnt sich der Mercado de la Ribera wirklich?

Ja, wenn du zur richtigen Zeit kommst. Vormittags ist das ein echter Markt: Händler rufen, Fischer liefern, Köche kaufen ein, und du siehst in zwanzig Minuten mehr baskische Esskultur als in jedem Restaurant. Der Bau selbst lohnt außerdem den Blick nach oben, wegen der Bleiglasfenster und der langen Fensterbänder zum Fluss.

Wer nachmittags kommt, sieht eine halb geschlossene Halle mit vollen Bars. Das kann ein schöner Abend sein, ist aber kein Marktbesuch. Und wer Pintxos in ihrer ursprünglichen Form sucht, ist unter den Arkaden der Plaza Nueva besser aufgehoben. Die Gastrozone hier ist moderner, bequemer und etwas glatter.

Was du hier siehst

Gehandelt wird an dieser Uferstelle seit dem Mittelalter, direkt dort, wo die Schiffe anlegten. Der heutige Bau stammt von 1929, ein lichter Entwurf des Stadtarchitekten Pedro Ispizua mit großen Fensterflächen, Art-déco-Details und einer Form, die absichtlich an ein Schiff erinnert. Für den Rekord sorgte die Fläche von rund 10.000 Quadratmetern, die dem Mercado den Titel der größten überdachten Markthalle Europas einbrachte.

Das Hochwasser von 1983 traf die Halle schwer, danach folgten Jahrzehnte des Verfalls, bis sie umfassend saniert und um die Gastrozone erweitert wurde. Seither ist sie beides: Versorgungsort für das Viertel und Ausgehadresse.

Das Herz sind bis heute die Fischstände. Merluza, Bonito, Sardinen, Kraken und die Kokotxas genannten Fischbäckchen, die in der baskischen Küche als Delikatesse gelten. Dazu kommen Metzger, Gemüsehändler und Stände mit Idiazabal-Käse, getrockneten Guindilla-Peperoni und Bohnen für die klassischen Eintöpfe.

Die Gastrozone im Erdgeschoss funktioniert anders als eine Altstadtbar. Du suchst dir einen Hocker, bestellst an einem der Tresen und kannst dich zwischen mehreren Küchen entscheiden, ohne den Platz zu wechseln. Das ist bequem, gerade mit Kindern oder in einer größeren Gruppe, und die Zutaten kommen oft von den Ständen eine Etage höher. Wer den vollen Effekt will, isst hier eine Kleinigkeit und zieht danach weiter in die Gassen.

Das übersehen die meisten

Die Bleiglasfenster. Die großen bunten Fenster mit Motiven aus Bizkaia gehören zu den schönsten Details des Baus. Sie hängen über Kopfhöhe, deshalb sieht sie kaum jemand.

Die Flussseite. Tritt einmal nach draußen an die Kaimauer. Von dort siehst du die Halle im Ganzen und die Altstadtfront dahinter.

Die Preisschilder als Sprachkurs. An den Ständen steht alles auf Baskisch und Spanisch. Schneller lernst du die Namen der Fische nirgends.

Die Stände der Bauern. Zwischen den Profis stehen kleine Erzeuger mit Gemüse aus dem Umland, oft nur mit ein paar Kisten. Genau dort kaufen die Einheimischen.

Tipp: Komm am Vormittag für den echten Markt und bleib danach in der Gastrozone hängen. Was du bestellen solltest, steht im Guide Essen und Trinken in Bilbao.

Typische Fehler

Nachmittags kommen. Dann sind viele Frischestände geschlossen, und du siehst nur die halbe Halle.

Sonntags kommen. Der klassische Markt ruht, die Gastrobars laufen unterschiedlich.

Nur unten bleiben. Die Gastrozone ist der bequeme Teil, der interessante liegt eine Ebene höher.

Wann du hingehen solltest

Der Markt richtet sich nach dem Rhythmus der Stadt, nicht nach dem der Besucher. Das heißt: früh am Tag oder spät am Abend, dazwischen passiert wenig.

Werktags zwischen 10 und 13 Uhr ist der Markt am lebendigsten, dann kaufen die Einheimischen ein und die Ware ist frisch aufgebaut. Für die Gastrozone passt der frühe Abend, ab etwa 19 Uhr, gern als erste Station vor einer Tour durch die Altstadtbars. Am Wochenende spielt in der Halle zeitweise Live-Musik.

Tickets: Der Markt ist frei zugänglich, du zahlst nur, was du isst und kaufst. Die Frischestände haben vor allem vormittags und am frühen Abend geöffnet, sonntags ruht der klassische Marktbetrieb.

Danach: was in der Nähe liegt

Die Halle grenzt direkt an die Gassen des Casco Viejo: drei Minuten zur Santiago-Kathedrale, fünf zur Plaza Nueva. Auf der anderen Flussseite steht das Teatro Arriaga, dahinter beginnt der Uferweg Richtung Guggenheim. Wer Proviant für ein Picknick auf dem Artxanda sucht, wird hier ebenfalls fündig. Alle Highlights der Stadt: Bilbao Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAm vollsten ist die Gastrozone freitags und samstags am frühen Abend. Der Markt oben ist dagegen fast immer entspannt. Weich nach oben aus oder komm zwischen 11 und 13 Uhr.
  • Wenn es regnetEin klarer Fall: alles überdacht, dazu direkt an der Metro. Bei Dauerregen einer der besten Orte in Bilbao, weil du Essen, Einkaufen und Leuteschauen unter einem Dach hast.
  • Mit KindernDie Fischtheken mit ganzen Seehechten und Kraken sind für Kinder oft spannender als jedes Museum. Am Fluss davor gibt es Platz zum Laufen.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Halle ist über Rampen und Aufzüge stufenlos erschlossen, die Gänge sind breit. Eine der zugänglichsten Adressen im alten Bilbao.

Häufige Fragen

Ist der Mercado de la Ribera wirklich der größte Europas?

Gemessen an der überdachten Fläche wird die Halle regelmäßig als größte überdachte Markthalle Europas geführt, mit rund 10.000 Quadratmetern. Zählt man Händlerzahl oder Umsatz, sehen andere Märkte besser aus. Für den Besuch spielt das kaum eine Rolle: Beeindruckend ist vor allem der lange, helle Raum mit den Fensterbändern zum Fluss.

Kann man im Mercado de la Ribera essen?

Ja, im Erdgeschoss liegt eine Zone mit mehreren Gastrobars, an denen du Pintxos, kleine Gerichte, Txakoli und Vermut bekommst. Du suchst dir einen Platz an der Theke und bestellst dich durch. Es ist unkomplizierter und ruhiger als in den Altstadtbars und mit Blick auf den Fluss eine der angenehmsten Adressen der Stadt.

Wann ist die beste Zeit für den Marktbesuch?

Werktags am Vormittag, etwa zwischen 10 und 13 Uhr. Dann sind alle Frischestände offen, die Fischtheken voll und die Halle voller Einheimischer. Nachmittags schließen viele Stände, sonntags ruht der klassische Markt. Für die Gastrobars passt dagegen der frühe Abend am besten.

Lohnt sich der Mercado auch ohne Einkauf?

Auf jeden Fall. Das Gebäude von 1929 mit seinen Bleiglasfenstern ist sehenswert, und die Fischtheken sind eine Schau für sich. Rechne mit 45 Minuten, wenn du nur schaust. Er liegt ohnehin auf dem Weg durch die Altstadt, ein Umweg ist es also nicht.